Rainer Wekwerth - Es beginnt

  • Kurzmeinung

    Pasghetti
    Die Handlung bleibt irgendwie flach, obwohl viel passiert; interessanter Hintergrund und tolle Charaktere
  • Beastmode (Es beginnt) - Rainer Wekwerth


    Thienemann Esslinger Verlag

    320 Seiten

    Fantasy

    Band 1
    18.
    Januar 2020


    Inhalt:


    Sie sind die letzte Hoffnung der Menschheit:

    Damon Grey, ein unheimlich gut aussehender, zweihundert Jahre alter Dämon.

    Amanda Nichols, die von sich behauptet, eine Göttin zu sein.

    Wilbur Night, der am ganzen Körper tätowiert ist und für fünf Sekunden die Zeit anhalten kann. Malcom Floyd, ein nicht klein zu kriegender Vollnerd, der unverwundbar ist. Und Jenny Doe, halb Mensch, halb Maschine, die keinerlei Erinnerungen an ihre Vergangenheit hat. Sie müssen herausfinden, was es mit dem mysteriösen Energiefeld auf sich hat, das im Pazifischen Ozean entdeckt wurde. Wissenschaftler vermuten, dass es ein gigantisches Portal ist, das in eine andere Dimension führt. Doch bislang ist keiner je zurückgekehrt …


    Meinung:


    Amanda, Malcom, Damon, Jenny und Wilbur sind fünf ganz besondere Jugendliche in einer ganz besonderen Zeit.

    In einer Welt, die der Unseren gleicht und in der die Auslöschung der Menschheit kurz bevorsteht, werden diese fünf für eine Mission ohne Wiederkehr ausgebildet. Innerhalb kürzester Zeit werden sie nach militärischen Standards getrimmt und müssen dann ihr Leben für Millionen von Menschen aufs Spiel setzen, die sich nicht einmal mehr an sie erinnern werden.

    Klingt abgefahren - ist es auch und trotzdem blieb „Beastmode“ etwas hinter meinen Erwartungen zurück.


    Bisher hatte ich noch kein Buch von dem Autor gelesen, aber er schreibt wirklich gut.
    Flüssig, fantasievoll, nicht zu abgehoben, obwohl auch Scifi-Elemente in der Geschichte vorkommen.

    Ich würde es als eine Mischung aus Dystopie, Fantasy und Jugendbuch beschreiben.

    Die Kapitel sind nicht zu lang, sodass man relativ schnell vorankommt, was aber auch an der guten Story liegen mag.
    Und gut ist sie, keine Frage.

    Die Idee habe ich so noch nicht gelesen, sie ist mir neu und dementsprechend neugierig war ich auf den Verlauf.

    Ich meine, Menschen mit besonderen Fähigkeiten gibt es zwar schon im Leseuniversum, aber die Zusammenstellung der Truppe fand ich echt unterhaltsam.


    Erzählt wird das Ganze in der personellen Perspektive, sodass jeder Protagonist einmal zu Wort kommt.
    Man erhält also einen groben Überblick über die gesamte Gefühlslage der Charaktere. Und wenn ich sage grob, dann meine ich auch grob, denn eine emotionale Verbindung zu den Jugendlichen konnte ich nicht herstellen.

    Der Autor schreibt teilweise über Liebe, allumfassende Liebe nach nur einem Tag bzw zwei, drei Tagen, das ging bei mir leider rein und wieder raus - sowas kaufe ich selbst dem Besten nicht ab, sorry.

    Da müssten die Umstände noch ein bisschen anders sein.

    Aber auch bei den restlichen Gefühlen hatte ich ein paar Probleme, die zu fassen zu kriegen.
    Es blieb alles sehr oberflächlich, ab und zu blitzte eine gewisse Tiefe durch - vor allem bei Jenny und Malcom konnte ich mich etwas besser einfühlen, aber ansonsten fehlte es an Tiefgründigkeit.


    Nichtsdestotrotz fand ich die Handlung schön konstruiert.

    Die Göttin, der Dämon, die halbe Maschine, der Zeitmensch und der Nerd begeben sich auf eine Reise, ein Abenteuer ins Ungewisse und ich wusste bis zur Hälfte wirklich nicht was mich erwartet. Ab Mitte des Buches ist die Euphorie etwas abgeflaut, da ich schon gewisse Schlüsse ziehen konnte und die sich als wahr erwiesen haben.

    Die Gruppe findet sich an verschiedenen Orten wieder, die Settings hat der Autor sehr authentisch beschrieben, der Charme der Zeit konnte mich einlullen und diesbezüglich ins Geschehen versetzen. Es ist natürlich immer aufregend neue Dinge zu entdecken, aber es war auch spannend mitzuverfolgen, wie sich die Gruppendynamik entwickelt.

    Nicht alle Charaktere waren von Beginn an sympathisch und doch haben sie durch ihre Fähigkeiten etwas Faszinierendes an sich, das einen beim Lesen vorantreibt.


    Die Atmosphäre lässt sich als angespannt beschreiben, schließlich steht das Schicksal der Welt auf dem Spiel, aber der Autor hat auch noch einige spannende Elemente mit einfließen lassen: Flucht, Energiefelder, Überraschungsmomente - wenn auch nicht viele und das Gefühl dauerhaft verfolgt zu werden und nicht zu wissen, wer da hinter einem ist.

    So gesehen war es prickelnd, aber nicht übermäßig fesselnd.


    Fazit:


    „Beastmode“ ist der Auftakt zu einer aufregenden, abenteuerlichen Reise, die ein sehr ungleiches Team an diverse Orte, zu immer neuen Gefahren und Rätseln bringt. Obgleich das Sympathielevel unterschiedlich hoch war, hatte ich doch meinen Spaß mit der Geschichte. Die Fähigkeiten der fünf Jugendlichen bringen einen gewissen Kick in den Verlauf, aber auch sonst liest es sich schnell weg, vor allem weil ich gern hinter die Fassaden blicke und immer von Wissensdurst vorangetrieben wurde. Das einzig große Manko der Story ist die fehlende emotionale Verbindung zu den Protagonisten.

    Man liest „Beastmode“, aber „erleben“ konnte ich es nicht.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)