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Peter Prange - Zeit zu hoffen, Zeit zu leben

Eine Familie in Deutschland: Zeit zu hof...

4.8 von 5 Sternen bei 14 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Argon Verlag

Bindung: Audio CD

Laufzeit: 00:18:08h

ISBN: 9783839816639

Termin: Oktober 2018

  • Kurzmeinung

    Amalaswintha
    Warte gespannt auf die Fortsetzung!
  • Kurzmeinung

    syko
    ein fantastisches Werk, ich freue mich schon auf die Fortsetzung

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  • Inhalt

    Deutschland 1933 - 1939. Hermann Ising betreibt in Fallersleben eine Zuckerfabrik in der dritten Generation. Er ist stolz auf seine vier erwachsenen Kinder und den kleinen Nachzügler Willy. Stets um den Zusammenhalt der Familie bemüht, übernimmt sich Hermann zwar finanziell beim Bau seines großen Hauses, doch bahnt sich bereits ein lukratives Geschäft an. Beim Richtfest ahnt noch niemand, wie sehr Hitlers Machtübernahme auch in das Leben der Familie Ising eingreifen würde.


    Meine Meinung

    Mit diesem bemerkenswerten Roman hat Peter Prange ein beeindruckendes Zeugnis seines schriftstellerischen Könnens abgelegt. Sorgfältige Recherchearbeit, charakterlich vielschichtig angelegte Protagonisten und ein sich steigernder Spannungsbogen zeichnen dieses Buch aus.

    Sämtliche Haupt- und Nebenfiguren sind hervorragend ausgearbeitet, fiktive wie auch reale Personen in glaubwürdiger Weise miteinander und dem geschichtlichen Hintergrund verwoben.

    Sehr gut fand ich die Geschwister Ising dargestellt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während die einen im Windschatten der neuen Regierung dahinsegeln ohne Nachteile zu erleiden oder sogar einen "Karrieresprung" durch ihre Parteimitgliedschaft verzeichnen können, brechen für andere Familienmitglieder harte Zeiten an. Protektion und Korruption treiben seltsame Blüten, während das Naziregime rücksichtslos alles hinwegfegt, was dem "Führerwillen" im Wege steht. Davon ist Hermann Isings Existenzgrundlage genauso betroffen wie das Schicksal seines jüngsten Sohnes Willy. Und auch seinen Schwiegersohn, den jüdischen Architekten Benny Jungblut, erwartet ein ungewisses Los. Unglaublich spannend hat Peter Prange die Irrfahrt der St. Louis in seinen Roman eingebaut, die Hamburg 1939 mit beinahe eintausend deutschen Juden an Bord verließ, um sie nach Kuba zu bringen.

    Eindrucksvoll beschreibt der Autor in seinem großartigen Roman, wie zerstörerisch sich Hitlers Machtübernahme auf die Lebensentwürfe ganz normaler Bürger auswirkt. Als Hörer meint man mitten im Geschehen zu sein, verfolgt fasziniert die Ereignisse, bangt, hofft und leidet mit den Protagonisten, die mit ihren Überzeugungen, Ängsten und Plänen nicht lebendiger dargestellt sein könnten.

    Auch stilistisch hat mich der Roman von Anfang an überzeugt, packend und doch mit viel Empathie erzählt der Autor seine breitangelegte Familiengeschichte. Dabei gestaltet er die Wechsel der Szenarien so geschickt, dass der Hörer in nicht enden wollender erwartungsvoller Spannung von einem Kapitel zum nächsten getragen wird.

    Die Stimmlage des Sprechers Frank Arnold gefällt mir persönlich nicht sonderlich gut, doch liest (und singt) er mit so viel Engagement, dass er mich mit seiner Vortragsweise schließlich doch gewinnen konnte.

    Das Eintreffen des Folgebandes erwarte ich mit großer Freude, und werde gerne davon berichten.

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