Natasha Lester - Die Kleider der Frauen / The Paris Seamstress

  • 1940 Paris. Estella Bissette lebt zusammen mit Mutter Jeanne in Paris. Beide arbeiten in dem Atelier von Monsieur Aubrey und fertigen die schönsten Kleider für diejenigen, die sich diese im Krieg noch leisten können. Eines Abends begegnet Estella dem attraktiven Amerikaner Alex Morgan, der als Spion in Paris tätig ist. Was Estella nicht weiß: ihre Mutter arbeitet zusammen mit Monsieur Aubrey für die Résistance. Als Monsieur Aubrey auffliegt und getötet wird, wird Estella von ihrer Mutter per Schiffspassage nach New York geschickt, um sie in Sicherheit zu bringen. Schon auf dem Schiff lernt Estella den reichen Sam kennen, der als Zuschneider in der Modebranche arbeitet. Gemeinsam mit ihm und dem Model Janie startet Estella in New York eine eigene Modelinie. Doch die Sorge um ihre Mutter Jeanne macht sie verrückt. Dann steht ihr auf einer Party auch Alex Morgan wieder gegenüber, an seiner Seite eine exakte Kopie von Estella mit dem Namen Lena. Estella ist völlig durcheinander, hat sie eine Zwillingsschwester, von der sie bisher nichts wusste? Sie muss unbedingt mit ihrer Mutter sprechen, doch die ist in Paris untergetaucht. So reist Estella mit Alex und Lena nach Paris, um das Geheimnis zu ergründen. Dabei verliebt sie sich rettungslos in Alex…


    Natasha Lester hat mit „Die Kleider der Frauen“ einen packenden Roman vor historischer Kulisse vorgelegt, der über zwei Zeitebenen eine fesselnde Geschichte voller Geheimnisse erzählt. Der Schreibstil ist flüssig-leicht, gefühlvoll und sehr bildhaft, der Leser versinkt mit den ersten Zeilen in der Handlung und kann sich kaum von den Seiten lösen. Die Autorin hat zwei unterschiedliche Zeitebenen wunderbar miteinander verwoben, der eine betrifft das Leben von Estella in den Jahren 1940 bis 1944, der andere lässt Estellas Enkelin Fabienne zu Wort kommen, die in der Gegenwart das Modeimperium ihrer Großmutter erbt und erst nach und nach die Familiengeschichte aufdeckt, die zu keiner Zeit vorhersehbar waren und für einiges an Überraschung sorgen. Lester versteht es sehr gut, den Leser mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen, gleich einem Puzzle entblättert sie die komplexen Geheimnisse und in welchem Verhältnis die einzelnen Protagonisten zueinander stehen. Dabei flicht sie auch reale Persönlichkeiten mit ein, deren Schicksal ebenfalls schillernd ist und in der Realität für Aufsehen gesorgt hat. Neben der Arbeit der Résistance sind auch die Ausflüge in die Modewelt, von dem Entwurf bis zur Modenschau, ein großes Thema, dass die Autorin gut in ihrer Geschichte platziert hat. In diesem Buch kommt zu keiner Zeit Langeweile auf, da die Handlung so komplex ist, zieht sich der Spannungsbogen bis zum finalen Schluss.


    Ein bunter Strauß an lebendig gezeichneten Protagonisten sorgt für viel Abwechslung in der Geschichte. Sie wirken durchweg glaubwürdig und lassen eine gewisse Nähe zum Leser zu. So fällt es leicht, in ihren Spuren zu wandeln und mit ihnen zu fühlen, zu hoffen und zu bangen. Estella ist eine junge Frau, die ihr Leben der Mode verschrieben hat. Sie ist mit dem Zeichenstift ebenso flink wie mit ihrer Zunge, offen und geradeheraus sagt sie, was sie denkt und tritt dabei oftmals ins Fettnäpfchen. Alex ist ein Mann von Welt, der eine traumatische Kindheit hinter sich gelassen hat und heute auf der Welle der Gefahr reitet, um anderen zu helfen. Sam ist ein herzensguter Kerl, der ein Händchen für Mode hat. Lena ist eine verlorene Seele, der Reichtum und ihr eigenes Leben nichts bedeutet. Janie ist eine Frohnatur, die anderen Mut macht und als Freundin eine echte Bereicherung ist. Harry Thaw ist eine Ausgeburt der Hölle, der andere manipuliert und einen Spaß daran hat, ihnen das Leben zu ruinieren. Aber auch Jeanne, Fabienne oder Will haben einen festen Platz in dieser packenden Geschichte.


    „Die Kleider der Frauen“ ist ein fesselnder und kurzweiliger Roman gespickt mit Familiengeheimnissen, tollem historischen Hintergrund, Liebe, Mode und einiges an Verwicklungen. Wunderbar erzählt und jede Seite wert. Absolute Leseempfehlung für eine Entdeckung!


    Sehr unterhaltsame :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Natasha Lester - Die Kleider der Frauen“ zu „Natasha Lester - Die Kleider der Frauen / The Paris Seamstress“ geändert.
  • Paris 1940: Die junge Estella Bissette arbeitet mit ihrer Mutter Jeanne im Atelier von Monsieur Aumont. Es ist ihr großer Traum, selbst einmal eine Kollektion zu entwerfen. Doch der Krieg macht sich auch in Frankreich bemerkbar. Die Menschen fliehen Richtung Süden. Paris ist nicht mehr das, was es mal war. Nachdem Estella abends aus war, findet sie auf dem Heimweg Monsieur Aumont blutüberströmt auf einer Bank. Er gibt ihr ein Päckchen und fordert sie auf, es zum Théâtre du Palais-Royal bringen. „Tu es für Paris.“ Sind seine letzten Worte. So begegnet sie dem geheimnisvollen Alex Morgan. Doch dann muss sie fliehen. Sie kommt nach New York und möchte ihren nun ihren Traum wahr werden lassen. Sie will eine berühmte Modedesignerin werden. Dann begegnet sie Alex wieder, doch er ist in Begleitung einer Frau, die Estella verblüffend ähnlichsieht.

    In einem weiteren Handlungsstrang, lernen wir Estellas Enkelin kennen. Fabienne liebt ihre Großmutter sehr und soll das Modeimperium übernehmen. Als ihr Vater stirbt und dann auch noch eine Beziehung in die Brüche geht, wird sie von Estella kurzerhand nach Paris geschickt. Hier begegnet sie Will.

    Der Schreibstil der Autorin Natasha Lester liest sich sehr schön flüssig. Ich bin gerne in diese Geschichte eingetaucht, die abwechselnd aus der Sicht von Estella und Fabienne erzählt wird. Dabei gibt es durchaus einen tragischen Hintergrund, den ich aber hier nicht verraten möchte.

    Die Charaktere haben mir gut gefallen. Estella ist eine sympathische junge Frau, die Träume hat. Aber die Zeit ist schwierig und durch ihre Verbindung zur Resistance gerät sie in Gefahr. Jeanne sorgt dafür, dass Estella auf ein Schiff nach New York kommt. Dort lernt sie den reichen Sam kennen. Estella macht sich aber immer Sorgen um ihre Mutter.

    Es ist eine Geschichte, die sich um Mode und die Liebe dreht, wobei das Schicksal Es der Liebe schwer macht. Aber es gibt auch Geheimnisse, die erst so nach und nach aufgedeckt werden. Es ist also unterhaltsam und spannend. Lesenswert!

  • Klappentext

    1940: Als die Deutschen Paris einnehmen, wird die Haute-Couture-Schneiderin Estella in eine Mission der Résistance verwickelt, bei der sie dem geheimnisvollen Alex begegnet. In letzter Sekunde verhilft Estellas Mutter ihr zur Flucht, und sie gelangt nach New York – mit nicht mehr in der Tasche als einem goldenen Kleid und einem Traum: sich als Designerin in der von Männern beherrschten Welt der Mode einen Namen zu machen. Und dann steht sie auf einmal Alex gegenüber, der mehr über das Schicksal ihrer in Frankreich gebliebenen Mutter weiß, als er preisgeben will ...

    Meinung

    Dieses Buch spielt auf zwei Zeitebenen und zwei Frauen sind die Protagonisten

    Beide wollen als Modeschöpferinnen Erfolg haben und ihre große Liebe gewinnen. Estella erlebt die deutsche Besatzung in Paris und flieht nach New York. Fabienne lebt in Australien in der heutigen Zeit und besucht einmal im Jahr ihre Großmutter in den USA, die auch noch im hohen Alter ein erfolgreiches Modelabel führt.

    Während das Schicksal von Estella spannend und auch farbig erzählt wird, bleibt Fabienne blass, wie eine Kopie ihrer Großmutter.

    Für mich hätte die Geschichte von Estella gereicht vor allem wenn sie noch etwas in die Tiefe gegangen wäre.

    Ihr schnelles Mundwerk hat Konsquenzen die sie in Schwierigkeiten bringt. Ihre schnelle Entscheidungen bringen sie mit dem Widerstand in Kontakt. Das alles hätte ausgereicht um diesen Teil des Buchs zu erweitern.

    Auf Fabienne könnte man meiner Meinung nach verzichten. es ging wenig um ihren beruflichen Werdegang mehr oder weniger bekommt sie alles geschenkt. Ihre Liebesgeschichte beschränkt sich auf die Frage ob eine Liebesbeziehung zwischen zwei Kontinenten eine Chance hat. Auch hier ist die Lösung zu einfach gestrickt.

  • Über die Autorin (Amazon)

    Natasha Lester war Marketingleiterin bei L’Oréal und verantwortlich für die Marke Maybelline, bevor sie sich entschloss, an die Uni zurückzukehren und Creative Writing zu studieren. Heute lebt sie als Autorin und Dozentin in Perth, Australien, und ist Mutter dreier Kinder. Ihre Romane, in denen es stets um spezifisch weibliche Aspekte der Geschichte geht, sind internationale Bestseller.


    Produktinformation (Amazon)

    Format: Kindle Ausgabe

    Dateigröße: 2338 KB

    Seitenzahl der Print-Ausgabe: 479 Seiten

    ISBN-Quelle für Seitenzahl: 3746635675

    Verlag: Aufbau Digital; Auflage: 1 (18. Februar 2020)

    Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.

    Sprache: Deutsch

    ASIN: B081S5T7KT


    Zwei Modedesignerinnen gehen ihren Weg

    1940. Die Deutschen nehmen Paris ein und die Schneiderin Estella wird in eine Mission der Résistance verwickelt, bei der sie Alex begegnet. Estellas Mutter verhilft ihr zur Flucht und sie kommt nach New York nur mit einem goldenen Kleid in der Tasche und dem Traum als Designerin einen Namen zu machen. Doch diese Welt der Mode war von Männern beherrscht. Dann steht sie plötzlich Alex gegenüber der ihr nicht alles über ihre Mutter sagt, was er weiß…

    Die Autorin erzählt von Frauen, die die Welt verändern und von Kleidern die einen zum Träumen bringen. Ulrike Renk.


    Meine Meinung

    Es ist das erste Buch das ich von dieser Autorin gelesen habe und es hat mich nicht enttäuscht. Es fing bereits spannend an und ging genauso spannend weiter. Durch den angenehmen und unkomplizierten Schreibstil der Autorin ließ es sich auch leicht und flüssig lesen, keine Unklarheiten im Text. Genauso schnell wie ich in der Geschichte drinnen war, konnte ich mich auch in die Protagonisten hineinversetzen. In Estella, die ihre Mutter in Paris nicht allein lassen wollte, die Angst um sie hatte. Und im Jeanne, die um Estella fürchtete. In Alex, der als Geheimagent natürlich nicht alles sagen konnte/durfte was er wusste. Dann in der Gegenwart in Fabienne, die nicht glaubte, das Erbe ihrer Großmutter Estella übernehmen zu können. Wie man sieht, gibt es in dem Buch zwei verschiedene Zeitebenen: Eine im 2. Weltkrieg und die zweite in der Gegenwart. Ob es Estella gelungen ist eine berühmte Designerin zu werden und wenn ja wie, das alles kann der geneigte Leser in diesem Buch nachlesen. Und dann ist da natürlich auch noch Fabienne. Wird sie Australien – wohin es sie bereits als Kind mit ihrer Mutter verschlagen hatte – verlassen und Estellas Erbe antreten? Wird sie den Mut dazu finden? All das wird in diesem Buch sehr anschaulich erzählt. Es hat mich gefesselt und ich konnte es fast nicht weglegen, denn ich wollte wissen, was es mit all den Personen auf sich hat. Wie z. B. mit Harry Thaw, oder Alex, Sam und Will. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und mich auch sehr gut unterhalten. Von mir daher eine Leseempfehlung sowie die volle Bewertungszahl.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Lerchie



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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Normalerweise interessieren mich Bücher über Mode eher weniger, bei diesem Buch war es aber eine gute Idee, das ich die Möglichkeit ergriff es zu lesen.

    Vordergründig handelt es von der Modeschöpferin Evelyn Bissette, ihrer Enkelin Fabienne Bissette und der Entstehung und Entwicklung der Modemarke Stella Designs, im Hintergrund schwingt aber die Zeit des Zweiten Weltkrieges in Frankreich und den USA, unfassbares Gräuel mancher Männer gegenüber Frauen und eine Liebe mit, die sich nur kurzzeitig erfüllen konnte.

    Immer im Wechsel erfahren die Leser_innen vieles aus der Perspektive Estellas aus den 1940er Jahren und Fabiennes aus der Gegenwart. Nach und nach setzt sich so wie bei einem Puzzle Stück für Stück das Bild zusammen, das viel zu oft grausames bereit hält.

    Die Grenze zwischen fiktionaler Erzählung und historisch haltbaren Ereignissen ist dabei oft sehr fliessend, so dass ich teilweise über das Internet versuchte etwas mehr vor allem zu den Ahninnen von Estella zu erfahren.

    Die Geschichte wird richtig spannend und berührend erzählt, so dass nie wirklich Langeweile entstand, sehr wohl aber Momente, wo ich erst einmal nicht mehr weiter lesen wollte und es dann nach einer Pause doch tat.

    Ein sehr gelungenes Buch, das ich nur wärmstens empfehlen kann.

  • Ein bedeutender Roman!


    Natasha Lester hat mit ihrem tiefgründigen Roman "Die Kleider der Frauen" (erschienen im Februar 2020 bei Aufbau Taschenbuch) ein ganz zauberhaftes, inspirierendes Werk erschaffen, das nicht nur Mode-Fans in Verzückung versetzen wird, sondern auch ob seiner Mannigfaltigkeit an reizvollen Themen und spannenden Handlungssträngen einen mitreißenden Pageturner voller Hoffnung und Schönheit darstellt.

    Paris, 1940: Seit geraumer Zeit hat Estella, die als Haute-Couture-Schneiderin in der französischen Hauptstadt lebt, bereits den Verdacht, dass ihre Mutter Jeanne im Widerstand tätig sein könnte, nur hatte diese stets ausweichend auf ihre Fragen reagiert. Indes rücken die Deutschen immer näher und die Hoffnung, dass Paris vor ihnen verschont bleiben würde, schwindet mit jedem Tag mehr. Wer kann, flüchtet. Als Estella sich eines Abends für wenige Stunden gemeinsam mit ihren Freunden von der tristen Situation ablenken möchte, steht sie plötzlich dem charismatischen wie auch geheimnisvollen Alex gegenüber. Er kennt ihre Mutter, mehr noch – er benötigt dringend Estellas Hilfe. Wider Erwarten findet sich die junge Frau in einer Undercover-Spionage-Aktion der Résistance wieder. Sie ahnt nicht, dass dieser schicksalhafte Abend, ebenso wie die Begegnung mit Alex, ihr Leben grundlegend verändern wird. Wenige Tage später muss sie Frankreich überstürzt verlassen und nach Amerika flüchten. In New York will sie endlich eigene Kleider entwerfen und sich einen Namen in der männerdominierten Modewelt machen. Vor allem möchte Estella dieses Geschenk, ein Leben fernab vom Krieg, Jeanne zuliebe nutzen. "Zwar konnte sie nicht in den Krieg ziehen, konnte Paris nicht retten, aber sie konnte Kleider nähen, Kleider, in denen Frauen sich stärker, wagemutiger und tapferer fühlten." Gerade als Estella glaubt, sich langsam in New York City zurechtzufinden, wird sie mit einem Familiengeheimnis konfrontiert, welches unzählige Fragen aufwirft und sie in ein Gefühlschaos stürzt. Basiert ihr ganzes Leben auf einer Lüge? Im Erzählstrang der Gegenwart hadert Estellas Enkelin Fabienne mit der Frage, ob sie sich die Nachfolge in Estellas Unternehmen zutraut und stolpert dabei über einige Ungereimtheiten in ihrer Familiengeschichte…

    In eindringlichen, stimmungsvollen Bildern und mit unglaublicher Authentizität zeichnet die Autorin das unverwechselbare Flair von den Metropolen Paris und New York City. Im Gegensatz zu vielen anderen Werken mit gleichem Setting werden hier nicht nur Sehenswürdigkeiten aneinandergereiht und der Leserschaft in leeren Phrasen aufgelistet – nein, im vorliegenden Roman spürt man in jeder Zeile, in jeder detaillierten Beschreibung den Puls der jeweiligen Stadt, streift mit Estella durch die verlassenen Straßen des Marais, erlebt den Charme und die unerschütterliche Eleganz von Paris, taucht in den lebendigen Buzz des Big Apple ein. Für mich war es das erste Buch der Autorin und ihr erfrischender, beinahe schon poetischer Schreibstil hat mich restlos begeistert!

    Die Geschichte lebt von ihren starken Charakteren, insbesondere Estella ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die man einfach nur bewundern kann und ins Herz schließen muss; gebannt habe ich ihren Lebensweg mitverfolgt. Die Beziehung zu ihrer Mutter, ebenso die Bindung zwischen Estella und Fabienne sind mit außergewöhnlich viel Feingefühl porträtiert worden. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, wobei der Fokus auf den beiden weiblichen Hauptfiguren liegt.

    Es ist ein Buch über Hoffnung und Mut, über Freundschaft und Liebe, über Familie und Geheimnisse. Der rote bzw. goldene Faden, der sich als zentrales Thema durch die Handlung zieht, ist Mode: die Kleider, die für Estella so viel mehr sind als nur ein hübsches Stück Stoff. Nach der Lektüre dieses Romans wird man seine Kleidung mit anderen Augen sehen. "Erstaunlich, dass ein Kleidungsstück so viel Bedeutung haben konnte und eine Macht besaß, die weit über Stoff, Faden und Schnittmuster hinausging."

    Fazit: Unbedingte Leseempfehlung für alle Liebhaber von historischen Romanen!


  • Ich muss zugeben, dass ich am Anfang ein wenig skeptisch war, ob ich "Die Kleider der Frauen" wirklich gut finde oder nicht. Zu meiner eigenen Überraschung habe ich das Buch dann innerhalb von zwei Tagen verschlungen, was ich bei Büchern dieses Genres eher selten habe. Der Schreibstil ist flüssig, die Atmosphäre gut getroffen, die Charaktere sind liebreizend und garstig zu gleich, man bekommt als Leser das Gefühl, es könnten Menschen wie du und ich sein .


    Das Buch ist in verschiedene zeitliche Episoden unterteilt, der Vergangenheit und der Gegenwart, beide erzählt durch zwei starke und empathische Frauen, die jede auf ihre eigene Art mit der Vergangenheit umgehen muss und an ihr wachsen muss.


    Mir persönlich fehlte ein wenig mehr von der Gegenwart, und dafür hätte es ein weniger der Vergangenheit sein können - allerdings ist es im Gesamten ausbalanciert, flüssig, emotional und spannend!


    Ich vergebe gerne fünf Sterne für dieses tolle Buch !

    Gelesen April: 9 Bücher, 2 Comicreihen, 4157 Seiten
    Gelesen Mai: 13 Bücher, 2 Zeitschriften (Stern Crime Serie), 1 Comicreihe, 5065 Seiten
    Juni aktuell: 9 Bücher, 4 Comicreihen, 1 Zeitschrift (Stern Crime )

  • Zwei Arten der Liebe


    Die Kleider der Frauen, Historischer Roman von Natasha Lester, 512 Seiten, erschienen bei Aufbau Taschenbuch


    Der große Traum der jungen Mode-Designerin Estella in den 40iger Jahren, von einem eigenen Mode-Label, führt bis in die Gegenwart zu ihrer Enkelin Fabienne.
    Paris 1940 die junge Haute-Couture-Schneiderin Estella wird durch ihre Mutter in die Verwicklungen der Resistance hineingezogen. Ihr bleibt nur noch die Flucht nach New York. Dort beginnt sie sich als Designerin einen Namen zu machen. Hier begegnet sie Alex, der mehr über sie und ihre Mutter zu wissen scheint. New York 2015 ihre Enkelin Fabienne will mehr über die Ungereimtheiten im Leben ihrer Großmutter herausfinden.
    Das Buch beinhaltet 12 Teile, die in 38 Kapitel aufgegliedert sind. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen und teilt sich in zwei Erzählstränge. Zum einen in den 40iger Jahren, die Geschichte Estallas und zum anderen die Erlebnisse ihrer Enkelin Fabienne im Jahr 2015. Jeder der beiden Frauen ist abwechselnd, ein Teil gewidmet, die Kapitel sind mit Ort und Datum überschrieben, die Zeitebenen und auch das Setting sind somit ganz klar erkennbar. Natasha Lester erzählt spannend, bildhaft und in auktorialer Erzählweise. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
    Einfühlsam erzählt die Autorin wie sich Estella in der schillernden Welt der Mode einen Namen gemacht hat und wie die alte Dame ihrer Enkelin die Zukunft der Firma ans Herz legt. Nebenbei entwickelt sich eine Liebesgeschichte voller Verwicklungen, Dramatik und Romantik. Der Estella-Faden und die Geschehnisse in der Vergangenheit waren interessanter und auch ausführlicher beschrieben doch für meinen Geschmack stellenweise zu dick aufgetragen um noch nachvollziehbar zu sein. Der Fabienne-Faden ist auf einer eher emotionalen Ebene und weniger ereignisreich. Am besten gefallen hat mir die Beschreibung der Stoffe, der Kleider und die schillernde Welt der Haute Couture. Die Kleider sind so gut beschrieben, dass ich sie mir gut vorstellen konnte.
    Durch den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, hat es die Autorin geschafft Spannung zu erzeugen, um die Ereignisse, die in den Jahren dazwischen geschehen sind, zu erkunden.
    Die Personen handelten m. M nach nicht immer nachvollziehbar, die Trennung Estellas von Alex und die Gründe dafür fand ich hanebüchen, auch zur damaligen Zeit einfach nicht glaubhaft. Die gesamten Verwandtschaftlichen Verhältnisse, vor allem die Verbindung Evelyn Nesbitt und Harry Thaws musste ich noch einmal lesen, das habe ich auf Anhieb nicht durchschauen können. Interessanterweise erfährt der Leser im Nachwort, dass einem Teil des Romans tatsächliche Fakten zugrunde liegen.
    Lieblingspersonen hatte ich mehrere z.B. Alex, Janie, Sam, Will und auch seine Schwester. Dagegen fand ich Estellas Mutter und natürlich Harry Thaws unmöglich. Fabienne blieb im Roman dagegen eher blass, diese Figur wäre es wert gewesen, sie besser auszubauen.
    Insgesamt finde ich das Buch unterhaltsam, jedoch an einigen Stellen etwas zu langatmig und unglaubhaft. Meine Leseempfehlung gilt denjenigen Leserinnen die sich gerne in die schillernde Welt der Mode entführen lassen und dabei eine romantische Liebesgeschichte erleben wollen. Von mir dafür 3,5 Sterne.

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    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • "Die Kleider der Frauen" hat mich echt überrascht, denn das Buch ist so viel mehr, als der Klappentext andeutet. Es fließen so viele Elemente zusammen: Familiengeschichte, Spannungsroman, Krimi, Liebe, Leid. Dadurch ist die Geschichte sehr vielseitig und der Leser wird mit immer wieder wechselnden Handlungsverläufen konfrontiert. Auch, weil das Buch auf zwei Zeitebenen spielt, was mich am meisten überrascht hat, da es im Klappentext nicht erwähnt wird.


    Der Handlungsstrang, der zur Zeit des Zweiten Weltkrieges spielt, konnte mich mehr überzeugen als der Strang der Gegenwart, da mir die Gefühle der Figuren dort gelebter erschienen und ich somit mehr mit den Charakteren mitfühlen konnte. Und obwohl ich mich überhaupt nicht für Mode interessiere, hat die Autorin es geschafft, mich für diese Branche zu begeistern. Vor allem war es spannend, mitzuerleben, was sich hinter den Kulissen abspielt. Dafür war Estelle die perfekte Figur, denn sie hat ihren eigenen Kopf und ihren eigenen Willen, ist taff, neugierig und nicht aufzuhalten, wenn sie etwas erreichen möchte. Das hat mir sehr gefallen. Allerdings hatte das Buch für mich auch einige Längen. Manche Dialoge empfand ich als sehr gezwungen, teilweise wurden Handlungsverläufe hinausgezögert und die Spannung etwas zu sehr ausgedehnt. Wer gut erzählte Familiengeschichten mit tiefgründigen Facetten mag, der macht mit diesem Buch aber nichts falsch.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond


    http://www.lektorat-sprachgefuehl.de

  • Liebe ist immer gleich, ob in Zeiten des Krieges oder des Friedens


    Interessante Geschichte mit einigen Schwächen.


    Die Handlung spielt auf zwei Ebenen, während des Zweiten Weltkrieges und in unserer Zeit. Handlungsorte alternieren, in der Kriegszeit zwischen Frankreich und USA und in der Gegenwart zwischen USA und Australien. Auch wie die beiden Handlungsstränge miteinander verbunden sind, ist gut gemacht, trägt zur Spannung bei.


    Was ich dem Buch vorwerfe – und es liegt nicht an der Übersetzung sind immer mal wieder Entgleisungen ins Triviale, z.B. in der Beschreibung der Hauptpersonen. Die Guten sind schön und perfekt, den Bösen, den ominösen Mr. Harry Theft sieht man sofort an, er ist depraviert und ein Wüstling.


    Ein anderer Abzugspunkt ist die viel zu starke Betonung des modischen Aspektes. Herr Gott nochmal, es ist Krieg. Da dürfte ein Faltenwurf, ein angeschnittener Ärmel, eine Stoffblume oder ein Zierknopf nicht so wichtig sein. Aber vielleicht sehe ich das zu eng. Zugegeben, die Frauen, die in Kriegszeiten ihren Mann im Beruf stehen mussten, benötigten eine andere Art von Kleidung als in Friedenszeiten. Und Kombimode kam wohl damals in Mode. Kann ein Kragen kriegsentscheidend sein? Immerhin hatte schon Coco Chanel im Ersten Weltkrieg mit Korsett und am Rücken zugeknöpften Kleidern aufgeräumt.


    Ich weiß, von der Mode leben viele Menschen. De Modeschaffenden, die Models, die Schneider, die Textil- und Schuhindustrie mit ihren Vertriebsketten, die Kinder und Frauen, die für einen Hungerlohn in Asien die Bekleidung herstellen, die Mode ernährt sie alle. Aber die Glamour Seite der Mode ist mir zu oberflächlich. Ich kann einer Modeshow nichts abgewinnen, Hochglanzmagazine verleiten mich nicht zum Zugreifen. Eher ein gut geschriebenes Buch.


    :bewertung1von5::bewertungHalb::bewertungHalb: