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Emma Carroll - Nacht über Frost Hollow Hall / Frost Hollow Hall

Nacht über Frost Hollow Hall

4.3 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 400

ISBN: 9783423718394

Termin: Oktober 2019

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  • Klappentext


    England, 1881


    Beim Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen See bricht die zwölfjährige Tilly ein und ertrinkt fast. Seit diesem Vorfall erscheint ihr immer wieder ein Junge: Kit Barrington, verstorbener Erbe von Forst Hollow Hall, der auf den Tag genau vor zehn Jahren ums Leben kam – beim Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen See. Tilly ist sich sicher: Das kann kein Zufall sein. Bei ihren Nachforschungen wird schnell klar, dass auf Frost Hollow Hall seltsame Dinge vor sich gehen ...


    Meine Meinung


    Der Stil hätte noch etwas mehr an die historische Zeit angepasst sein können, dafür war die Atmosphäre und das Setting genau richtig - sehr fesselnde Geschichte mit einem dunklen Geheimnis und spannendem Aufbau!


    Geistergeschichten für das Alter haben ihren ganz eigenen Charme finde ich, und da diese Geschichte auch noch im 19. Jahrhundert in England spielt, hat sie mich besonders gereizt.

    Tilly ist 12jährige Protagonistin und sie erzählt aus ihrer Sichtweise in der Ich-Perspektive. Die Kapitel sind recht kurz so dass man recht schnell vorwärtskommt. Auch die Sätze sind teilweise recht knapp, was das Tempo zusätzlich antreibt und was ich eigentlich nicht so gerne mag.

    Ansonsten ist mir nur negativ aufgefallen, dass der Stil eher der heutigen Zeit entspricht, von der Schreibweise her. Das kann man für das Alter ruhig auch noch deutlicher hervorheben.


    Ansonsten war die Darstellung der Verhältnisse damals aber echt gut beschrieben. Tilly selbst wächst in einer Familie auf, die sehr mit der Armut zu kämpfen hat und mit ihren 12 Jahren muss sie genauso zum Einkommen beitragen wie ihre ältere Schwester. Aber sie hat nicht nur mit Geldnot zu kämpfen, auch in der Familie selbst fühlt sie sich nicht wirklich angenommen und trägt eine tiefgreifende Traurigkeit in sich, die sie oft einsam macht.

    Dadurch lässt sie sich aber nicht unterkriegen, auch wenn sie mit vielen Enttäuschungen zu kämpfen hat. Sie verliert nicht den Mut und merkt am Ende, dass Träume und Hoffnungen natürlich schöne Ziele sind, man dabei aber nicht das aus den Augen verlieren und wertschätzen sollte, was man hat.


    Die Handlung selbst hat mich total gefesselt und ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen. Auch wenn das Tempo an sich eher langsam ist und keine große dramatische Wirkung entfaltet, blieb die Spannung für mich immer bestehen. Durch die ständigen neuen Entwicklungen ist die Neugier immens gewachsen, was es mit dem Tod von Kit Barrington auf sich hat, der vor 10 Jahren im See auf dem Grundstück von Frost Hollow Hall ertrunken ist.

    Trotz der teilweise recht tragischen Atmosphäre, in der Trauer, Verlust, Schuld und das Loslassen können eine wichtige Rolle spielen, waren auch schöne und warmherzige Botschaften zu finden. Ob Kinder ab 10 Jahren (so vom Verlag empfohlen) hier schon Verständnis gerade für die Auflösung aufbringen können kann ich grade nicht so einschätzen, ich würde es deshalb eher erst ab 12 Jahren empfehlen.

    Insgesamt fand ich es auf jeden Fall eine sehr gut aufgebaut Geschichte, mit gruseligen Momenten und tragischen Schicksalen, die mich sehr berührt hat.


    4.5 Sterne von mir

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