Anneliese Botond - Briefe an Thomas Bernhard

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  • Spitzenliteratur

    Thomas Bernhard kann man lieben oder hassen, ich liebe und verehre ihn. Wer die österreichischen Zustände derart drastisch literarisch "behandelt", dem muss man Respekt entgegenbringen, ob man will oder nicht. Dass Kritik nicht jedem passt ist verständlich. Kritik muss man annehmen und mit ihr umgehen können.

    Allein dieser Briefverkehr von Botond mit Bernhard ist Literatur der Spitzenklasse. Diese gewählte Ausdrucksweise gepaart mit den beruflich bedingten Pflichten ist grandios.
    Lesenswert.


    Klappentext:

    Bekanntlich eröffnete Wieland Schmied seinem Freund Thomas Bernhard die Chance, mit „Frost“ den ersten Roman zu veröffentlichen. Bekanntlich erschien dieser im Jahr 1963 im Insel Verlag und begründete dessen Prosakarriere. Bekanntlich begleitete Anneliese Botond, Lektorin im Insel (und im Suhrkamp) Verlag, sein Werk bis zum Jahr 1970. Bekanntlich schätzte Bernhard Botond („hier wäre allerhand Grundsätzliches über die ungeheure Qualität dieser Frau als Institution anzuschließen“). Unbekannt ist, dass Anneliese Botond zwischen1963 und 1970 annähernd 150 Briefe an Bernhard schrieb (die Gegenbriefe haben sich nicht erhalten). Sie zeigen exemplarisch, welche Funktion einem kompetenten, auf die Manuskripte eingehend und zugleich Distanz wahrenden Leser, sprich in diesem Fall: der Lektorin, für die Fertigstellung eines Buches zufällt. Hier ist zu erfahren, wie „Amras“ sich nach und nach aus dem Typoskript herausschälte, welche Irritationen das erste Theaterstück Bernhards auslöste, wie es zum Titel „Verstörung“ kam. Deutlich wird: Eine funktionierende Beziehung Autor-Lektor erfordert, dass der Autor sich in der Auseinandersetzung innerhalb des Verlags, mit den Rezensenten und der größeren Öffentlichkeit selbst bei Privatangelegenheiten, auf den Rückhalt des Lektors verlassen kann.


    Anneliese Botond (1922 - 2006), zwei fache Doktorin, arbeitete seit Beginn der Sechzigerjahre als Lektorin im Insel Verlag, ab 1963 zugleich als Lektorin im Suhrkamp Verlag. Im Jahr 1970 gab sie diese Tätigkeit auf, übersetzte anschließend literarische und theoretische Texte aus dem Französischen und (vorwiegend lateinamerikanischen) Spanischen. 1984 erhielt sie den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzungen.

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