Fenja Lüders - Der Duft der weiten Welt

Der Duft der weiten Welt: Speicherstadt-...

4 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth)

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 320

ISBN: 9783431041255

Termin: Oktober 2019

  • 1912 Hamburg. Die junge Mina Deharde lebt mit ihrer Schwester Agnes, Großmutter Hiltrud und Vater Karl in Hamburg, wo dieser als Händler ein Kaffee-Kontor in der Speicherstadt besitzt. Mina selbst wünscht sich nichts mehr, als einmal das Familiengeschäft zu übernehmen, doch dies ist in jener Zeit als Frau undenkbar. Mit Edo Blumenthal, einem alten Jugendfreund und Mitarbeiter des Kontors verbindet Mina viel, vor allem eine erste zarte Liebe, die ihrem Vater so gar nicht recht ist. Deshalb wird Mina in ein Pensionat geschickt, doch die schlechte Gesundheit ihres Vaters lässt sie dieses vorzeitig verlassen und nach Hamburg zurückkehren. Während Edo mit Mina seinen Traum von einer Auswanderung nach New York wahr machen möchte, muss Mina sich der Verantwortung stellen, die sie für ihre Familie hat und Entscheidungen fällen, deren Tragweite sie noch gar nicht ermessen kann…


    Fenja Lüders hat mit „Der Duft der weiten Welt“ den ersten Band ihrer Speicherstadt-Trilogie einen fulminanten Start vorgelegt. Der Erzählstil ist wunderbar flüssig, bildgewaltig und gefühlvoll, der Leser wird mit der ersten Seite ins vergangene Jahrhundert katapultiert und darf als unsichtbarer Beobachter an Minas Seite deren Leben und Entwicklung begleiten. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und lässt den Leser nicht nur an der Arbeit in einem Kontor zur damaligen Zeit teilhaben, auch der geschichtliche Hintergrund ist wunderbar mit der vielschichtigen Handlung verwoben und zeichnet das damals vorherrschende Gesellschaftsbild wieder, in dem Frauen ihren Männern untertan waren und keine eigenen Unternehmen führen durften. Mit ihrer jungen Protagonistin Mina schafft Lüders eine für ihre Zeit schon recht emanzipiert denkende Frau, die sich lieber ein Studium oder einen verantwortungsvollen Beruf wünscht als nur Hausfrau, Mutter und schmückendes Beiwerk des Ehemannes zu sein. Gerade dieser etwas aufmüpfige Wesenszug sowie die bildgewaltigen Streifzüge durch die Speicherstadt faszinieren bei der Lektüre und als Leser wünscht man sich, dass Mina sich durchsetzt und doch als Frau Karriere machen darf. Doch vorher muss der Gesellschaft genüge getan und Verantwortung übernommen werden, die einen Rückschritt in Minas Gedankenwelt bedeuten. Der Spannungslevel liegt in dieser Geschichte meist über dem durchschnittlichen Level, da unverhoffte Wendungen und das Verhalten einiger Charaktere den Leser immer wieder spekulieren lassen.


    Die Protagonisten sind liebevoll und detailliert ausgestaltet und in Szene gesetzt worden. Sie alle wirken nicht nur sehr lebendig, sondern vor allem realitätsnah und glaubwürdig. Der Leser findet sich sofort in ihrer Mitte wieder und baut während der Lektüre eine besondere Nähe zu einigen von ihnen auf, die das Mitfiebern und Mitfühlen leicht machen. Mina ist eine aufgeweckte und interessierte junge Frau, die schon früh ihre eigenen Vorstellungen vom Leben hat. Sie hat einen sturen Zug, aber gerade ihre Hartnäckigkeit und ihr immenser Wille zeichnet sie aus sowie ihre große Hilfsbereitschaft. Vater Karl ist zwar ein strenger Zeitgenosse, aber auch ein liebevoller Vater, der nur das Glück seiner Kinder im Kopf hat. Minas Schwester Agnes ist manchmal etwas eifersüchtig auf die Liebe des Vaters zu Mina, aber die beiden haben ein gutes Verhältnis miteinander. Großmutter Hiltrut ist eine Patriarchin, die alles im Blick behält. Edo ist Minas Jugendfreund und heimliche Liebe, aber er denkt leider nur an sich. Aber auch Fräulein Brinkmann, Heiko oder Frederik Lohmeyer tragen viel zur spannenden Entwicklung der Handlung bei.


    „Der Duft der weiten Welt“ ist ein rundum gelungener historischer Roman, der Familiengeschichte, Hamburger Leben, Liebe, Drama und Geheimnisse in sich vereint, so dass man es als Leser kaum erwarten kann, den zweiten Band in den Händen zu halten. Absolute Leseempfehlung!


    Toller Schmöker für :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Mich konnte der Auftakt dieser Reihe leider nicht begeistern.


    Inhalt


    Die 17-jährige Mina ist eine privilegierte Kaufmannstochter und lebt mit ihrem Vater, ihrer Schwester, ihrer Großmutter sowie einigen Hausangestellten in einer Villa in Hamburg. Der Vater ist Kaffeehändler und Mina würde sehr gerne zukünftig in seine Fußstapfen treten, doch leider ist dies im Jahr 1912 noch nahezu unmöglich. Sie soll lieber in einem Pensionat den "letzten Schliff" an ihrer Persönlichkeit erhalten, sodass sie eine gute Partie für einen zukünftigen Ehemann abgeben wird. Doch aufgrund einer Krankheit des Vater darf sie frühzeitig aus dem Pensionat zurückkehren und im Kontor mitarbeiten. Dabei kommt sie Edo, einem Mitarbeiter des Vaters, sehr nahe. Welchen Weg wird Mina gehen? Den Weg der Verantwortung oder den Weg der Liebe?



    Meine Meinung


    Leider habe ich exakt dieselbe Geschichte bereits häufig gelesen. Das Setting an sich ist ja auch interessant und bietet dem Autor diverse Möglichkeiten, um die Geschichte zu etwas spannendem und außergewöhnlichen zu machen, sodass sie eben nicht im Einheitsbrei untergeht. Doch das ist hier leider nicht passiert.

    Die Story verläuft absolut "unoriginell", geradlinig, vorhersehbar und ja - leider langweilig.


    Alle Charaktere sind absolut klischeehaft: besonders Mina ist viel zu perfekt geraten, sie kann mit 17 Jahren bereits alles, sie weiß alles, sie trifft weise Entscheidungen, wirkt dadurch jedoch sehr überheblich. Sie stößt die Männer, die sich nur so um sie reißen täglich erneut vor den Kopf und behandelt sie von oben herab, aber keiner lässt sich davon auch nur im geringsten beeinflussen - nein, stattdessen wird deren Zuneigung zu ihr nur größer. Auf mich wirkt sie leider nicht glaubwürdig für ihr Alter, vor allem da sie ohne Mutter aufgewachsen ist. Auch wenn man 1912 sicherlich schon früher erwachsen wurde als heutzutage, fällt dennoch kein Meister einfach so vom Himmel und das auch noch in allen Belangen, in denen vorher nie irgendwelche Erfahrungen gemacht werden konnten (Kaffeehandel, Beziehungen zu Männern,...).


    Ihre Schwester wird in der Familie komplett übergangen, alles dreht sich nur um Mina, sie wird von ihrem Vater immer nur "mein Wunschmädchen" genannt, doch das scheint die Schwester nicht einmal zu bemerken.

    Die "Liebe" zwischen Edo und Mina konnte ich nicht nachempfinden. Hier fehlte mir so einiges an Gefühl. Einzig Edos Freund Heiko war eine halbwegs interessante Persönlichkeit im Buch, aber die Betonung liegt hier leider auf halbwegs.


    Mir fehlte es einfach an Spannung. Es gab keine Probleme, denen sich Mina in den Weg stellen musste, nichts, an dem sie wachsen konnte (da sie ja bereits alles konnte). Einzig interessant war ihre Entscheidung zwischen Verantwortung und Liebe. Das Ende hat dann wirklich alles übertroffen und war meiner Meinung nach einfach absolut unglaubwürdig. Wüsste ich nicht, dass es noch weitere Teile geben soll, würde ich sagen, die Autorin hat das Ende viel zu einfach gelöst. Aber so gibt es natürlich mehr Möglichkeiten für weitere Teile.


    Von mir gibt es leider nur :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: Sterne für eine einfallslose und langweilige Geschichte.