Stefan Slupetzky - Im Netz des Lemming

Im Netz des Lemming

4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Band 6 der

Verlag: Haymon Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 220

ISBN: 9783709934975

Termin: Januar 2020

  • Spannender Kriminalroman mit aktuellen Themen!

    "Im Netz des Lemming " von Stefan Slupetzky ist ein Kriminalroman ,der perfekt im wienerischen Akzent geschrieben ist und aktuelle Themen wie Mobbing,soziale Netzwerke und wie schnell ein Shitstorm entstehen kann ,korrupte Politik,Fake News und Asylthematik.

    Das Cover ist zwar schlicht und lässt auf den ersten Blick nicht die Spannung des Buches erahnen,was erst beim Klappentext deutlich wird.

    Der Schreibstil ist modern,flüssig und gut zu lesen. Auch an Humor fehlt es hier nicht,ohne übertrieben zu wirken.

    Der moderne Kauderwelsch der heutigen Jugendsprache ist auch ganz witzig zu lesen,LOL.


    Die Hauptprotagonisten Lemming und sein Freund Polivka erinnern mich sehr stark an Pat und Paterchon,ein tolles Team,beides nun ehemalige Polizisten.

    Die Dialoge der beiden waren teilweise humorvoll und beide Charactere waren mir sehr sehr symphatisch .

    Beide werden Opfer des World Wide Webs und der Boulevardpresse,die mit falschen und extrem verstörenden Behauptungen eine möglichst große Leserschaft einfangen möchte.

    Aber der Lemming und Polivka ermitteln auf eigene Faust mit falschen Bärten weiter und decken weitere Lügen auf.


    Mario,ein Junge mit extrem niedrigen Selbstbewusstsein und Selbsthass begeht Selbstmord,und rausgerechnet der Lemming wird Zeuge von der Tragödie.

    Falschaussagen und falsche Deutungen privater Fotos kosten dem Lemming nicht nur seinen Job als Nachtwächter im Zoo,sondern ein Shitstorm entsteht und es folgen Bedrohungen und übelste Verleumndungen als Pädophiler.

    Und das alles wegen einer schockierenden Nachricht,die Mario kurz vor seinem Tod erreicht hat.


    Ich vergebe 4 von 5 Sterne,da mir oft zu viel von Politik geschrieben wurde und den Kriminalfall manchmal etwas in den Hintergrund gedrängt hat.

    Aber ansonsten sehr empfehlenswert !

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Stefan Slupetzky-im Netz des Lemming“ zu „Stefan Slupetzky - Im Netz des Lemming“ geändert.
  • Inhalt:


    Ex-Polizist Leopold „Lemming“ Wallisch ist nicht grade den neuen Medien zugewandt. So kämpft er auch damit, seinen Sohn Ben und seinen neuen Freund Mario verstehen, wenn sie über die neuen Medien sprechen. Eines Tages fahren der Lemming und Mario zusammen in der Straßenbahn. Nach einem Blick auf sein Handy springt Mario plötzlich auf, rennt an der nächsten Station aus der Tram. Der Lemming schafft es noch, noch die Verfolgung aufzunehmen und versucht den Sprung des Jungen über ein Brückengeländer zu verhindern. Vergeblich, der Junge stürzt direkt vor eine U-Bahn und ist sofort tot.


    Meine Meinung:


    Aus dieser Situation ergibt sich für Lemming ein Shitstorm im Internet, denn er gerät in Verdacht, den Jungen über das Geländer geworfen zu haben. Ohne sich im den Sozialen Medien wirklich auszukennen, wir er zum Objekt der Internetmeinung. Er verliert seinen Job, gerät unter Mordverdacht und wird zum Ziel des Hasses im Internet.
    Zusammen mit seinem Freund Polivka macht er sich auf die Hintergründe der Ereignisse. Schnell wird ihnen klar, dass Mario ein Opfer von Cybermobbing wurde und aus Verzweiflung Selbstmord beging.
    Je weiter die beiden in die Sozialen Medien einsteigen, umso mehr wird ihnen klar, wie viele Menschen unter Cybermobbing leiden.
    Mich hat die Geschichte sehr berührt. Was bringt einen Menschen dazu, Mitmenschen im Internet zu tyrannisieren und in die Verzweiflung zu treiben. Schockierend war auch der Shitstorm, der sich über den Lemming ergoss, obwohl er Marios Selbstmord eigentlich verhindern wollte. Stattdessen wird er im Internet als Täter verleumdet und schon ergießt sich eine Flut über ihn.
    In diesem Buch wird ein wichtiges Thema aufgenommen, das leider immer wichtiger wird: Die Meinungsmache im Internet.
    Dieses Buch ist aber auch ein spannender Krimi, die Ermittlungen bringen immer weitere Opfer von Cybermobbing ans Licht und der Fall zieht immer weitere Kreise.
    Ein abwechslungsreicher Kimi, zu einem sehr aktuellem und wichtigem Thema. Sehr lesenswert.

  • Leopold Wallisch, nur der Lemming genannt, war früher Polizist und ist jetzt Nachtwächter. Langsam scheint er alt zu werden, denn er versteht die seltsame Sprache seines Sohnes Ben kaum noch. Bens Freund Mario sitzt mit ihm in der Straßenbahn, als der sich plötzlich aus der Bahn und von der Brücke stürzt. Danach ergießt sich ein Shitstorm über Lemming, denn man hält ihn für einen Triebtäter. Lemming der Mit Social Media nichts am Hut hatte, sieht sich plötzlich den unangenehmen Seiten des Internets ausgesetzt. Chefinspektor Polivka glaubt Lemming und gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was hinter dem Tod von Mario steckt.

    Obwohl Stefan Slupetzky schon fünf Bücher zuvor über den Lemming geschrieben hat, war es für mich der erste Band der Reihe.

    Der Schreibstil ist gut und verständlich zu lesen. Eine Portion Wiener Schmäh macht die Sache authentisch.

    Das Buch beschäftigt sich mit Cybermobbing und den schlimmen Folgen, die das haben kann. Es ist ein Thema, das jedermann schneller treffen kann, als er ahnt. Wenn dann auch noch die Politik nicht ehrlich ist und die Presse nur auf Schlagzeilen aus ist, dann wird es schmutzig.

    Obwohl das Thema ernst und sehr brisant ist, kommt auch der Humor nicht zu kurz.

    Es ist ein spannender Krimi, der nachdenklich stimmt.