Bruno Le Floc'h - Der Leuchtturm / Trois éclats blancs

  • 1912 kommt ein junger Ingenieur auf eine kleine wellenumtoste Insel vor der bretonischen Küste. Sein Auftrag: auf einem nackten Felsen, den die Ebbe nur bei Springtiden freigibt, einen Leuchtturm zu errichten, um die Seeleute in diesem gefahrvollen Gebiet zu schützen.


    Sein Tatendrang ist schnell gebremst, als er bei den Einheimischen auf wenig Gegenliebe stößt und sein erster Versuch, Arbeiter zu rekrutieren, auf taube Ohren stößt. Auch, als er endlich Mitstreiter gefunden hat, macht es ihm die Natur nicht einfach, und nach einem heftigen Sturm muss er noch einmal ganz von vorne anfangen. Ganz zu schweigen davon, dass seine zaghafte Annäherung an die Inselbewohner stets am seidenen Faden hängt.


    Die Dramatik des nahezu unmöglichen Unterfangens, unter widrigen Umständen einen Leuchtturm mitten ins Meer zu bauen, fängt Le Floc'h sehr gut ein, oft braucht es wenig bis gar keine Worte und die Bilder sprechen für sich, wenn etwa der Ingenieur und seine Männer das erste Mal versuchen, überhaupt an dem Felsrücken anzulegen, der später den Leuchtturm tragen soll, und es fällt nicht schwer, sich mitzufreuen, wenn es kleine Erfolge zu verzeichnen gibt, auch wenn der Ingenieur nicht immer durchweg sympathisch rüberkommt.


    Die Zeichnungen gefielen mir allerdings nur so mittelprächtig. Die Landschaft und die typischen Charakteristika des Inseldörfchens sind schön getroffen, die Gesichter der Personen waren mir jedoch zu ausdruckslos und austauschbar. Man muss manchmal schon recht genau hinsehen, um die Figuren nicht zu verwechseln, da hätte ich mir ein bisschen mehr Individualität gewünscht.

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • Mario

    Hat den Titel des Themas von „Bruno Le Floc'h - Trois éclats blancs/Der Leuchtturm“ zu „Bruno Le Floc'h - Der Leuchtturm / Trois éclats blancs“ geändert.