Ulf Schiewe - Der Attentäter

Der Attentäter

4.4 von 5 Sternen bei 12 Bewertungen

Verlag: Bastei-Lübbe

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 512

ISBN: 9783404179039

Termin: November 2019

  • Kurzmeinung

    Studentine
    Sehr fesselndes Buch, das den Menschen und Schicksalen hinter dem Attentat von Sarajevo ein Gesicht verleiht.
  • Kurzmeinung

    Isa-Moonlight
    Sehr spannend und sehr gut recherchiert
  • Klappentext

    Juni 1914. Es ist die Woche, die alles entscheidet. Die Woche, in der sich drei junge Serben auf den Weg nach Sarajevo machen. Dort soll Franz Ferdinand, Thronfolger Österreich-Ungarns, einem Militärmanöver beiwohnen - und sterben. Gavrilo Princip und seine Gefährten haben sich seit Monaten auf diesen Tag vorbereitet. Doch dem Geheimdienst sind Gerüchte zu Ohren gekommen, und Major Rudolf Markovic tut alles, um den Thronfolger zu retten und eine diplomatische Katastrophe zu vermeiden ...

    Meinung

    Es war ein ungewöhnliches, spannendes Buch. Ein Leseabenteuer weil ich den Schluss und seine Folgen schon kannte, nicht weil es im Prolog stand, sondern weil jeder weiß dass das Attentat von Sarajewo zum 1. Weltkrieg geführt hat.

    Es sind auf einmal keine geschichtlichen Personen mehr, sondern Figuren in einem Roman mit denen man mit fiebert, hofft und sich auch über sie aufregt.

    Vor allem in den handelnden Personen konnte man gut Paralelen zur Gegenwart finden. Junge verblendete verführte Männer, Entscheidungsträger die von ihrer eigenen Großartigkeit überzeugt sind, Experten die überhört werden,

    Es ist kein geschichtliches Werk, denn der Thriller besteht nicht nur aus Fakten sondern die tatsächlichen Figuren haben eine eigene Geschichte bekommen die wir aus der Historie nicht kennen können. Sie werden menschlich dargestellt, in einem wissentschaftlichen Werk sind sie Daten die aneinander gereiht werden. Hier haben sie Macken, sie lieben und sie streiten. Es gibt Dialoge wie sie stattgefunden haben könnten. Das ganze reale Geschehen ist ausgeschmückt worden, nicht zu bunt aber es ergibt ein schönes Bild.

  • Zum Inhalt:

    Juni 1914. Es ist die Woche, die alles entscheidet. Die Woche, in der sich drei junge Serben auf den Weg nach Sarajevo machen. Dort soll Franz Ferdinand, Thronfolger Österreich-Ungarns, einem Militärmanöver beiwohnen - und sterben. Gavrilo Princip und seine Gefährten haben sich seit Monaten auf diesen Tag vorbereitet. Doch dem Geheimdienst sind Gerüchte zu Ohren gekommen, und Major Rudolf Markovic tut alles, um den Thronfolger zu retten und eine diplomatische Katastrophe zu vermeiden ...


    Über den Autor (Quelle: Amazon):

    Zu meiner Person: Ich bin in Münster (Westfalen) aufgewachsen. Schon früh hatte mich die damals noch junge Computertechnik im Griff, ich wurde Software-Entwickler und später Software-Marketingmanager. Ich habe über zwanzig Jahre im Ausland gelebt, lange Jahre in frankophonen Ländern. Daher auch meine Liebe für Frankreich und Südeuropa.

    Eine Leseratte war ich schon immer. Als Zehnjähriger habe ich mit den Helden Homers gefiebert. Irgendwann, wenn auch spät, hat das zu der epischen Heimkehr meines Kreuzfahrers und Kriegsveterans Jaufré Montalban geführt und so entstand "Der Bastard von Tolosa". Bald danach erschien "Die Comtessa", ein Abenteuer des jungen Arnaut, Jaufrés Enkel, bei der er die junge Erbin Ermengarda beim Kampf um die Vizegrafschaft Narbonne unterstützt. Und zuletzt "Die Hure Babylon", Arnauts abenteuerliche Reise ins Heilige Land während des Zweiten Kreuzzugs.

    Zwischendurch auch die interessante Gemeinschaftsarbeit mit anderen Autoren: "Die Vierte Zeugin"

    Wer mehr wissen möchte, kann gerne meine Website besuchen: http://www.ulfschiewe.de



    Meine Meinung:

    Ulf Schiewe hat hier einen wahnsinnig fesselnden historischen Roman geschrieben. Obwohl der Ausgang der Geschichte von Anfang an bekannt ist, liest sich das Buch wie ein sehr spannender Thriller. Der Autor lässt den Leser die entscheidene Woche der europäischen Geschichte hautnah miterleben.


    Die einzelnen Kapitel des Buches entsprechen den Wochentagen von Montag 22. Juni 1914 bis zum Sonntag 28. Juni 2014. Dabei wird das Geschehen immer abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Zum einen wird aus der Perspektive des erzherzoglichen Ehepaars, Franz Ferdinand und Sophie, erzählt, die ihre Vorbereitungen für den Staatsbesuch in Sarajevo treffen. Dann erfährt man die Geschichte aus der Sicht der Attentäter. Und schließlich wird das Geschehen aus der Perspektive eines fiktiven Geheimdienstoffiziers erzählt, der der Sache mit dem Attentat auf die Spur gekommen ist. Durch die wechselnden Sichtweisen war das Buch für mich äußerst abwechslungsreich und lebendig zu lesen.

    Besonders gefallen hat mir an diesem Roman, dass alle beteiligten Personen so menschlich und natürlich dargestellt werden. Auch wenn ich als Leser das Attentat an sich nicht gutheißen kann, wird mir doch die Situtation und die Sichtweise der beteiligten Serben verständlich und glaubhaft nahegebracht.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe viele spannende Lesestunden damit verbracht. Ulf Schiewe hat ausführlch für diesen historischen Roman recherchiert. Für mich war das Attentat auf den österreichischen Thronfolger bisher nur ein trockenens Detail aus dem Geschichtsunterricht. Aber der Autor hat hier einen fesselnden, aufregenden Thriller daraus gemacht und ich habe viel neues Hintergrundwissen über dieses wichtige Ereignis der europäischen Geschichte erfahren.


    Die Aufmachung des Buches gefällt mir auch ausgesprochen gut. Das Buch enthält einen Stadtplan von Sarajevo, ein ausführliches Personenverzeichnis, ein Glossar und ein umfangreiches Nachwort.


    Ich kann dem Buch eine sehr gute Leseempfehlung aussprechen. Mir hat die Lektüre dieses Romans sehr gut gefallen und bewerte es mit 4 Sternen:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Spannender Bericht über das Attentat von Sarajevo


    1914 ist das Jahr, das alles veränderte. Der 1. Weltkrieg hat begonnen und die Welt in Trümmer zurückgelassen. Im Juni dieses Jahres geschah in Sarajevo das Attentat auf den Thronfolger Österreich-Ungarn, welches der endgültige Auslöser war. Gavrilo Princip und seine Gefährten haben sich einer Organisation angeschlossen, die beschlossen hat, es der K. und K. Monarchie zu zeigen. Sie bereiten sich auf ihren großen Auftritt vor. Gleichzeitig versucht der Major Rudolf Markovic, der beim Geheimdienst arbeitet, alles um seine Vorgesetzten und die Österreicher vor diesem Attentat zu warnen. Warnungen, die achtlos ignoriert werden.


    Ulf Schiewe schildert die Ereignisse beginnend eine Woche vor dem 14. Juni. In unterschiedlichen Handlungssträngen rekonstruiert er die Ereignisse. Er schildert von den jungen Männern, die ihren Idealen folgen, von dem Thronfolger Franz Ferdinand und seiner Frau und lässt auch die Angehörigen der Attentäter nicht außen vor.


    Ich fand es interessant, zu lesen, wie die Tage damals abgelaufen sein könnten. Allerdings hat mir ein wenig die Spannung gefehlt, da das Ende nun mal unweigerlich bekannt ist. Damit fehlt natürlich ein wesentlicher Aspekt, um den Roman als Thriller zu bezeichnen. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch gut gefallen. Es war nachvollziehbar, warum Gavrilo und seine Freunde, so gehandelt haben, wie sie es getan haben. Mein Mitgefühl für diese Männer hält sich allerdings in Grenzen.


    Die Frau von Franz Ferdinand fand ich im Besonderen interessant. Sophie hatte im Grunde nur Pech zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Als sie starb, musste ich dann doch mit den Tränen kämpfen. Wie grausam das Leben doch manchmal spielt. Das Bild, welches der Autor von ihr gezeichnet hat, hat mir gut gefallen. Ihre Gedanken und Gespräche mit Franz Ferdinand haben sich gekonnt in die Geschichte gefügt.


    Gelungen fand ich die Schilderung wie und warum es zu diesem Attentat kam und wie verzweifelt dieser Major versucht hat das schlimmste zu verhindern. Hier zeigt sich, wie machtbesessen manche Vorgesetzten einfach sind. Ob es wirklich so gewesen ist, wie der Autor es hier schildert, bleibt mal dahingestellt, ich fand die Schilderung aber durchaus glaubwürdig und nachvollziehbar.


    Der Erzählstil war dabei leicht und locker zu lesen. Am Ende befindet sich ein Personenregister, welches Aufschluss darüber gibt, wer von den Protagonisten historisch belegt und wer fiktiv war. Ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit und ein Glossar der fremden Begriffe rundet das Buch ab.


    Fazit:


    „Der Attentäter“ ist ein Roman über ein schreckliches Attentat im 20. Jahrhundert. Ulf Schiewe hat dieses historische Ereignis ausführlich geschildert und es von mehren Seiten beleuchtet. Mir haben der Roman und die Art und Weise, wie der Autor vorgegangen ist, gut gefallen. Die Handlung war spannend und vor allem glaubwürdig bis zum bitteren Ende.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Um es vorweg zu nehmen: Diesem tollen Buch gelingen gleich mehrere verdammt schwere Gratwanderungen:

    1. Es schafft es einen Sachverhalt, der in groben Zügen bekannt ist mit einer Spannungskurve zu erzählen, die wirklich gekonnt gespannt ist.

    2. Es mischt reale Fakten und Personen mit fiktiven Charakteren ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Es hätte sich durchaus genauso zutragen können.

    3. Außerdem räumt es mit geschichtlichen Schwarz/Weiß Malereien auf, die sich ohnehin unserer vollständigen Kenntnis entziehen und malt vielmehr in Grauzonen stellenweise ein Bild, dass sogar Mitgefühl und Sympathie mit den Attentätern zulässt.


    Sarajevo 1914 - der Balkan ist ein Pulverfass aus religiösen, ethnischen und fanatischen Gedanken in den Köpfen sowohl hochrangiger Politiker, stolzer Adliger und ideologisch indoktrinierter junger Menschen. An allen Ecken wird mit den Säbeln gerasselt, vermeintliche Stärke und Macht demonstriert und auf der anderen Seite Unterdrückung und Ohnmacht erlitten. Grenzen verschwimmen und verschieben sich und ganze Bevölkerungsgruppen fühlen sich in ihrem Nationalstolz gekränkt und entwertet bzw. unbeachtet.

    Auf diesem Hintergrund erleben wir als Leser aus den unterschiedlichen Blickwinkeln die sieben Tage mit, die auf die von vorneherein (wie uns die Geschichte lehrt) unvermeidbare Katastrophe hinauslaufen.


    Dabei wählt der Autor eine Art zu erzählen, die der äußeren Struktur einer Art Countdown bzw. Ablaufplan ähnelt. Jedes der sieben Kapitel ist mit dem entsprechenden Datum überschrieben, wird eingeleitet von authentischen Pressemeldungen des entsprechenden Tages und die Unterkapitel folgen teils parallel, teils chronologisch der Uhrzeit. Abgerundet wird das Buch durch Pro- und Epilog, sowie ein Personenverzeichnis, ein Glossar mit den unbekannteren Ausdrücken und Abkürzungen und ein interessantes Nachwort des Autors zu den historischen Fakten. Im Umschlag befindet sich ein Stadtplan von Sarajewo mit den markanten Stellen.


    Die historischen Personen sind meiner Beurteilung nach sehr gut recherchiert und agieren alle aus ihren persönlichen Perspektiven nachvollziehbar und glaubhaft. Dabei schafft es der Autor sogar wie oben erwähnt, dass man mit den Attentätern mitfiebert und kurz vergisst, was sie mit ihrer verblendeten Tat ins Rollen bringen. Aber auch die andere Seite von Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Sophie bekommt ein teilweise versönliches Gesicht. Er wird zwar ebensowenig zum absoluten Sympathieträger wie die Verschwörergruppe aber es menschelt doch sehr, was man nicht von jedem Adligen in historischen Romanen sagen kann.


    Die fiktiven Charaktere sind geschickt gewählt und tragen dazu bei, dass die Spannungskurve niemals abfällt. Die innere tickende Uhr der Zeitbombe "Attentat von Sarajevo" wird während der Lektüre immer lauter und lauft auf ein zwar bekanntes aber nicht minder spannend erzähltes furioses Finale heraus.


    Fazit: Ein rundum gelungenes Leseerlebnis voller Spannung und interessanter Details zu einem Ereignis, das in meiner historischen Leseliste bisher noch keine große Rolle gespielt hatte. Toll erzählt von einem mir neuen Autor, von dessen weiteren Werke sicherlich das ein oder andere seinen Weg in mein Regal finden wird. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett


    :study:

    Adam Fawer - Null


    :bewertung1von5: 2020: 3 :bewertung1von5:

  • Ende bekannt, trotzdem (oder gerade deswegen) mitreißend


    Wie schreibt man ein spannendes Buch zu einem Thema, das sehr vielen Personen und Lesern zumindest oberflächlich geläufig ist? Möglicherweise lässt sich dadurch ein bisschen Inhalt sparen, weil man Teile der Geschehnisse voraussetzen kann. Ulf Schiewe muss das gar nicht, er schreibt sogar noch mehr dazu.


    Sein historischer Thriller handelt zudem nicht nur von einem Ereignis, das vielen bekannt ist - viel schlimmer: noch viel mehr Leute wissen schon vor dem Lesen, wie das Ende ausgeht. Es ist hohe Kunst, aus wahren Begebenheiten und einem unausweichlichen Höhepunkt ein spannendes, abwechslungsreiches und lehrreiches Buch zu formen.


    Mit “Der Attentäter” ist das gelungen. Über die Geschehnisse einer Woche hinweg wird der Leser an jenen schicksalshaften Tag im Jahr 1914, der Österreich einen (weiteren) Thronfolger nahm. Ohne aufdringlich zu sein, fügen sich die harten Fakten zu einer packenden Geschichte zusammen, gespickt mit Zitaten, belegten Vorkommnissen und dazu fiktiven, aber sehr passenden Anekdoten oder Charakteren.


    Passender fiktiver Held ist hier Major Rudolf Markovic, in Sarajevo stationierter österreichischer “Geheimdienstler” und ein guter Ermittler. Schiewe spielt durch ihn ein “Was-wäre-wenn” und lässt Markovic dem Attentat auf die Spur kommen. Er stellt sich als guter Gegenspieler heraus, der der bekannten Geschichte einen ganz besonderen Thrill und dem Leser einige fesselnde Stunden zuteilwerden lässt.


    Mit all dem war und bin ich sehr zufrieden und finde das Buch dahingehend auch äußerst gelungen. Ein Teil des Epilogs aber konnte mich nicht überzeugen, hätte doch meiner Meinung nach auch ein anderes “Happy End” durchaus ausgereicht.


    Alles in allem sei dieser historische Thriller jedem empfohlen, der gute, faktenbasierte Krimis mit eingewobener Fiktion zu schätzen weiß und unauffällig wie gratis sein Geschichtswissen erweitern oder auffrischen möchte.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Geschichte spannend, lebendig und unterhaltsam erzählt


    Buchmeinung zu Ulf Schiewe – Der Attentäter


    „Der Attentäter“ ist ein Historischer Thriller von Ulf Schiewe, der 2019 bei Bastei Lübbe erschienen ist.


    Zum Autor:
    Ulf Schiewe wurde 1947 im Weserbergland geboren und wuchs in Münster auf. Er arbeitete lange als Software-Entwickler und Marketingmanager in führenden Positionen bei internationalen Unternehmen und lebte über zwanzig Jahre im Ausland, unter anderem in der Schweiz, in Paris, Brasilien, Belgien und Schweden. Schon als Kind war Ulf Schiewe ein begeisterter Leser, zum Schreiben fand er mit Ende 50.


    Klappentext:
    Juni 1914. Es ist die Woche, die alles entscheidet. Die Woche, in der sich drei junge Serben auf den Weg nach Sarajevo machen. Dort soll Franz Ferdinand, Thronfolger Österreich-Ungarns, einem Militärmanöver beiwohnen - und sterben. Gavrilo Princip und seine Gefährten haben sich seit Monaten auf diesen Tag vorbereitet. Doch dem Geheimdienst sind Gerüchte zu Ohren gekommen, und Major Rudolf Markovic tut alles, um den Thronfolger zu retten und eine diplomatische Katastrophe zu vermeiden ...


    Meine Meinung:
    Man kennt den Ausgang und doch wird die Geschichte spannend und fesselnd erzählt. In der letzten Woche vor dem Anschlag begleitet der Autor sowohl die Attentäter als auch Politiker und den Thronfolger und seine Familie. Ergänzt wird das Personal durch die fiktiven Geheimdienstmitarbeiter Markovic und Simon, denen Gerüchte über einen drohenden Anschlag zu Ohren gekommen sind. Markovic ist der eher moderate Mensch, während Simon eher auf Gewalt bei den Ermittlungen setzt. Markovic erhält Unterstützung durch die Bordellbetreiberin Maric, die wie die meisten Geschäftsleute das ruhige Zusammenleben vieler unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen schätzt. Der Autor vermittelt die Motivation der einzelnen Protagonisten, indem er ihre Gedanken schildert. Durch viele Perspektivwechsel ergibt sich ein umfassendes Bild der Situation in der Region. Franz Ferdinand erfährt von dem möglichen Anschlag, weigert sich aber gravierenden Änderungen des Besuchsprogramms zu akzeptieren. Örtliche Politiker wollen nicht auf das gemeinsame Bad im Jubel der Massen mit dem Thronfolger verzichten. Die jungen Attentäter leiden an einer tödlichen Lungenkrankenheit und träumen von einer heroischen Tat, die sie zu Helden macht. Das von Markovic und Simon ausgeworfene Netz zieht sich um die Attentäter zusammen und es ist wie in einem spannenden Agententhriller, nur mit einem anderen Ausgang.
    Obwohl das Ende bekannt ist, funktioniert die Erzählung blendend. Die eingebundenen historischen Informationen ergeben zusammen mit den fiktiven Elementen ein lebendiges Bild jener Zeit. Sympathische und weniger sympathische Figuren ergänzen sich hervorragend.


    Fazit:
    Ein äußerst gelungenes Werk, das Geschichte lebendig, spannend und unterhaltsam erzählt. Von mir gibt es die Höchstwertung (fünf Sterne, 100 Punkte) und eine klare Leseempfehlung.

    :Hörbuch P. D. James - Drei Fälle für Adam Dalgliesh

    :Hörbuch Graham Norton - Ein irischer Dorfpolizist

    :lesend Ulf Schiewe - Der Attentäter

    :lesend Claudia Praxmayer - Gefährliche Gier

  • Meine Kurzmeinung:

    Das Buch verleiht dem historischen Ereignis eine persönliche Note: Dachte man beim Attentat von Sarajevo eigentlich früher immer „nur“ an den Auslöser des ersten Weltkriegs, bekommen nun die Menschen und Schicksale dahinter ein Gesicht. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und ihr Schicksal hat mich als Leser wirklich berührt. Selbst die Attentäter werden nicht als die Bösen hingestellt, sondern völlig wertfrei ihre Lebensumstände und Beweggründe betrachtet. Daneben ist das Buch ein sehr interessantes Portrait der damaligen Zeit mit ihren vielen technischen und geistigen Entwicklungen, aber auch den Konflikten.


    Sehr spannend und fesselnd geschrieben, alles war stimmig und man merkt, dass der Autor sein Handwerk versteht. :applause: Von mir gibt es :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: und eine klare Leseempfehlung.

    Liebe Grüße,
    Tine


    :study: Charles Dickens - Die Pickwickier (MLR)

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