Romane mit Phantasiesprachen

  • Hallo zusammen :)


    mich interessiert der Aspekt der Phantasiesprache in Romanen.

    Herr der Ringe Fans wissen schon was ich meine war J. R. R. Tolkien ja der "Erfinder" von Quenya und Sindarin.

    Oder das Klingonisch aus Star Trek.

    Oder das Valyrisch in Das Lied von Eis und Feuer...

    Aber sonst sind mir eher keine Sprachen bekannt, die einigermaßen dokumentiert sind.

    (Naja, das Dadh Baronh - ich liebe den Anime Crest of the Stars! - lass ich auch mal als fremdsprachige Erwähnung fallen...)

    Wenn in Star Trek Romanen ein Klingone nuqDaq ‘oH puchpa’’e’ fragt und entsprechende Antwort bekommt oder im "Herr der Ringe"-Universum ein Elf mit Á apsene ni um Vergebung bittet finde ich das ja schon exotisch, anstatt dass der Autor sowas schreibt wie "Der Klingone fragte mit seiner gutturalen Sprache nach dem Weg zum WC" oder "Der Elf bat in Quenya um Entschuldigung".


    Es gibt so wenig Romane mit ausgeschriebenen Kauderwelsch...


    Wie denkt ihr darüber?

    Würdet ihr ein Buch lesen, was eine Phantasiesprache hat?

    Macht euch Kauderwelsch, welches ihr erst nicht versteht, eher neugierig oder stört es beim Lesen?

    Und zuletzt, hättet ihr auch gern die Übersetzung im Buch (egal ob Fußnote oder Glossar) ?


    Ich weiß, hier gibts auch Autoren im Forum, was denkt ihr über dieses Thema im allgemeinen und speziell über den "Kunstgriff" des Exotischen?

    Statistik 2020: Bücher: 10 <:~:> PR-Classics: 19 <:~:> ATLAN: 49/850 <:~:> Perry-Rhodan: 3072/3072
    Perry Rhodan EA Aufholgjagd: akt. Stand: 699 / 2874 << 2015: 73 << 2016: 215 << 2017: 159 << 2018: 152 << 2019: 79 << 2020: 19

    :study:: Fritz Leiber - Der unheilige Gral <:~:> NEBULAR XL2 35%

    "Ich mag lange romantische Spaziergänge durch Buchläden". -Goodreads

  • Hallo :)


    also mir gefällt der Einsatz von Phantasiesprachen. Als ich den Titel las, musste ich erstmal darüber nachdenken, ob und wann mir dies bereits begegnet ist, aber als ich deinen Text las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Natürlich! Sowohl bei der "Der Herr der Ringe" als auch bei "Das Lied von Eis von Feuer". Ich mag den (wohldosierten) Einsatz dieser Phantasiesprachen vor allem, wenn diese Sprache wirklich gut durchdacht ist. Und eine Übersetzung im Buch wäre für mich ebenfalls wichtig bzw. wünschenswert.

  • Vor Kurzem habe ich mich wieder einmal mit den Comics von Hergé befasst. In "König Ottokars Zepter" wird Syldavisch gesprochen. Diese Fantasiesprache ist an den Brüsseler Dialekt angelehnt, der u.a. von den dortigen Kasperle-Puppen gesprochen wird, desgleichen Bordurisch, die andere Fantasiesprache im "König Ottokars Zepter" und auch in "Der Fall Bienlein".


    Bei Romanen fällt mir Newspeak ein, das vereinfachte Englisch in George Orwells "1984", dort mit dem Ziel den Menschen das Denken zu erleichtern(!).


    In "Unten am Fluss" von Richard Adams sprechen die Kaninchen Lapine. In meiner alten englischen Taschenbuchausgabe gibt es im Anhang ein Wörterbuch dazu.


    In "Uhrwerk Orange" von Anthony Burgess sprechen die Jungs Nadsat, einen Slang. Ich meine (meine Erinnerung, denn ich habe das Buch nicht mehr), das waren nur einzelne Worte, keine ganze Sprache, aber durch die Anhäufung kam das Gefühl einer geheimen Verbundenheit auf.


    Und so weiter...


    Auch im Film werden wiederholt Fantasiesprachen benutzt, nicht synchronisiert, manchmal untertitelt. Dazu fällt mir "Avatar" ein und die Navi Sprache (Navistisch?).

  • Ja, danke, aber ich habe eigentlich was anderes gefragt... :uups:

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  • Wie denkt ihr darüber?

    Würdet ihr ein Buch lesen, was eine Phantasiesprache hat?

    Macht euch Kauderwelsch, welches ihr erst nicht versteht, eher neugierig oder stört es beim Lesen?

    Und zuletzt, hättet ihr auch gern die Übersetzung im Buch (egal ob Fußnote oder Glossar) ?

    So lange die Dosis stimmt, mag ich es ganz gern. Störend wird "Kauderwelsch" nur, wenn ich pro Seite 20 x nachschlagen muss. Gilt übrigens nicht nur für Phantasiesprachen. Tolstoi mit den vielen französischen Dialogen ist mir definitiv zu anstrengend. Deshalb habe ich auch bis heute "Krieg und Frieden" nie bewältigt.

    Schön ist es, wenn ich gar nicht nachschlagen muss, weil sich der Sinn aus der Szene ergibt. Aber generell finde ich Glossare sehr hilfreich und wenn es viel nachzuschlagen gibt, mag ich auch Fußnoten, damit ich nicht immer blättern muss.

    Gelesen in 2020: 7 - Gehört in 2020: 9 - SUB: 437


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Bei mir kommts auch drauf an ob verständlich wird worum es geht. Aber grundsätzlich mag ich eigene Sprachen in Büchern. Die Elbensprachen im Herrn der Ringe fand ich immer klasse und habe in meiner Jugend auch die Lieder auswendig gelernt.

    Man sollte natürlich entweder verstehen können was gemeint ist oder im Anhang, besser vielleicht noch als Fußnote wenn der Text nicht lang ist, eine Übersetzung haben.

    "I'm one with the force, the force is with me..." - Chirrut Imwe (Star Wars: Rogue One)

    俺は、お前を裏切らない - Ich werde dich nicht verraten

  • Würdet ihr ein Buch lesen, was eine Phantasiesprache hat?

    ich würde es schon lesen,:) (wenn das Buch ansprechend für mich ist, wäre das kein Grund, es nicht zu lesen) allerdings wäre ich nicht so erfreut über Fantasiesprache. Ich bin schon betrübt, wenn ich Dialekte lesen muss. :pale: Ist nicht mein Ding, wenn ich dem Erzählten nicht so gut folgen kann. Allerdings lasse ich die Möglichkeit der Fantasiesprache in Fantasy-Büchern zu. Und wäre wie gesagt auch bereit das Buch zu lesen, aber ich würde es sehr begrüßen, wenn es Fußnoten gäben würde, wo man auch gleich die Übersetzung mitlesen kann, ohne zu blättern, vor allem bei Ebooks ist es schwierig. Wenn zu viele fremdsprachige Wörter, Fantasiewörter oder auch Dialekt in einem Buch vorzufinden sind, stört es bei mir den Lesefluss. Ich möchte schon uneingeschränkt und ohne Verzögerung der Handlung folgen können. Aber ich möchte auch anerkennen, dass das Ausdenken der Fantasiesprache für den Autor noch mal eine besondere Herausforderung ist.

    2020: Bücher: 76/Seiten: 34 276
    2019: Bücher: 164/Seiten: 66 856
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Moehringer, J.R. - Tender Bar

    Fields, Helen - Die perfekte Unschuld

  • Lieben Dank Emili

    Wenn zu viele fremdsprachige Wörter, Fantasiewörter oder auch Dialekt in einem Buch vorzufinden sind, stört es bei mir den Lesefluss.

    In der Hinsicht will ich auch nicht das Buch verkomplizieren - mir geht es rein um die Möglichkeit, dass es fremde Völker gibt, die eine andere Sprache sprechen.

    Aber kurz eine andere Sache: Was genau meinst du mit Fantasiewörter?

    Ich frage damit, wenn ich halt - nur so als Beispiel - einen dunklen Gott mit Namen Gremmel habe, ist es zwar ein Eigenname aber schon ein Fantasiewort. Oder wenn eine Erfindung "Dampftriebwagen" anstatt "Zug(maschine)" heißt.

    Anderer Fall, den ich mir ad hoc ausgedacht habe:

    Wenn die Menschen anstatt Magie andere Wörter nutzen, beispielsweise in Anlehnung an die Wörter "Brunnen" und "Quelle" demzufolge der Mensch ein "Brunn"(en) sei, der verschieden tief ist, und der an einer "Quell"(e) aufgefüllt werden muss, um daraus zu "schöpfen" wie ein Eimer. Die Professoren lehren die Schüler ihren "Eim"(er) zu visualisieren, um damit wundersame Sachen zu machen.

    Insofern: Wo hört bei dir die Akzeptanz auf, wenn ich - wie in diesem Fall - echte Wörter nehme und sie "magisch" verballhorne? :)

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  • Was genau meinst du mit Fantasiewörter?

    ich habe mich wie so oft vielleicht nicht klar genug ausgedruckt.:uups: Ich meine schon eine ausgedachte Fantasiesprache. Wie zum Beispiel: Meeho nuv kush aus Star Wars. Wo ganze Sätze in unbekannter Sprache und zwar eine Fantasiesprache verfasst werden. Jegliche Anlehnung an die gebräuchliche oder auch alte Wörter, wo man aber doch leicht herleiten kann, was es zu bedeuten hat, stören mich persönlich nicht im Geringsten. Wenn man durch das reine Nachdenken die Wörter verstehen kann, ist es für mich gar kein Problem. Nur bei Sätzen, die in "Fremd" verfasst worden sind, wird es schwierig, denn ich möchte verstehen was ich lese, und deswegen, wäre so eine Übersetzung durch Fußnoten doch recht nett.

    Ich frage damit, wenn ich halt - nur so als Beispiel - einen dunklen Gott mit Namen Gremmel habe, ist es zwar ein Eigenname aber schon ein Fantasiewort. Oder wenn eine Erfindung "Dampftriebwagen" anstatt "Zug(maschine)" heißt.

    nein bei Eigennamen bin ich froh, wenn es Fanstasieworte in einem Fantasieroman sind, denn das passt sehr gut dazu.

    echte Wörter nehme und sie "magisch" verballhorne?

    das geht auch :) Ich meinte, tatsächlich, wenn es längere Passagen in einem Buch gibt´s ,die in einer anderen Sprache verfasst worden sind. Und die meisten kann man ja übersetzen, doch die ausgedachten nicht immer. Mir ist es wichtig alles zu verstehen. O:-)

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  • Macht ja nix Emili :loool:

    Längere Passagen würd ich definitiv auch nicht dem Leser antun, mehr so wie nach dem Gespräch beim Weggehen zu fragen: "Ok, Werner, kannst du mir jetzt bitte sagen, zu was ich mein Einverständnis gegeben habe?" oder so.

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  • mich stören Fantasie Sprachen im geringen Umfang nicht, sie verdeutlichen ja nur das es sich um eine fremde Kultur handelt. Genauso ist es mit den vielen lateinischen Zitaten in historischen Romanen oder solche mit kirchlichen Hintergrund z. B.:Der der Rose.

    Gestört hat mich die vielen französischen Redewendungen bei Tolstoi da musste ich ein Wörterbuch daneben haben.

    Allgemein ergibt sich die Übersetzung der Fantasiesprache meistens aus dem Zusammenhang