Anette Thumser - Heinrich will brüten!

  • Heinrich bekommt von seinem Vater Bescheid, dass er fleißig das Krähen üben solle, schließlich werde er irgendwann den Guten-Morgen-Kikeriki-Job seines Vaters übernehmen. Um ehrlich zu sein ist Heinrich darin bisher aber nicht besonders gut. Außerdem liegen seine Interessen ganz woanders. Er möchte lieber – wie seine Mutter – ein Ei ausbrüten und sich anschließend um das Küken kümmern, aber diese Idee findet niemand toll, außer Heinrich.


    In diesem Buch greift Anette Thumser zwei Thematiken auf. Zum einen, ob man unbedingt den Weg einschlagen muss, den andere/die Eltern für einen vorgesehen haben und zum anderen, ob man sich unbedingt an typische Geschlechterrollen halten muss. Beides finde ich in der heutigen Zeit sehr wichtig, denn Kinder sollten lernen, dass sie die Freiheit haben sich bewusst und frei für etwas zu entscheiden, mehreres auszutesten etc. Eltern, die ihre Kinder in die Rolle des Starpianisten quetschen wollen oder die Mädchen den Fußball und Jungs die Puppe verbieten, sollten davon Abstand nehmen, aber gerade die Trennung was Mädchen und was Jungen machen dürfen ist immer noch sehr aktuell (letztens habe ich in einer Werbung einen Globus komplett in blau für Jungs und einen komplett in rosa für Mädchen gesehen – Wasser, Berge, Land … alles blau bzw. rosa. Da wird einem schlecht, wenn man mich fragt.).


    Die Illustrationen von Nikolai Renger gefallen mir sehr gut. Sie passen hervorragend zur Geschichte, vermitteln Heinrichs Willen und die Skepsis aller anderen.


    Fazit: Mit diesem Buch werden Kinder spielerisch ermutigt ihren Interessen zu folgen. Egal ob das der Norm entspricht oder sich die Eltern diesen Interessensbereich für ihr Kind wünschen. Heinrich hat für seinen Wunsch eingestanden und es hat ihn glücklich gemacht. Daher ist es schön Kindern diese Botschaft mit auf den Weg zu geben.


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