Marta Martin / Stefanie Gerstenberger - Blind Date in Paris

Blind Date in Paris: Wie sieht Liebe aus...

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Verlag: Arena

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 352

ISBN: 9783401604800

Termin: August 2019

  • Das wohl tiefgründigste Buch des Autorinnenduos!


    Klappentext

    „Wanda flieht aus ihrem Leben – verwirrt, ratlos und frustriert. Denn der Leistungssport hat neben der Schule ihre gesamte Zeit aufgefressen und ihren Blick dafür vernebelt, was wirklich wichtig ist. Wer ist Wanda eigentlich? Wie möchte sie sein? Und gibt es überhaupt ein Leben neben Schule und Sport? Wanda ahnt, dass ausgerechnet Ken, der unfassbar gut aussehende und unnahbare Junge, der ihr Herz so tief berührt, ihr all das zeigen kann. Und je näher sie sich auf den blinden Jungen einlässt, der immer wieder ihren Weg kreuzt, desto deutlicher zeigt er Wanda, wie schillernd, magisch und wunderschön Wandas Welt um sie herum ist. Doch Ken zeigt Wanda noch etwas ganz deutlich: Auch in sein Leben passt die Liebe nicht, und irgendetwas hat er vor ihr zu verbergen. Allerdings haben Wanda und Ken ihre Rechnung ohne das Schicksal gemacht … und das hält ganz schön viele Überraschungen für die beiden bereit!“


    Gestaltung

    Mir gefällt die Verbindung von Foto und Illustration auf dem Cover richtig gut, weil sich das Foto dadurch, dass es in den Rahmen eines Bildes einer Sofortbildkamera eingebunden ist, sehr schön in die vielen Zeichnungen einfügt. Dass diese Zeichnungen wichtige Elemente und Aspekte der Handlung aufgreifen wie den Eiffelturm oder den Hund, finde ich eine schöne Idee. Außerdem gefällt mir der Titel richtig gut, welcher in schöner Typografie mit hübschen Verzierungen geschrieben steht und sich so etwas abhebt.


    Meine Meinung

    Juhu, neues vom Mutter-Tochter-Gespann Marta Martin und Stefanie Gerstenberger! Da ich die Bücher der beiden Autorinnen gerne lese, habe ich auch zu „Blind Date in Paris“ gegriffen. In dem neusten Werk geht es um Wanda, die jahrelang Leistungssportlerin war und nun bedingt durch eine Verletzung aussetzen muss. Dies führt ihr vor Augen, dass sie sich in ihrem Leben bisher zu sehr auf die Schule und den Sport konzentriert hat und sie eigentlich kaum Zeit für andere Dinge hatte. So flieht sie und lernt den blinden Ken kennen, der ihr die schillernden Farben des Lebens und der Liebe zeigt…nur leider verbirgt er auch etwas vor Wanda…


    Normalerweise sind die Bücher von Marta Martin und Stefanie Gerstenberger eher leicht und eigenen sich als schnelle Lektüre für zwischendurch. Mit „Blind Date in Paris“ haben die beiden aber einiges an Tiefgang in ihre Geschichte gelegt, die ich sehr genossen habe. Alleine schon die Entwicklung von Wanda fand ich gelungen, da sie erkennt, dass das Leben aus mehr besteht als dem Leistungssport. So gibt es auch eine schöne Botschaft für den Leser. Etwas anstrengend fand ich jedoch den Einfluss von Wandas Vater auf sie, da ihre Gedanken in der ersten Hälfte des Buches ziemlich von ihm bestimmt werden und man immer und immer wieder von ihm liest, was ich etwas nervig fand.


    Ken ist ein Charakter, der für noch mehr Tiefe sorgt. Er ist seit seinem 13. Lebensjahr blind und hat zuvor immer mehr an Sehkraft verloren. Dieses Schicksal fand ich sehr bewegend, weil die Vorstellung erst sehen zu können und dieses Geschenk dann zu verlieren bei mir für Gänsehaut gesorgt hat. Dabei ist die Darstellung von Kens Blindheit in meinen Augen sehr gut gelungen, da ich sie sehr authentisch und realistisch fand. Ken hat bei mir jedenfalls großen Respekt für Blinde erzeugt.


    Auch fand ich Ken sehr sympathisch, da ich seine Einstellung zum Leben gerne mochte und da er nett, hilfsbereit und freundlich ist. Er hat zudem sein eigenes Päckchen zu tragen, was ihn greifbar machte. Wanda war mir wie gesagt aufgrund ihrer Entwicklung sehr sympathisch und ich hatte beim Lesen wirklich das Gefühl, als könnte ich die Welt aus Wandas Augen sehen. Dabei gefiel es mir sehr, dass ich in sie eingetaucht bin und ihre Gefühlslage sehr gut nachvollziehen konnte.


    Das Setting in Paris hat mir ausgesprochen gut gefallen. Vor allem auch deswegen, weil die Geschichte das typische Pariser Flair versprüht wie man es sich eben vorstellt. Gepaart mit der süßen Liebesgeschichte war dies natürlich perfekt! Die Handlung fand ich dabei auch unterhaltsam, weil es nie langweilig wurde und immer etwas passiert ist. Wanda und Ken sind eigentlich ziemlich verschieden und doch finden sie im Laufe der Geschichte zueinander, wobei sie einiges erleben.


    Fazit

    Mit „Blind Date in Paris“ legen Marta Martin und Stefanie Gerstenberger ein neues Jugendbuch vor, das in meinen Augen tiefgründiger ist als ihre vorherigen Werke. Dies hat mir persönlich sehr gut gefallen, da Wandas Leben eine Botschaft für den Leser bereithält und da Kens Blindheit sehr realistisch dargestellt wurde. Etwas anstrengend fand ich wie dominant Wandas Vater in der ersten Buchhälfte in ihren Gedanken vorhanden war. Dank ihrer beeindruckenden Entwicklung lässt dies zum Glück mit der Zeit nach. Das Setting in Paris war genauso stimmig und schön wie ich es mir vorgestellt habe und die Handlung war zu keinem Zeitpunkt langweilig!

    4 von 5 Sternen!


    Reihen-Infos

    Einzelband