Jin Yong - A Snake Lies Waiting / Shediao Yingxiong Zhuan

  • Eigenzitat aus amazon.de:


    Nachdem in den ersten beiden Bänden Guo Jing und Lotus als das Kernliebespaar dieser Reihe vorgestellt worden sind und sie sich mehr und mehr näherkamen, findet uns der Beginn dieses Romans auf einem Schiff in Seenot, mit dem die beiden und einige ihrer Begleiter die Pfirsichblüteninsel verlassen haben. Und so finden sich die beiden und Zhou Botong und Graf Sieben Hong bald im kalten Wasser und können ihr Kungfu an Haien testen.


    Gerettet werden sie von dem bösartigen und hintertriebenen Viper Ouyang, dessen Neffe Gallant Ouyang immer noch hinter Lotus her ist, obwohl diese ihm ihre Ablehnung oft genug zu verstehen gegeben hat. Und nun sind unsere Heldinnen und Helden also an Bord eines Schiffs, an dem jede Mahlzeit und jeder Trunk die Gefahr einer schweren Vergiftung mit sich bringen kann. Doch dann erleidet auch dieses Schiff Schiffbruch und die Handlung verlegt sich auf eine abgelegene einsame Insel, wo eine sehr besondere Form der Robinsonade beginnt.


    Auch im Weiteren besuchen die verschiedenen Handlungsfiguren überaus klassische Handlungsorte klassischer chinesischer Erzählungen, wie die Küche des Kaiserpalastes, ein fast vollständig verlassene Dorf, einen Versammlungsort der Bettlergilde, ein Klanversteck auf einem der heiligen Berge Chinas und – besonders klassisch – eine Herberge, die sehr abgelegen liegt und in der das „Bühnenpersonal“ Schlag auf Schlag wechselt, wie in einem komischen Theaterstück – abgesehen von den Kämpfen auf Leben und Tod. Dieser Teil erinnert stark an „Die Herberge am Drachentor“ zu der es ja einige Verfilmungen gibt.


    Wie immer sind die Kämpfe überaus ausgiebig beschrieben und die innere Kampfkunst mit Bezug auf den Daoismus steht dabei klar im Vordergrund. Zum Teil Arten diese Beschreibungen – und die dazugehörigen Exkurse – ein wenig aus, auch, weil sich die Kombattanten immer wieder in komplexen Täuschungsmanövern versuchen, die auch so ihre Slapstickmomente beinhalten. Und es sterben bei all diesen Manövern erstaunlich wenige Charaktere.


    Wie schon die beiden vorhergehenden Bände endet auch dieser in einem ziemlich atemlosen Cliffhanger, so dass man nun wieder einmal auf die Fortsetzung warten muss – auf die ich mich schon freue. Zum Glück werden zu Beginn der Bücher die Charaktere in ihren Zusammenhängen och einmal dargestellt und am Ende gibt es auch eine Anmerkungsreihe zu im Buch gegebenen Verweisen zur klassischen chinesischen Literatur. :study::thumleft: