Melanie Raabe - Die Wälder

  • Inhalt

    Als Nina die Nachricht erhält, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Vor allem, als sie erfährt, dass er sie noch kurz vor seinem Tod fast manisch versucht hat, zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, bei der er sich gemeldet hat. Tim hat ihr nicht nur eine geheimnisvolle letzte Nachricht hinterlassen, sondern auch einen Auftrag: Sie soll seine Schwester finden, die in den schier endlosen Wäldern verschwunden ist, die das Dorf, in dem sie alle aufgewachsen sind, umgeben. Doch will Nina das wirklich? In das Dorf und die Wälder zurückkehren, die sie nie wieder betreten wollte ...


    Meinung

    „Die Wälder“ hat mich im Buchladen sofort angelacht. Das Cover ist total super. Allerdings hatte ich mir durch das Cover und auch durch die Inhaltsangabe etwas anderes von dem Buch versprochen. Aber so schlimm war das dann eigentlich nicht, denn es hat mir trotzdem gefallen. Spannend war es auch jeden Fall und ich habe das Buch in einer (für mich) sehr kurzen Zeit durch gehabt.

    Wer eine wilde Verfolgungsjagd durch den Wald erwartet ist hier leider falsch.

    In dem Buch gibt es parallel die Handlung in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Dort lernen wir Peter und seine Freunde kennen. Ich hab das lange nicht so richtig kapiert, was mir diese Geschichte in der Vergangenheit sagen soll... Dann war ich auf dem Holzweg und dann hat es klick bei mir gemacht. Aber erst relativ spät… Die Spannung war bis zum Schluss da. Ich hätte mir ein bisschen längeres Ende gewünscht, aber das hätte vielleicht nicht zum Buch gepasst. Zumindest bleiben keine Fragen offen, da war ich schon mal froh.

    Das Buch behandelt sensibel die Frage nach Moral und Rache. Wie weit ist man bereit zu gehen, warum und was bringt es einem. Das zieht sich durch das ganze Buch. Daher kommt es an manchen stellen sogar recht leise daher, statt mit Action und viel Blut zu überzeugen.

    Ich kann das Buch weiter empfehlen und gebe ihm :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: Sterne.

    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Zitat: Johann W. von Goethe)

  • Nina erfährt vom Tod ihres Kindheitsfreundes Tim. Er wollte sie noch telefonisch erreichen und als ihm dies nicht gelang, hat er ihr eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen. Er hat das letzte Puzzleteil gefunden. Nina weiß was damit gemeint ist, er hat eine Spur von seiner verschwundenen Schwester Gloria gefunden. Sie verschwand vor vielen Jahren spurlos, aber Tim war davon überzeugt, daß sie im Wald gefangen gehalten wird. Als nun ein anderen Freund – David – Kontakt aufnimmt, stellen sie fest, daß auch er diesen Hinweis von Tim bekommen hat und sie beschließen, wenn auch zuerst zögerlich, den Auftrag Tims, auszuführen.


    In einem zweiten Strang, der sich ganz klar durch ein anderes Schriftbild unterscheidet, erfährt man von einer Kinderclique auf dem Dorf - ihre Erlebnissen und Mutproben. Am Ende jedoch eine Nacht, die sie traumatisiert und die Kindheit beendet.


    Wenn man endlich versteht, wie die beiden Stränge zusammenhängen wird mit einem Mal so manches klarer und man begibt sich gemeinsam mit den beiden auf die Suche nach dem letzten Puzzleteil im Wald und damit nach Gloria.


    Diese Suche von Nina und David nach Gloria und der Rachefeldzug im Wald waren mir persönlich zu konstruiert und unrealistisch. Der Weg zur Auflösung wartet nochmals mit einer überraschenden Wendung auf und das Ende des Ganzen gefiel mir hingegen gut, so daß keine Fragen offen blieben.



    Ich habe alle Bücher der Autorin gelesen,deshalb wollte ich auch sofort ihren neuen Thriller lesen. Sehr schön fand ich, daß wir es mit einem Einzelband zu tun haben, endlich einmal keine Krimireihe! Die Autorin schreibt spannend, rasant und die Cliffhanger sorgen dafür, daß man als Leser das Buch kaum aus der Hand legen kann. Obwohl, nach jedem Kapitel hätte es dieses Cliffhangers nicht bedurft. Sympathisch fand ich die Figuren nicht, besonders detailliert war ihre Charakterisierung auch nicht, die Atmosphäre des Waldes hingegen war für mich sehr gut geschildert.


    Mit diesem Thriller fühlte ich mich gut unterhalten, habe ihn gerne gelesen, mein Lieblingsbuch der Autorin ist es allerdings nicht.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Als Kind kommt uns jeder Wald noch größer, undurchdringlicher, beängstigender vor, als er ist. Manchmal entdeckt man dann zu einem Zeitpunkt, wie Wälder auch beruhigend und angenehm sein können. Doch bei Melanie Raabe lässt es sich in den Wäldern nicht wohl leben. Bisweilen tragen wir die finsteren Wälder eben noch lange in uns.


    Ninas geordnetes Leben als Ärztin in einem Stadtkrankenhaus kommt durch die Nachricht vom Tod ihres besten Freundes Tim gehörig ins Wanken. Als Nina realisiert, dass Tim ihr einen Brief mit einem Auftrag hinterlassen hat, bricht alles über ihr herein. Der Weg von der sicheren Stadt zu Tims Beerdigung im Dorf ihrer Kindheit, das Nina nie wieder besuchen wollte, führt durch die Wälder, die sie noch mehr fürchtet. Er führt mitten hinein in das Trauma, das damals ihre Kindheit beendet hat, dem sie sich jetzt aber stellen muss, um Tims letzte Bitte zu erfüllen. Er zwingt sie zur Begegnung mit ihrer alten Clique, die damals zerfiel, als Gloria verschwand und Nina fortzog. Und sie muss sich dem Mann stellen, den sie am meisten fürchtet. Sie begegnet den Wölfen ihrer Kindheit.


    Der Thriller spielt gekonnt mit unseren Urängsten vor dem Unbekannten, der bedrohlichen Ausstrahlung finsterer Mächte und ungebändigter Natur. Entsprechend ist die Handlung an keinem konkreten Ort angesiedelt, sondern spielt emblematisch in „der Stadt“, „dem Dorf“ und „den Wäldern“ dazwischen. Die Zeit der Handlung lässt sich aufgrund spärlicher Hinweise auf das Jahr 2019, also unsere Gegenwart, eingrenzen. Der Erzähler begleitet und schildert vor allem die Erlebnisse und Gedankenwelt von Nina. Neben allen Ängsten und Grusel geht es letztlich auch um Fragen der Wahrnehmung, Erinnerung und Interpretation, nicht zuletzt auch um moralische Fragen wie Selbstjustiz.
    Auf einer zweiten Erzählebene werden stückchenweise die allem zugrundeliegenden Schlüsselereignisse aus dem Sommer 1999, als Gloria verschwand, eingeschoben. So ergibt sich auf der einen Seite erst allmählich ein genaueres Bild der Hintergründe. Gleichzeitig nimmt die Haupthandlung immer wieder überraschende Wendungen, die manches in ein anderes Licht tauchen, am Ende aber zu einer für mich gleichwohl unvermuteten wie schlüssigen Auflösung finden.
    Allenfalls ein paar Unwahrscheinlichkeiten könnte man der Handlung negativ anlasten.


    Insgesamt war das für mich eine äußerst spannende Lektüre, die mich sehr schnell gepackt, zunächst in ein Auto und dann in die Wälder gezogen und kaum mehr losgelassen hat. Sie vereint ein wenig Kindheitserinnerungen, Ghostbusters-Grusel und eine spannende Aufklärungs- und Rachegeschichte. Dafür habe ich vier Sterne vergeben. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:
    Wer die Wälder auf holzfreiem Papier nicht scheut, dem ist mit diesem Buch eine spannende Reise ins Ungewisse sicher!

    :study: Theater Theater 29. Hg. v. Carstensen, Uwe B. u. a.

    :study: Kermani, Navid: Morgen ist da


    2020 gelesen: 8 Bücher/1789 Seiten


    Challenges 2019:
    Buch-Challenge 2/12, Monats-Challenge 1/12, Weltreise-Challenge 3/12, Klassiker-Challenge 1/7, BINGO-Challenge: 8/100, Punkte-Challenge 12,89


    "Lasse, Bosse und Ole saßen neben Fräulein Lundgrens Bücherregal und lasen die ganze Zeit,
    denn Jungen tun ja nie etwas Nützliches."
    (Lindgren, Astrid: Wir Kinder aus Bullerbü, S. 91)

  • Ninas bester Freund aus Kindheitstagen ist überraschend verstorben. Er hinterlässt ihr eine dubiose Nachricht. Er habe das letzte Puzzlestück gefunden, um endlich das Verschwinden seiner Schwester in den Wäldern des ehemaligen Heimatdorfes aufzuklären. Da er selbst nun jedoch nicht mehr in der Lage sei, es zu Ende zu bringen, solle Nina dieses tun. Schließlich haben die Freunde von damals geschworen, den Entführer und Mörder zu entlarven und anschließend zu töten.



    Von Melanie Raabe kenne ich bisher zwei Romane und war nun auf ihr neustes Werk gespannt. In „Die Wälder“ gibt es zwei Erzählebenen. Zum einen die Gegenwart um Nina, die in das Dorf und dessen Waldgebiet zurückkehren soll, um nach so vielen Jahren endlich das schreckliche Geheimnis um das Verschwinden der Schwester ihres Schulfreundes zu klären. Zum anderen werden Kapitel aus der Perspektive von Kindern geschildert. Erst nach einer Weile gibt die Autorin zu erkennen, wie diese Ebenen zusammenhängen. Trotzdem lassen sich beide unabhängig von einander gut lesen und machen neugierig auf die Zusammenführung.



    Mich hat der Thriller durchaus spannend unterhalten. Lange weiß man nicht genau, was der tatsächliche Plan ihres ehemaligen Freundes beinhaltet und es gibt einiges, was genau diesen Plan durcheinander würfelt. Raabe klärt gegen Ende alles auf und hat dafür ein paar schöne Ideen verwertet. Trotzdem ist das Ende teilweise etwas zäh. Obwohl die Geschichte lange Zeit gefühlt nicht weiterkommt, wurde man trotzdem gefesselt und blieb durchgängig neugierig.



    Fazit: Bis auf ein paar Kleinigkeiten hat mich Melanie Raabe mit ihrem aktuellen Thriller sehr gut unterhalten. Daher vergebe ich dafür 4,5 Sterne, die ich nach einigem Grübeln doch noch auf 5 aufgerundet habe, weil mich Thriller in letzter Zeit oft enttäuscht haben und das war hier definitiv nicht der Fall.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Nach einem kurzen schaurigen Prolog steigen wir in die Geschichte ein, als Nina gerade die Nachricht vom Tod ihres besten Freundes Tim erhält. In relativ kurzen Kapitel verfolgen wir dann abwechselnd einerseits Nina, die auf der Suche nach der Wahrheit ist und andererseits springen wir in die Vergangenheit. In die Zeit als Gloria, die Schwester von Tim, verschwand. Dort begleiten wir Peter, einen kleinen 10jährigen Jungen und seine drei Freunde, die ebenfalls versuchen die Wahrheit herauszufinden.

    Diese abwechselnden Erzählstränge haben bei mir zunächst für viel Spannung gesorgt. Denn jedes Kapitel endet mit einem kleinen Cliffhanger und man fängt an sich Fragen zu stellen und möchte die Puzzleteile zusammensetzen.

    Auch hat Melanie Raabe einen sehr angenehmen Schreibstil, der mich schnell durch das Buch vorantreibt und am Anfang eine richtige Sogwirkung auf mich hatte. Aber leider hielt dieser gute Start nicht lange an.

    Ab ca. Seite 150 ging es für mich schwer bergab. Nicht nur das die Entwicklung, die das ganze macht, absolut vorhersehbar war und keine Überraschungen mehr bereit hält. Auch fängt die Geschichte an, mich immer mehr zu langweilen. Denn gefühlt Seitenweise passiert nichts mehr, außer langweiligen Dialogen und vielen Wiederholungen. Es passieren Dinge, die mir viel zu belanglos und gewollt konstruiert sind und so für mich überhaupt nicht zusammenpassen. Zu den Charakteren konnte ich zudem weder Sympathie entwickeln, noch einen Bezug finden. Ihre Handlung und Gedankengänge waren in vielerlei Hinsicht absolut unglaubwürdig und nicht zu begreifen.

    Auch fehlte mir die düstere, unheimlich Stimmung, die ich von dem Buch erwartet hätte. Gerade im Bezug zum Wald. Aber dieser spielt leider nur eine sehr untergeordnete Rolle und ist wenig bedrohlich. Als Thriller würde ich das ganze auch nicht wirklich bezeichnen. Lediglich ein Roman mit einer guten Idee, einem tollen Start und einer gewissen Grundspannung.


    Für mehr als :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: reicht es bei mir leider nicht, dafür war die Geschichte nicht gut durchdacht und viel zu unrund.

    SuB Anfang 2020/aktuell: 890/828
    gelesene Bücher/Seiten 2020: 55 / 11 953 S.

    :study: City of Girls - Elizabeth Gilbert


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