Sarah Morgan - Die Stunde der Inseltöchter / How to Keep a Secret

  • Kurzmeinung

    Yvonne80
    Ernster, als man es von dieser Autorin gewohnt ist.
  • Kurzmeinung

    Schüsselchen
    Nett zu lesen, ab der Mitte etwas spannender, aber der typische Humor der Autorin bleibt auf der Strecke Humor

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  • Inhalt

    Durch den unerwarteten Tod ihres Ehemannes gerät die wohlorganisierte Welt der 35-jährigen Lauren von einem Tag auf den anderen völlig aus den Fugen. Mit ihrer 16-jährigen Tochter Mack kehrt sie von London nach Martha's Vineyard zurück. Hier verbrachte Lauren einst eine unbeschwerte Kindheit mit ihrer jüngeren Schwester Jenna, und auch Mutter Nancy bewohnt noch immer das alte Haus der Familie. Hier findet Lauren freundliche Aufnahme und tatkräftige Unterstützung, als sie sich mit einer eigenen Geschäftsidee selbständig zu machen versucht.

    Doch bald holen Lauren die Schatten der Vergangenheit ein, denen sich auch andere Familienmitglieder stellen müssen.


    Meine Meinung

    Sarah Morgan konnte mich mit ihrer Geschichte zwar nicht ganz von Anfang an überzeugen, aber im weiteren Verlauf bin ich der Handlung doch recht gerne gefolgt. Grund dafür sind weniger die für Lauren und Mack durchaus dramatischen Ereignisse, als vielmehr die interessante Entwicklung der Protagonisten.

    Sowohl Nancy, die ihre Karriere als Malerin immer über die Beziehung zu ihren Töchtern gestellt hatte, als auch Lauren, die noch viel aus der Vergangenheit aufzuarbeiten hat, sind sympathische und glaubwürdige Figuren. Die 16-jährige Mack leidet unter den Veränderungen besonders, hat sie im Teenageralter doch genügend damit zu tun, ihren eigenen Weg zu finden. Ihren Reifeprozess von der aufmüpfigen zur liebenswerten Jugendlichen hat die Autorin doch recht realistisch beschrieben. Am wenigsten hat mir Jenna gefallen, deren unerfüllter Kinderwunsch wohl etwas übertrieben dargestellt wird. Scott, Laurens alte Liebe und die einzige männliche Hauptfigur, bedient zwar einige Klischees - vom armen unverstandenen Pflegekind und überforderten Jüngling bis zum verantwortungsbewussten und gereiften Mann - passt aber trotzdem gut ins Gesamtbild.

    Unausgesprochenes, Verdrängtes, aber auch die Botschaft, dass ein Neubeginn in jedem Lebensalter gelingen kann, Verständnis und Liebe, ein starker Familienzusammenhalt und die Bereitschaft zu vergeben sind die Hauptthemen des Buches. Die Autorin verwebt alle diese Zutaten zu einer netten Geschichte, die von einem Wechselbad der Gefühle lebt, sich manchmal aber auch allzu sehr in bedeutungslosen Details verliert.

    Die Stimme der Sprecherin Anne Fink empfand ich zwar als angenehm, die Art der Betonung war für mich jedoch sehr gewöhnungsbedürftig. Ihre seltsam abgehackte und emotionslose Vortragsweise hat mich vor allem am Anfang enorm gestört. Im Laufe der Handlung wandelt sich diese dann in eine wiederum beinahe übertrieben wirkende Intonation, sodass ich mich mit dieser Stimme bis zum Schluss nicht anfreunden konnte.

    Inhaltlich und sprachlich hat die Autorin mit ihrem Roman zwar keine Meisterleistung vorgelegt, aber eine durchaus unterhaltsame Geschichte erzählt, die ich mir (trotz der Sprecherin) gerne angehört habe.

    1. (Ø)

      Verlag: HarperCollins bei Lübbe Audio


  • Dieses Buch ist sehr viel ernster, als wir es sonst von Sarah Morgan gewohnt sind. Es hat mir aber auch wirklich gut gefallen.

    Die Schwestern Lauren und Jenna haben beide ihre Geschichte und damit ihr Päckchen zu tragen. Gewundert hat mich, dass der Klappentext nur auf Lauren eingeht, denn auch Jennas Geschichte kommt nicht zu kurz.


    Jenna steckt in einer ganz persönlichen Lebenskrise, die ich sogar teilweise nachvollziehen konnte. Allerdings fing sie nach einiger Zeit an, mir mit ihrem Babywunsch gewaltig auf die Nerven zu gehen. Und sie ging nicht nur mir auf die Nerven, sondern auch ihrem Ehemann Greg. Ihre Geschichte ist eher ein Nebenstrang, wird aber auch ausreichend ausführlich erzählt, dass man sich in Jenna hinein versetzen kann. Dennoch hatte ich mir ihr so meine Probleme. Sie ist sehr selbstmitleidig und kennt anscheinend wirklich nur noch dieses eine Thema.


    Lauren hat mir deutlich besser gefallen, denn sie packt als erste der Frauen ihr Leben wirklich an. Nach einem wirklich schweren Schicksalsschlag ist es Lauren vergönnt, ihre deutlich ältere Jugendliebe Scott wiederzutreffen. Dabei hat mir gefallen, dass die beiden nicht sofort übereinander her fallen und alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, sondern sie sich langsam aneinander annähern. Viel ist vorgefallen, seit sich die beiden getrennt haben. Diese Jahre lassen sich nicht einfach wegwischen. Nicht ganz einfach macht es ihr die 16jährige Tochter Mack nicht wirklich einfach. Aber auch Mack macht eine tolle Entwicklung durch, an der Scott nicht ganz unschuldig ist.


    Ganz besonders gefallen hat mir, wie sich die Beziehung zwischen den beiden Töchtern und ihrer Mutter Nancy weiterentwickelt. Sehr erwachsen schaffen die Drei es, nicht nur eine Basis zu finden, auf der sie miteinander leben können, sondern ihre Beziehung zu einer wirklich schönen Beziehung auszubauen. Dabei wird einmal mehr deutlich, dass es wichtig ist, belastende Themen anzusprechen. Viele Missverständnisse hätten von vorn herein vermieden werden können, wenn offen miteinander geredet worden wäre. Andererseits kann ich auch gut verstehen, dass Nancy ihre Töchter vor der Geschichte mit ihrem Vater bewahren wollte. Nur darf man dabei nicht außer Acht lassen, dass Kinder viel mehr mitbekommen, als man denkt.


    Sarah Morgan hat als Perspektive alle drei Frauen gewählt und so bekommen wir gute Einblicke in das Seelenleben und die Gedanken aller Frauen. Mir hat das gut gefallen, denn man war an allen Protagonistinnen nah dran. Der Schreibstil ist wie von der Autorin gewohnt locker und eingängig, wobei diese Geschichte einige Längen aufweist, die nicht hätten sein müssen. hätte sie an der einen oder anderen Stelle etwas gestrafft wäre die Geschichte noch spannender geworden.


    Anne Fink hat das Hörbuch für mich “okay” gesprochen. Teilweise hätte sie gerne etwas mehr Elan an den Tag legen dürfen. Die Betonungen waren manchmal nicht so ganz an der richtigen Stelle. Man hört sich in ihre Art zu lesen aber nach einiger Zeit ein und es war jetzt nicht total schlecht. Ich habe auch schon deutlich schlechtere Hörbuchsprecher gehört.


    Von mir gibt es für dieses Buch, dass völlig vom sonstigen Stil von Sarah Morgan abweicht 4 Sterne. Sie beweist, dass sie auch andere Geschichten, als seichte Unterhaltung schreiben kann. Wobei mir persönlich die seichte Unterhaltung aber etwas besser gefällt, da diese Bücher keine Längen aufgewiesen haben.

    Gruß
    Yvonne

    Nicht die haben die Bücher recht lieb, welche sie unberührt in den Schränken aufheben, sondern, die sie Tag und Nacht in den Händen haben, und daher beschmutzet sind, welche Eselsohren darein machen, sie abnutzen und mit Anmerkungen bedecken.
    (Erasmus von Rotterdam)

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