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Saša Stanišić - Herkunft

HERKUNFT

3 von 5 Sternen bei 11 Bewertungen

Verlag: btb Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 368

ISBN: 9783442719709

Termin: August 2020

  • Kurzmeinung

    Mojoh
    Abbruch nach 50 Seiten - ich verstehe ihn nicht, finde keinen Zugang.
  • Kurzmeinung

    Squirrel
    Abbruch kurz vor der Hälfte - schreiben kann er, erzählen zumindest in diesem Buch nicht

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  • Klappentext:

    HERKUNFT ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt.

    HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem die Bundesregierung die Grenzen nicht schloss und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh.

    HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. HERKUNFT ist traurig, weil Herkunft für mich zu tun hat mit dem, das nicht mehr zu haben ist.

    In HERKUNFT sprechen die Toten und die Schlangen, und meine Großtante Zagorka macht sich in die Sowjetunion auf, um Kosmonautin zu werden.

    Diese sind auch HERKUNFT: ein Flößer, ein Bremser, eine Marxismus-Professorin, die Marx vergessen hat. Ein bosnischer Polizist, der gern bestochen werden möchte. Ein Wehrmachtssoldat, der Milch mag. Eine Grundschule für drei Schüler. Ein Nationalismus. Ein Yugo. Ein Tito. Ein Eichendorff. Ein Saša Stanišić. - Amazon


    Zum Autor:

    Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Debütroman »Wie der Soldat das Grammofon repariert« wurde in 31 Sprachen übersetzt. Mit »Vor dem Fest« gelang Stanišić erneut ein großer Wurf; der Roman war ein SPIEGEL-Bestseller und ist mit dem renommierten Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden. Für den Erzählungsband »Fallensteller« erhielt er den Rheingau Literatur Preis sowie den Schubart-Literaturpreis. Saša Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg.


    Allgemeine Informationen:

    Ich-Erzählung

    Nach 288 Seiten „Ende“, ein anschließendes Kapitel „Der Drachenhort“ mit mehrmaligem „Ende“ und Pseudo-Multiple Choice-Leseangebot

    Deutscher Buchpreis 2019

    368 Seiten


    Meine Meinung:

    »Eines der intelligentesten, geistsprühendsten und - nicht zuletzt - formal innovativsten Bücher dieses Frühjahrs. Eine echte Freude zu lesen! «, Denis Scheck / Das Erste "druckfrisch"
    »Dass ein Buch wichtig sei, sagt sich leicht, dieses ist, gerade heute, gerade hier, von großer Bedeutung.«, Richard Kämmerlings / Die Welt
    »Wenn es sie gibt, die goldene Generation der deutschen Gegenwartsliteratur mit Migrationshintergrund, dann ist Saša Stanišić ihr Libero.«, Ijoma Mangold / DIE ZEIT

    (Auswahl, bei Amazon kopiert)


    Das professionelle Feuilleton überschlägt sich, der ranghöchste deutsche Buchpreis wurde dem Buch verliehen – und ein paar Leser sitzen in der Ecke, blättern und lesen und blättern und lesen und fragen: Warum?

    Tatsächlich, es ist nicht einfach, dagegen zu halten mit seiner Meinung, wenn die Großen der Literatur-Meinungsmache einstimmig ein Loblied singen.


    Mit ihnen bin ich der Ansicht: Saša Stanišić kann schreiben, seine Sprache liest sich flüssig und angenehm, seine Worte passen zu den Personen, die sprechen, zur jeweiligen Episode, zum jeweiligen Ambiente (Deutschland / Jugoslawien; der Jugendliche – die Großmuttergeneration).

    Der Autor springt in der Chronologie vor und zurück, dass der Leser oftmals nicht auf Anhieb weiß: Sind wir in Deutschland oder in Jugoslawien, und wenn in Jugoslawien: Das Kind vor der Flucht oder der junge Mann auf Familienbesuch?

    Doch diese stilistischen Merkmale berührt meine Kritik nicht; schließlich darf man von einem Leser Aufmerksamkeit und Konzentration verlangen.


    Es liegt eher am Inhalt, dass ich keinen Zugang finde. „Wie der Soldat das Grammophon repariert“ habe ich gern gelesen, „Herkunft“ bildet im Grund die Fortsetzung, und ich frage, warum Stanišićs Thema schon wieder „Stanišić “ heißt.

    Wenn ich die Personen dieses Romans unterscheiden kann, dann, weil sie mir im Debüt schon aufgefallen sind.


    Natürlich, dass ein Autor, der erst mit 14 Jahren deutsch gelernt hat, unsere Sprache so gekonnt gebraucht, dass er mit ihr spielen kann, verdient Respekt, und ebenso, wie er sich in einer völlig fremden Kultur und ohne den gewohnten Familienverbund zurechtfand. Damit wird er zu einem Vorzeige-Mann für gelungene Integration und lebender Beweis, dass es nichts Wichtigeres als Bildung für junge Menschen gibt. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass letztlich dies zur Vergabe des Buchpreises an Stanišić führte.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • Tatsächlich, es ist nicht einfach, dagegen zu halten mit seiner Meinung, wenn die Großen der Literatur-Meinungsmache einstimmig ein Loblied singen.

    Stell Dein Licht nicht unter den Scheffel. Seit wann interessiert hier jemanden die Meinung des Feuilletons?:lol:

    und ein paar Leser sitzen in der Ecke, blättern und lesen und blättern und lesen und fragen: Warum?

    Das Buch ist hier sechsmal bewertet worden. Dreimal gut bis sehr gut, dreimal mittel bis schlecht, es scheint also zu polarisieren. Das macht natürlich immer neugierig. Ich kenne von dem Autor noch gar nichts.

    Es liegt eher am Inhalt, dass ich keinen Zugang finde. „Wie der Soldat das Grammophon repariert“ habe ich gern gelesen, „Herkunft“ bildet im Grund die Fortsetzung, und ich frage, warum Stanišićs Thema schon wieder „Stanišić “ heißt.

    Wenn das jetzt das erste Buch gewesen wäre, das Du von diesem Autor gelesen hättest, hätte es Dir dann eventuell besser gefallen? Ist also Dein Haupteinwand gegen das Buch die "Monotonie des Themas", das Du als "ausgereizt" empfindest? Es gibt heute tatsächlich eine Tendenz, die eigene Biographie über mehrere Bände hinweg breitzutreten, wobei man sagen muss, dass das offenbar dem aktuellen Lesegeschmack entspricht.

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass letztlich dies zur Vergabe des Buchpreises an Stanišić führte.

    Diese Einschätzung liegt wohl im Auge des Betrachters. Wer das Buch mag, wird wahrscheinlich mit der Preisvergabe an Saša Stanišić sehr einverstanden sein.:wink:

  • Das professionelle Feuilleton überschlägt sich, der ranghöchste deutsche Buchpreis wurde dem Buch verliehen – und ein paar Leser sitzen in der Ecke, blättern und lesen und blättern und lesen und fragen: Warum?

    Tatsächlich, es ist nicht einfach, dagegen zu halten mit seiner Meinung, wenn die Großen der Literatur-Meinungsmache einstimmig ein Loblied singen.

    Wir halten doch öfter gegen die Meinung der Großen, warum dieses Mal nicht auch? :wink:


    Und ich kann auch eine, meine Antwort auf mofre s Frage geben: mich als Erstleser hat die Thematik leider auch kalt gelassen. Ich schließe mich Marie an in der Aussage "Stanišić kann schreiben" - aber das alleine reicht nicht. Mich hat er nicht erreicht, nicht berührt, ich fand keinen Zugang zu den Personen, den Geschehnissen. Ich hab weit gelesen, fast die Hälfte des Buches, und dann abgebrochen. Es liest sich so leicht und dann hatte ich aber jeweils nach wenigen Minuten schon wieder vergessen, was ich überhaupt gelesen hatte. :roll:


    Allerdings machten mir auch die teils extrem kurzen und heftigen Zeitsprünge zu schaffen (womit ich meistens keine Probleme habe). Da ich die Vorgeschichte nicht kenne, musste ich viel mehr überlegen, wo und wann ich mich jetzt gerade befinde, und kaum hatte ich mich sortiert, war ich schon wieder wo ganz anders. Natürlich darf ein Autor den Leser fordern, aber hier habe ich den Eindruck, dass diese "Fortsetzung" sehr auf dem Vorgänger aufbaut, was die Kenntnis der Zeitabläufe und Personen angeht. Ich ringe noch mit mir, ob ich eine Sterne-Bewertung abgebe - aber bei fast 50% gelesenem Buch sollte das doch legitim sein. :-k:scratch:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Rafik Schami - Die dunkle Seite der Liebe


  • Ich ringe noch mit mir, ob ich eine Sterne-Bewertung abgebe - aber bei fast 50% gelesenem Buch sollte das doch legitim sein. :-k

    Warum macht Ihr Euch eigentlich wegen der Sterne-Bewertung so viele Gedanken? Sie ist doch nicht das Grundgesetz.:wink: Wenn ich ein Buch abbreche, dann meist deswegen, weil ich es schlecht finde. Also bekommt es nur einen Stern, basta! Man kann in die Kommentarfunktion ja noch "abgebrochen" schreiben, wenn man will.

  • Wenn das jetzt das erste Buch gewesen wäre, das Du von diesem Autor gelesen hättest, hätte es Dir dann eventuell besser gefallen?

    :-k Keine Ahnung, wie ich das herausfinden soll. Es ist nun mal so gewesen, dass "Herkunft" das zweite war.


    Ich möchte dem Autor aber noch eine Chance geben und habe mir "Fallensteller" und "Vor dem Fest" in der Bücherei reserviert. Die Klappentexte klingen nicht nach Autobiographie.


    Wir halten doch öfter gegen die Meinung der Großen

    Trotzdem kommen mir immer wieder die Gedanken: Vielleicht habe ich etwas übersehen oder falsch gelesen. Vor allem, wenn die Feuilleton-Meinungen ziemlich einhellig sind und auch bei uns einige Mitglieder, mit denen ich sehr oft übereinstimme, hoch bewertet haben. Es ist ja auch nichts schlimmes, ab und zu seine eigene Meinung nochmal zu hinterfragen.
    Und: Der erste Geisterfahrer hats halt am schwersten. :cry:

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • Ich ringe noch mit mir, ob ich eine Sterne-Bewertung abgebe - aber bei fast 50% gelesenem Buch sollte das doch legitim sein. :-k

    Warum macht Ihr Euch eigentlich wegen der Sterne-Bewertung so viele Gedanken? Sie ist doch nicht das Grundgesetz.:wink: Wenn ich ein Buch abbreche, dann meist deswegen, weil ich es schlecht finde. Also bekommt es nur einen Stern, basta! Man kann in die Kommentarfunktion ja noch "abgebrochen" schreiben, wenn man will.

    Weil man sich manchmal viel zu viele dumme Gedanken macht :loool:

    Und: Der erste Geisterfahrer hats halt am schwersten. :cry:

    Du wusstest doch schon, dass Du mit deiner Meinung nicht alleine dastehst :friends:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Rafik Schami - Die dunkle Seite der Liebe


  • Ich schließe mich Marie an in der Aussage "Stanišić kann schreiben" - aber das alleine reicht nicht. Mich hat er nicht erreicht, nicht berührt, ich fand keinen Zugang zu den Personen, den Geschehnissen. Ich hab weit gelesen, fast die Hälfte des Buches, und dann abgebrochen. Es liest sich so leicht und dann hatte ich aber jeweils nach wenigen Minuten schon wieder vergessen, was ich überhaupt gelesen hatte.

    Ich kann das so komplett für mich unterschreiben. Auch ich habe das Buch nach ca. der Hälfte abgebrochen, weil ich einfach keinen Zugang zu dem Buch und zu dem Erzählten gefunden habe. Es waren immer wieder ganz nette, lustige Abschnitte, aber nichts was mich tiefer bewegen konnte. Auch gab es in dem von mir Gelesenen einige Wiederholungen, die mich genervt und gelangweilt haben ( zum Beispiel seine Oma-Geschichten)

    Ich habe das Buch zuerst als Hörbuch angefangen. Und ich dachte, dass es mir vielleicht als "echtes" Buch besser gefallen würde, das ich mich besser darauf konzentrieren könnte. Aber dem war leider nicht so. Ich habe auch beim Lesen des Buches nicht viel empfunden und bin ständig mit den Gedanken abgeschweift.


    Ich bin ja echt froh, dass es nicht nur mir so gegangen ist. Ich habe bisher nur viele gute Rezensionen zu dem Buch gelesen. Auch eine Bekannte von mir, hat mir das Buch so ans Herz gelegt und gemeint, es wäre das beste Buch des Jahres. Aber es hat halt einfach nicht jeder den gleichen Geschmack, was ja auch sehr gut ist.:)

  • Und: Der erste Geisterfahrer hats halt am schwersten. :cry:

    Du wusstest doch schon, dass Du mit deiner Meinung nicht alleine dastehst :friends:


    Und wenn viele Geisterfahrer zusammenkommen, sind es plötzlich die anderen, die in die falsche Richtung fahren.:lol:


    Außerdem: Ob einem ein Buch gefällt oder nicht, ist eine Sache. Ob man dessen literarische Qualität erkennt oder anerkennt, eine andere. Ihr habt dem Buch ja gewisse sprachliche Qualitäten nicht abgesprochen, nur hilft ja alle Qualität der Welt nichts, wenn einen das Buch kalt lässt.

  • Und wenn viele Geisterfahrer zusammenkommen, sind es plötzlich die anderen, die in die falsche Richtung fahren. :lol:

    Bei meinem Lesekreis war ich letzten Freitag der Geisterfahrer - die waren nämlich alle ganz begeistert vom Buch, vom Stil, von der Lebensgeschichte und und und

    Und sie waren fassungslos, dass ausgerechnet ich, die sich sonst durch jedes Buch quält, diesmal abgebrochen hat. :-,

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Rafik Schami - Die dunkle Seite der Liebe


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