James Gould-Bourn - Pandatage / Bear Necessity / Keeping Mum

Pandatage

4.6 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

Verlag: Kiepenheuer&Witsch

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783462053647

Termin: Neuerscheinung Mai 2020

  • Klappentext

    Danny Maloony hat es schwer. Ein Glückspilz war er noch nie, aber seitdem seine Frau vor etwas mehr als einem Jahr bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, läuft gar nichts mehr glatt. Sein kleiner Sohn Will hat aufgehört zu sprechen, Danny verliert den Job, und als ihm auch noch sein Vermieter mit Rausschmiss droht, kauft er von seinem letzten Geld ein Pandakostüm, um als Tanzbär Geld zu verdienen. Doch tanzen kann er leider auch nicht ... Ein Panda steht für Frieden und Freundschaft, aber so weit denkt Danny nicht. Das Kostüm ist ein Ladenhüter und billig, deshalb muss es als Verkleidung herhalten. Ein neuer Straßenkünstler ist geboren. Anfangs macht sich Danny vor allen Dingen lächerlich, aber als sich die Pole-Tänzerin Krystal seiner erbarmt und ihm Tanznachhilfe gibt, klingelt die Kasse so leidlich. Als Pandabär verkleidet beobachtet Danny eines Tages, wie sein kleiner Sohn Will von anderen Jungen schikaniert wird, und schreitet ein. Will fasst Vertrauen in den vermeintlich fremden Panda. Und er spricht.

    Meinung

    Vater und Sohn sind in ihrer Trauer gefangen, sie können einander nicht trösten der Verlust ist zu groß.

    Aber niemand nimmt Rücksicht auf sie, in der Schule wird gemobbt, der Job geht verloren,

    Aber Danny als Vater will alles für seinen Sohn tun und geht ungewöhnliche Wege. Die Art und Weise wie er wieder an Geld kommen will, seinen Sohn nicht nur ein Vater sondern auch ein Freund zu sein ist voller Situationskomik und traurigen Humor.

    Leise erzählt der Autor seine Geschichte, die Stellen an denen man lacht, haben immer einen traurigen Hintergrund, eine komische Situation ist aus der Not geboren. Dieser Spagat ist wunderbar gelungen, genauso wehmütig der Vater über seine verstorbene Frau spricht, so werden wir Leser über das Buch sprechen. Schade das es zu Ende gelesen ist.

    1. (Ø)

      Verlag: Kiepenheuer&Witsch


  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „JAMES GOULD-BOURN - PANDATAGE“ zu „James Gould-Bourn - Pandatage / Bear Necessity“ geändert.
  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „James Gould-Bourn - Pandatage / Bear Necessity“ zu „James Gould-Bourn - Pandatage / Bear Necessity / Keeping Mum“ geändert.
  • Dieses Buch ist definitiv eines bei dem es sich gelohnt hat die ersten Seiten aufzuschlagen, auch wenn das Cover mich nicht beeindrucken konnte. Was sich dann aber auf den 400 Seiten verbarg ist ein Kleinod, dem ich auf jeden Fall weitere Verbreitung wünsche.

    Anhand der Geschichte des alleinerziehenden Vaters Danny und seines Sohnes Will behandelt der Autor James Gould - Bourn auf berührende und oft unterhaltsame Art und Weise so intensive Themen wie Trauer um eine Verstorbene (die Mutter), den Verlust eines Arbeitsplatzes. Mobbing, Schulden und auch selektiven Mutismus.

    Auch wenn alles gegen den Vater und den Sohn zu sprechen scheint so geben sie doch nicht auf, kämpfen für ihre Ziele, schließen Freundschaften und wachsen immer mehr zusammen. Gemeinsam mit anderen können sie ganz viel erreichen und vielleicht ja auch ihr Glück finden.

    Auch wenn das Buch oft humorvoll gehalten ist, so kann es doch stark durch leise Töne überzeugen und innerlich berühren. Als Leser_innen können wir tief in die Geschichte eintauchen, mitfiebern, mitleiden und auf ein gutes Ende hoffen.

    Lasst euch auf das Buch ein, es lohnt sich.

  • Das Buch wird bereits beworben mit "Für Freunde von About a boy" und genau so kann ich das unterschreiben. Es umgibt eine Aura von Tragik, Komik, skurrilen Erscheinungen, eine bunte Mischung aus Charakteren - es ist wie früher, wo man am Kiosk eine Tüte Gemischtes gekauft hat. Wer aber nun glaubt, dem Buch fehlt es dadurch an Tiefgang, hat sich geirrt. Die Charaktere sitzen, die Worte passen und alles fügt sich zu einem Gesamtwerk, von dem ich nicht gedacht hätte, das es sich um das Debüt des Autors gehandelt hat.

    Einzig das Ende ist in meinen Augen wein wenig zu gewollt, da fehlt mir noch ein wenig Dramatik, zu der ganzen bereits vorhandenen Dramatik. Wer sich selbst nicht zu ernst nimmt, und auch mal über trüben und schwarzen Humor lachen kann, mit einer Prise (wirklich, versprochen, es ist nur eine Prise!) was fürs Herz und einer tanzenden Ratte was abgewinnen kann - schnappt euch "Pandatage"

    Gelesen April: 9 Bücher, 2 Comicreihen, 4157 Seiten
    Gelesen Mai: 13 Bücher, 2 Zeitschriften (Stern Crime Serie), 1 Comicreihe, 5065 Seiten
    Juni aktuell: 9 Bücher, 4 Comicreihen, 1 Zeitschrift (Stern Crime )

  • Ich liebe, liebe, liebe dieses Buch


    James Gould-Bourn hat mit „Pandatage“ einen absolut großartigen Erstling vorgelegt. Er ist so unfassbar komisch, dass ich oft laut lachen musste. Meine Umwelt starrte mich an, als würde ich ein Pandakostüm tragen. Der Sprachwitz ist einfach klasse. Gleichzeitig sind die beiden Hauptfiguren, Vater und Sohn, so verletzlich, dass man sie ständig in den Arm nehmen möchte.

    Danny Maloony ist Hilfsarbeiter auf Baustellen und versucht nach dem Unfalltod seiner Frau, sich und seinen elfjährigen Sohn Will in London über Wasser zu halten. Das gelingt ihm leider nicht. Seit Will seine Mutter vor über einem Jahr verloren hat, spricht er kein Wort mehr. Danny findet einfach keinen Zugang mehr zu seinem Sohn, weil er selbst vor Trauer nicht weiß wohin.
    Obendrein verliert er seinen Job und ist aufgrund fehlender Qualifikationen auch nicht in der Lage, einen neuen zu finden. Da kommt ihm die Idee, als Straßenkünstler zu arbeiten, denn einige können auch nicht viel (oder gar nichts) und haben trotzdem volle Hüte. Das billigste Kostüm, das er sich gerade noch leisten kann, ist eine stinkende Pandaverkleidung und damit nimmt das Schicksal seinen Lauf. Als Panda-Danny seinen Sohn vor pöbelnden Mitschülern rettet, beginnt Will wieder zu sprechen - und zwar nur mit dem Panda.

    Wie Danny sich aus dieser Situation „rettet“, endlich als Panda ein paar Pfund verdient und wieder zurück ins Leben findet, ist wahrlich toll zu lesen. Gould-Bourn eine kleine Gruppe von Figuren geschaffen, die allesamt so liebenswert sind, dass man sie glatt adoptieren möchte. Ich würde auch Ivan, den ukrainischen Bauarbeiter nehmen, Mr. Colemann und Mo. Lediglich die Tänzerin Krystal ist eine Figur, die nicht mit ganz so viel Tiefe dargestellt wird. Die beiden Fieslinge des Romans, der Vermieter Reg und der Künstler El Magnifico, sind ebenso unsympathisch wie unfreiwillig komisch. Eine wirklich bunte Truppe, mit denen man mitfühlt, leidet und sich unbändig freuen kann.

    Die Dialoge sind großartig, typisch britisch eben. Wenn es solche skurrilen Unterhaltungen tatsächlich geben kann, dann in Großbritannien. Man konnte sich beim Lesen schon vorstellen, dass dieser Roman einen wirklich guten Film abgeben wird. Die Szenen sausten vor meinem inneren Auge nur so vorbei. Allein die Szene in dem Kostümladen - ein Genuss!

    Die Geschichte liest sich sehr flott, weil immer etwas passiert und relativ viele Nebenfiguren die Handlung beleben. Das Buch war für mich an keiner Stelle langweilig.
    Die äußere Gestaltung ist sehr liebevoll gemacht: Der gelbe feste Einband, dessen tieferer Sinn sich im Verlauf des Romans ergibt, die Pandaohren auf dem Vorsatzpapier und der kleine Pandaoberkörper zu Beginn jedes der 34 Kapitel. Lediglich die Bilddarstellung auf dem Schutzumschlag ist etwas kitschig geraten. Im Englischen gibt es eine Ausgabe mit gezeichneten Figuren, die mir wesentlich besser gefällt.

    Das Buch hat alle Qualitäten, um zum „Liebling der unabhängigen Buchhändler*innen“ zu werden. Noch mehr loben kann ich „Pandatage“ nicht. Wer einen leichten, gleichzeitig tiefgehen, ruhigen, unglaublich witzigen und zu Herzen gehenden Roman über einen trauernden Vater und seinen nicht minder stark trauernden Sohn lesen möchte, MUSS hier zugreifen.
    Bisher mein Lieblingsbuch 2020.

    1. (Ø)

      Verlag: Kiepenheuer&Witsch


  • Der arme Danny Maloony hat es nicht leicht im Leben. Er ist sehr jung Vater geworden und auch in jungen Jahren bereits Witwer. Seine Frau ist vor einem Jahr durch einen Unfall ums Leben gekommen und seitdem spricht sein kleiner Sohn nicht mehr. Dann verliert Danny noch seinen Hilfsarbeiter-Job und seht kurz davor, seine Wohnung zu verlieren. Auf der Suche nach Arbeit entdeckt er ein Pandakostüm, kauft dies vom letzten Geld und wird Tanzbär in einem Park. Leider ist es mit seinem Tanzen auch nicht weit her aber in dieser Kostümierung wird sein Sohn Will auf ihn aufmerksam. Danny gewinnt sein Vertrauen und dann fängt Will mit dem Panda an zu sprechen.

    James Gould-Bourn ist mit dem Roman "Pandatage" die Geschichte um eine liebenswerte Vater-Sohn-Beziehung gelungen. Ein wunderbarer, ruhiger Roman ohne Effekthascherei, dafür aber humorvoll und auch rührend. Man möchte Danny und Will irgendwie helfen auf dem Weg zu etwas Glück. Auch die weiteren Protagonisten sind sympatisch und fügen sich gut ein. Insgesamt einen liebenswerte Lektüre um nicht vom Glück verwöhnte Personen, die aber doch ihr Leben meistern. Ein Roman, der mich sehr gut unterhalten hat und den ich gerne weiter empfehlen werde.

    1. (Ø)

      Verlag: Kiepenheuer&Witsch


  • 'It's a case of bear necessities, of simple bear necessities

    forget about your worries and your strife.

    It's just the bear necessities, that why a bear can rest at ease

    with just the bear necessities of life.'


    (Ich mag die Originaltexte von Disneys alte Dschungelbuch viel lieber als ihre Übersetzungen)

  • Ein Buch das zu Herzen geht

    Danny Malooley und sein Sohn Will müssen sich nach dem Unfalltod der Mutter alleine durchschlagen. Und das gelingt mehr schlecht als recht. Will flüchtet sich in die Sprachlosigkeit, weil er nicht weiß wie mit dem Schmerz umgehen und treibt dadurch seinen Vater zur Verzweiflung. Danny muss neben den Sorgen um seinen Sohn auch noch mit einem raffgierigen Vermieter fertig werden und um einen schlecht bezahlten Job auf dem Bau bangen, den er auch prompt verliert. Dabei beobachtet er im Park, wie andere Straßenkünstler mit ihren Künsten ihren Lebensunterhalt verdienen. Mit dem Mut der Verzweiflung kauft er sich ein Panda Kostüm und beginnt unbeholfen im Park zu tanzen. Natürlich bleibt das große Geld aus, das kleine Geld wird ihm auch noch gestohlen. Aber ihm gelingt etwas ganz und gar Unerwartetes, das ihn darin bestärkt, weiterzumachen. ER nimmt sogar Tanzunterricht bei einer Poletänzerin.


    Der Roman lebt von den Charakteren im Buh: Da wären einmal Danny, der sich und seinen Sohn nicht aufgibt, für ihn weiterkämpft um ihre Existenz zu sichern. Oder Krystal, die Poletänzerin, die wie eine Barsängerin in einem alten Western, außen rau und schön, innen aber einen sehr weichen Kern hat. Oder Igor, der Hühne der Dannys Freund ist, oder der junge Will, der in der Schule von anderen Schülern gemobbt und geschlagen wird und der aber auch einen treuen Freund zur Seite hat, Mo, der zu ihm hält. Von den Straßenkünstlern gefiel mir Tim mit seinem Kater, der Danny zu einem Wettbewerb anmeldet. Und dann sind da auch noch die bösen, die so eindeutig böse sind, dass man am liebsten ins Romangeschehen eingreifen würde um sie buchstäblich aus den Seiten zu reißen: Reg, der fiese betrügerische Vermieter und sein Handlanger, Mr Dent oder der untalentierte und neidische Zauberer El Magnifico der mittels Gedankenkraft andere anzünden will, es aber nie schafft.


    Die Sprache des Buches ist sanft, angenehm, gewinnt nur an Schärfe, wenn der hinkende Reg auftaucht und Danny bedroht.


    Und zum Schluss wird alles gut, wenn auch nicht so, wie wir es ursprünglich gedacht haben. Denn ein Pandabär steht für das Gute und Schöne.


    Dies ist ein Wohlfühlbuch, ohne ins Kitschige zu verfallen. Ich möchte es in die Kategorie „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ einreihen.

  • Was mir von diesem Buch in Erinnerung bleiben wird, ist der feine Humor, der mich so oft zum Lachen gebracht hat. Die Charaktere sind wahre Unikate, hier und da vielleicht ein wenig überspitzt gezeichnet, aber so liebenswert, dass man sie einfach mögen muss. Selbst die Antagonisten hatten allesamt etwas an sich, das mich mit einem Schmunzeln den Kopf über sie schütteln ließ, sodass sie gar nicht mehr so finster wirkten, wie sie es vorhatten. Der Autor erzählt sehr locker seine nicht immer ganz so lockere, sondern hier und da auch sehr bewegende und traurige Geschichte, garniert mit einem tollen Witz, viel Situationskomik und Anspielungen auf das aktuelle Zeitgeschehen. Teilweise rutscht die Handlung etwas in das Skurrile ab und verliert dadurch ein wenig an Glaubhaftigkeit, aber irgendwie geht es bei "Pandatage" auch nicht um eine authentische Handlung. Es geht vielmehr um das Zwischenmenschliche. Um Freundschaft, um eine ganz wundervolle Vater-Sohn-Beziehung, um Trauerbewältigung und die Hoffnung, die bis zum Schluss bleibt.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond


    http://www.lektorat-sprachgefuehl.de

  • Zum Inhalt:


    Liz war immer die bessere Hälfte von ihnen als Paar. Davon ist Danny schon immer überzeugt. Doch nun ist Liz gestorben und plötzlich ist Danny alleinerziehender Vater eines kleinen Jungen. Seit seine Mutter gestorben ist, spricht Will kein einziges Wort mehr und Danny dringt nicht mehr zu ihm durch. Als ob die Trauer um seine Frau und die Sorge um seinen Sohn nicht genug wären, verliert Danny auch noch seinen Job und sein korrupter Vermieter droht ihm, sollte er nicht binnen zwei Wochen die ausstehenden Mieten bezahlen. Danny ist verzweifelt. Er weiß nicht mehr, was er tun soll. Da kommt ihm der Zufall zu Hilfe und er beschließt, als Kleinkünstler im Park sein Geld zu verdienen. Ein Pandakostüm ist jedoch das einzige Kostüm, dass er sich leisten kann.


    Eines Tages hat Will Ärger mit einem Klassenkameraden und Danny, der alles in seinem Pandakostüm beobachtet, eilt Will zu Hilfe. Das Unglaubliche geschieht: Will fasst Vertrauen zu dem Panda und beginnt zu sprechen….


    Meine Meinung:


    Was für eine wunderbare Vater-Sohn-Geschichte.


    Am Anfang konnte ich Danny nicht besonders gut leiden. Er wirkte auf mich, wie jemand, der es einfach nicht schaffen will, sein Leben in den Griff zu kriegen. Er schien talent- und einfallslos. Der ewige Verlierer. Und das ist auch das, was ihm seine Firma, seine Schwiegereltern, sein Vermieter immer wieder unter die Nase reiben. Er kann nichts und er wird niemals mit irgendetwas Erfolg haben. Das Beste, was er im Leben je hatte erreichen können, ist mit Liz gestorben. Und Danny ist sich mehr als bewusst, dass sie recht haben.


    Dass Will nicht mehr spricht, macht ihm sehr zu schaffen. Es bringt ihn zur Verzweiflung. Aber neben Job und der Trauer um die große Liebe seines Lebens, fehlt es ihm schlichtweg an Kraft, auch noch dieses Problem zu lösen.


    Als er sich das Pandakostüm kauft, ist es nur noch der Gedanke an Will, der ihn aufrecht hält. Dieses Kostüm ist die letzte Chance, die fehlende Miete aufzutreiben und zu überleben. Doch zu Beginn ist er mehr schlecht als recht und es ist ein sehr schwerer Weg, den er begonnen hat, zu gehen. Doch Danny gibt nicht auf. Er sucht sich Hilfe (wenn diese in Form von Krystal ihm zu Beginn auch zuerst nur sehr, sehr wiederwillig hilft). Und er findet Freunde. Und als Will plötzlich mit dem Panda spricht, schöpft Danny endlich wieder Hoffnung, dass alles gut werden könnte und er fängt an, über sich hinauszuwachsen.


    Das war der Moment, an dem das Buch anfing, mich wirklich zu berühren. Danny, der alles versucht, um endlich wieder zu leben und seinem Sohn ein guter Vater sein zu können. Danny, der nicht aufgibt und weitermacht. Egal, wie aussichtslos alles scheint.


    Wills Gespräche mit dem Panda haben mir beim Lesen das Herz gebrochen. Ein kleiner Junge voller Trauer und Sehnsucht nach seiner Mutter. Mit einem Vater, der es kaum schafft, sich um sich selbst zu kümmern. Ich hätte ihn am liebten in meine Arme geschlossen und getröstet. Doch Will liebt seinen Vater trotz allem. Und als ihm klar wird, dass sein Vater der Panda ist, haben die beiden eine echte Chance wieder zueinander zu finden. Und diesmal ergreift Danny sie.


    Eine wirklich schöne Geschichte. Traurig und liebevoll und lustig zugleich. Die Tanzszene am Schluss hätte ich allzu gern mitangesehen. Von mir gibt es für Pandatage eine Leseempfehlung.


    Meine Rezension findet Ihr auch unter http://www.buchspinat.de

    1. (Ø)

      Verlag: Kiepenheuer&Witsch


  • eine rasante Achterbahnfahrt der Gefühle

    Seit kurzem ist Danny ein alleinerziehender Vater seines 11jährigen Sohnes Will. Seit dem Tod seiner Mutter, den er miterleben musste hat er aufgehört zu sprechen. Mit der Zeit haben sich so Vater und Sohn von einander entfremdet. Danny versucht alles um ein guter Vater zu sein, arbeitet als Bauarbeiter hart auf einer Londoner Baustelle. Doch dann gerät sein Leben aus den Fugen. Er wird entlassen und ein gieriger Miethai sitzt ihm auch noch im Nacken. Er klappert auf der Suche nach einem Job ganz London ab, ohne Erfolg. Dann stolpert er in einem Kostümverleih über ein Pandakostüm. Er sieht in seiner Not nur eine Lösung. Sich als Panda zu verkleiden und in einem Park zu tanzen, um so an Geld zu kommen und seinen Sohn ein normales Leben zu bieten. Doch Tanzen und Danny das sind zwei Schuhe die nicht recht zusammenpassen. Eines Tages als sich Danny wieder mal im Park quält und nur wenig Geld einnimmt kommt die Nachtclubtänzerin vorbei, die sich für ihn als Engel entpuppen soll. Denn sie bringt ihm das Tanzen bei, was einen wahren Kraftaufwand gleicht. Das zweite Himmelgeschenk für Danny ist, das als er das Pandakostüm im Park trägt seine Sohnemann vorbeikommt und anfängt zu sprechen, etwas wovon er dachte es nie wieder zu hören. Doch da fangen die Probleme erst richtig an. Und doch rückt eine Lösung für all Dannys Probleme immer näher. Die Lösung ist ein Wettkampf der Straßenkünstler.



    Der Autor schafft es den Leser mit einer brillanten Mischung aus zum brüllen komischen Elementen und zu tiefst traurigen Elementen zu fesseln. In einem Moment bricht aus dem Leser ein wahrer Orkan eines Lachanfalls heraus nur um im nächsten Moment von einem tiefempfundenes Mitgefühl abgelöst zu werden. Der Autor schickt den Leser im wahrsten Sinne des Wortes auf eine Achterbahn der Gefühle.



    Der Autor erzählt nicht nur die Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung nein erzählt wie schwer es ein alleinerziehender Vater in London hat, wenn er plötzlich ohne Job und kurz vor der Obdachlosigkeit steht. Aber auch die Geschichte einer Freundschaft. Und die Geschichte eines Traums.



    Und die Figuren, Himmel, man lacht man weint mit ihnen. Auch wenn sie anfangs eher einfach gestrickt wirken, gewinnen sie nicht nur an Farbe sondern auch an Konturen. Man liebt die Figuren in all ihrer Schrulligkeit und ja teilweise auch Einfältigkeit. Hinzu kommt der Sprachgebrauch der Figuren, der einfach nur goldig ist. Ja manchmal auch recht derb. Der Autor hat den einfachen Londonern so richtig aufs „Maul“ geschaut.



    Fazit: Ich bin hin und weg von diesem Buch. Es birgt eine unglaubliche Komik und bedient sich dennoch der ganzen Bandbreite der Gefühle. Ich bin mir zeitweise wie in einer Achterbahn vorgekommen, dass sich meine Gefühlsausbrüche schneller änderten als Wetter. Also ich kann euch das Buch nur wärmstens ans Herz legen. Ihr werdet nicht nur schmunzeln nein ihr werdet mehr als nur einen Lachkrampf haben und ein anhaltendes Grinsen das euch länger begleiten wird. Unbedingt lesen wenn ich was nettes und lustiges Lesen wollt. Laßt euch dieses Buch nicht entgehen!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Pandamonium

    Seit Danny vor über einem Jahr seine Frau Liz und sein Sohn Will seine Mutter verloren haben, ist nichts mehr wie zuvor. Will saß bei dem Unfall, bei dem Liz ums Leben kam, mit im Auto und spricht seitdem nicht mehr. Danny versucht mehr schlecht als recht seinen Alltag zu meistern, indem er auf einer Baustelle schuftet, um Geld zu verdienen. Als er dann auch noch seine Stelle verliert und er mit der Miete in Rückstand ist, muss er sich etwas einfallen lassen, denn sein rabiater Vermieter droht damit, ihn auf die Straße zu setzen, nicht ohne zuvor seine Kniescheiben zertrümmert zu haben...


    Als Danny die Straßenkünstler im Londoner Hyde Park beobachtet, kommt ihm eine Idee. Er kauft ein ziemlich heruntergekommenes Pandakostüm und versucht damit sein Glück im Park. Zunächst läuft das Geschäft nicht gerade gut, statt Geld nimmt Danny Zitronenbonbons und Kronkorken ein, doch dann läuft ihm die eigenwillige Krystal über den Weg, die fantastisch tanzen kann. Danny schafft es, sie dazu zu überreden, ihm Nachhilfe im Tanzen zu geben.


    Wills Leben ist ebenfalls alles andere als leicht. In der Schule wird er gemobbt, sein Vater scheint sich nicht für ihn zu interessieren – er glaubt immer noch, ein Elfjähriger liebt Tapeten mit kleinen Lokomotiven – und er vermisst seine Mutter, die zugleich seine beste Freundin war, unendlich. Das Schicksal wendet sich, als Will im Park einen Panda kennenlernt. Mit ihm spricht Will plötzlich wieder und der Panda stellt sich als guter Zuhörer heraus...


    „Pandatage“ erzählt eine sehr emotionale, aber nie kitschige Geschichte. Trotz des tragischen Hintergrunds sind viele Situationen urkomisch, ich habe mehr als einmal laut gelacht. Dazu kommt die wunderbare Erzählweise des Sprechers Hendrik Duryn. Eine ganz und gar wundervolle Vater-Sohn-Geschichte, die ich mit viel Vergnügen gehört habe!:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: