Lucinda Riley - Das Schmetterlingszimmer / The Butterfly Room

Das Schmetterlingszimmer

4.6 von 5 Sternen bei 9 Bewertungen

Verlag: Goldmann

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 672

ISBN: 9783442485819

Termin: Neuerscheinung August 2019

Klappentext / Inhaltsangabe: Posy Montague steht kurz vor ihrem siebzigsten Geburtstag. Sie lebt alleine in ihrem geliebten »Admiral House«, einem herrschaftlichen Anwesen im ländlichen Suffolk. Eines Tages taucht völlig unerwartet ein Gesicht aus der Vergangenheit auf: ihre erste große Liebe Freddie, der sie fünfzig Jahre zuvor ohne ein Wort verlassen hatte. Nie konnte Posy den Verlust überwinden, aber darf sie nun das Wagnis eingehen, ihm noch einmal zu vertrauen? Freddie und das »Admiral House« bewahren indes ein lange gehütetes, düsteres Geheimnis – und Freddie weiß, er muss Posys Herz noch einmal brechen, wenn er es für immer gewinnen will …
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  • Inhalt
    Posy Montague durfte im "Admiral House", das sich seit Generationen im Familienbesitz befindet, bis zum Tode ihres Vaters eine glückliche Kindheit verbringen. Schöne Erinnerungen verbinden sie mit dem alten Haus, doch fällt der rüstigen Dame der Erhalt des herrschaftlichen Anwesens zunehmend schwerer. Für die nötigen Renovierungsarbeiten fehlt das Geld, und auch Posys Söhne verfolgen andere Ziele.
    Da taucht kurz vor Posys 70. Geburtstag deren alte Jugendliebe auf, Freddie, der sie vor 50 Jahren von einem Tag auf den anderen ohne weitere Erklärung verlassen hatte. Als sich die Nebel der Vergangenheit lichten, wird auch Posys gegenwärtiges Leben noch einmal gehörig auf den Kopf gestellt.


    Meine Meinung

    Mit dem „Schmetterlingszimmer“ hat Lucinda Riley einen großartigen Roman vorgelegt, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, doch nimmt der Handlungsstrang aus der Vergangenheit weit weniger Raum ein als der gegenwärtige. Geschickt verbindet die Autorin Posys Kindheit und Jugend mit der Gegenwart, wobei es ihr hervorragend gelingt, die Spannung von Anfang bis Ende nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern im Verlauf der Geschichte sogar noch zu steigern.
    Die Protagonisten fand ich allesamt interessant, glaubwürdig und charakterlich vielschichtig dargestellt. Große Gefühle kommen ebenso wenig zu kurz wie große Geheimnisse, doch wirkt die Handlung trotz aller dramatischen Ereignisse sehr lebendig und lebensecht. Dem Leser bereitet es absolut keine Mühe, mit den Hauptakteuren mitzufühlen, mitzurätseln und mitzufiebern.
    Eine besonders liebenswerte Erscheinung ist Posy, die mit ihrer herzlichen Art und praktischen Lebenseinstellung sofort meine Sympathien gewonnen hat. Aber auch ihre bedauernswerte Schwiegertochter Amy, gefangen in einem Gefühlschaos, schwankend zwischen Pflicht und Leidenschaft, hat mir sehr gut gefallen. Die starken familiären, vielfältig verflochtenen Beziehungen vermitteln dem Leser ein Gefühl von Wärme und Lebensfreude, die auch Schicksalsschläge auszuhalten und mitzutragen vermögen. Mich hat die positive Grundstimmung sehr angesprochen, da sie auch für die "Problemkinder" des Romans Lösungen anzubieten hat. Mit der realistischen Auflösung aller Rätsel und sämtlicher Geheimnisse war ich ebenfalls sehr zufrieden, sodass mir nicht der kleinste Kritikpunkt einfallen will.
    Gerne habe ich mich von Lucinda Rileys fantasievoller Erzählung und ihrem packenden Stil mitreißen lassen, und hatte am Ende der Geschichte das Gefühl, sämtliche Protagonisten persönlich kennengelernt zu haben. Unterhaltsame Lesestunden und herrliches Kopfkino sind bei diesem Buch garantiert, dafür ein herzliches Dankeschön an die Autorin!

  • Inhaltsangabe:


    Posy Montague ist 70 Jahre alt und blickt auf ein bewegtes Leben zurück, zum großen Teil in Admiral House in Suffolk verbracht. Ihre beiden Söhne Sam und Nick hat sie als Witwe allein groß gezogen. Nick ist ein erfolgreicher Antiquitätenhändler, der nach jahrelangem Auslandsaufenthalt wieder nach Großbritannien zurückkehrt. Sam ist mit Amy verheiratet und hat zwei kleine Kinder, doch er glänzt eher durch Misserfolge im unternehmerischen Bereich. Für den Lebensunterhalt muss Amy aufkommen, was ihr zunehmend schwerer fällt.


    Posy trifft eines Tages Freddie Lennox wieder. Er war einst die Liebe ihres Lebens, aber dann hatte er sich ohne weitere Erklärungen aus ihrem Leben gestohlen. Sie erfuhr nie, weshalb er sich von ihr getrennt hatte.


    Als Nick, Freddie und der charmante Schriftsteller Sebastian Girault in Posys Leben erscheinen, werden Ereignisse in Gang gesetzt, die unumkehrbar sind. Und dann ist da noch das Geheimnis um das geliebte Schmetterlingszimmer ihres Vaters, das nach all den Jahren noch gelüftet werden muss.


    Mein Fazit:


    Ein wunderbares Buch, ich kann es nicht anders sagen. Es ist ähnlich in dem Stil geschrieben wie die Bände der Sieben Schwestern-Reihe. Vergangenheit und Gegenwart spielen eine wichtige Rolle und es werden Brücken gebaut und somit beide Zeitformen geschickt miteinander verknüpft.


    Zugegeben, das eine oder andere kleine Detail konnte man schon ein bisschen vorher ahnen. Warum Nick heimlich so viel in Suffolk verweilte, obwohl seine frische Liebe Tammy in London auf ihn wartete. Und Sam ist mir von allen am unsympathischsten gewesen: alkoholkrank und kümmerte sich kaum um seine Frau und Kinder. Für seine Misserfolge übernahm er auch kaum Verantwortung. Logisch, dass es da eskalierte. Kleine Liebeleien, kleine versteckte Andeutungen und ein riesiges Haus, das niemand unterhalten kann und doch will man es im Grunde nicht verkaufen.


    Die Rückblenden beschreiben Posy als Mädchen und junge Frau, die ohne ihre Eltern den Weg finden musste. Der Vater verstarb früh und sie kam zu ihrer Großmutter. Die Mutter floh nach Frankreich und später nach Italien und interessierte sich kaum noch für ihre Tochter. Um dennoch alle stolz zu machen, lernte Posy fleißig und konnte später auf einem frisch gegründeten Mädchen-College studieren. Über all dem Hing der Geist ihres Vaters, den sie über alles geliebt hatte und ihr viel zu früh entrissen wurde. Ihre Erinnerungen an die Ausflüge mit ihm waren immer gegenwärtig.


    Ich habe die Geschichte um die Montagues genossen, ihre Tiefschläge und Höhenflüge, ihr Glück und Leiden und immer wieder Posy in der Mitte, wie ein Fels in der Brandung. Eine solche Mutter ist wirklich bemerkenswert. Und was ich ganz toll finde ist die Tatsache, dass in diesem Buch nicht nur junge Menschen Liebe finden können. Posy und Freddie, beide über 70 und verwitwet, scheinen an alte Zeiten anknüpfen zu wollen. Ich finde das wunderbar und so herrlich romantisch.


    Ein absolutes Wohlfühlbuch für zwischendurch, um sich das Herz ein bisschen erwärmen zu lassen. Es bekommt fünf Sterne mit einer klaren Lese-Empfehlung.

    LG, Elke :wink:

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