Ich schreibe ein Buch, brauche eure Meinungen. Was haltet ihr davon?

  • Es ist ein Fantasy Buch und es geht um mystische zentaurenartige Kreaturen, welche in dem Buch als Druiden bezeichnet werden. Haben mit den echten Druiden von damals nichts zu tun, ist eher an Hearthstone/WOW angelehnt.

    Jetzt überlege ich ob ich etwas religiöses einbauen soll, dass die Christen am Ende des Buches kommen und die Dörfer unterdrücken und alle Magie verbieten, die die menschen als Hilfe und gute Gaben von den Druiden erhielten, weil es laut der Christen angeblich Dämonenwerk von Satan ist. Die Menschen bitten daraufhin die Druiden um Hilfe, da sie von den Christen gezwungen werden zu konvertieren und die Kirche ihre Dorfgüter ausnimmt. Gute Idee oder lieber weglassen und einfach ein normales Fantasy-Buch draus machen?

  • Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Es kommt darauf an, wie die Idee des aufkommenden Christentums in die Geschcihte eingeführt wird, wie nah man mit den vorhergehenden Beschreibungen an quasi-historischen Momenten anlehnt und Einigem mehr.

  • Ganz ehrlich, ich würde darauf verzichten. Mir machen solche Szenarien, wie du sie beschreibst bzw. im Kopf hast, jedes Buch madig. Ich finde die Verunglimpflung von jeglicher Religion in Romanen unerträglich, wobei es meist das Christentum ist, das schlechtgemacht und kritisiert wird. Und das oft auf so billige Art, dass man die überhebliche Meinung des Autors dahinter hört. Da du zudem noch an einem Fantasy-Roman arbeitest, würde ich es zweimal nicht verwenden, es sei denn, du erfindest irgendwelche Sekten. Wäre aber auch nicht mein Ding.

  • Wenn das Buch in "unserer Welt" spielt und die Christen später eine wichtige Rolle im Hinblick auf Vertreibung oder Ausrottung dieser zentaurenartigen Kreaturen spielen werden, wird es sich nicht vermeiden lassen, sie irgendwann in die Geschichte einzuführen und dann vermutlich besser frührer als später.


    Aufgrund deiner Fragestellung gehe ich jedoch davon aus, dass die Geschichte ursprünglich als "reiner Fantasy-Roman" ohne Bezug auf die Welt, wie wir sie kennen, geplant war. In diesem Fall würde ich von der Verwendung einer real bestehenden Religion dringend abraten. Kommt sie in der Geschichte gut weg, vermuten die Leser eine plumpe Werbung für diese Religion, kommt sie schlecht weg (und bei einer Konfrontation von "mytischen Kreatuten würden zumindest die Christen vermutlich ziemlich schlecht wegkommen), werden sich wohl nicht nur Anhänger dieser Religion genervt abwenden. Das Buch kann dadurch meiner Ansicht nach also nur verlieren.


    Generell ist die Verwendung von Religionen jedoch durchaus möglich und in einer eher mittelalterlich angehauchten Fantasy-Welt würde ich eine oder mehrere Religionen eigentlich sogar erwarten. Allerdings sollten diese dann wie gesagt, keine realen Religionen sein, du könntest dich allerdings von historischen Religionen inspirieren lassen. Falls du später einen Kleriker oder ähnliches als Heiler brauchst, wäre es auf jeden Fall sinnvoll, sich über die "himmlichen Kräfte" in deiner Welt schon beizeiten Gedanken zu machen.

    You can't buy happiness, but you can buy books and that's kind of the same thing.

  • Ich habe jetzt überlegt eine fiktive Religion zu erschaffen, die aber quasi mit dem Christentum identisch ist, nur nenne ich sie nicht Christen, sondern die Erleuchteten und Jesus wird nicht mit seinem Namen benannt. Wäre das dann ok?

    Wenn das Buch in "unserer Welt" spielt und die Christen später eine wichtige Rolle im Hinblick auf Vertreibung oder Ausrottung dieser zentaurenartigen Kreaturen spielen werden, wird es sich nicht vermeiden lassen, sie irgendwann in die Geschichte einzuführen und dann vermutlich besser frührer als später.


    Aufgrund deiner Fragestellung gehe ich jedoch davon aus, dass die Geschichte ursprünglich als "reiner Fantasy-Roman" ohne Bezug auf die Welt, wie wir sie kennen, geplant war. In diesem Fall würde ich von der Verwendung einer real bestehenden Religion dringend abraten. Kommt sie in der Geschichte gut weg, vermuten die Leser eine plumpe Werbung für diese Religion, kommt sie schlecht weg (und bei einer Konfrontation von "mytischen Kreatuten würden zumindest die Christen vermutlich ziemlich schlecht wegkommen), werden sich wohl nicht nur Anhänger dieser Religion genervt abwenden. Das Buch kann dadurch meiner Ansicht nach also nur verlieren.


    Generell ist die Verwendung von Religionen jedoch durchaus möglich und in einer eher mittelalterlich angehauchten Fantasy-Welt würde ich eine oder mehrere Religionen eigentlich sogar erwarten. Allerdings sollten diese dann wie gesagt, keine realen Religionen sein, du könntest dich allerdings von historischen Religionen inspirieren lassen. Falls du später einen Kleriker oder ähnliches als Heiler brauchst, wäre es auf jeden Fall sinnvoll, sich über die "himmlichen Kräfte" in deiner Welt schon beizeiten Gedanken zu machen.

    Ich habe jetzt überlegt eine fiktive Religion zu erschaffen, die aber quasi mit dem Christentum identisch ist, nur nenne ich die Anhänger nicht Christen, sondern die Erleuchteten und Jesus wird nicht mit seinem Namen benannt. Wäre das dann ok?

  • Abgesehen davon, dass ich die Idee für recht unoriginell halte (sorry, ist nicht böse gemeint), finde ich es grundsätzlich schade, wenn man Religionen in einen fiktiven Kontext einbaut und dabei Halbwissen verbreitet und schlimmstenfalls Abneigung / Hass im Leser weckt. Ja, im Christentum wurden und werden Fehler gemacht, schwerwiegende sogar, aber war / ist das in anderen Religionen nicht auch der Fall? Jede Religion ist menschengemacht und daher nicht unfehlbar. Vielleicht kannst du dir ja zur Abwechslung eine andere vorknöpfen. Oder wäre das dann nicht mehr p.c.?

  • Natürlich soll man die Parallelen zum Christentum bemerken.

    Na, dann frag ich mich allerdings, warum Du nicht gleich das Original verwendest. :scratch:

    Wobei ich insgesamt derselben Meinung bin wie Yael . Gibt es einen Grund, warum es ausgerechnet religiöse Wesen / Menschen sein müssen, die als Unterdrücker auftreten?

    Vielleicht kannst du dir ja zur Abwechslung eine andere vorknöpfen.

    Ich würde mir gar keine "vorknöpfen". Damit entsteht ein Feindbild, das auch nicht besser ist als ginge es gegen das Christentum.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Vielleicht kannst du dir ja zur Abwechslung eine andere vorknöpfen.

    Ich würde mir gar keine "vorknöpfen". Damit entsteht ein Feindbild, das auch nicht besser ist als ginge es gegen das Christentum.

    Marie Die Frage war absichtlich so provokant gestellt, weil es offenbar ganz ok und p.c. ist, das Christentum und seine Anhänger in den Dreck zu ziehen, während man vor anderen Religionen einen (Achtung Wortspiel :wink:) Heidenrespekt hat.

  • Die Frage war absichtlich so provokant gestellt

    #-o Ich hätte es mir eigentlich denken können, denn wir kennen uns ja schon ein paar Tage :wink:, und die Aussage würde nicht zu Dir passen.


    --- Was Du aber sagst über Christentum und andere Religionen kann ich so bestätigen, sogar aus dem schulischen Bereich. Da läuft einiges schief in punkto Toleranz gegenüber anderen Religionen (die mMn gut, wichtig und richtig ist) und Verachtung gegenüber den christlichen unserer Tradition. (OT Ende) ---

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Also, generell kann man natürlich auch Romane über Religionen schreiben, die jemanden unterdrücken, auch in der Fantasy kann das ein Thema sein. Christliche gewaltsame Missionierung ist historisch nicht beispiellos und wenn du dich da auskennst, ist es möglich, solche Vorfälle als "Vorbild" für Geschehnisse in einem Roman zu verwenden. Es gäbe andere Beispiele von anderen Religionen, sogar vom Christentum, das selbst lange genug unterdrückt und wenn möglich zwangsmissioniert wurde. Ob in dein Setting nun eher als solche bezeichnete Christen reinpassen oder nicht, musst du selbst wissen, in der realen Welt gab es keine Begegnungen mit mystischen Zentauren.

    Deine Frage klingt allerdings, als solle diese Unterdrückung mehr oder weniger aus heiterem Himmel am Ende des Buches eingebaut werden, während zur eigentlichen Handlung nichts in deiner Beschreibung steht. Soll die Handlung erst am Ende einsetzen? Worum geht es? "Um Zentauren" ist keine Handlung, nicht einmal ein Leittthema. Bist du sicher, dass du dir generell genug Gedanken um den Inhalt gemacht hast, um eine Gliederung mit Anfang, Hauptteil, (dazugehörendem) Finale, mit Charakteren, die die Handlung tragen und mit Wendepunkten, die sich daraus ergeben und die nicht einfach nur neue Geschehnisse sind, die schicksalhaft auftauchen?

  • Gute Idee oder lieber weglassen und einfach ein normales Fantasy-Buch draus machen?

    Ehrliche Antwort? Weglassen, weil keine gute Idee.


    Allerdings liest sich Deine Frage, so wie Du sie gestellt hast, so, als wäre es ein Hauptinhalt. Dann kannst Du es natürlich nicht weglassen, aber das versteht sich ja von selbst ...

  • Es gäbe andere Beispiele von anderen Religionen, sogar vom Christentum, das selbst lange genug unterdrückt und wenn möglich zwangsmissioniert wurde.

    Vom aktuellen Zeitgeschehen mal abgesehen, das in den Mainstream-Medien mehr oder weniger totgeschwiegen wird. Dass Christen immer noch verfolgt und auch ihres Glaubens wegen getötet werden, hört man halt nicht so gern.

  • Dass Christen immer noch verfolgt und auch ihres Glaubens wegen getötet werden, hört man halt nicht so gern.

    Ich habe mal gelesen, dass sie derzeit sogar die meistverfolgte Religion überhaupt sind. (Stand das in der Tageszeitung? :scratch: Weiß die Quelle leider nicht mehr.)


    Edit: Auch Wikipedia sagt das. https://de.wikipedia.org/wiki/Christenverfolgung#Gegenwart

    Lg Sarange :cat:


    :study: Margaret Atwood - Der Report der Magd. Graphic Novel von Renée Nault

    :study: Gisela Laudi - Justina Tubbe. Der weite Weg einer Brandenburgerin vom Oderbruch nach Texas


  • Ich habe mal gelesen, dass sie derzeit sogar die meistverfolgte Religion überhaupt sind. (Stand das in der Tageszeitung? :scratch: Weiß die Quelle leider nicht mehr.)

    Dir kann geholfen werden


    Danke, aber ich hab' mir doch schon selbst geholfen. :lol:

    Lg Sarange :cat:


    :study: Margaret Atwood - Der Report der Magd. Graphic Novel von Renée Nault

    :study: Gisela Laudi - Justina Tubbe. Der weite Weg einer Brandenburgerin vom Oderbruch nach Texas


  • Das war ein kleiner Exkurs ins OffTopic, der aber sehr interessant war und mir neue Erkenntnisse gebracht hat, obwohl mir das Thema nicht neu ist. Danke, Sarange und Maddin Ludder .


    Mich würde interessieren, wie und ob sich Nicht-Niedlich entschieden hat, ihre Geschichte zu strukturieren und ob nun mit oder ohne das heiße Eisen. Bist du noch da?

  • Hey, Leute. =) Hab gerade sehr interessiert euer Gespräch verfolgt und es ist wirklich spannend, welche Wendung es gemacht hat bezüglich eines Angriffs auf oder einer Verteidigung des Christentums. Spannend auch, wie die Diskussion direkt sehr emotional wurde. Autoren haben es nicht leicht, was die Themenwahl angeht, oder ? ^^

  • Hey, Leute. =) Hab gerade sehr interessiert euer Gespräch verfolgt und es ist wirklich spannend, welche Wendung es gemacht hat bezüglich eines Angriffs auf oder einer Verteidigung des Christentums. Spannend auch, wie die Diskussion direkt sehr emotional wurde. Autoren haben es nicht leicht, was die Themenwahl angeht, oder ? ^^

    Ja, die armen Autoren... :lol:

    Aber wo liest du hier eine Verteidigung des Christentums heraus? :scratch: Es wurde nur angeregt, nicht immer wahllos auf dem Christentum herumzuhacken (und auf anderen Religionen nicht), weil das irgendwie chic ist und weil man meint, dass da die wenigste Kritik zu befürchten ist.

    Lg Sarange :cat:


    :study: Margaret Atwood - Der Report der Magd. Graphic Novel von Renée Nault

    :study: Gisela Laudi - Justina Tubbe. Der weite Weg einer Brandenburgerin vom Oderbruch nach Texas