Ma Jian - Red Dust

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  • Eigenzitat aus amazon.de:


    Direkt nach dem Tod Mao Zedongs begann in China die ökonomische Liberalisierung und die ersten Sonderwirtschaftszonen wurden eröffnet. Wieder einmal befand sich China in einem Umbruch, nachdem es noch von den letzten paar Umbrüche ziemlich angeschlagen gewesen ist. Zu dieser Zeit arbeitete Ma Jian als Photo-Journalist in Beijing, wo er außerdem noch malte und begann Gedichte und Geschichten zu schreiben. Als seine Bilder und die Motivwahl seiner Photos bei seinen Vorgesetzten und der Polizei immer mehr Nachfragen erzeugen und auch sein Lebenswandel zunehmend unter die Lupe genommen wird schreibt er, als er mal wieder eine Selbstkritik schreiben soll aus der Stadt, nachdem er eine schwere Krankheit vorgetäuscht hatte. Mit gefälschten Papieren, die ihn als von der Regierung beauftragten Journalist ausweisen macht er sich auf den Weg China zu erkunden, eine Reise, die im Endeffekt drei Jahre in Anspruch nehmen und seine Neuzuwendung zum Buddhismus enorm auf die Probe stellen wird – insbesondere, als er schließlich in Tibet ist.


    Es ist eine Reise voller Elend, Gelegenheitsjobs, Hunger, Durst und extrem mangelhafter Hygiene, mit allen möglichen Menschen, Diebstahl in beide Richtungen, dem Verdacht des Kannibalismus (anscheinend kommt kein historischer Roman aus China ohne das aus) und der Auseinandersetzung mit Menschen, die in vielerlei Hinsicht noch im Mittelalter leben und durch ihre Erfahrungen oft fürchterlich brutalisiert erscheinen.


    Das ist alles ziemlich interessant und sollte eigentlich mitreißender Lesestoff sein, aber Elend in so massierter, wenn auch abwechslungsreicher, Form ist irgendwann einfach nur noch ermüdend und so zieht sich das letzte Viertel dieses in sich sehr informativen Buchs wie vor drei Wochen ausgehärteter Fensterkitt und fühlt sich auch auf den Geschmacksknospen des Hirns ungefähr so an. Das ist zwar unglaublich authentisch und realistisch, aber es zeigt auch, dass ein wichtiger Bestandteil des Elends und der Alternativlosigkeit eben Langeweile und Gleichförmigkeit ist. Das kommt beim Lesen wunderbar rüber – und ist dadurch das eben nicht: Wunderbar. [-(

    1. (Ø)

      Verlag: Vintage Digital


  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Ma Jian - Red Dust“ zu „Ma Jian - Drei Jahre unterwegs durch China / Red Dust“ geändert.
  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Ma Jian - Drei Jahre unterwegs durch China / Red Dust“ zu „Ma Jian - Red Dust“ geändert.

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