Gabriella Engelmann - Zu wahr, um schön zu sein

  • Buchdetails

    Titel: Zu wahr, um schön zu sein


    Verlag: Knaur TB

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 320

    ISBN: 9783426522172

    Termin: Neuerscheinung März 2020

  • Bewertung

    3.4 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

    68,3% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Zu wahr, um schön zu sein"

    »Wenn etwas kaputt ist, muss man es reparieren!« Darauf besteht die Hamburgerin Caro Oldendorff – bis sie ausgerechnet am Tag ihrer Silberhochzeit urplötzlich vor den Scherben ihrer Ehe steht. Und das Leben hat noch mehr in petto: Caro verliert nach dem Mann auch noch ihren Job, Sohn Felix legt sich mit der Polizei an und ihre Hippie-Mutter kommentiert all das mit nervigen Kalendersprüchen. Zum Glück sind Caros beste Freundin Vic und die Lotsenwitwe Hedwig zur Stelle, um mit Humor und guten Ratschlägen Caros Kampfgeist zu wecken. Denn wenn etwas unwiderruflich kaputt ist, muss frau es schließlich irgendwann ersetzen, oder nicht?
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  • Sommerleichte Lektüre


    Wo Engelmann draufsteht, ist auch Engelmann drin. Das bewahrheitet sich mal wieder bei diesem Buch! Ich kannte die Autorin bereits von ihren Nordseeinsel-Romanen her. Daher war ich gespannt, wie sie sich auf dem Feld der „Frauenprobleme“ bewähren würde. Laut Klappentext und Leseprobe versprach dies nämlich, ein wenig ernsthafter zu werden.


    Doch weit gefehlt! Das Buch ist, trotz des eher dramatischen Ausgangskonflikts, sehr humorvoll und teils auch sarkastisch-überzogen geschrieben.Im Wesentlichen geht es um Frauenfreundschaft, und um das Entwickeln von Selbstbewusstsein. Hübsche Nebenthemen sind dabei noch die Stadt Hamburg und ihre Sehenswürdigkeiten, sowie einige nette Seitenhiebe auf die moderne Dating- und Online-Kultur.


    Zum Inhalt möchte ich daher auch fast nichts sagen. Der Plot ist für mich in diesem Buch eher untergeordnet. Die Ausgangssituation ist eine handfeste Ehekrise anlässlich einer Silberhochzeit. In Folge versucht nun die Ex-Ehefrau Caro, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Dabei wird sie tatkräftig unterstützt von ihrer besten Freundin Sylvia, die ein Online-Dating-Portal betreibt. Und auch mit ihrer flippigen Mutter Flora versöhnt sie sich ansatzweise wieder.


    Schön fand ich die locker-leichte Schreibweise. Ich hatte das Buch in nicht ganz zwei Tagen durchgelesen, und fühlte mich recht gut unterhalten! Es hat mir auch Lust gemacht, die Stadt Hamburg zu besuchen.


    Wirklich nett sind auch einige Elemente der Nebenhandlungen. Zum Beispiel die miesepetrige Kundin in einem Souvenirladen, die sich letztendlich doch als umgänglich herausstellt. Oder Caros Dialoge mit ihrer Espresso-Maschine! Die waren köstlich! Sehr gemocht habe ich auch die „Hausente“ der Vermieterin, namens Daisy (die Ente, nicht die Vermieterin!). Und in vielen Punkten, die das Online-Dating betrafen, konnte ich sehr zustimmen!


    Weniger schön, weil wenig glaubhaft, ist die Tatsache, dass sich Caro immer noch wie ein Teenager verhält, obwohl sie schon Mitte 40 ist. Manche inneren Dialoge hätte ich persönlich hier ersatzlos gestrichen. Und auch die Konflikte mit dem pubertierenden Sohn waren sehr vorhersehbar. Einige Stellen haben mich hier sehr (!) an den Film „Calendar Girls“ erinnert!


    Manche Fäden werden auch nicht konsequent aufgerollt. Man erfährt zum Beispiel nicht wirklich, was aus dem Leben des Ex-Ehemanns wird. Oder ob die beste Freundin endlich einen Partner findet. Dafür bleibt Caros Schicksal nur halb offen. Es wird angedeutet, dass sie für sich eine Lösung findet. Zum Glück wurde hier auf den größten Kitsch verzichtet.


    Ich würde sagen, man darf dieses Buch nicht nach den Maßstäben eines „ernsthaften Romans“ bewerten. In dieser Hinsicht würde es bei mir nämlich eher durchfallen. Aber als leichte Unterhaltung à la Engelmann ist es gelungen.

    "Ein Mensch, der Ideale hat/
    Der hüte sich, sie zu erreichen!/
    Sonst wird er eines Tags anstatt/
    Sich selber andern Menschen gleichen."
    (Erich Kästner) :):)

  • Caro Oldendorffs Leben lief bisher in ruhigen, geordneten Bahnen. Als sie jedoch am Tag ihrer Silberhochzeit überraschend verlassen wird und kurz danach auch noch ihren Job verliert, steht sie vor den Scherben ihres bisherigen Lebens und muss es komplett neu aufbauen. Zum Glück bekommt sie Unterstützung von ihrer besten Freundin Sylvia und ihrer Vermieterin Hedwig. Eins ist außerdem klar, sie muss endlich wieder die Kapitänin auf dem Schiff ihres Lebens werden.



    „Zu wahr, um schön zu sein“ ist der neue Roman von Gabriella Engelmann. Über die Facebook-Seite der Autorin wusste ich bereits, dass sich dieser Roman von ihren anderen unterscheiden wird. Er wurde als Romantic-Comedy angepriesen. Ich war gespannt, weil ich die Bücher der Autorin sehr mag. Leider hat mich diese neue Richtung nicht richtig begeistern können.



    Zum einen bleiben die meisten Charaktere blass und werden nur oberflächlich behandelt. Die Gefühle der Figuren werden kaum beschrieben und so ist mir die Protagonistin Caro nicht so ans Herz gewachsen, wie es mit den Hauptfiguren Engelmanns normalerweise der Fall ist. Am sympathischsten war mir noch die ältere Vermieterin Hedwig, die man schnell ins Herz schließen konnte. Ich muss auch zugeben, dass ich Caros Verhalten nicht verstehen konnte. Sie plant eine Überraschungsparty für ihren Mann zur Silberhochzeit, möchte das Ehegelübde erneuern und ist dann nach der für sie komplett überraschenden Trennung, recht schnell damit im Reinen und nicht besonders „fertig“. Das fand ich sehr irritierend.



    Der Comedy-Part hat auch nur zum Teil meinen Geschmack getroffen. Oft hat sich der Witz nicht aus der Situation heraus ergeben, sondern wurde wie mit einer Brechstange dem Leser „nahegebracht“. Das wirkte für mich oft zu gewollt, zu offensichtlich. Aber Humor in Büchern ist bei mir eh oft etwas schwierig.



    Ich mag es an sich sehr, wenn Bücher Lokalkolorit versprühen. Besonders von schönen Orten wie dem Meer oder einer so schönen Stadt wie Hamburg. Teilweise sind die Beschreibungen der Autorin traumhaft schön. Wenn sie von der Elbe, dem Strand, dem Wasser und dem Wind schreibt, dann spürt man es förmlich und kommt sich vor, als wäre man in Hamburg. Leider gibt es auch immer wieder Passagen, da wird so viel von der Stadt beschrieben, dass man das Gefühl hat, man liest einen Reiseführer. Dieses kam mir, wie beim Humor, manchmal zu gewollt rüber. Die einfachen Beschreibungen der Natur hingegen, fand ich viel schöner.



    Fazit: Dieser Roman lässt sich schnell und flüssig lesen, da er sehr kurzweilig ist. Kurzweiliger und leider auch oberflächlicher, als die anderen Bücher, die ich von der Autorin gelesen und geliebt habe. Die Geschichte kann man gut nebenbei lesen, aber sie wird leider nicht so in Erinnerung bleiben, wie z.B. die wunderschöne Büchernest-Serie der Autorin.



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  • Mit ihrem Buch "Zu wahr, um schön zu sein" hat Gabrielle Engelmann, die als freiberufliche Autorin in Hamburg lebt, einen neuen Wohlfühl-Roman zum Lächeln und Lachen vorgelegt.


    »Wenn etwas kaputt ist, muss man es reparieren!« 45 Jahre lang hat Caro Oldendorff nach diesem Motto ihr Leben ausgerichtet – bis die Hamburgerin ausgerechnet am Tag ihrer Silber-Hochzeit urplötzlich vor den Scherben ihrer Ehe steht. Und das Leben hat noch mehr in petto: Caro verliert nach dem Mann auch noch ihren Job, ihr 15-jähriger Sohn Felix baut ordentlich Mist und Caros esoterisch angehauchte Hippie-Mutter kommentiert all das mit nervigen Kalendersprüchen. Zum Glück sind Caros beste Freundin Sylvia und die Lotsenwitwe Hedwig zur Stelle, um mit Humor und guten Ratschlägen Caros Kampfgeist zu wecken. Denn wenn etwas unwiderruflich kaputt ist, muss frau es schließlich irgendwann ersetzen, oder nicht?

    Das kunterbunte Cover fällt aus dem Rahmen des Üblichen. Denn es ist eine gewagte Kombination von Bildern und Abbildungen, wie man sie aus Comics kennt. Auf einer blauweißkarierten Decke steht ein Picknickkorb, der alles für einen romantischen Ausflug zu zweit enthält. Sogar an eine Flasche Sekt und zwei Sektflöten ist gedacht worden. In dieses Foto arrangiert worden sind zentrale Motive, die in dem Roman "Zu wahr, um schön zu sein" wiederkehren. Hierbei handelt es sich um einen Anker, einen Rettungsring, zwei Enten, eine Espressokanne, eine Möwe, Sonne und Regenwolken.

    Der Roman "Zu wahr, um schön zu sein" spielt in Hamburg; er atmet das maritime Flair und der Leser lernt viele Sehenswürdigkeiten der Hansestadt sowie einige kulinarische Highlights kennen.

    Das Geschehen wird aus der Ich-Perspektive von Caro Oldendorff erzählt. Sie ist eine bodenständige, sympathische Protagonistin, die man gern zur besten Freundin hätte. Alles andere als perfekt, kämpft sie mit den täglichen Widrigkeiten des Lebens und führt lustige Zwiegespräche mit Renato Bialetto, ihrem geliebten Espresso-Kännchen. Nachdem ihr Liebesglück versenkt worden ist, muss sie die Initiative ergreifen. In der Liebe erleidet sie häufig Schiffbruch, auch im Beruf muss sie die Segel setzen lernen. Im Laufe des Geschehens wird sie zur stolzen Kapitänin auf ihrem eigenen Schiff und steuert es geschickt durch alle Stürme des Lebens. Für meinen Geschmack ist sie etwas zu gut für diese Welt, wenn sie ihrem untreuen Ehemann, der sich ausgerechnet zu ihrer Silberhochzeit geoutet hat, Obdach in einem auf ihrem Grundstück gelegenen Gartenhaus gewährt, als sein Liebesglück mit Thorsten in gefährliches Fahrwasser gerät.

    Auch die anderen Protagonisten sind glaubhaft gestaltet worden. Dies gilt vor allem für Felix, der gerade mitten in den Pubertätswehen steckt. Auch Flora, die esoterisch angehauchte, schräge Hippie-Mutter von Caro, war mir sofort sympathisch. Hin und wieder benimmt sie sich etwas gewöhnungsbedürftig, aber sie hat das Herz auf dem rechten Fleck - und darauf kommt es im Leben an.

    Jedes Buch braucht seine Zeit, und in Zeiten einer Pandemie sehnt man sich nach einer heiteren, optimistisch stimmenden Lektüre. Alle Bücher von Gabriella Engelmann garantieren gute Unterhaltung für zwischendurch. Auch ihr neuer Roman "Zu wahr, um schön zu sein" hat mich überzeugt. Ein wirklich gelungenes Buch!

  • Caro im Chaos der Gefühle


    Zu wahr, um schön zu sein. Frauenroman von Gabriella Engelmann, 320 Seiten, erschienen bei Droemer Knaur.


    Ein humorvoller Liebes- und Frauenroman. Herz & Humor im hohen Norden.


    Cora 45 Jahre alt und „eigentlich“ rundherum zufrieden, will die Silberhochzeit mit ihrem Mann Matthias gebührend feiern. Doch es kommt alles ganz anders, bis sie es sich versieht steht sie vor den Trümmern ihrer Ehe und das ist noch nicht alles. Ihr 15jähriger Sohn Felix macht Probleme, sie verliert ihren Job und Flora ihre Hippie-Mutter nervt ganz gewaltig. So versucht Cora mit Hilfe ihrer Freundin Silvia und ihrer Vermieterin Hedwig, ihr Lebensschiff wieder auf Kurs zu bringen. Denn eines ist für Cora gewiss, alleine will sie nicht bleiben.


    Dieses Buch besteht aus 40 Kapiteln, die passend zum jeweiligen Inhalt überschrieben sind. Besonders reizend fand ich die kleinen maritimen Skizzen am Kapitelanfang. Die Autorin besticht durch ihren humorvollen, bildmalerischen Schreibstil, aus Sicht der Protagonistin, in der Ich-Form verfasst. Einzelne Phrasen, Liedtitel, mundartliche Aussprüche und fremdländische Phrasen sind kursiv gedruckt und somit deutlich hervorgehoben. Die Gedanken der Protagonistin stehen in Klammern, sind in Großbuchstaben gedruckt oder anderweitig hervorgehoben, auch viele lebhafte Dialoge machen dieses Buch äußerst lebendig. Der Leser ist zu jeder Zeit ganz nah dran am Geschehen.


    Und es geschieht sehr viel, Missgeschicke, peinliche Szenen oder Situationskomik. Die haben mich immer wieder schmunzeln lassen, ein wirklich fröhliches Buch, wahrlich ein Wohlfühlbuch. Am besten gefallen haben mir die lustigen Wortgefechte der Protagonistin mit ihrer Espressomaschine von ihr liebevoll Renato Bialetti genannt. Die Protagonistin ist warmherzig und vor allem sehr tapfer denn sie lässt sich einfach nicht unterkriegen. Sehr sympathisch war mir, ihre Freundin Silvia und der „Fels in der Brandung“ die lebenskluge Witwe Hedwig, die so manches was im Argen liegt, mit hilfreichen Tipps, wieder ins Lot bringt. Ihr Haustier die Witwenpfeifente „Daisy“ ist mein absoluter Liebling.
    An keiner Stelle im Buch hatte ich je Zweifel, dass es nicht zu einem guten Ende kommt, dem entsprechend ist der Spannungsbogen auch nicht unbedingt hoch. Sobald sich eine Schwierigkeit auftut, kommt auch schon eine Lösung daher. Und das unvermeidliche Happy End ist erreicht als Caro mit ihrem Schwarm in den Sonnenaufgang segelt.


    Ein Buch, das sich ohne große Aufregung und mit mäßiger Spannung mühelos weglesen lässt. Einfach zu schön um auch wahr zu sein. 4 Sterne

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    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

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