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Elsa Dix - Die Tote in der Sommerfrische

  • „Die Tote in der Sommerfrische“ vom Verlag Goldmann habe ich als ebook gelesen. Das Buch hat 304 Seiten, die in 55 Kapitel eingeteilt sind.

    Das Buch spielt im Jahr 1912 auf der Insel Norderney, auf der eine illustre Gesellschaft an Reichen und Schönen ihren Sommer verbringt.

    Christian Hinrichs soll eine Reportage über den Sommer der feinen Leute auf Norderney schreiben, was sehr ungewohnt ist, da er bisher als Kriminalreporter in Hamburg gearbeitet hatte. Er genießt den Sparziergang am Strand, bis er die tote Frau aus dem Wasser zieht. Und schon war seine kriminalistische und journalistische Neugier geweckt.

    Als Viktoria Berg am Strand entlang wandert, trifft sie auf Christian und die Tote, die sie gleich als Henny Petersen erkennt, eine gute Freundin aus Kindertagen.
    Die Polizei legt den Fall als Selbstmord zu den Akten. Etwas anderes kann es nicht geben auf der Insel der Reichen und Schönen. Also nimmt Viktoria die Ermittlungen zusammen mit Christian auf.
    Dabei stoßen sie auf einige dunkle Geheimnisse.

    Es ist eine Zeit, wo Damen und Herren noch getrennte Strandabschnitte hatten und die Damen nur zum Schönsein und Verheiratetwerden da waren. Aber Viktoria ist eine selbstbewusste junge Frau, die sich so schnell nicht einschüchtern lässt und sich in der Männerwelt durchzusetzen weiß. Außerdem besitzt sie eine Menge Humor. Diesen Freigeist findet Christian sehr anziehend.

    Das Buch schreibt über die guten Sitten und Manieren dieser Zeit, über das Ungehorsam der Töchter, über Intrigen, Erpressung und andere Geheimnisse der Herrschaften.
    Es ist eine wunderbare Geschichte, die sehr gut geschrieben und zügig zu lesen ist. Sie spiegelt die damalige Zeit sehr gut wider, ich fühlte mich sofort mittendrin in der Handlung.
    Es ist kein blutrünstiger Thriller, sondern eine ruhige, beschauliche und trotzdem spannende Geschichte.
    Das Cover lässt eher auf eine nette Sommerromanze schließen und ist wunderschön.
    Für mich war es ein großes Lesevergnügen.

  • Norderney 1912


    Die Tote in der Sommerfrische, historischer Kriminalroman von Elsa Dix, 416 Seiten, erschienen im Goldmann Verlag.


    Befindet sich unter den vornehmen Badegästen, die die Sommerfrische am Meer genießen, ein Mörder?


    Im eleganten Seebad Norderney genießt die vornehme Gesellschaft der Kaiserzeit den Sommer. Die junge Viktoria Berg genießt den Aufenthalt am Meer bevor sie ihre Stellung als Lehrerin antritt. Als ihre Freundin aus Jugendtagen tot aus dem Meer gezogen wird, glauben alle die junge Frau wäre freiwillig ins Wasser gegangen, doch Viktoria ist vom Gegenteil überzeugt. Zusammen mit dem Journalisten Christian HInrichs beginnt sie zu ermitteln, dabei stoßen die beiden auf einige dunkle Geheimnisse, der mondänen Gesellschaft der Belle Epoque.
    Dass, das Buch in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg spielt merkt man schon beim ersten Blick, aufs Buch, die Verzierungen die das Cover umrahmen schmücken auch die Kapitelanfänge. Das Buch teilt sich in 54 Kapitel in einer für den Leser angenehmen Länge. Jedes Kapitel trägt eine zum Inhalt passende Überschrift. Lebhafte Dialoge und eine flüssige Erzählweise machen das Lesen zum Vergnügen, wobei die große Schrift hilfreich ist. Ich bin nur so durch das Buch geflogen. Elsa Dix hat mit ihrem bildmalerischen Erzählstil, die Personen und auch das Setting, vor meinem inneren Auge erstehen lassen. Die prächtigen Kleider und Hüte der Damen, das Meer und die Dünen, die Cafes und Hotels alles toll geschildert. Dass es sich in diesem Krimi um die Zeit der Belle Epoque handelt, ist dem Leser ständig bewusst. Dix hat gut dargestellt, wie wenige Freiheiten Frauen in dieser Zeit hatten. Dinge die heute unmöglich scheinen, waren damals ganz normal. Z.B. die „Völkerschau“ bei Hagenbeck, Badekarren, Badekleider, getrennte Strandabschnitte, Korsett und Reformkleider.
    Das erste Kapitel schildert den Mord an Henny, dem Zimmermädchen, dadurch war ich sofort von der Geschichte gefesselt und im Lesefluss. Am Anfang gestaltet sich der Fall etwas träge, aber der Spannungsbogen steigt und endet in einem furiosen Finale. Unglaublich, z.B. die Reaktion der Behörden. Die beiden Protagonisten sind bei ihren Ermittlungen ganz auf sich alleine gestellt. Die Charaktere sind gut gezeichnet, Viktoria und Christian sind sehr sympathisch und glaubhaft dargestellt, gerne würde ich die beiden bei einem weiteren Fall wieder treffen. Die Suche nach dem „Mörder“ hat mir aufregende Lesestunden beschert, immer wieder habe ich mitermittelt, habe sämtliche im Buch vorkommende Personen verdächtigt und war von der Auflösung des Falles wirklich überrascht. Dabei hat es die Autorin geschafft, ohne Grausamkeiten auszukommen.
    Eine absolute Leseempfehlung, für die Leser, die die Zeit Anfang des 20. Jh. mögen, die sich spannend und ohne unnötige Grausamkeiten unterhalten lassen wollen. Von mir 4 Sterne.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon