Richard Wagamese – Starlight

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  • Original : Englisch/Kanada, 2018


    INHALT :

    Frank Starlight und sein Arbeitskollege und Freund Eugene leben ein ruhiges Arbeitsleben auf seiner abgeschiedenen Farm. Doch dieses beschauliche Leben wird durcheinandergewürfelt als Emmy und ihre Tochter Winnie auftauchen : sie hatte einen verzweifelten Versuch unternommen um ihrem gewalttätigen Ex entfliehen zu können. Starlight nimmt sie auf, läßt sie Ruhe und Aufatmen erleben. Werden Emmy und Winnie heilen in diesem friedlichen Miteinander und an der Natur ? Doch der Ex und ein Kumpane ist auf ihren Spuren...


    BEMERKUNGEN :

    Nach dem überwältigenden Richard Wagamese – Medicine Walk wollte ich gerne und schnell mit Wagamese weitermachen und fand dann heraus, dass dieses obiges Buch den Charakter des Frank(lin) Starlight weiterspinnt. Verstarb am Ende des ersten Buches der leibliche Vater, so wird im kurzen Prolog des zweiten Buches vom Tode des "alten Mannes" 1976 berichtet, der Frank aufgezogen und in die Geheimnisse eines naturnahen Lebens eingeweiht hatte. Es vergehen vier Jahre, und Frank ist auf seiner Farm geblieben, arbeitet seit drei Jahren mit Eugene, einem herzensguten Kumpel, zusammen. Neben dieser einfachen Arbeit wird er immer wieder ausbrechen und in die Wildnis gehen: mit beinahe nichts unterwegs, aber oft mit einer Kamera. Er schießt unglaubliche naturnahe Bilder, die durch die Vermittlung eines Photofachmannes in der nahen Kleinstadt ihren Weg finden zu Ausstellungen in größeren Städten. Und Anklang!


    Parallel dazu verfolgen wir anfangs Emmy und ihre Tochter Winnie: sie leben ausgenutzt und Gewalt ausgesetzt bei einem Alkoholiker und Raufbold. Bis sie ausbrechen und dabei selber Gewalt benutzen. Auf ihrer Flucht finden sie teils Großzügigkeit und Hilfe. Nach einer Beinahe-Katastrophe landen sie bei Frank.


    Es war vorauszusehen, dass sich die zwei Welten treffen, und wohl auch die Ganoven später noch auf sie stossen werden... Liegt in dieser Handlung alleine das Besondere dieses Buches, das posthum erschienen und eigentlich unabgeschlossen ist? Nein, das Allerstärkste liegt bei Wagamese hier im "Genesen am Busen der Natur", das Heilwerden der Angeschlagenen in Gemeinschaft und Nähe zur Wildnis. Wir finden hier unglaubliche Bilder und Passagen, die ich in dieser Form noch nicht gelesen habe. Sie lassen einen verträumt und bewundernd zurück. In der Logik der Charaktäre und der Schreibweise von Wagamese kann man erahnen, was dann am Ende "fehlt" und wie es in etwa weitergegangen wäre. Trotz dieser Unabgeschlossenheit ein phantastischer Roman, der bei mir die Zuneigung zu diesem Autor noch bestätigt und vertieft!


    AUTOR :

    Richard Wagamese (14.Oktober 1955 – 10.März 2017) war ein kanadischer Schriftsteller und Journalist. Er gehörte zu den Ojibwe von den Wabaseemoong Nationen im Nordwesten Ontarios. Durch seine von den Ersten Völkern beeinflußten Bücher wurde er sehr bekannt und erhielt mehrere Preise.


    Er wurde früh von seiner Familie getrennt und wuchs in Ziehfamilien unter teils schrecklichen Verhältnissen auf, wo man die indianischen Ursprünge ausmerzen wollte. Er beschäftigte sich dann intensiv mit seiner eigenen Kultur, lebte aber auch eine Zeit auf der Strasse, Alkohol und Drogen verfallen. Er war mehrmals im Gefängnis. Erst nach 21 Jahren kam er wieder zu seiner ursprünglichen Familie. Und erzählte von seinem Leben. Ein Ältester gab ihm dann den Namen Mushkotay Beezheekee Anakwat – Buffalo Cloud – und sagte ihm, dass es seine Rolle sei, Geschichten zu erzählen.


    Wagamese war dreimal verheiratet und geschieden, hatte zwei Söhne.



    Paperback

    Publisher: McClelland & Stewart (2019)

    Language: English

    ISBN-10: 077107087X

    ISBN-13: 978-0771070877

  • Ja, Starlight ist die Fortführung von Medecine Walk:

    BEMERKUNGEN :

    Nach dem überwältigenden Richard Wagamese – Medicine Walk wollte ich gerne und schnell mit Wagamese weitermachen und fand dann heraus, dass dieses obiges Buch den Charakter des Frank(lin) Starlight weiterspinnt. Verstarb am Ende des ersten Buches der leibliche Vater, so wird im kurzen Prolog des zweiten Buches vom Tode des "alten Mannes" 1976 berichtet, der Frank aufgezogen und in die Geheimnisse eines naturnahen Lebens eingeweiht hatte. Es vergehen vier Jahre, und Frank ist auf seiner Farm geblieben ...

    Ich glaube aber, dass es noch nicht ins Deutsche übersetzt worden ist. Doch ich bin nun zuversichtlich, wo doch zwei seiner Bücher recht zügig eine Übersetzung fanden!

  • Gerade habe ich das Buch beendet - welch eine schöne Sprache, ich bin baff (obwohl ich einige französische Wörter nicht kannte und das Wörterbuch bemühen musste). Ich zitiere hier meinen Vorredner, da er dies so toll ausgedrückt hat.


    Nein, das Allerstärkste liegt bei Wagamese hier im "Genesen am Busen der Natur", das Heilwerden der Angeschlagenen in Gemeinschaft und Nähe zur Wildnis. Wir finden hier unglaubliche Bilder und Passagen, die ich in dieser Form noch nicht gelesen habe. Sie lassen einen verträumt und bewundernd zurück. In der Logik der Charaktäre und der Schreibweise von Wagamese kann man erahnen, was dann am Ende "fehlt" und wie es in etwa weitergegangen wäre. Trotz dieser Unabgeschlossenheit ein phantastischer Roman, der bei mir die Zuneigung zu diesem Autor noch bestätigt und vertieft!


    Mehr kann ich dazu auch nicht schreiben, ich glaube, diese Sätze sagen alles !

    ☆¸.•*¨*•☆ ☆¸.•*¨*•☆ La vie est belle ☆¸.•*¨*•☆☆¸.•*¨*•☆

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