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Roswitha Gruber – Unglaubliches Schicksal einer Nonne

Unglaubliches Schicksal einer Nonne

4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Rosenheimer Verlagshaus

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 256

ISBN: 9783475548536

Termin: Neuerscheinung Februar 2020

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)
    Als Mitte des 19. Jahrhunderts die vier Kinder des Ehepaares Waldheim nacheinander sterben, geben diese auf Anraten ihres Pfarrers das Versprechen ab, ihre nächsten Kinder in den Dienst der Kirche zu stellen. Bald bevölkern neun gesunde Kinder das Haus des Lehrers und so werden die dreizehnjährige Anna ins Kloster und der vierzehnjährige Xaver ins Priesterseminar nach Prag gebracht. Anna, die sich auch nach sechs Jahren immer noch nicht mit ihrem Leben im Kloster abgefunden hat, immerhin hat sie diesen Lebensweg nicht selbst gewählt, lernt einen jungen Adeligen kennen, der das Kloster mit Wäsche beliefert. Sie verlieben sich ineinander, doch eines Nachts entführt er sie…


    Autorin (Quelle: Amazon)
    Roswitha Gruber, die in Reit im Winkl lebt, hat in den letzten Jahren meh als 20 Bücher veröffentlicht, die ausnahmslos Bestseller geworden sind. Besonders ihr großes Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, den Menschen zuzuhören, ermöglichen ihr, bewegende Schicksale für ihre Leser zu entdecken. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Lebensgeschichten starker Frauen vom Land.


    Allgemeines
    Erschienen am 17.Februar 2020 im Rosenheimer Verlagshaus als HC mit 256 Seiten
    Gliederung: Roman in 12 Abschnitten
    Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Anna, Einschübe als Ich-Erzählung ihrer Enkelin Dietlinde
    Handlungsorte und -zeit: Verschiedene Orte in Deutschland und Tschechien, um 1860 bis 1954


    Inhalt und Beurteilung
    Die Inhaltsangabe vermittelt den Eindruck, es handle sich hier um einen ziemlich schnulzigen Liebesroman, der der Fantasie einer Autorin seichter Historienromane entsprungen ist. Davon kann keine Rede sein! Das Buch schildert die ungewöhnliche Lebensgeschichte er Anna Maria Waldheim (1875 – 1939), die der Autorin Roswitha Gruber bei einer ihrer Lesungen von deren Enkelin Dietlinde erzählt wurde.


    Nach ihrer Flucht aus dem Kloster hat Anna Maria ein sehr schweres Leben, das immer wieder von schmerzlichen Verlusten und finanzieller Not geprägt ist. Die Kindheit in ihrem strenggläubigen Elternhaus ist von der Engstirnigkeit und dem Egoismus der Eltern bestimmt, die Anna und ihren Bruder Xaver für die Erfüllung ihres eigenen Gelübdes geradestehen lassen wollen. Anna bricht aus, aber ihr Leben verläuft nicht so, wie sie es sich erträumt hat.


    Es wird nicht nur Annas Leben bis zu ihrem zu frühen Tod geschildert, sondern auch das ihrer Kinder und Enkel, das sich vor dem Hintergrund zweier Weltkriege und der von Not geprägten Nachkriegszeit abspielt. Die Lebensverhältnisse dieser Zeit werden ohne Beschönigung beschrieben. Die Familienmitglieder sind starke Persönlichkeiten, die schwere Schicksalsschläge verkraften müssen, der Leser wird manches Mal angesichts der Verhaltensweisen einiger Personen fassungslos sein und es zu schätzen wissen, im 21. Jahrhundert und (hoffentlich!) nicht in einem Umfeld kleingeistiger Religiosität zu leben.


    Fazit
    Eine beeindruckende und bedrückende Lebensschilderung, die wie Fiktion wirkt, aber auf Fakten basiert!

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    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
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    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998