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Sophie Hannah - Der offene Sarg / Closed Casket

Der offene Sarg

3.6 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Band 2 der

Verlag: Atlantik

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 352

ISBN: 9783455002188

Termin: Oktober 2017

Klappentext / Inhaltsangabe: Die 70-jährige Lady Athelinda Playford, Witwe und Herrin von Lillieoak, lädt zu einem großen Dinner in ihr irisches Gutshaus ein. Die Zusammensetzung der Gäste ist so illuster wie kurios. Neben ihren Kindern mit Anhang und ihrem Sekretär sind auch zwei Anwälte, ein Gerichtsmediziner sowie Hercule Poirot und sein Kollege von Scotland Yard, Edward Catchpool, geladen. Als die Runde komplett ist, legt die alte Dame die Karten auf den Tisch: Sie wird ihr Testament ändern, ihre Kinder enterben und alles ihrem todkranken Sekretär vermachen. Unter den Familienmitgliedern bricht ein Sturm der Entrüstung los. Als man den Sekretär am nächsten Morgen ermordet auffindet, scheint der Fall für alle klar. Nicht aber für Poirot.
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  • Sophie Hannah: Agatha Christie Der offene Sarg Ein neuer Fall für Hercule Poirot; Hoffmann und Campus Verlag Hamburg 2019; 350 Seiten; ISBN: 978-3-455-00218-8


    Lady Athelinda Playford lädt ihre beiden Kinder (plus deren Partner) zu einem Dinner auf ihrem Landgut in Irland ein. Zwei Anwälte sowie der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot und Inspektor Edward Catchpool, der Engländer von Scotland Yard, sind auch geladen.


    Dann platzt die Bombe: Lady Athelinda hat ein neues Testament gemacht. Darin enterbt sie ihre Familie und vermacht alles ihrem Sekretär Joseph Scotcher. Ein Sturm der Entrüstung kann Lady Athelinda sicher sein. Daß Scotcher am nächsten Tag tot ist, war sicherlich nicht eingeplant.


    Das Buch ist barock und schwüstig gestaltet; das eine oder andere Kapitel, der eine oder andere Absatz hätte da ruhig weggelassen werden können, ohne daß Lesefluß und Spannung gelitten hätten. Es gibt die traditionelle Gestaltung: Aufgabenstellung - Ermittlungsarbeit durch Polizei und Detektiv und Lösung. In der deutschen Übersetzung folgt der Sprachduktus ganz der Christie.


    Interessant ist hier eher eine andere Sache. Das vorliegende Werk wird in der Literaturwissenschaft Pastiche genannt; ein deutsches Wort dafür wäre Nachahmerwerk. Das lädt zum Vergleichen ein.


    Bei Christie gibt es die Kriminalschriftstellerin Ariadne Oliver. Sie wird hier durch die Kinderbuchautorin Lady Playford ersetzt. Für den Verlauf der Handlung wird dies von Bedeutung sein.


    Captain Hastings ist im Original der willige Adlatus Poirots. Catchpool übernimmt über weite Strechen seine Rolle und ist gleichzeitig auch Ich-Erzähler.


    Inspektor Japp aus dem Original wird hier durch Sergeant Daniel O`Dwyer und seinen direkten Vorgesetzten Arthur Conree ersetzt. Als großmäulige und dümmliche Figuren angelegt, tragen sie nichts zur Aufklärung des Falles bei.


    Wie auch bei Christie sind Personen und Orte übersichtlich. Der Hauptteil der Geschichte spielt auf dem schon erwähnten Landsitz in Irland.


    Sophie Hannah wurde 1971 in Manchester / England geboren. Seit 1995 veröffentlicht sie Gedichte, Kinderbücher sowie Romane. Sie war auch zwischenzeitig (nach ihrem Studium in Manchester) an verschiedenen Stationen (z. B. Oxford, Cambridge) im wissenschaftlichen Lehrbetrieb tätig. Dies ist ihr 3. Hercule-Poirot-Roman.


    Ein Vergleich mit den Sherlock-Holmes-Pastiches erübrigt sich an dieser Stelle, zu unüberschaubar, zu zeit-, stil- und genreübergreifend sind jene. Als Leser und Rezensent verliert man da schnell den Überblick


    Da taucht eher die Frage auf, wann das erste Miss-Marple-Nachfolgewerk auf den Markt kommt.

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Sophie Hannah: Der offene Sarg“ zu „Sophie Hannah - Der offene Sarg / Closed Casket“ geändert.