Bobbie Kitt - Jude

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  • Autor/in: Bobbie Kitt

    Titel: Jude

    Reihe/Band: Palace of Pleasure, Band 4

    Genre: Erotischer Roman

    Erscheinungsdatum: Januar 2020

    ISBN: 978-3-903130-48-7

    Preis: 12,99 € als Taschenbuch


    Klappentext

    Seit ein Skandal seine Karriere als Baseballprofi beendet hat, hält sich Jude Myers aus dem Rampenlicht fern – und nach Möglichkeit auch von hübschen Frauen. Seine Devise lautet: Keine Dates und keine Affären außerhalb des Pleasure Clubs, da dieser für seine Diskretion bekannt ist. Als die Tochter seines verstorbenen Bruders eine Freundin einlädt, den Sommer auf dem gemeinsamen Familienanwesen zu verbringen, gerät sein Grundsatz allerdings ins Wanken. Die achtzehn Jahre jüngere Jamie ist mörderisch sexy, gefährlich vorlaut und sie weiß mit ihren Reizen zu spielen.

    Jude setzt alles daran, nicht noch mal für negatives Aufstehen zu sorgen und Jamie zu widerstehen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Besonders, wenn man eine lange Zeit als der größte Playboy Texas‘ galt und die süße Draufgängerin keinen Hehl daraus macht, dass ihr Ziel das Bett in seinem Schlafzimmer ist …


    Anmerkung

    Dieses Buch ist für mich das erste der Reihe und auch das erste der Autorin, das ich gelesen habe und somit kann ich auch nur über diesen Teil schreiben und keine weiteren Zusammenhänge o. Ä. herstellen. Auch wird diese Rezension etwas anders aufgebaut sein als normalerweise, denn ich musste sehr stark zwischen meinen Erwartungen und dem eigentlichen Inhalt differenzieren.


    Buch-/Reihentitel

    „Palace of Pleasure: Jude“ ist der Titel des vierten Bandes der „Palace of Pleasure – Club der Milliardäre“-Reihe und somit wieder passend zu seinen Vorgängern „Club der Milliardäre“, „Kingston“ und „Lucas“ gewählt worden. Beim Reihentitel „Palace of Pleasure“ war mein erster Gedanke, dass es sich um einen Sex-Club handelt und ich war sehr neugierig, denn ich bin schon sehr lange auf der Suche nach einem wirklich guten Buch in diesem Genre und auch die zusätzlichen Stichpunkte „feurig. impulsiv. verboten.“ ließen mich auf eine richtig heiße Story hoffen mit vielen explizit sexuellen Szenen und eventuell auch einigen außergewöhnlichen „Experimenten“.


    Cover und Design

    Auch das Cover hat diese Hoffnung bzw. Erwartungen unterstützt. Es ist in orange- und braunfarbenen Tönen gehalten, eine sehr gut zusammenpassende Farbkombination. Abgebildet ist ein Männerkörper (ohne Kopf) in einem gut geschnittenen schicken Anzug. An ihn geschmiegt sieht man eine Frau mit langen dunklen Haaren, die sehr stark tätowiert ist und außerdem könnte es sein, dass sie nur mit Reizwäsche bekleidet ist – aber das ist nicht allzu deutlich zu erkennen.

    Im Innendesign ist mir leider sehr negativ die Schriftgröße aufgefallen, denn diese ist sehr klein und so befanden sich extrem viele Zeilen auf einer Seite. Man musste ziemlich aufpassen, nicht in der Zeile zu verrutschen und das hat das Lesen für mich irgendwie sehr anstrengend gemacht.


    Charaktere

    Jamie Wallace ist eine 20 Jahre alte Studentin und hat einen sehr attraktiven Körper, der über und über mit Disney-Tattoos verziert ist. Sie ist mehr oder weniger eine Waise, denn ihr Vater ist vor nicht allzu langer Zeit gestorben und ihre Mutter hat sich aus dem Staub gemacht, als sie klein war. Meistens scheint Jamie schneller zu reden als sie denken kann und wirkt dadurch leider oft ziemlich plump. Viele ihrer Aussagen haben einen extrem anzüglichen Klang und auch ihre beste Freundin Rebecca scheint das nicht aus ihr rauszukriegen.

    Jude Myers ist Ende 30 und arbeitet als CEO im Werbe- und Medienkonzern seines verstorbenen Bruders, seit er nach einer sehr kompromittierenden Situation mit einer 15-jährigen seine Baseballkarriere an den Nagel gehängt hat. Von Frauen hat er diese erstmal gestrichen voll und hält die meisten auf Abstand. Er ist Rebeccas Onkel und als er Jamie das erste Mal sieht, weiß er direkt, dass sie Ärger bedeutet.


    Schreibstil

    Bobbie Kitt’s Schreibstil war größtenteils sehr ausschweifend und durch die kleine Schrift schwer zu verfolgen. Die Geschichte um Jamie und Jude wird auf 410 Seiten erzählt, jedoch hatte ich leider viel zu oft das Gefühl, als würde die Handlung einfach nur vor sich hinplätschern, denn es gab keine groß nennenswerten Ereignisse. Viele Nebenhandlungen wurden in meinen Augen viel zu weit ausgeführt, obwohl es mit der eigentlichen Storyline nicht wirklich etwas zu tun hatte und so ging es mir vom Gefühl her auch mit einigen eingeführten Charakteren. Im ersten Dreiviertel des Buches leider so überhaupt nicht viel passiert und auch die zwei oder drei vorhandenen Sexszenen z.B. ähnelten sich ziemlich stark. Ständig wurde wiederholt, wie „heiß“ und „attraktiv“ Jude und auch Jamie sein sollen – irgendwann kam es mir einfach nur zu den Ohren wieder raus. Auch Jamie’s plumpe Anmachen waren teilweise so idiotisch, dass ich denke, jeder normale Mensch hätte verstanden, dass es keine beabsichtigts Flirten gewesen ist – zumindest zu Anfang der Geschichte.


    Handlung

    Tja, was soll ich sagen? Ich bin, was dieses Buch angeht, ehrlich gesagt etwas hilflos.

    Die Anziehung zwischen den beiden Protagonisten wurde während der Geschichte deutlich spürbar, allerdings schlug dies nach einer gewissen Zeit um und wirkte nur noch, als wären Jamie und Jude zwei notgeile Teenager. Auch finde ich, dass die beiden sehr auf ihr Äußeres reduziert worden sind, anstatt ihnen ein paar nennenswerte Eigenschaften zu verpassen. Als Jude dann auf einmal grundlos seine Meinung ändert und doch was mit Jamie anfängt, bin ich nahezu verzweifelt. Es gab in seinem Kopf, seinen Gedanken, keinen ersichtlichen Wendepunkt, auf den diese Entscheidung zurückzuführen wäre. Auf mich wirkte sein Charakter daraufhin einfach scheinheilig und unglaubwürdig.

    An dieser Stelle möchte ich nochmal auf den Reihentitel „Palace of Pleasure“ hinweisen – leider habe ich den Club in dieser Geschichte gesucht und nicht gefunden. Im letzten Viertel gab es eine einzige Szene in diesem Etablissement und zuvor wurde in drei Sätzen nur kurz erklärt, dass es sich um einen sehr teuren und überaus diskreten Sex-Club handelt. Wo ist da die Spannung? Generell gab es in diesem Buch nicht unbedingt viel Sex und auch war dieser, bis auf die Club-Szene, nicht sonderlich außergewöhnlich.

    So wie die Handlung zu Beginn noch vor sich hingeplätschert ist, gab es am Ende auf einmal noch einiges an Action. Mit der Menge an auf mich einprasselnden Informationen, war ich in diesem Abschlussteil jedoch etwas überfordert. Für absolut alles musste noch eine Lösung gefunden werden oder angefangene Nebenhandlungen mussten aufgelöst werden – es war einfach zu viel und wirkte durch auf mich ziemlich gehetzt.


    Fazit

    Ich denke, dass dieses Buch mit seinem Sex-Club und der Geschichte über ein Paar mit großem Altersunterschied auf jeden Fall Potenzial hatte, allerdings ist dieses in meinen Augen nicht ausgenutzt worden. Meine Erwartungen wurden, bis auf eine einzige kleine, etwa zehn- bis fünfzehnseitige Szene, nicht erfüllt. Generell verstehe ich unter einem Erotikroman auch eher etwas anderes als das, was mir in dieser Geschichte geboten wurde. Außerdem: Hätte man das Buch etwas gekürzt und sich ein bisschen mehr auf ein zentrales Thema fokussiert, wäre ich damit auf jeden Fall viel glücklicher gewesen. Leider werde ich, bedingt durch diese Erfahrung, die anderen Bände der Reihe nicht mehr lesen.


    Bewertung: 2/5

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Bobbie Kitt - Palace of Pleasure: Jude“ zu „Bobbie Kitt - Jude“ geändert.

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