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  • Würdet ihr alles aufgeben, weil jemand herausgefunden hat, wer hinter dem Pseudonym steckt? 8

    1. Nein, weil ich mich nicht von meinem Vorhaben abbringen lasse. (6) 75%
    2. Ich würde mir etwas einfallen lassen und das für meinen Erfolg nutzen. (2) 25%
    3. Ja, weil das meinen Plan zerstört. (0) 0%

    Hallo liebe Mitautoren,


    ich bin seit heute neu hier und bin dankbar, dass ich hier sein und meine Frage stellen darf. Ich werde am Mittwoch meinen ersten Roman veröffentlichen und stehe vor einem Dilemma, dass mich gerade in eine tiefe Krise stürzt. Mein erster Roman erzählt meine eigene Geschichte. Nur kurz, ich habe eine ziemlich schlimme Kindheit gehabt und das alles in meinem ersten Roman aufgearbeitet. Jetzt ist in meinem Freundeskreis mein Pseudonym öffentlich gemacht worden und ich kämpfe gerade mit mir, alles hinzuschmeißen. Ganz im Ernst, ich habe das mit dem Pseudonym gemacht, um mich und meine Vergangenheit zu schützen. Ich wollte nicht, dass alle von meiner Geschichte erfahren, weil einiges davon so schlimm ist, dass mancher es gar nicht ertragen kann. Das ist jetzt vorbei. Meine Idee war, das Ganze für mich zu nutzen und die Sache so darzustellen, dass ich das Pseudonym erfunden habe, um mich von meiner Vergangenheit abzugrenzen. Was würdet ihr tun?


    Liebe Grüße


    Eure Millaine Featherfield

  • Es ist ja nun offenbar zu spät, um das Pseudonym in deinem Umfeld geheim zu halten, daher kann ich nicht erkennen, welchen Vorteil es haben sollte, "alles hinzuschmeißen" - wie auch immer sich das gestalten sollte. Es ist passiert und deiner Schilderung nach sicherlich ein schwerer Schlag für dich. Aber ich wüsste nicht, was es da hinzuschmeißen oder zu nutzen gäbe. Den größten Teil deiner potenziellen Leserinnen und Leser betrifft es ohnehin nicht, die kennen dich nicht persönlich. So wie ich es verstanden habe, kannst du nicht viel mehr tun als damit zu leben und dich innerlich für Reaktionen aus deinem Freundeskreis zu wappnen. Dafür wünsche ich dir viel Kraft.

  • Liebe Millaine, du schreibst, dass in deinem Freundeskreis dein Pseudonym publik geworden ist. Hättest du deinen Freunden sonst gar nicht gesagt, dass du einen autobiographischen Roman geschrieben hast? Ich nehme an, dass der Schreibakt für dich einen therapeutischen Charakter hatte und dass du bewusst die Romanform gewählt hast, um gegenüber dem Erlebten Distanz zu gewinnen. Wenn du aber deine Erlebnisse für dich hättest behalten wollen, hättest du das Romanmanuskript in die Schublade stecken können, statt es zur Veröffentlichung freizugeben. Hinter der Veröffentlichung steht der Wunsch, auf Missstände hinzuweisen und ggf. einen gesellschaftlichen Dialog oder zumindest ein Umdenken anzustoßen. Diesen Wunsch hast du offenbar gehabt. Die Tatsache, dass einige aus deinem engeren Umfeld wissen, dass du die Autorin bist, ändert daran nichts. Du hast vermutlich einen langen, harten Weg hinter dir; jetzt fehlt nur noch der letzte Schritt. Da hilft nur eins: Kopf hoch und durch!

  • Liebe Millaine, du schreibst, dass in deinem Freundeskreis dein Pseudonym publik geworden ist. Hättest du deinen Freunden sonst gar nicht gesagt, dass du einen autobiographischen Roman geschrieben hast? Ich nehme an, dass der Schreibakt für dich einen therapeutischen Charakter hatte und dass du bewusst die Romanform gewählt hast, um gegenüber dem Erlebten Distanz zu gewinnen. Wenn du aber deine Erlebnisse für dich hättest behalten wollen, hättest du das Romanmanuskript in die Schublade stecken können, statt es zur Veröffentlichung freizugeben. Hinter der Veröffentlichung steht der Wunsch, auf Missstände hinzuweisen und ggf. einen gesellschaftlichen Dialog oder zumindest ein Umdenken anzustoßen. Diesen Wunsch hast du offenbar gehabt. Die Tatsache, dass einige aus deinem engeren Umfeld wissen, dass du die Autorin bist, ändert daran nichts. Du hast vermutlich einen langen, harten Weg hinter dir; jetzt fehlt nur noch der letzte Schritt. Da hilft nur eins: Kopf hoch und durch!

    Lieber PMWhiting,


    Danke für die lieben Worte, die genau zur richtigen Zeit kamen. Ich musste mich gestern wieder Anfeindungen stellen, weil kaum jemand meine Probleme verstehen kann. Ich habe mich jetzt dafür entschieden, das Ganze auszusitzen und zu warten bis es sich im Freundeskreis im Sande verläuft. Irgendwann wird jemand anderes gefunden, über den man diskutieren kann. Ich möchte wirklich Menschen zum Umdenken bewegen und seit Mittwoch ist mein Buch im Verkauf. Ich hoffe jetzt, dass ich wenigstens ein bisschen was bewegen kann.


    Es ist ja nun offenbar zu spät, um das Pseudonym in deinem Umfeld geheim zu halten, daher kann ich nicht erkennen, welchen Vorteil es haben sollte, "alles hinzuschmeißen" - wie auch immer sich das gestalten sollte. Es ist passiert und deiner Schilderung nach sicherlich ein schwerer Schlag für dich. Aber ich wüsste nicht, was es da hinzuschmeißen oder zu nutzen gäbe. Den größten Teil deiner potenziellen Leserinnen und Leser betrifft es ohnehin nicht, die kennen dich nicht persönlich. So wie ich es verstanden habe, kannst du nicht viel mehr tun als damit zu leben und dich innerlich für Reaktionen aus deinem Freundeskreis zu wappnen. Dafür wünsche ich dir viel Kraft.

    Lieber Martin,


    danke auch für Deine Worte. Es hat gut getan, dass es jemanden gab, der verstanden hat, wie schlimm diese Entlarvung meines Pseudonyms für mich war. Ich habe mir jetzt für die nächste Zeit ein paar Sätze überlegt, die mir helfen, mich vor Angriffen zu schützen.


    Liebe Grüße an euch beide, Millaine

  • Liebe Millaine,


    ich kenne dich und dein Buch nicht.

    Deswegen will ich dir auf diesem Weg ganz viel Kraft schicken und dich motivieren!

    Denn jetzt ist die Zeit, in der du erkennst, wer dich durch dick und dünn begleitet, egal was vorgefallen ist.

    Jetzt ist die Zeit, in der du dein Leben in die eigene Hände nimmst.

    Jetzt ist die Zeit, in der du lebst - es wird nie eine "rechte" Zeit geben und erst recht nicht ein "guter Augenblick".


    Eine Frage: Denkst du, dass die Leute es nicht herausbekommen hätten?

    Ich meine, wenn nicht durch Zufall, oder weil sie Eins und Eins zusammenzählen, wenn sie das Buch lesen?

    Und bedenke dies: Wer dich im "Freundeskreis" anfeindet ist nicht dein Freund.

    Da gibt es nichts zu beschönigen!

    Und wenn es nötig wird, dann hole dir Hilfe von der Polizei!

    Schrecke vor nichts zurück, was dich beschützen oder dir helfen kann!


    Ich weiß selber, dass es naiv optimistisch klingt, aber gebe nie die Hoffnung auf!

    Glaube an dich selbst, denn wer - wenn nicht, du! - sollte es für dich tun?

    Du hattest das Selbstvertrauen, ein Buch zu schreiben, und das Selbstbewusstsein, es zu veröffentlichen.

    Und nun ist für dich das Schlimmste eingetreten, was du dir ausmalen konntest: Man hat dich bloßgestellt!

    Dass dir das Herz in die Hose fiel, kann ich absolut nachvollziehen - denn jetzt hast du nicht mehr die Kontrolle über dein Leben.

    Die Situation macht Angst und ich weiß, dass diese lähmen kann.

    Aber lass das nicht zu!

    Angst ist unbegründet, Furcht nicht - schau dir die Situation genau an und frag dich, was genau Angst macht und verwandle sie in Furcht.

    Vor Furcht hat man Respekt, vor Angst nicht, da will man einfach nur davonlaufen.

    Daher: Sehe es wie ein Sturm in deinem Leben, und ich behaupte, du schaffst es durch ihn hindurch!

    Es mag jetzt nicht so ausschauen, weil du mitten im Sturm bist, und wohin du auch schaust nur dunkle Wolken, Gewitter und Hagel siehst, aber jeder Sturm hört auch auf. Auch, wenn dieser Sturm dein Leben umgekrempelt haben wird, wirst du merken, dass er befreiend war!

    Und das Wasser vom Sturm, das in den Boden sickert, wird neues, fruchtbares Land erschaffen, auf dem du neu aufbauen kannst!

    Glaube daran - wenn nicht mir, dann dir selbst! Denn du hast dieses Buch geschrieben und veröffentlicht!

    Du weißt doch bestimmt, dass das einzig Konstante im Leben Veränderung ist?!

    Du hast es im Griff, welche Veränderung dir gut tut und welche nicht.

    Sortiere, bewerte und triff Entscheidungen, es werden die besten in deinem Leben sein!


    Von daher wünsche ich dir alle Kraft der Welt, damit du das Beste aus deiner jetztigen Situation machen kannst!
    Liebe Grüße

    Soulprayer

    Statistik 2020: Bücher: 12 <:~:> PR-Classics: 37 <:~:> ATLAN: 51/850 <:~:> Perry-Rhodan: 3085/3086
    Perry Rhodan EA Aufholgjagd: akt. Stand: 717 / 2874 << 2015: 73 << 2016: 215 << 2017: 159 << 2018: 152 << 2019: 79 << 2020: 37

    :study:: Melanie Vogltanz - Auferstanden 15% <:~:> NEBULAR XL2 40%

    "Zweimal im Jahr brauch ich einen 6-Monats-Urlaub, damit ich lesen kann!". -Goodreads

  • Liebe Millaine und Mitautoren,


    als ich die Beiträge zu Deinem Thema gelesen habe ging mir der Herzschlag hoch. Auch ich bin dabei, ein Buch zu schreiben, in der Hauptsache um aufzuarbeiten und um Wissen weiterzugeben. Ich habe als sekundär Betroffener eine schlimme Achterbahnfahrt hinter mir, für einen Roman mal eine ganz andere Sichtweise. Ich möchte auch Mitmenschen zum Umdenken bewegen, denn Missbrauch hat sehr viele Gesichter. Ich befürchte auch, dass rauskommen könnte, dass ich das Buch geschrieben habe. Ein Anwalt hat mir abgeraten, jemand könnte Passagen seines Lebens entdecken und mich verklagen. Das geht wohl nach den neuen Datenschutzgesetzen. Alle um Erlaubnis fragen ist unmöglich. Die Story ist aber so besonders, dass sie vielleicht für Psychologen und Leser interessant wäre. Ich gehe davon aus, dass ich irgendwann als Autor enttarnt werde, trotz Synonym und Ortsveränderungen. Es sind auch Passagen dazugeschrieben, die nie passiert sind. Es würde ein emotionaler Roman mit erotischen Ehe-Szenen werden. Große Veränderungen zum Unkenntlich machen würden die Geschichte zerstören. Ich habe weniger Angst vor dem Entdeckt werden an sich, viel mehr vor dem, was meine "Romanfiguren" dann juristisch mit mir machen können. Was würdet ihr mir raten, kann ich es veröffentlichen, kann ich Geschehenes preisgeben? Finde ich überhaupt einen Verlag, der sich auch auf die Sache einlässt?


    Viele Grüße


    Christian

  • Ein Anwalt hat mir abgeraten, jemand könnte Passagen seines Lebens entdecken und mich verklagen. Das geht wohl nach den neuen Datenschutzgesetzen.


    Große Veränderungen zum Unkenntlich machen würden die Geschichte zerstören. Ich habe weniger Angst vor dem Entdeckt werden an sich, viel mehr vor dem, was meine "Romanfiguren" dann juristisch mit mir machen können.

    Wie sollen wir das als Autoren besser beurteilen können als dein Anwalt? Ich würde dazu raten, eine Fachkanzlei für Medienrecht zurate zu ziehen und denen in juristischen Fragen gut zuzuhören. Danach läuft es vermutlich auf die Frage heraus, welche Risiken du bereit bist, einzugehen und ob du dich ggf. in der Lage fühlst, einen Prozess durchzustehen und mit den Folgen zu leben, falls du ihn verlierst.


    Finde ich überhaupt einen Verlag, der sich auch auf die Sache einlässt?

    Vermutlich eher nicht. Aber das basiert weniger auf meiner Einschätzung der Bereitschaft von Verlagen, ein juristisches Risiko zu tragen sondern darauf, dass es schwer ist, für irgendein Buch einen Verlag zu finden. Dass du deine Geschichte für lesenswert hältst, bedeutet noch nicht, dass ein (seriöser) Verlag (bzw. erst einmal eine Literaturagentur) glaubt, damit voraussichtlich viel Geld verdienen zu können. Du kannst versuchen, über eine Literaturagentur einen Verlag zu finden. Wenn eine vom (fertigen!) Manuskript überzeugt ist, wird die sich ggf. auch um juristische Probleme kümmern. Im Zweifelsfall wird es am Ende aber eher auf Selfpublishing hinauslaufen.

  • Finde ich überhaupt einen Verlag, der sich auch auf die Sache einlässt?

    Wenn es gut geschrieben ist, möglicherweise. Aber darüber würde ich mir überhaupt erst Gedanken machen, wenn du das Buch fertig bzw. kurz vor der Vollendung hast. Hauptsache, du wendest dich nicht an einen Zuschussverlag. Der würde das Buch zwar mit Sicherheit annehmen, nur verkaufen wirst du damit keine Bücher, sondern nur selbst Geld hineinstecken. Es gibt jedenfalls noch andere Methoden, sein Buch anderen zugänglich zu machen, die einen nicht arm machen.


    Eine Absicherung am Anfang des Buches, dass die Handlung fiktiv ist und Ähnlichkeiten zu realen Personen nur zufällig und ohne Absicht sind, könnte einen vor einer Klage bewahren, wobei dann auch die Leser das, was im Buch passiert, nicht unbedingt ernst nehmen würden. Schreibst du dagegen, dass die Handlung teilweise so passiert ist, und es erkennt sich jemand darin wieder, sodass er klagt, ist die Frage, ob das, was du schreibst, auch nachweisbar so passiert ist. Eine Klage wegen übler Nachrede kann nämlich dann zum Erfolg des Klägers führen, wenn der Nachweis der Tat nicht gelingt. Eine Klage wegen Verleumdung beruht ebenfalls auf der Verbreitung unwahrer Tatsachen wider besseres Wissen. Im Grunde begibst du dich mit solchen Geschichten dann in ein Minenfeld, da praktisch jede vorgeworfene Tat beweisbar sein muss.

    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt." (Simon Stiegler)

    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

  • Danke für Eure Reflexionen. Hm, ein Buch schreiben ist doch schwerer, als ich gedacht habe. (Die beiden anderen Dinge, die Mann/Frau im Leben getan haben soll, sind leichter. Bäume habe ich schon hunderte gepflanzt und 2 Kinder habe ich auch. Es geht mir darum, etwas zu hinterlassen, was die Welt ein bisschen besser macht. So hat es der "große Dichter" auch sicher gemeint. Die Romanfigur ist ein genauso unverbesserlicher Idealist wie der Autor.) :)

    Ich habe einen Fachanwalt für Medienrecht gefragt. Er sagte sogar, dass einer, der sich erkennt und dessen Geschichte verändert wurde mich sogar wegen falscher Behauptungen anzeigen kann, genauso, wie Divina es in ihren letzten Sätzen beschrieben hat. Und dann sind die Folgen eines Prozesses vielleicht der Verlust von sehr viel Geld oder sogar meines ganzen Vermögens. Ich denke, dass ich das Risiko eingehen könnte, wenn es mir nicht so gehen würde wie Millaine. Und das ist eben wahrscheinlich. Es gibt aber auch Romanfiguren, die sich nie melden dürften, weil sie sich dann als Täter outen würden. Ich benötige ohnehin noch ein Jahr, bis ich ein Manuskript vorlegen kann. Das mit den Literaturagenten ist interessant. Wie findet man sie, einfach bei Google? Und noch etwas: Ich habe mir mal die Liste der Zuschussverlage angesehen. Gut, dass ich das weiß, dann fallen 2 schon mal weg. Ein Mitarbeiter von ReDiroma hat mir mal gut weitergeholfen. Nach Bewertungen im Netz gehe ich nicht, die täuschen oft.

    Viele Grüße


    Christian

  • Das mit den Literaturagenten ist interessant. Wie findet man sie, einfach bei Google?

    Auf der Seite der Frankfurter Buchmesse sind normalerweise alle seriösen Literaturagenturen gelistet. Unter diesen muss man sich dann die passenden raussuchen, die das Genre vertreten und auf deren Homepage findet man dann alle Informationen, die man benötigt, um bei ihnen Manuskripte einzureichen.

    Noch ein Hinweis: Wenn man über Literaturagenten veröffentlichen möchte (was i.d.R sinnvoll ist, weil die die Manuskripte leichter unterbringen und sich deren Tantiemenanteil (andere Kosten gibt es bei seriösen Agenturen nicht) lohnt, da die in aller Regel auch bessere Konditionen mit den Verlagen aushandeln können), sollte man vorher keinem Verlag das Manuskript einreichen. Das wollen die Agenturen dann schon selbst machen.

  • Danke, und noch eine Anfängerfrage: Kann ich meinen kompletten Buchentwurf, der mich dann 3 Jahre Arbeit gekostet hat einfach so an jemanden schicken? Ist es sicher, dass meine geistige Arbeit, so schlecht oder gut sie auch ist, nicht kopiert wird? Ein Verlag oder Agent kann es ja als nicht würdig bewerten und die Story dann später verändert rausbringen. Bin ich zu misstrauisch?

  • Kann ich meinen kompletten Buchentwurf, der mich dann 3 Jahre Arbeit gekostet hat einfach so an jemanden schicken? Ist es sicher, dass meine geistige Arbeit, so schlecht oder gut sie auch ist, nicht kopiert wird? Ein Verlag oder Agent kann es ja als nicht würdig bewerten und die Story dann später verändert rausbringen. Bin ich zu misstrauisch?

    Jein. Literaturagenturen leben normalerweise davon, ihre potenziellen Klienten nicht zu betrügen, weil das das Geschäft nachhaltig stören würde. Und 15-20% von den Tantiemen sind vermutlich auch besser als 100% der Tantiemen, zusätzliche Arbeit für die Änderung und später ein Gerichtsverfahren am Hals haben, das man voraussichtlich mit hohen Zahlungen an den betrogenen Autor verliert (denn der hat Versionen des Manuskripts rumliegen und es auch sicherlich schon jemandem gezeigt, sodass die Literaturagentur es schwer hätte, ein Gericht zu überzeugen, dass das Manuskript von ihren ist). Abgesehen davon wollen die bei der Bewerbung fast durchgängig ohnehin nur eine Leseprobe haben und man kann froh sein, wenn sie Interesse bekunden und nach dem Rest fragen.

    Ansonsten sieht das anders aus. Jedes (!) im Selfpublishing veröffentlichte Werk wird schamlos raubkopiert und zu Schleuderpreisen illegal angeboten (das kriminelle Geschäft ist so umfangreich, dass sich die Verbrecher kaum vor Entdeckung fürchten und sie haben ja auch kein renomiertes Unternehmen, das ihnen verloren ginge, wenn ihnen doch mal jemand nachlaufen würde, um sie dranzukriegen - was Autoren auch selten machen, weil es sowieso nicht sehr aussichtsreich ist, aus denen wenigstens die Prozesskosten wieder rauszukriegen) und bevor man einfach irgendwem Beliebigen sein komplettes Manuskript gibt, sollte man zusätzlich aufpassen.

  • Ok, die paar Tage im "Büchertreff" haben mich weiter gebracht, als ein Jahr stöbern im Irgendwo. Es ist schön, dass es Menschen gibt, die Wissen weitergeben. Ich habe schon mehrmals in meinem Leben mit Fragen stellen große Schwierigkeiten verhindert. Mal sehen, was draus wird...

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