Camilla Sten - Das Dorf der toten Seelen / Staden

  • Kurzmeinung

    aida2008
    Hat mir nicht gefallen - zu konstruiert und unglaubwürdiger Schluss - hat micht nicht überzeugt
  • Kurzmeinung

    Pasghetti
    Die Entwicklung der Geschichte zum Ende hin war sehr vorhersehbar und überhaupt nicht spannend. Anfang war besser

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  • Literarisches Können liegt in dieser Familie. "Das Dorf der toten Seelen" ist das erste Buch von Camilla Sten, der Tochter der Bestsellerautorin Viveca Sten.



    Alice Lindstedt hat gerade die Filmhochschule in Stockholm abgeschlossen und plant, ihren ersten Dokumentarfilm zu drehen: über Silvertjärn, einen abgelegenen Grubenort im Wald von Norrland. Vor 60 Jahren verschwanden unter ungeklärten Umständen alle Bewohner von einem Tag auf den anderen. Kurz zuvor zog ihre Großmutter von dort weg. Alice will herausfinden, was damals geschehen ist. Mit ihrem Team bricht sie zu dem einsamen Ort auf. Doch bald geschehen seltsame Dinge. Die Handys haben keinen Empfang, im Walkie-Talkie ist ein heiseres Lachen zu hören. Und kurz darauf ist der erste aus dem Team tot. Wer ist außer ihnen noch in Silvertjärn? Was ist damals passiert? Und vor allem: Werden sie diesen grausamen Ort lebend verlassen?


    Das in dunklen Tönen gehaltene Cover zeigt mehrere verlassen wirkende Holzhäuser und spiegelt eine düstere, gespenstische Atmosphäre.


    Das Setting in Silvertjärn, einer (fiktiven) abgelegenen Bergarbeitersiedlung im Wald von Norrland, dem nördlichsten der heutigen drei schwedischen Landesteile Götaland, Norrland und Svealand, ist überzeugend. Norrland wird als letzte Wildnis Europas bezeichnet, und Silvertjärn macht einen gottverlassenen Eindruck, auch wenn es nicht ganz von der Zivilisation abgeschnitten ist.



    Der Psychothriller spielt auf zwei verschiedenen zeitlichen Ebenen. In der aktuellen Gegenwart rollt die Handlung wie in einem Film innerhalb einer kurzen Zeitspanne (fünf Tage) ab. In der Vergangenheit (1959) erstreckt sich die erzählte Zeit über einen weitaus längeren Zeitraum von mehreren Monaten.


    Das Geschehen wird aus verschiedenen Erzählperspektiven geschildert. Die aktuelle Gegenwart erleben wir aus der Ich-Perspektive von Alice LIndstedt, die soeben ihr Studium an der Filmhochschule von Stockholm abgeschlossen hat. Sie ist eine psychisch angeschlagene Persönlichkeit, deren verstorbene Großmutter aus dem Dorf Silvertjärn stammt. Nun möchte sie ihren ersten Dokumentarfilm über den "cold case" drehen und das Rätsel des verlassenen Dorfes lösen.


    Für die Vergangenheit ist ein personaler Erzähler gewählt worden. Elsa ist die zentrale Protagonistin, die wir durch das Dorf Silvertjärn begleiten. Sie ist eine Frau mittleren Alters, verheiratet mit Staffan und Mutter von zwei Töchtern, von denen die Ältere bereits verheiratet in Stockholm lebt, wo sie ihr erstes Baby erwartet. Elsa ist ein sympathischer Mensch mit einem stark ausgeprägten sozialen Gewissen, sie fühlt sich an ein Versprechen auf dem Sterbebett gebunden und kümmert sich um eine autistische junge Frau, die von den anderen Bewohnern des Dorfes ausgegrenzt wird. Bedingt durch eine wirtschaftliche Krisensituationen haben die Einwohner ihre Arbeitsplätze und ihre Lebensperspektive verloren. Wenige Menschen verlassen das Dorf, die anderen harren verzweifelt aus und suchen im Alkohol Trost. Ihr Lebenswille ist längst erloschen, sie vegetieren haltlos vor sich hin und gleichen toten Seelen, wie Elsa treffend bemerkt. Deshalb sind sie anfällig für die gezielte Manipulation durch einen charismatischen Mannes, der sie mit fanatischen Predigten in seinen Bann schlägt, die Hoffnung auf ein neues Leben in ihren Herzen entzündet und sie auf die Vernichtung eines dämonischen Sündenbocks einschwört, der mitten unter ihnen lebe und um jeden Preis vernichtet werde müsse.


    Stranger Things meet Scandinavian Crime - dieses besondere Gänsehaut-Feeling hat mich überzeugt. Camilla Sten ist ein beeindruckendes literarisches Debüt gelungen. "Das Dorf der toten Seelen" ist ein erschütterndes Buch über einen lange zurückliegenden, ungeklärten Fall. Gleichzeitig ist es eine bittere Lehrstunde über menschliche Schwäche, die zu religiösen Fanatismus, Wahn und Mord führen kann.

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Camilla Sten: Das Dorf der toten Seelen“ zu „Camilla Sten - Das Dorf der toten Seelen / Staden“ geändert.
  • Ein Dorf voller Geheimnisse

    Inhalt:

    1959: Zwei Polizisten werden nach Silvertjärn gerufen, einem kleinen abgelegenen Bergarbeiterdorf in Schweden. Hier trifft sie eine gespenstische Stille. Im ganzen Dorf findet sich keiner der 900 Bewohner - bis sie zum Marktplatz kommen. Dort erwartet sie ein grausiger Fund: Eine an einem Schandpfahl befestigte Leiche. Von den anderen Einwohnern fehlt jede Spur, bis plötzlich ein Baby schreit.

    60 Jahre später: Alice Lindstedt, Enkelin einer ehemaligen Einwohnerin Silvertjärn, möchte eine Dokumentationserie über das Verschwinden der Einwohner des Bergarbeiterdorfes drehen - denn dieses ist nie aufgeklärt worden. Gemeinsam mit ihrem Filmteam, das aus Freunden und Bekannten besteht, begibt sie sich auf eine Spurensuche in das verlassene Dorf am Silbersee. Warum sind die Einwohner verschwunden?


    Persönliche Meinung: "Das Dorf der toten Seelen" ist ein unheimlich spannender Thriller, der voller Mysteryelementen ist. Camilla Stens Erzählstil ist einerseits sehr flüssig zu lesen, andererseits aber auch detailreich. Spannungstechnisch sorgt er für Nervenkitzel und eine dichte, leicht gruselige Atmosphäre. Diese Atmosphäre färbt auch auf die Silvertjärn mit seinen verlassen Häusern, dem verfallenen Schulgebäude und der einsamen Kirche ab. Die Handlung selbst spaltet sich in zwei Handlungsstränge auf: Während wir in der Gegenwart Alice und ihr Team im verlassenen Dorf begleiten, durchlaufen wir in der Vergangenheit die letzten Monate der Dorfbewohner vor ihrem Verschwinden. Klasse gezeichnet sind auch die Charaktere und die Interaktion zwischen ihnen. Einige der Figuren haben eine gemeinsame Vergangenheit, die sich nach und nach entfalltet. Um Spoiler zu vermeiden, kann ich auf die Verbindungen der Charaktere nicht näher eingehen. Nur so viel: Sie sind überraschend, tiefgründig und haben mich währen des Lesens zum Nachdenken gebracht.


    "Das Dorf der toten Seelen" ist ein Thriller, den man nicht aus der Hand legen möchte und ein fulminantes Debüt!

  • In dem kleinen abgelegenen Ort Silvertjärn verschwanden 1959 von einem Tag zum anderen die Bewohner. Übrig blieben nur eine Leiche und ein schreiendes Baby. Nun 60 Jahre später will Alice Lindstedt, die gerade ihren Abschluss an der Filmhochschule gemacht und deren Großmutter einst in Silvertjärn gelabt hat, eine Dokumentation drehen über diesen Ort. Sie möchte herausfinden, was damals geschehen ist. Doch kaum sind sie dort, passieren seltsame Dinge und dann gibt es einen Toten.


    Dieser Thriller ist das Debüt von Camilla Sten, der Tochter der Bestsellerautorin Viveca Sten.


    Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen, allerdings ist mir vieles auch zu detailliert beschrieben. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Die Vergangenheit erleben wir aus der Sicht von Alices Urgroßmutter Elsa.


    Die Charaktere sind gut und lebendig gezeichnet, auch wenn mir kaum jemand sympathisch war. Alice hat in ihrem Team frühere und jetzige Freunde. Doch was da in dem abgelegenen Grubenort geschieht, sorgt für Probleme, denn niemand weiß, wem er trauen kann. Aber auch in der Vergangenheit gab es Probleme in der Dorfgemeinschaft und die Situation eskaliert.


    Es ist ein spannender Thriller mit einer düsteren und recht gruseligen Atmosphäre. Die Auflösung der beiden Handlungsstränge hätte ich so nicht erwartet, trotzdem bin ich nicht so ganz überzeugt vom Ende.

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)
    Alice Lindstedt hat gerade die Filmhochschule in Stockholm abgeschlossen und plant, ihren ersten Dokumentarfilm zu drehen: über Silvertjärn, einen abgelegenen Grubenort im Wald von Norrland. Vor 60 Jahren verschwanden unter ungeklärten Umständen alle Bewohner von einem Tag auf den anderen. Kurz zuvor zog ihre Großmutter von dort weg. Alice will herausfinden, was damals geschehen ist. Mit ihrem Team bricht sie zu dem einsamen Ort auf. Doch bald geschehen seltsame Dinge. Die Handys haben keinen Empfang, im Walkie-Talkie ist ein heiseres Lachen zu hören. Und kurz darauf ist der erste aus dem Team tot. Wer ist außer ihnen noch in Silvertjärn? Was ist damals passiert? Und vor allem: Werden Sie diesen grausamen Ort lebend verlassen?
    Autorin (Quelle: Verlagsseite)
    Camilla Sten wurde 1992 geboren und studiert an der Universität Uppsala Psychologie. Sie interessierte sich schon früh für Politik und schreibt Artikel über Feminismus, Rassismus und das aktuelle politische Klima für diverse schwedische Zeitungen. Gemeinsam mit ihrer Mutter, der Bestseller-Autorin Viveca Sten, schrieb sie bereits mehrere Bücher. »Das Dorf der toten Seelen« ist ihr Thrillerdebüt.


    Allgemeines
    Titel der schwedischen Originalausgabe: „Staden“, ins Deutsche übersetzt von Nina Hoyer
    Erschienen bei Harper Collins am 21. April 2020 als TB mit 448 Seiten
    Gliederung: Prolog - Roman in nicht-nummerierten Kapiteln, je nach Handlungsebene mit „Jetzt“ oder „Damals“ überschrieben – Danksagung
    Teils Ich-Erzählung von Alice Lindstedt, teils Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Elsa
    Handlungsort und -zeit: Silvertjärn, Norrland, 1959 („Damals“) und 2019 („Jetzt“)


    Inhalt
    Kurz nachdem das Erzbergwerk des abgelegenen Ortes Silvertjärn 1959 schließen musste und die Bergarbeiter ihre Lebensgrundlage verloren haben, verschwinden plötzlich alle 900 Einwohner spurlos und werden nie wieder gesehen. Als die Polizei an den Ort kommt, wird auf dem Marktplatz die Leiche einer zu Tode gesteinigten Frau aufgefunden, das einzige lebende Wesen in der Geisterstadt ist ein neugeborenes Mädchen, das im Schulhaus zurückgelassen worden ist.
    Alice Lindstedt hat schon immer einen Bezug zu Silvertjärn gehabt, denn ihre Großmutter Margareta ist dort aufgewachsen und kurz vor dem geheimnisvollen Verschwinden der gesamten Dorfgemeinschaft nach Stockholm gezogen. Aus den Briefen ihrer Mutter Elsa und ihrer jüngeren Schwester Aina schließt Margareta, dass in dem Dorf etwas Unheilvolles vorgegangen sein muss. Nachdem sie ihrer Enkelin Alice diese Briefe gezeigt hat, entschließt sich diese, mit ein paar Bekannten nach Silvertjärn zu fahren und einen Dokumentarfilm über die „Geisterstadt“ zu drehen. Doch die jungen Leute werden vom Unglück – oder von etwas Unheimlichem – verfolgt, es geschehen merkwürdige und bedrohliche Dinge. Die Stimmung im Team wird immer angespannter und man misstraut einander…


    Beurteilung
    Der Prolog schildert, wie zwei Polizeibeamte im August 1959 im verlassenen Ort Silvertjärn die an einen Schandpfahl gefesselte Leiche einer gesteinigten Frau und im Schulhaus ein Neugeborenes finden.
    Die folgenden Kapitel werden abwechselnd auf zwei Zeitebenen präsentiert: In der Gegenwart („Jetzt“) tritt Alice, die Leiterin des Filmteams als Ich-Erzählerin auf, die Handlung in der Vergangenheit ist als Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Margaretas Mutter und Alices Urgroßmutter Elsa gehalten. Durch die 1959 („Damals“) spielenden Kapitel ist der Leser Alice und ihrem Team in Bezug auf den Erkenntnisgewinn immer einen Schritt voraus.
    Der Erzählstil der Autorin ist sehr anschaulich und vermag es, beim Leser ein gewisses Gruselgefühl zu erzeugen. Das liegt nicht nur an den scheinbar unerklärlichen Missgeschicken und Unglücksfällen, die das Filmteam ereilen, sondern auch an der Gruppendynamik unter den jungen Leuten. Diese sind nicht alle psychisch stabil und haben teilweise auch eine nicht „aufgearbeitete“ gemeinsame Vorgeschichte.
    Es ist sehr spannend, zu verfolgen, wie aus einem ungewöhnlichen Filmprojekt ein Kampf ums Überleben wird, den leider nicht jeder gewinnt.
    Auch der 1959 spielende Teil des Romans befasst sich im weiteren Sinne mit dem Thema „Gruppendynamik und Manipulation“, es ist schier unfassbar, wie ein einzelner Mensch Unfrieden in eine bisher funktionierende Gemeinschaft tragen und diese in den Untergang führen kann. Diese Darstellung mutet zumindest in einem speziellen Fall ein wenig übertrieben an.
    Die Charaktere der Romanfiguren sind differenziert ausgearbeitet und damit weitestgehend realistisch gezeichnet.


    Fazit
    Ein sehr beeindruckendes Debüt, spannende Unterhaltung!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:


    Nachtrag: Ich sehe gerade, dass der Erscheinungstermin von heute auf den 5. Mai verschoben worden ist.:!:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • 5 Sterne


    Pageturner


    Dieser Thriller ist äußerst spannend. Der Prolog lässt einen sofort in die Geschichte eintauchen, ist atmosphärisch und sehr spannend. Man liest gebannt weiter, fragt sich, was passieren wird und was Alice mit ihrem Team über die verschwundenen Einwohner herausfindet. Die Autorin liefert verschiedene mögliche Szenarien, die man als Leser selbst bewerten und überlegen kann, ob diese hier möglich sind. Ich hatte den Thriller innerhalb von zwei Tagen durch, weil ich ihn nicht weglegen konnte.


    Die Charaktere haben Tiefe. Man erfährt ihre Gedanken, Sorgen und Motive. Sowohl von Alice, als auch von ihrer Urgroßmutter, deren letzten Monate und Wochen vor dem Verschwinden in einer Vergangenheitsperspektive beleuchtet werden und man so dem mysteriösen Ereignis immer näher kommt. Das Ende ist überraschend und die Auflösung des Verschwindens stimmig.


    Fazit:


    Eine geniale Idee, tiefgründige Charaktere sowie ein spannend aufgebauter und gut durchdachter Plot machen diesen Thriller zu einem Pageturner.

  • Alice Lindstedt begibt sich nach Silvertjärn, einem schwedischen Dorf in dem bis auf einen Säugling und eine Leiche alle Menschen spurlos verschwunden sind. Dort ist auch ihre Großmutter geboren und sie möchte das Rätsel in einem Dokumentarfilm lösen. Mit wenig Budget, und 5 Tagen Zeit begibt sie sich mit 3 anderen auf die Suche.

    Das Cover ist düster und passt auch zum Buch. Wirklich aufregend ist es aber nicht.

    Das Buch beginnt nach einem spannendem Prolog sehr langsam; man wird in die Personen und den Ort gut eingeführt. Allerdings passiert die ersten 150 Seiten (also etwa bis zur Hälfte des Buches) nicht wirklich viel und hat bis hierhin das Genre "Thriller" nicht irgendwie verdient.

    Danach geht es aber mit erhöhter Spannung weiter, allerdings zeigen sich kaum nennenswerte Überraschungen.

    Gut gemacht finde ich, dass das Buch in 2 Zeitsträngen geschrieben ist - Damals und Heute. Zu Beginn des Buches war das "Damals" definitiv die spannendere Handlung.


    Ebenfalls gut gemacht ist die Erzählperspektive aus Sicht von Alice - also in der Ich-Form; genauso wie die düstere Atmosphäre, die gerne in Skandinavien-Thrillern herrscht.


    Manches war mir einfach zu detailreich (obwohl ich Details normalerweise mag); diese wurden dann auch unnötigerweise noch wiederholt.

    An vielen Stellen erinnerte mich das Buch irgendwie an einen Abklatsch von "Blair Witch Project".

    Fazit: Zu viele detaillierte Beschreibungen, die auch gerne wiederholt werden, nehmen viel der Spannung. 3,5 von 5 Sternen

  • Die düstere Atmosphäre alleine hat mir leider nicht gereicht! "Das Dorf der toten Seelen" von Camilla Sten ist ein skandinavischer Thriller, der in zwei Zeitsträngen aufgeteilt ist. Damals(im Jahr 1959)und Heute. Ausserdem enthält die Geschichte zwei Erzählstrange,einmal von Alice in der Gegenwart und von Elsa aus der Vergangenheit ,einer damaligen Dorfbewohnerin Silvertjärns. Die Hauptprotagonistin im hier und jetzt Alice Lindstedt plant mit ihrem vier köpfigen Team ihren ersten Dokumentarfilm über Silvertjärn, einem abgelegenen Grubenort im Wald von Norrland. Dort verschwand vor 60 Jahren unter ungeklärten und mysteriösen Umständen von einem auf dem anderen Tag das komplette Dorf. Alices Großmutter zog kurz vorher weg und nun will sie um jeden Preis das Geheimnis aufklären und im Netz ihre Follower in die Höhe steigen lassen. Doch dort angekommen fühlt sich die fünf köpfige Gruppe nicht wohl und es geschehen" unheimliche "Dinge. Der Schreibstil der Autorin ist locker,flüssig und sehr angenehm zu lesen. Nach einem spannenden Prolog wurde ich leider etwas enttäuscht,da bei mir die ersten 80 Prozent des eBooks so gut wie keine Spannung aufkam. Die Kapitel aus der Vergangenheit fand ich deutlich besser als die Entdeckungen des Teams in Silvertjärn. Die Protagonisten konnte ich mir alle sehr gut vorstellen und die detailreichen Beschreibungen des Dorfes waren schön düster,was hervorragend zum Cover passt. Aber die versprochenen "seltsamen"Dinge empfand ich als schwach. Ausser schemenhafte Gestalten im Dunkeln und hin und wieder ein Geräusch aus dem Walkie Talkie wars das. Alice war mir die ganze Zeit sehr unsympathisch. Ihre Probleme mit ihrer Gruppe haben viel Spielraum eingenommen,nach und nach wurden die Gründe erwähnt,was manchmal einfach nicht zu einem düsteren Thriller wie er sein soll,passt. Das Ende,also die letzten 20 Prozent,war dann wieder gut gelungen,hier kam dann die ersehnte Spannung und Action. Aber bis dahin würde ich die Geschichte als Spannungsroman bezeichnen. Schade,denn vom Cover und Klappentext her hatte ich etwas mehr erwartet. Aber der oben erwähnte Schreibstil macht das lesen angenehm. Ich vergebe diesmal leider nur drei Sterne. Aber da es der erste Thriller der Autorin ist werde ich es auf einen weiteren Versuch ihres nächsten Thrillers ankommen lassen.

  • Spannend wie ein skandinavischer Krimi sein muss


    Camilla Sten, ein neuer Stern am skandinavischen Krimihimmel und genetisch vorprogrammiert auf Krimis – ich sage nur Viveca Sten – hat sich in ihrem Debütroman keine leichte Kost vorgenommen. Auf zwei Zeitebenen gebaut, damals, 1959 und in der Gegenwart. Ort der Handlung ist in beiden Zeitebenen das Dorf Silvertjän. 1959 verschwinden plötzlich spurlos alle Bewohner von Silvertjän, bis auf einen Säugling und eine grausam zugerichtete Frauenleiche. In der Gegenwartmacht sich eine junge Filmcrew auf den Weg, das Geheimnis von Silvertjän zu erforschen. Die zwei Zeitebenen alternieren, könnten jede für sich einen Roman bilden, beide steuern auf ihren eigenen Höhepunkt zu. Und doch sind sie unmittelbar und auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden. Unwillkürlich drängt sich einem der Gedanke an die Sage des Kinderfängers von Hameln auf. Aber in Hameln waren es nur die Kinder, die verschwanden während die Erwachsenen nichts dagegen tun konnten, während in Silvertjän alle Erwachsenen und Kinder, bis auf den einen Säugling, verschwunden sind. Das Geheimnis der entschwundenen Einwohner aber auch der Morde in der Gegenwart wird eigentlich nur zum Schluss gelüftet und die unheilvolle Verknüpfung der beiden Zeitebenen offensichtlich.


    Die Atmosphäre im Buch verdichtet sich zunehmend, die Bedrohung damals wie heute wird immer greifbarer, die Gefahr immer akuter.


    Packend zu lesen, kann man das Buch ab einem bestimmten Punkt kaum noch aus der Hand legen.


    Als Bettlektüre nur für Hartgesottene zu empfehlen, für uns andere, lieber im Garten und bei Sonnenschein.

  • „Das Dorf der toten Seelen“ von Camilla Sten, Verlag Harper Collins Germany, habe ich als ebook mit 333 Seiten gelesen. Die Geschichte erzählt Alice in der Ich-Form.
    Im Sommer 1959 verschwinden alle Bewohner des Dörfchens Silvertjärn auf unerklärliche Weise. Nur eine Leiche und ein Säugling bleiben zurück.
    In der Gegenwart plant Alice Lindstedt ihren ersten Dokumentarfilm über Silvertjärn zu drehen. Sie will herausfinden, was damals geschah und sucht mit ihrem Team den Ort auf. Einiges über die Menschen dort weiß sie bereits, da ihre Großmutter von dort weggezogen ist, kurz bevor alle verschwanden. Im Vorfeld hat sie viel recherchiert und alte Briefe der Familie an ihre Großmutter zu Hilfe genommen. Nicht alle Entdeckungen teilt sie ihrem Team mit. Und auf das, was dann kommt, konnten sie sich auch nicht vorbereiten.
    Vor Ort wirkt das Städtchen schon etwas gruselig, alte verfallene Häuser, zugewachsene Wege, eine eingestürzte Brücke, kein Handyempfang. Als dann aus dem Walkie-Talkie ein schauriges Lachen zu hören ist, vermuten sie, dass sie nicht allein in der Gegend sind und beobachtet werden. Es passieren immer mehr unheimliche Dinge und alle haben inzwischen Angst.
    In einzelnen Kapiteln wird rückblickend das Dorfleben in Sivlertjärn beschrieben, erst, als alles noch in Ordnung war, die Männer im Bergwerk Eisenerz abgebaut haben, bis die Mine geschlossen wurde. Und dann, wie sich die Menschen veränderten. Es war sehr bewegend, wie die Menschen mit ihrer Angst umgingen und auch falsche Entscheidungen trafen.
    Der Verfall des Ortes wird sehr anschaulich geschildert und stimmt schon etwas traurig. Beim Lesen kam ein ordentlicher Gruselfaktor bei mir auf, besonders als die alten Gebäude erkundet wurden und was alles noch so zu finden war, was vom Leben dort zeugte. Die Charaktere waren gut beschrieben, hauptsächlich die damaligen. Von Alice’s Vorfahren erfährt man sehr viel.
    Es ist eine sehr spannende, schaurige aber auch bedrückende Geschichte. Gerade auch, was den Briefkontakt zwischen Alice’s Großmutter und ihrer Familie betrifft, die in Silvertjärn geblieben und verschwunden ist.
    Bis zum Ende war mir nicht klar, was wirklich passiert ist und dann kam es richtig schlimm.
    Durch den sehr guten Schreibstil und natürlich den Spannungsaufbau war das Buch zügig zu lesen. Auch das Cover passt prima zur Geschichte des verschwundenen Dorfes.
    Ich bin hochbegeistert von dem Buch.

  • Zu diesem Buch gibt es hier schon mehrere Rezensionen.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Alice und ihr Team machen sich gemeinsam auf in das abgelegene und kleine Dorf Silvertjärn, um dort dessen ungeklärte Geschichte und das rätselhaftes verschwinden der ungefähr 900 Dorfbewohner vor 60 Jahren in einem Dokumentarfilm auf dem Grund zu gehen. Während das Team mehr über die düsteren Geschichte von Silvertjärn erfährt, widerfahren Alice und ihr Team schaurige und unerklärliche Dinge. Schnell wird ihnen klar, dass sie nicht alleine in dem eigentlich verlassenen Dorf Silvertjärn sind und kämpfen kurz darauf um ihr Leben.


    Kurzfassung der Review ohne Spoilergefahr: Das Dorf der toten Seelen geschrieben von Camilla Sten ist unglaublich spannend und düster geschrieben. Die Atmosphäre in diesem Horror-Thriller wird gut aufgebaut und garantiert viele Gänsehaut-Momenten in denen man das Buch gar nicht mehr aus der Hand nehmen kann. Ich war stellenweise so nervös und angespannt, dass ich tatsächlich eine Spur Angst gespürt hatte. Ich konnte mich wunderbar in das Buch hineinversetzen und war bis Ende mit Herzblut dabei. Was ich mir noch gewünscht hätte? Definitiv mehr Seiten! :D


    Achtung: Im folgenden Spoilerwarnung!

    Ich war so drin, ich war so drin im Buch! Dies war seit sehr langer Zeit wieder mein erster Thriller den ich gelesen habe und ich bin mir absolut sicher mein erstes Buch in dem es auch um das Genre Horror ging. Zugegeben: Ich war anfangs recht skeptisch, denn ich konnte mir bis dato noch nicht vorstellen, wie ein Buch in diesem Genre die selben schreckhaften und nervenaufreibenden Momente wie in einem Film transportieren kann. Natürlich erwarte ich auch, dass ich mich bei Horror auch Grusel oder zumindest angespannt bin. Ich schmunzel auf diese frühere Skepsis, denn ehrlich gesagt wurden meine Erwartungen übertroffen.

    Zu erst einmal spielt in dieser Geschichte religiöser Fanatismus eine große Rolle, etwas was erst etwas später gegen mitte des Buches aufgedeckt wurde. Für mich ist das ein ganz klarer Pluspunkt, denn ich finde das Thema im allgemeinen durchaus interessant und ansprechend, gerade da ausgehend des Oberhaupts es einige interessante Formen des religiösen Fantasmius und deren praktizierungen gibt. Dieser wurde gut aufgearbeitet und nachvollziehbar in das Dorf eingebaut, so dass ich hier persönlich nicht das Gefühl hatte, dass man einen kläglichen Versuch unternommen hat einen Sinn in diese Geschichte miteinzubauen. Für den ein oder anderen mag der Aufstieg dieser Sekte etwas zu einfach sein, aber ich finde es brauch nicht immer ein extrem großes Ereignis, um ein Aufstieg einer Übermacht nachvollziehbar einzubinden. Die Geschichte und das drumherum war also sehr spannend und angenehm zu lesen und hatte für mich immer was bereitgehalten, wodurch ich bis zum Ende einfach das Buch nicht weglegen konnte.


    Die Charaktere in diesem Roman sind ganz gut. Sie stellen in meinen Augen nichts außergewöhnliches dar, aber ich finde das auch vollkommen Inordnung. Die Charaktere sind relativ gewöhnlich, aber dass macht die Geschichte und das drumherum authentischer und ist daher definitiv als ein Pluspunkt zu betrachten. Ich hätte gerne mehr oder überhaupt Motive vom Pastor gelesen. Dieser war relativ unbeschrieben was ich etwas schade fand. Hier wurde auch kein Spielraum gegeben, weswegen man auf die "klassischen" Begründungen zurückgreifen musste. Das mit Tone war ganz okay, ich hätte mir gewünscht, dass sie auch in ihrer "Phase" mehr Menschlichkeit zugeschrieben bekommen hätte. Stellenweise wirkte sie wie ein Tier was ich trotz der Bedingungen etwas überspitzt dargestellt fand.


    Schlussendlich muss ich sagen: Das ich dieses Buch sehr gut finde und fast nur positives dazu zu berichten habe! Um für das Horror-Genre nochmal zu sprechen: Mein Tablet, auf dem ich das Buch gelesen habe, ist durch diverse Geräusche einmal durch schreck etwas geflogen :D Ich war stellenweise so unglaublich nervös und angespannt, dass ich meine Umgebung komplett ausgeblendet habe und richtig in der Szene drin war. Top!

  • SCHLÜSSELFIGUR


    Mit großer Erwartung ging ich an dieses Thrillerdebüt heran. Nicht ganz unschuldig daran waren die Worte, mit denen das Buch der Tochter von Bestsellerautorin Viveca Sten beworben wurde. "Stranger Things meets Scandinavian Crime".


    Alice Lindstedt, die Ich-Erzählerin, die gerade ihren Abschluß der Stockholmer Filmhochschule erhalten hatte, wollte sich einen lang gehegten Traum erfüllen und einen Film über Silvertjärn drehen. Als Projektleiterin begibt sie sich mit ihrem vierköpfigen Team in den entlegenen Grubenort im dünn besiedelten Waldgebiet von Norrland. Durch ihre Großmutter, die kurz zuvor von dort weggezogen war, erfuhr sie von dem mysteriösen Fall, der sich dort vor 60 Jahren zugetragen hatte. Die Einwohner verschwanden spurlos. Nur ein weiblicher Säugling blieb schreiend zurück und eine grausam zugerichtete Leiche hing an einem Pfahl.


    Mit dieser Ausgangssituation wurden bei mir schon klare, fesselnde Spannung und eine gesicherte Hoffnung auf eine interessante Geschichte aufgebaut. Ich wollte natürlich wissen, was es mit den Verschwundenen auf sich hat. Doch der gesamte Ablauf der Handlung ist für meinen Lesegeschmack zu langatmig geraten. Vor allem der Teil aus der Gegenwart ("Heute"), der sich zudem ständig mit dem "Damals" Strang abwechselte, geriet zu ausschweifend, dümpelte zu lange vor sich hin, verharrte im Übernatürlichen. Die Querelen, die Alice mit Emmy, der ehemaligen Freundin hatte, empfand ich als uninteressant. Was nun eigentlich in ihrer gemeinsamen Vergangenheit passiert war, warum die Beziehung kompliziert war, erschloß sich mir nicht. Auch die anderen Charaktere des Teams blieben blaß und waren für mich nicht mehr als Staffage. Ein Knistern im Walkie-Talkie, eine scheinbar fremde Gestalt im Schatten, ein Fußabdruck, leere, dunkle Fensterhöhlen. Das und noch weitere unerhebliche Gruselelemente, selbst die Todesfälle erzeugten bei mir kaum Spannung, höchstens Verwunderung. Um das zu erklären, müsste ich spoilern!


    Die Ereignisse des Jahres 1959, das Jahr des geheimnisvollen Verschwindens der Bewohner, werden dramatischer erzählt und ich erhielt bald eine Ahnung, worauf es hinauslaufen würde. Es gibt eine Schlüsselfigur, die die Geschicke des Ortes lenkte. Bis Bewegung in die Geschichte kommt, dauerte es leider viel zu lange. Das geschah erst um S. 250 herum bei meinem 333 Seiten umfassenden ebook. Das Ende überraschte mich nicht sonderlich.


    Die Autorin verfügt über Schreibtalent. Das möchte ich ihr nicht absprechen. Das Debüt von Camilla Sten besitzt großes Potential, was leider unzureichend und nicht schlüssig umgesetzt wurde. Für mich war vor allem das abrupte Ende mehr Fantasy als Thriller!

  • Das Buch wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Einmal in der Vergangenheit (1959). Hier wird geschildert, was bis zu dem Verschwinden der Einwohner passiert. Der zweite Handlungsstrang spielt in der Gegenwart über den Zeitraum von 4 Tagen. Außerdem gibt es Einschübe von Briefen, die damals von Alices Großmutter geschrieben wurden. Die Kapitel sind jeweils mit damals und heute überschrieben und wechseln sich ab.
    Das Buch dümpelt anfangs so vor sich hin. Die Autorin versucht zwar eine schaurige Atmosphäre aufzubauen, aber so richtig ist es ihr nicht gelungen. Nach zwei Dritteln des Buches zieht die Handlung merklich an. Nun habe ich mit den Protagonisten mitgefiebert, ob es ihnen gelingt, das Dorf lebend zu verlassen. Außerdem wird das Verschwinden der Dorfbewohner in der Vergangenheit plausibel aufgeklärt. Der Schluss wirkte aber etwas an den Haaren herbeigezogen.
    Der Debütroman der Autorin lässt noch Luft nach oben, aber sie hat ihr Potenzial unter Beweis gestellt. Ich bin gespannt auf weitere Bücher von ihr.

    Sub: 5458:twisted: (Start 2022: 5455)

    gelesen 2022: 5

    gelesen 2021: 94 / 1 abgebrochen / 35469 Seiten

    gelesen 2020: 92 / 2 abgebrochen / 42592 Seiten

    gelesen 2019: 90 / 1 abgebrochen / 36631 Seiten


    :montag: Penny / Clinton - State of Terror

    :study:

    Lesen... das geht 1 bis 2 Jahre gut, aber dann ist man süchtig danach.

  • Vor 60 Jahren sind in dem abgelegenen Grubenort Silvertjärn mit einmal alle Einwohner verschwunden. Was ist damals vorgefallen. Das fragt sich auch Alice, die Enkelin von Margareta, die damals vor dem Verschwinden in Silvertjärn gelebt hat. Der Ort zieht sie quasi magisch an. Gerade hat sie in Stockholm die Filmhochschule abgeschlossen und will nun einen Film in Silvertjärn drehen und dabei herausfinden was damals geschehen ist. Gemeinsam mit ihrem kleinen Team macht sie sich auf den Weg. Doch scheinbar sind sie nicht allein in diesem verlassenen Ort. Mysteriöse Funkgeräusche kommen aus dem Walkie Talkie und bald darauf ist einer aus dem Team tot....


    Die Handlung ist in zwei Handlungsstränge unterteilt - Damals & Heute. Der Handlungsstrang mit der Vergangenheit erzählt die Geschichte der Einwohner, was bis zum Verschwinden passiert. Der Handlungsstrang mit der Gegenwart wird als Ich-Erzähler aus Sicht von Alice erzählt und schildert was vor Ort passiert.


    Anfangs hatte das Buch eher etwas von einer Dokumentation. Es wurde nur erzählt, wie es vor Ort aussieht und was das Team macht ohne jegliche Spannung aufzubauen. Das geht bis ca. zur Hälfte des Buches so. Ehrlich gesagt habe ich mich da recht gelangweilt und war kurz davor das Buch abzubrechen.


    Doch der Schreibstil der Autorin ist flüssig mit vielen detaillierten Beschreibungen, die ich teilweise manchmal zu ausführlich fand. Doch ein Gutes hatten diese ausführlichen Ortsbeschreibungen. Dadurch konnte man sich das verlassene Dorf richtig gut vorstellen und allein dieses Setting hatte etwas Gruseliges an sich.


    Ab der Hälfte wurde es dann spannend und dann passierte auch endlich immer was Neues, sodass man immer weiterlesen wollte. Die Vorkommnisse von heute und auch aus der Vergangenheit hatten ein bisschen was Übernatürliches an sich.


    Für einen Debütthriller ist er recht solide und ganz ordentlich gelungen. Aber von der Handlung und Spannung her noch ausbaufähig. Man kann es lesen, aber wer von Anfang an Spannung erwartet wird enttäuscht und muss sich erst bis zur Mitte durchbeißen.

    Aufgrund dass ich einmal kurz vor dem Abbruch stand, bekommt das Buch von mir nur 3 Sterne.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Inhalt:

    Alice Lindstedt plant eine Dokumentation über das ausgestorbene Dorf Silvertjärn. Was ist hier vor 60 Jahren passiert. Alle Bewohner verschwanden plötzlich spurlos. Kaum ist Alice mit ihrem Team in dem Dorf angekommen, passieren seltsame Dinge. Ihre Handys haben keine Empfang und aus den mitgebrachten Walkie Talkies ertönen seltsame Geräusche. Bald darauf ist der erste von ihnen tot. Sind sie nicht allein in Silvertjärn?

    Meinung:

    Dies ist das erste Buch der skandinavischen Autorin Camilla Sten. Die Story ist in zwei Handlungssträngen aufgebaut. Zum Einen das Geschehen von vor 60 Jahren und zum Anderen die Gegenwart, erzählt aus der Sicht von Alice als Ich-Erzähler.

    Die Story braucht etwas Zeit um in Gang zu kommen, die Charaktere der Protagonisten werden gut beschrieben. Hervorhebenswert finde ich die Art und Weise wie die Autorin eine tolle mystische und unheimliche Atmosphäre erschafft.

    Allerdings war es an manchen Stellen der Geschichte etwas unglaubwürdig. Meiner Meinung nach hätte das Ende noch etwas dramatischer ausfallen können.

    Fazit:

    Im Großen und Ganzen durchaus ein guter Thriller, der viel Potenzial für weitere Werke verspricht.

  • Leichen und Spannung - ja, Schwächen bei der Logik


    Dieser Schweden-Thriller hat ein paar ganz klassische Zutaten: eine Gruppe argloser junger Leute, ein unter mysteriösen Umständen vor Jahrzehnten verlassenes und verfallenes Dorf und ein paar merkwürdige Begebenheiten, die sich in jenem abspielen..


    Sind die Freunde und Projektpartner wirklich alleine dort? Alice, Tone, Emmy, Robert und Max wollen eine Dokumentation über dieses Dorf drehen, sich in den leeren Gebäuden umsehen und ein paar Takes voller Atmosphäre drehen.


    Es gibt letztlich für (fast) alles eine Erklärung, aber vieles geht leider nur mittels ein paar “logischen Ungenauigkeiten” so auf. Ich werde hier nicht alle Fragen stellen, die mir so durch den Kopf gingen, das wären doch zu viele spoiler.


    Also ja, zwischendrin hat das Buch pageturner-Qualitäten und das Rätsel um den Ort sowie die Geschichten der Protagonisten und die Rückblicke in die Zeit als das Dorf Silvertjärn noch bewohnt war, sind spannend. Aber bis in die letzte Einzelheit alles streng logisch durchdenken sollte man nicht. Wer sich von der Idee und der Story treiben lassen kann, wird solide unterhalten - ein paar Leichen inklusive..


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Beim Lesen dieses Buches habe ich mich stark an die beiden Blair Witch Project Filme erinnert gefühlt: Eine ausgeflippte Gruppe junger Menschen mit einem Filmprojekt, ein Dorf / eine Gegend voller Geheimnisse und Mythen und eine Gefahr, die von außen und / oder innen droht.

    Diesmal geht es um die junge Alice Lindstedt und ihr Team, das einen Film über Silvertjärn, einen abgelegenen ehemaligen Grubenort in Norrland drehen will. Silvertjärn wurde vor 60 Jahren von den Bewohner_innen fluchtartig verlassen und auch Alices Großmutter gehörte zu denen die gingen.

    Gekonnt verknüpft die Autorin Camila Sten die Ereignisse aus Gegenwart und Vergangenheit, so dass mensch als Leser_in definitiv daran hängen bleibt. Die Spannung wird so stark ausgebaut, das mensch unbedingt mehr lesen möchte, aber Achtung: Das Buch ist nichts für zartbesaitete Seelen.
    WEr Krimis und Thriller mag wird hier sicherlich was passendes für ein paar Lesestunden finden, mensch darf aber nichts außergewöhnliches erwarten, denn wie heißt es so schön: Originale sind immer besser.

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