Matthias J. Diaz - Das Erbe des Hexenjägers

Das Erbe des Hexenjägers

2 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Independently published

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 500

ISBN: 9781798552285

Termin: März 2019

  • Allgemeines: (Amazon)


    Berlin 2019. Der Student Robert Terwin staunt nicht schlecht, als sein entfremdeter Onkel Alois unter ungeklärten Umständen verstirbt und ihm seine Villa im schicken Stadtteil Zehlendorf vermacht. Einzige Bedingung: Er muss die Nacht vor Allerheiligen darin verbringen.


    Was nach schnellem Reichtum klingt, stellt sich bald als unerwünschtes Eintauchen in die Phantasiewelt eines Wahnsinnigen heraus. Nicht nur behauptet Alois in seinen Aufzeichnungen, Hexenjäger aus einem Geschlecht von Hexenjägern zu sein, das zurückreicht bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Auch Robert selbst soll als jüngstem Spross einer gesegneten Blutlinie eine besondere Rolle im Kampf gegen die Hexen zukommen.


    Das Ganze klingt nach Hirngespinsten, bis dunkle Mächte aus dem Reich des Aberglaubens höchstpersönlich vor der Haustür stehen und ein ziemlich eigenwilliges Team von Hexenjägern aus aller Welt auf den Plan tritt. Mit einem Mal geht es darum, die Vollendung eines Rituals zu verhindern, für das die Mongolenangriffe des 13. Jahrhunderts und die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl nur die Vorbereitung waren ...


    Inhalt:


    Robert erbt von seinem Onkel Alois eine Villa. Als er die Nacht darin verbringt taucht plötzlich eine Hexe auf. Er wird von einem Mann namens Sigurd gerettet der von sich behauptet ein Hexenjäger zu sein. Als Sigurd Robert erklärt das auch sein Onkel Hexenjäger war und er das gesegnete Blut Besitz, nimmt er ihn in die Lehre.


    Zur Unterstützung ruft Sigurd noch verbündete aus andern Ländern. Ivan aus Amerika(?), Sergej aus Russland und Salena aus Israel. Jeder der genannten hat ein Spezialgebiet und zusammen wollen sie dem verschwinden von Alois auf die Spur kommen.


    Bald schon führen alle Spuren zu Kaliyaga einer mächtigen Hexe die schon seit Jahunderten versucht die Welt in ewige Finsterniss zu stürzen. Als die Hexenjäger mitten in Berlin angegriffen werden, wird schnell klar das Kaliyaga in Deutschland ist um ihren Plan zu verfolgen. Nur zu fünft, müssen sich die Hexenjäger dieser alten Macht entgegenstellen. Die einzige Chance Kaliyaga zu besiegen ist, das Geheimniss um Roberts Blut zu lüften.


    Persönliche Meinung:


    Das erste Drittel des Buches war spannend geschrieben und man taucht langsam in die Geschichte ein. Ab dem auftauchen der

    der anderen Hexenjäger wird das Buch meiner Meinung nach immer schwächer, erst das große Finale bietet wieder Spannung. Allgemein kommen im Buch weniger Hexen vor als ich gedacht habe und auch auf Auseinandersetzungen wartet man zwischendrin vergebens. Wenn es dann mal zum aufeinandertreffen kommt dann ist der Autor bemüht das Geschehen Actionreich in Szene zu setzen doch mir persönlich kommt es dann überhastet und unübersichtlich vor.


    Der historische Hintergrund der Hexen und Hexenjäger war für mich die große Stärke dieses Buches. Leider wurde hier jedemenge Potential verschenkt. Anstatt spazierfahrten, elektronischen gebastell

    und ausführlichen Beschreibungen wie man essen aus der Konserve aufwärmt, hätte der Autor noch mehr auf die Hexenmagie und verschiedenen Stärken der Hexenstufen eingehen können.


    Die Hauptpersonen fand ich blass, ich konnte mich in niemanden hineinversetzen. Durchweg alle waren nur oberflächlich beschrieben und das bisschen was man von deren Vergangenheit, Beweggründen und Charaktereigenschaften erfährt reicht bei weitem nicht um eine Bindung einzugehen. Es wäre wünschenswert gewesen wenn jede Person ein oder zwei Kapitel bekommen hätten um sich richtig zu entfalten. Jeder einzelne kam mir aufgesetzt vor, etwa so, wie man es aus altbekannten Hollywoodfilmen kennt.


    Manche Sachen kamen mir auch weit hergeholt vor. Eine Schießerei mitten in einem Berliner Wohnviertel gegen eine Horde von Gegnern und niemand hat etwas mitbekommen weil es gestürmt hat. Natürlich reden wir hier über ein Buch mit Fantasyelementen, aber wenn die Geschichte schon in einer realistischen Umgebung spielt dann erwarte ich auch das auf reale Beschaffenheiten Rücksicht genommen wird. Die Wendungen waren auch teilweise zu vorhersehbar.


    Der Schreibstil hat mir am wenigsten gefallen und ist mein größter Negativpunkt. Die Gespräche der Personen wirkten fade und aufgesetzt. Teilweise habe ich auch den Überblick verloren wer überhaupt gerade redet. Anstatt die Namen der jeweiligen Person zu nennen heißt es ständig: der Russe oder der Mönch, die Israeli oder die Soldatin, der Hexenjäger oder der Alte. Bei Ivan war es extrem schlimm, so wird er anfangs als Amerikaner vorgestellt, plötzlich ist er der Latino und dann wieder der Mexikaner. Das ist so extrem das Ivan als Amerikaner in ein Auto steigt, als Mexikaner die sonnenbrille aufsetzt und als Latino das Gaspedal durchtritt. Alles in einem Satz wohlgemerkt. Das ging mir so auf den nerv das ich das Buch abbrechen wollte, mich aber durchgerungen habe fertig zu lesen. Um ehrlich zu sein wahr ich dann auch froh als es vorbei war, auch wenn das Ende wieder besser wurde.


    Fazit:


    Leider kann ich das Buch nicht empfehlen. Gute Ansätze sind da und das Finale ist qualitativ auch der höhepunkt des Buches. Leider haben mir der Schreibstil und die schwachen Charaktere den Lesespaß vermiest.