Friedrich Glauser - Der Chinese

Der Chinese

3.3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Band 4 der

Verlag: Unionsverlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 288

ISBN: 9783293203327

Termin: Juni 2005

Klappentext / Inhaltsangabe: Pfründisberg, das ist eine Armenanstalt, eine Gartenbauschule, eine Dorfwirtschaft. Und zwei Tote. Denn die Taschentücher der Anna Hungerlott, die an Darmgrippe gestorben sein soll, weisen Arsenspuren auf. Und der Chinese liegt mit einem Schuß mitten durchs Herz im Novembernebel. Wachtmeister Studer beobachtet. Daß die Armenhäusler dünne Kohlsuppe löffeln, während der Armenvater erlesenen Wein trinkt, hat nichts mit den Morden zu tun. Oder doch?
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  • Autor: Friedrich Glauser
    Titel: Der Chinese, erschien erstmals 1939
    Seiten: 288
    Verlag: Unionsverlag
    ISBN: 9783293203327


    Der Autor:
    Friedrich Glauser (1896 – 1938) war ein Schweizer Schriftsteller, der in seinem kurzen bewegten Leben Erfahrung in Landerziehungsheimen, Arrestzellen und psychiatrischen Kliniken sammelte und nach Morphiumsucht und Entmündigung in die französische Fremdenlegion aufgenommen wurde. Dort wurde er kurz darauf wegen Herzstörungen für dienstuntauglich eingestuft und ausgemustert. Im Morphiumdelirium entfachte er einen Zimmerbrand und wurde kurz darauf in ein Psychiatriezentrum abgeschoben. Die Details der diversen Entmündigungen, Aufenthalten in Haft- und Arbeitsanstalten, sowie psychiatrischen Kliniken erspare ich mir. Es ist aber offensichtlich, dass Glauser wusste, wovon er schrieb als er über Randständige, von der Gesellschaft abgehängten Personen schrieb. Neben diversen Essays, Gedichten und Briefwechsel, sind es vor allem seine Kriminalromane, für die er heute bekannt ist.
    Bereits der erste Studer-Roman wurde ein großer Erfolg und so folgten noch ein paar weitere. Allerdings stirbt Glauser kurz nach seinem Durchbruch als Schriftsteller, sodass diverse Romane unvollendet bleiben und er selbst den Erfolg seiner Romanfigur gar nicht mehr in Gänze miterleben konnte.


    Inhalt: (Klappentext)
    Pfründisberg, das ist eine Armenanstalt, eine Gartenbauschule, eine Dorfwirtschaft. Und zwei Tote. Denn die Taschentücher der Anna Hungerlott, die an Darmgrippe gestorben sein soll, weisen Arsenspuren auf. Und der Chinese liegt mit einem Schuß mitten durchs Herz im Novembernebel. Wachtmeister Studer beobachtet. Daß die Armenhäusler dünne Kohlsuppe löffeln, während der Armenvater erlesenen Wein trinkt, hat nichts mit den Morden zu tun. Oder doch?


    Meinung:
    «Der Chinese» ist ein konventioneller, gemütlicher Kriminalroman, der in einem kleinen Berner Dorf spielt. Der Mordfall bildet – ähnlich wie bei Simenons Maigret – zwar die Rahmenhandlung, aber die Milieubeschreibungen sind deutlich interessanter. Wachtmeister Studer ist ein volksnaher Ermittler, einer, der Mitgefühl für die von der Gesellschaft abgehängten Menschen hat. Und der sich von seinen Vorgesetzten nichts diktieren lässt, der seinem Instinkt vertraut und den Konflikt mit «hohen Politikern» nicht scheut, auch wenn er dafür schon mal degradiert wurde. Den mittlerweile vierten Band, den ich über den Wachtmeister Studer las, fand ich weniger gelungen als die beiden ersten Bände, gefiel mir aber besser als der etwas sonderbare Ausflug im Vorgängerband «Die Fieberkurve», wo Studer verdeckt als Fremdenlegionär in Marokko ermittelt. Aber auch in diesem Band gibt es ein paar Dinge, die für mich keinen Sinn machten und den Leser vermutlich nur verwirren sollen. Daher bleibt für mich als Fazit, schwacher Krimi, gelungene Charakterbeschreibungen und dadurch insgesamt eine unterhaltsame Lektüre. Den fünften und letzten Roman werde ich auch noch lesen, aber Kommissar Maigret ist mir dann doch deutlich lieber.