Holly-Jane Rahlens - Das Rätsel von Ainsley Castle

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  • Klappentext:

    Lizzy wohnt seit Neuestem mit ihrem Vater und dessen neuer Frau an der schottischen Küste im Hotel Ainsley Castle. Die neue Situation behagt Lizzy ganz und gar nicht, denn ihre Stiefmutter ist ein echter Drachen. Außerdem hat Lizzy immer öfter das Gefühl, als hätte sie Erinnerungslücken oder seltsame Schwindelanfälle. Dann erhält sie auf einmal unheimliche E-Mails: Jemand scheint ganz genau zu wissen, wie es Lizzy geht, was sie tut und – was sie denkt! Wer ist diese Person? Als dann noch plötzlich ein Mädchen namens Betty auftaucht, die Lizzy bis aufs Haar gleicht, ist klar, dass irgendetwas ganz und gar nicht normal ist. Gemeinsam mit ihrem neuen Freund Mack versuchen die Mädchen, hinter das Rätsel von Ainsley Castle zu kommen.

    Meine Meinung:

    Mit “Das Rätsel von Ainsley Castle” legt Holly-Jane Rahlens erneut ein Buch für ältere Kinder vor. Das Buch wird ab 11 Jahren empfohlen und ich denke, dass dies passend ist. Empfehlen kann ich das Buch aber auch für Jugendliche, denn die Story muss man schon durchschauen, um sie zu verstehen, was für jüngere Kinder nicht ganz einfach sein dürfte.


    Hauptfiguren sind Elizabeth (Lizzy) und Mack, wobei die Geschichte in der Ich-Perspektive von Lizzy erzählt wird. Lizzy lernt Mack kennen, als sie sich hilfesuchend an ihn wendet, da sie unheimliche eMails bekommt, die sie sich nicht erklären kann. Schnell stellen die beiden Kinder fest, dass sie sich sympathisch sind und beginnen gemeinsam das Rätsel zu lösen. Zum Rätsel kann ich euch hier nicht mehr erzählen, ohne zu spoilern, aber ich fand die Idee wirklich sehr gut. Lernt E. L. Northlander kennen und bildet euch selbst ein Urteil.

    Kurios wird es, als Betty auftaucht. Nicht nur Mack und Lizzy finden das Erscheinen von Betty mysteriös, sondern auch der Leser, denn auch er wird zunächst im Unklaren darüber gelassen, woher Betty plötzlich kommt. Ab hier wird es aber so richtig spannend, denn nun gilt es, noch einem Geheimnis auf die Spur zu kommen.


    Interessant fand ich den Gedanken, ob man sich selbst für einen anderen Menschen opfern würde, der in der Geschichte aufgegriffen wird. Was wäre, wenn wir Figuren in unserem Leben wären, über die ein Dritter schreibt? Was, wenn wir unser Schicksal nicht selbst in der Hand haben? Fragen über Fragen, mit denen die Kinder hier konfrontiert werden. Es geht in erster Linie um Freundschaft und Zusammenhalt in der Geschichte, aber auch darum, eigene Interessen vielleicht für einen anderen zurück zu stellen.


    Dieses Jugendbuch gibt außerdem einen kleinen Einblick in den Alltag einer Autorin. Wie zieht sie die Fäden, damit ihre Figuren eine runde Geschichte erleben? Wie geht sie damit um, wenn Figuren ein Eigenleben entwickeln. Weiß der Autor wirklich alles?


    Den Schreibstil von Holly-Jane Rahlens empfand ich auf den ersten Seiten als ein bisschen merkwürdig, da anders als gewohnt. Sie arbeitet mit sehr kurzen Sätzen, die mir fast schon abgehakt erschienen. Nach einigen Seiten ändert sich dies allerdings ein bisschen und man gewöhnt sich auch in den Schreibstil ein und das Buch liest sich genauso flüssig, wie man es von der Autorin gewohnt ist. Aufgrund ihrer Art, Bilder mit Worten zu erschaffen, konnte ich mir die drei Kinder gut vorstellen und sie auf ihrem Abenteuer begleiten.


    Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung. Mit “Das Rätsel von Ainyley Castle” legt Holly-Jane Rahlens ein spannendes Abenteuer für Kinder und Jugendliche vor.

    Gruß
    Yvonne

    Nicht die haben die Bücher recht lieb, welche sie unberührt in den Schränken aufheben, sondern, die sie Tag und Nacht in den Händen haben, und daher beschmutzet sind, welche Eselsohren darein machen, sie abnutzen und mit Anmerkungen bedecken.
    (Erasmus von Rotterdam)

  • Von der Autorin hab ich bisher erst ein Buch gelesen: Everlasting. Und das ist auch schon eine Weile her. Ich konnte mich aber noch gut an den ungewöhnlichen Stil erinnern und war deshalb neugierig, wie das ganze auf mich in einem "Kinderbuch" Abenteuer wirkt.


    Das Cover mit einer gespiegelten Welt sehe ich in letzter Zeit oft, das lässt ja schon einige Vermutungen anstellen, aber ich wurde hier wirklich sehr überrascht und hätte mit dieser Erklärung so nicht gerechnet!

    Das Spiegelmotiv findet man übrigens auch in den Kapitelüberschriften wieder - ein kleines, aber nettes Detail.


    Die knapp 13jährige Lizzy erzählt hier ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive im Präsens, so dass man sich immer aktiv am Geschehen beteiligt fühlt. Sie ist grade mit ihrem Dad auf eine Insel gezogen, in das Hotel ihrer baldigen Stiefmutter, die sie überhaupt nicht leiden kann. Das spürt man auch sofort, denn Lizzy plagen gruselige Albträume und man spürt regelrecht, wie sehr sich das Mädchen in ihre Eifersucht verbeißt und in ihre Angst, ihren Vater zu verlieren.


    Lizzys Mutter ist schon früh gestorben, da war Lizzy grade mal 3 - diese Thematik fließt auch in die Handlung, dessen man sich bewusst sein sollte für Kids in dem Alter. In dem Bezug fand ich zwei Bemerkungen etwas fehl am Platz, zum einen die Aussage des Vaters, die Mutter sei "von Dämonen getrieben" gewesen und auch die Ansicht, Lizzy könne nicht zartfühlend sein, weil sie keine Mutter gehabt habe. Fand ich jetzt etwas seltsam und nicht so schön, denn grade die zweite Äußerung kann ungut hängenbleiben.

    Abgesehen davon fand ich es aber von Anfang an spannend, denn die mysteriösen Vorkommnisse bekommen schnell Gewicht und ich war völlig überrascht, wie die Autorin das ganze aufgeklärt hat. Damit hab ich wirklich überhaupt nicht gerechnet und hab mich über die Enthüllung echt gefreut - die Idee an sich ist zwar nicht neu, aber auf die Art und Weise fand ich das doch wieder ungewöhnlich.

    Der Humor ist auch eher skurril und driftet dann im letzten Teil schon sehr ab, das hat mir dann nicht mehr so gut gefallen, das wirkte irgendwie zusammen gestückelt.


    Dafür fand ich einiges wissenswerte für Kinder/Jugendliche gut eingebracht, sowas find ich immer toll wenn man nebenbei auch noch was lernt :D

    Lizzy selbst ist vielleicht nicht unbedingt die sympathischste - man spürt ihre Wut, ihre Enttäuschung über die Ungerechtigkeit des Lebens, und auch ihre Einsamkeit ... viele Gefühle, die man nachvollziehen kann, auch wenn mir ihre bockige Teenagerart manchmal doch etwas auf den Kecks gegangen ist. Trotzdem finde ich es gut so, denn diese Gefühle sind nunmal da und bevor man sie versteckt, sollte man lieber lernen, damit umzugehen.


    Besonders mochte ich ja Mack, den Computernerd, der mit seinen pfiffigen Ideen überrascht.


    "Ich zeig dir irgendwann mal meinen Strand. Er ist wunderschön.

    Egal wohin du guckst, ein Bildschirmschoner nach dem anderen." Zitat


    Was ich aus der Geschichte rauslesen konnte am Ende ist eine sehr schöne Botschaft: nämlich dass jeder sein Leben selbst in der Hand hat und es jederzeit möglich ist, eine neue Entscheidung zu treffen, einen anderen Weg einzuschlagen, sein Schicksal selbst zu wählen. Alles ist möglich und nichts in Stein gemeißelt.


    "Man kann jederzeit jemanden verlieren - das war mir immer klar.

    Und ich hatte Angst, dass es wieder passiert.

    Aber jetzt weiß ich auch, dass man jederzeit jemanden finden kann." Zitat


    Mein Fazit: 4 Sterne


    Weltenwanderer

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