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Sylvain Tesson – La panthère des neiges

La Panthère des Neiges

3 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Gallimard

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 166

ISBN: 9782072822322

Termin: Neuerscheinung Oktober 2019

  • Original : Französisch, 2019


    INHALT :

    « Tesson ! », sagte Munier, « ich bin auf der Spur eines Tieres seit sechs Jahren. Es versteckt sich auf den Hochebenen Tibets. Diesen Winter kehre ich dorthin zurück ; ich nehme dich mit ! » « Und um wen geht es ? » « Den Schneeleoparden. Ein magischer Schatten ! » « Ah, ich dachte, dass er verschwunden wäre », sagte ich. « Ja, das macht er uns glauben ! »


    BEMERKUNGEN :

    Sylvain Tesson läßt sich hier mitreißen von einem bedeutenden Tierphotographen, seinem Freund Vincent Munier (geboren 1976). Das Buch fängt quasi mit einem Vorkosten an : das abendliche Beoabchten einer Dachsfamilie aus nächster Nähe. Das aber kann nur bei absoluter Ruhe und Stillhalten gelingen. Neue Erfahrung für den eher dynamischen und quirligen Tesson… Und dahinein kommt die Einladung nach Tibet : sich auf die Spuren des Schneeleoparden begeben!


    So gelangen wir hinaus aus Europa und nähern uns nach und nach, über Chengdu in China, Tibet. Dort geht es von einem Basislager in andere. Man bleibt einige Tage, zieht von da ausgehend seine Kreise und legt sich auf die Lauer. Diese Habachtstellung, nahe der Unbeweglichkeit, einer Lauerhaltung, ja, die Tesson gar mit der Situation eines Snipers vergleicht, steht mE inhaltlich fast im Mittelpunkt. Das grenzt an eine Haltung, die aber eben nicht nur diesen Bereichen eigen sein könnte, sondern die der Autor durchaus auch übertragen wissen will. Nun, neben der Unentgeltlichkeit – die unsereins schwer ertragen kann – kommt aber doch der Wunsch nach Späherfolgen hinzu…


    Diese Passagen gehören zu den Stärken des Buches, und sicherlich hat Tesson viel zu erzählen über die Lebenswelt der Tiere. Oft landet er dann bei der Verurteilung des Menschen… Wenn er es doch bei diesen besten Elementen es dabei belassen könnte, auch oft mit einer poetischen Sprache ! Aber leider kommt der Unruheherd und eine gewisse prätentiöse, überhebliche Stimme ihm selbst, und uns dem Leser, immer wieder durch die Quere. Leider passen plötzlich gewählte Vergleiehce oder Begriffe nicht. Als ob er ausrutscht, ausgleitet. Schade, schade.


    Im Übrigen kann es sehr gut sein, dass vielen Lesern dies garnicht auffällt, und dieser Eindruck mir eigen ist. Erhielt dieses Buch doch den Renaudot und viel beifälliges Klatschen hier in Frankreich. Muss ja nicht allen gleich gefallen… Bei mir langt es nicht für mehr als drei Sterne.


    AUTOR :

    Sylvain Tesson, geboren 1972 in Paris, ist Schriftsteller, Filmemacher und Reisender. Von der Ausbildung her ist er Geograph und schrieb eine Arbeit über Geopolitik. Seit 1991 bereist er auf verschiedenste Weise die Welt: Er fuhr mit dem Fahrrad um die Welt und unternahm viele monatelange Expeditionen - durch den Himalaya, von Sibirien nach Indien zu Fuß und immer wieder nach Zentralasien. Für seine Reisebeschreibungen und Essays wurde er 2009 mit dem Prix Goncourt de la nouvelle ausgezeichnet. „In den Wäldern Sibiriens“ erhielt 2011 den Prix Médicis. Das hier vorgestellte Buch bekam den Prix Renaudot. Auch Besteigungen von Kathedralen und diversen Monumenten stehen auf seiner Aktivliste.

    (mehr auch auf Französisch unter: https://fr.wikipedia.org/wiki/Sylvain_Tesson )



    Broché : 176 pages

    Editeur : Gallimard; Édition : 01 (10 octobre 2019)

    Collection : Blanche

    Langue : Français

    ISBN-10 : 2072822327

    ISBN-13 : 978-2072822322

  • Zahlreich sind eigentlich die Buchreferenzen, die Zitate und Querverweise. "Historisch" relevant hielte ich persönlich vor allem dieses Buch, der Erfahrungsbericht von Peter Matthiessen


    Auf der Spur des Schneeleoparden: Die Reise in ein vergessenes Land - eine Expedition in Grenzbereiche der Erfahrung


    Es wird (auch) dort deutlich, wie sehr es nicht nur um eine wissenschaftliche Expedition handelt, sondern diese Suche nach dem ach so sich entziehenden Wildtier noch ganz woanders hinführt und eine spirituelle Erfahrung wird.


    Seltsamerweise ist der vielleicht garnicht so uneitle Tesson darauf bedacht, sich hier aber ganz schön abzugrenzen und so zu tun, als ob sein Unterfangen ganz anders wäre...

  • Danke für die Rezi tom leo . Das erste von dir genannte Werk scheint mir zwar interessant, aber entspricht, denke ich, nicht meinem

    Beuteschema. Aber das Buch von Mathiessen habe ich mir direkt auf die WuLi gesetzt, weil das wohl dem >nature writing< entspricht,

    das mir gefallen könnte. Nach Robert MacFarlanes und Roger Deakins wunderbaren Büchern bin ich immer auf der Suche nach ähnlich

    ausgerichteten Ausflügen in die Wildnis mit spirituellem Anspruch.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:David Markson - Wittgenstein`s Mistress

    :study:Neil Ansell - The Last Wilderness

  • tom leo
    Ist dies die deutsche Version?

    Nein, dies ist nicht die deutsche Version des von mir vorgestellten Buches, aber quasi die Version des Photographen Munier von dieser Reise. Die Priorität liegt also auf den Photos und einigen lyrischen Begleittexten von Tesson. Der stolze Preis mag einige abhalten...


    Der renommierte Naturfotograf Vincent Munier (Im eisigen Weiß) nimmt uns in diesem Bildband mit auf die Spuren des seltenen Schneeleoparden in die schwer zugängliche, majestätische Bergwelt Tibets. Aber nicht nur den scheuen Schneeleoparden hat Munier aufgespürt und in atemberaubend ästhetischen Bildern festgehalten, er ist auch anderen Bewohnern der Berge begegnet: den kleinen Pikas, Tibetfüchsen, wilden Yaks und großen Raubvögeln. Auf seiner beschwerlichen Reise begleitete ihn der erfolgreiche Autor Sylvain Tesson, dessen Gedanken und Erinnerungen die poetischen Bilder Muniers ergänzen.

    Den Schneeleoparden in Tibets Bergen zu finden gilt als das höchste Ziel und ist Erfüllung für viele Reisende und Naturfotografen. Die Suche ist beschwerlich und gefährlich zugleich: geblendet vom Licht der Höhe, muss man ihn zwischen Felsen, Eis und Schnee entdecken, den Rücken jedes Berges erklettern, in der steten Hoffnung ihn zu entdecken. Nur kleinste Bewegungen enthüllen den gut getarnten König der Berge, wenn er die Felsen hinuntersteigt, um kurz darauf wieder zu verschwinden.

    Dieses fotografische Meisterwerk kommt in bibliophiler Luxus-Ausstattung: Ein Fotografie-Band in höchster Qualität, gedruckt auf ausgesuchtem Papier mit zusätzlichem Reisejournal im Schuber. Das perfekte Geschenk für Tibet-Fans und Fotografie-Begeisterte zugleich!