Brian Azzarello und Eduardo Risso - BATMAN: Kaputte Stadt und weitere Geschichten

Anzeige

  • BATMAN


    „Kaputte Stadt" und weitere Geschichten


    von Brian Azzarello und Eduardo Risso


    Inhalt: Nach dem grausamen Mord an Elisabeth Risso weist für Batman zunächst alles darauf hin, dass ihr Bruder Angel Lupo, Kleinganove und Autoschieber, der Mörder ist. Bei seinen Ermittlungen trifft er auf die undurchsichtige Freundin Lupos, die attraktive Margo Farr. Eine Begegnung mit Folgen, denn darauf geschieht nun ein Doppelmord, der eine frappierende Ähnlichkeit mit den Mord an Bruce Waynes Eltern aufweist. Für Batman beginnt eine Jagd nach einem vermeintlichen Mörder und verstrickt sich dabei immer mehr in eigene Widersprüche…


    Gerade bei DC gibt es einige in sich abgeschlossene Geschichten, deren Titel für mich ein gewisser Mythos umgibt. Dazu zähle ich The long Halloween, The killing Joke, Dark Victory, aber auch Kaputte Stadt. Da ich Paninis erste Veröffentlichung im Jahre 2005 von „Kaputte Stadt“ verpasste, war ich froh, dass es nun als Neuauflage im Schaufenster meines Händlers lag. Und ich gebe gerne zu: Der Mythos wurde bestätigt. Kaputte Stadt reiht sich in die ganz großen Storyarcs des dunklen Ritters ein.


    Der befremdliche Titel „Kaputte Stadt“ ist hier aus dem originalen „Broken City“ genial ins deutsche übersetzt worden, denn Brian Azzarello präsentiert hier Gotham City als heimlichen Hauptdarsteller der Geschichte, dessen bizarre Bedrohlichkeit wie ein dunkles Echo immer wieder in der Hintergrundkulisse der Hochhäuser nachhallt. Und je weiter Batman in seinen erbittert geführten Ermittlungen in den Fall und damit auch in die Unterwelt dieses düsteren Molochs eintaucht, desto tiefer taucht er in die Untiefen seiner eigenen Seele ab. Und plötzlich verstrickt sich der Dunkle Ritter in Widersprüche, lässt sich von der Stadt und seinen Gefühlen täuschen und begeht in seiner verbitterten Haltung Fehler. Logik und Verstand weichen einer von dunklen Gefühlen geleiteten Jagd nach einem scheinbaren Mörder, und er schließt dabei sogar einen verhängnisvollen Pakt mit der Unterwelt.


    Das sind passende Versatzstücke für einen typischen Thriller. Anlehnungen an „M – Eine Stadt sucht ein Mörder“ oder „Die Spur des Falken“ sind sicher nicht von der Hand zu weisen und machen diese geniale Story zu einem Comic, ganz im Stile des „Film Noir“. Schwarze Schattenflächen und dunkle Farben dominieren über die gesamte Geschichte über 144 Seiten, und gerade die vielen von Brian Azzarello famos formulierten Gedankengänge von Batman, die als „Off“ – Kommentare offenbart werden, und die wenigen Dialoge, die sich auf das Wesentliche beschränken, bilden eine herrliche Symbiose mit den dunklen Bildern von Eduardo Risso.


    Neben Killer Croc, Scarface, Pinguin und die neuen Schurken Fat Man und Little Boy tritt auch der Joker als Gegenspieler oder Verbündeter auf der Jagd nach Angel Lupo auf. Angel Lupo nimmt bei der Jagt die Rolle eines Phantoms ein, das sich irgendwo tief im Schatten der Stadt vor seinen von Batman aufgewiegelten Häschern aus Polizei und Unterwelt verbirgt und sich damit auch dem Leser für lange Zeit, vielleicht sogar auch für die Zeit nach der Lektüre, vollkommen entzieht.


    Fazit: Ein herausragender Klassiker und Meilenstein, den man einmal gelesen haben muss.

    1. Batman

      (Ø)

      Verlag: Panini Verlags GmbH


    Das Amt des Dichters ist nicht das Zeigen der Wege, sondern vor allem das Wecken der Sehnsucht.



    H.H.

Anzeige