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Oliver Pötzsch - Der Lehrmeister

Der Lehrmeister

4.4 von 5 Sternen bei 11 Bewertungen

Band 2 der

Verlag: List Hardcover

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 800

ISBN: 9783471351604

Termin: Oktober 2019

  • Kurzmeinung

    Hirilvorgul
    Im Gegensatz zu Goethe hat Pötzsch einen großartigen zweiten Teil zum Faust geschrieben. Lesenswert!

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  • Kurzbeschreibung (Quelle: amazon)
    Der goldene Herbst 1518 neigt sich dem Ende. Sechs Jahre sind vergangen, seitdem der berühmte Magier Johann Georg Faustus aus Nürnberg geflohen ist. Noch immer zieht er als Quacksalber und Astrologe durch die Lande. Sein Ruhm ist gewachsen, selbst an den Höfen von Herzögen, Grafen und Bischöfen sucht man seinen Rat. So als würde der Herrgott – oder sein böser Gegenspieler? – eine schützende Hand über ihn halten. Gemeinsam mit seinen neuen Gefährten Karl Wagner und der jungen Gauklerin Greta, seiner Ziehtochter, geht er gegen das erstarkende Böse in der Welt vor – immer auf der Suche nach dem wahren Wissen, das die Welt im Innersten zusammenhält.
    Johann spürt deutlich, dass dieses Leben nicht ewig so weiter gehen kann. Sein Erzfeind Tonio noch lange nicht besiegt, im Moment hält er sich bloß im Hintergrund. Doch manchmal glaubt Johann, dass der Teufel schon jetzt seine Hand nach ihm ausstreckt …


    Autor (Quelle: amazon)
    Seine blutige Familiengeschichte beschäftigt Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, bereits seit der Kindheit. Bei seinen Recherchen stieß er auf die Folterwerkzeuge seiner Ahnen und einen Meisterbrief, der seinem Vorfahren eine 'besondere Kunstfertigkeit beim Köpfen' bescheinigt. Er fand außerdem heraus, dass das Richtschwert der Familie in den 70ern des letzten Jahrhunderts aus einem Heimatmuseum gestohlen wurde und seitdem verschollen ist. Sein 2008 erschienener Roman „Die Henkerstochter“ wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Der Autor arbeitet für den Bayrischen Rundfunk und lebt in München.


    Allgemeines
    Zweiter Band um Dr. Johann Georg Faustus
    Erschienen am 25. Oktober 2019 bei List als HC mit 800 Seiten
    Gliederung: Prolog – Hauptteil in „Fünf Akten“ mit insgesamt 29 Kapiteln – Epilog – Nachwort – Reiseführer auf Fausts Spuren – Faust für Besserwisser
    Erzählung in der dritten Person, größtenteils aus Fausts Perspektive
    Handlungsort und -zeit: Verschiedene Orte im Deutschen Reich, 1518 bis 1523


    Inhalt
    Knapp sechs Jahre nach den Ereignissen des ersten Bandes „Der Spielmann“ zieht Dr. Johann Faust mit seinem homosexuellen Adlatus Karl Wagner und der jungen Greta, Tochter seiner verstorbenen Jugendliebe Margarete, als Zauberer und Gaukler durch das Deutsche Reich. Sein früherer Lehrmeister Tonio del Moravia, den er vor vielen Jahren verlassen hat, ist noch immer hinter ihm her, aber er ist nicht der Einzige, der ihn gern in seine Gewalt bringen möchte. Da das Gerücht umgeht, Faust habe den „Stein der Weisen“ gefunden und wisse, wie man als Alchimist Gold herstellt, ist dem geld- und goldgierigen Papst Leo X daran gelegen, dieses Geheimnis zu erfahren. Nach dem Tod Kaiser Maximilians ringen verschiedene Herrscher um die Krone des Deutschen Reiches; während Maximilians Enkel Karl durch die Hilfe der Fugger das nötige Geld für die Königswahl aufzubringen versucht, möchte Frankreichs König Franz I Faust in seine Gewalt bringen und das Rezept zur Goldherstellung erhalten.
    Von verschiedenen Verfolgern gejagt, fliehen Faust und seine Begleiter kreuz und quer durch das Deutsche Reich und geraten immer wieder in lebensgefährliche Situationen, doch es wird Faust schnell klar, dass er – und vor allem seine unschuldigen Reisegefährten – nur Frieden finden können, wenn er sich endlich seinem Feind Tonio stellt…


    Beurteilung
    Die fiktive Ausgestaltung der Lebensgeschichte des Dr. Johann Georg Faust(us) ist in einen gutrecherchierten historischen Kontext eingebettet. An der Seite des Protagonisten begegnet der Leser bedeutenden Persönlichkeiten des frühen 16. Jahrhunderts wie dem Gelehrten Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim, Leonardo da Vinci, König Franz I von Frankreich und Papst Leo X.
    Die Handlung des Romans wird äußerst anschaulich, rasant und wendungsreich erzählt, wobei auch aufgrund eines gewissen, manchmal leicht übertriebenen „Gruselfaktors“ durch Übernatürliches die Spannung durchgehend auf hohem Niveau bleibt.
    Die Charaktere der Romanfiguren sind sehr differenziert mit guten und schlechten Eigenschaften ausgearbeitet.
    Im Nachwort informiert der Autor über historische Hintergründe und ergänzt außerdem wie im vorherigen Band einen „Reiseführer auf Fausts Spuren“, der dem interessierten Leser Anregungen für den Besuch von mit dem historischen Faust assoziierten Stätten gibt.
    Um allen Nuancen der Erzählung folgen zu können, ist es ratsam, zunächst den ersten Band „Der Spielmann“ und anschließend den zweiten Teil „Der Lehrmeister“ zu lesen.


    Fazit
    Eine faszinierende Begegnung mit dem Bösen, die optimal in die dunklere Jahreszeit passt und fesselnde Unterhaltung beschert!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Im Herbst 1518 sind bereits sechs Jahre vergangen, seitdem der berühmte Magier Johann Georg Faustus aus Nürnberg geflohen ist. Er zieht weiter als Quacksalber und Astrologe durch die Lande. Gemeinsam mit seinen neuen Gefährten Karl Wagner und der jungen Gauklerin Greta, seiner Ziehtochter, geht er gegen das erstarkende Böse in der Welt vor. Sein Erzfeind Tonio ist noch lange nicht besiegt, im Moment hält er sich bloß im Hintergrund.
    Dieser Roman hat mir mit seiner Handlung sehr gut gefallen. Die Protagonisten wurden interessant dargestellt. Insgesamt eine spannende und unterhaltsame Geschichte, die man auch problemlos lesen und verstehen kann ohne den ersten Band zu kennen. Der Erzählstil ist alles in allem wunderbar und zügig zu lesen. Ein empfehlenswertes Buch!


  • der zweite Teil

    Oliver Pötzsch hat einen wunderbaren Schreibstil, bildhaft und sehr detailliert kombiniert mit Spannung. Es ist immer schön, seine Zeilen zu lesen. Auch inhaltlich kann auch der zweite Teil auf ganzer Linie überzeugen - von der Geschichte her sowie auch mit historischen Fakten. Durch eine äußerst gute Recherche vermittelt der Autor eine gelungene historische Reise zur Zeit, in der das Buch spielt - absolut toll gelungen. Das Zusammentreffen mit Leonardo Da Vinci ist wunderbar beschrieben.

    Wer den ersten Teil kennt, dem kann ich diese gelungene Fortsetzung wärmstens empfehlen.

  • Über den Autor (Buch)

    Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, arbeitete nach dem Studium zunächst als Journalist und Filmautor beim Bayerischen Rundfunk, heute lebt er als Autor mit seiner Familie in München. Seine historischen Romane haben ihn weit über die Grenzen Deutschland bekannt gemacht: Die Bände der Henkerstochter-Serie sind internationale Bestseller und wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.


    Produktinformation (Amazon)

    Format: Kindle Ausgabe

    Dateigröße: 2927 KB

    Seitenzahl der Print-Ausgabe: 800 Seiten

    Verlag: Ullstein eBooks; Auflage: 1. (25. Oktober 2019)

    Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.

    Sprache: Deutsch

    ASIN: B07CVCJ74T


    Trotz geringer Längen superspannend

    Johann Georg Faust hat mit sechzehn Jahren im Jahr 1494 seine Heimatstadt Knittlingen verlassen. Und als vierzigjähriger kehrte er noch einmal dorthin zurück. Er ist, genau wie er geschworen hat, ein berühmter Mann geworden und nennt sich jetzt ‚Doktor Faustus‘. Doch ein Glücklicher, wie der Name Faustus sagt, ist er nicht geworden. Er hat vieles verloren wie nahestehende Menschen durch eigene Schuld, hat verraten und betrogen und gelogen. Doch was niemand ahnt: Er hat einst dem geheimnisvollen Magier Tonio del Moravia die Hand gereicht, um seine ungewöhnlichen Fähigkeiten zu erwerben. Inzwischen weiß er längst, dass Tonio nicht nur ein geschickter Zauberkünstler, der zahllose Masken trägt, ist. Sondern dass er auch eine Spur von Gift, Tränen und Blut hinter sich herzieht. Immer wieder ist Johann vor ihm geflohen, doch bei seinem Besuch in Knittlingen, am Grab seiner Mutter wird ihm klar, dass er ihm nicht entkommen ist. Er hat ihn erneut in eine Falle gelockt und wenn er das, was ihm lieb und teuer ist, retten will, muss er sich dem Bösen stellen.


    Meine Meinung

    Auch dieser zweite Band um Johann Georg Faustus ließ sich leicht und flüssig lesen. Der Schreibstil ist angenehm und es gab keine Unklarheiten im Text. In der Geschichte war ich wieder schnell drinnen, konnte mich auch in die Protagonisten gut hineinversetzen. In Johann, der eigentlich von Tonio del Moravia nichts mehr wissen wollte und sich ihm doch immer wieder stellen musste. In Greta, die sauer war, weil er ihr so lange verheimlicht hatte, dass er ihr Vater war. In Karl Wagner, der Johann liebte, dies aber -so war es eben damals noch – nicht wirklich zeigen durfte. Mit ein paar wenigen Längen war das Buch von Anfang an spannend und diese Spannung flaute durch die Längen nur unwesentlich ab. In diesem Buch habe ich auch eine Bestätigung gefunden, die ich schon im ersten Band vermutete. Was werde ich hier natürlich nicht verraten. Was der Papst, Leo X., von Faust wollte, Ja das hätten wohl gerne viele Menschen. Und ich glaube auch nicht, dass es je einmal möglich sein wird. Der geneigte Leser wird verstehen, was ich damit meine, wenn er das Buch liest. Mich hat es jedenfalls gefesselt und dann auch noch richtig in seinen Bann gezogen. Es hat mir sehr gut gefallen und mich genauso gut unterhalten. Auch musste ich feststellen, dass mir hier der zweite Band besser gefiel als der erste. Von mir eine Empfehlung sowie die volle Bewertungszahl. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Lerchie



    _______________________
    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Wir begleiten im zweiten Band Dr. Faustus vom Jahr 1518 bis 1523


    Dr. Johann Georg Faustus, bestens bekannt als mächtigster Zauberer des Reichs, Astrologie, Chiromant und Alchimist leidet mittlerweile unter einem leichten Zittern und sein Nürnberg fehlt ihm ein Finger, links hat er ein Glasauge. Zusammen mit seiner Ziehtochter Greta, seinem Assistenten Karl Wagner und dem Hund Kleiner Satan haben sie Nürnberg hinter sich gelassen. Sie sind jetzt von Bretten im Kraichgau unterwegs nach Bamberg und geraten damit in eine Falle. Sie fliehen daraufhin durch das ganze Reich bis nach Frankreich, erleben prekäre und gefährliche Situationen und haben interessante Bekanntschaften. So begegnen sie beispielsweise Heinrich Cornelius Agrippa, Leonardo da Vinci, König Franz I. von Frankreich sowie Papst Leo X.


    Den Epilog empfand ich als einen sehr positiven Abschluß dieses Bandes.



    Nach dem ersten Band weiß man bereits, daß man allen zwielichtigen Figuren mißtrauen muß, denn hinter jeder könnte sich Tonio del Moravia verstecken. Natürlich trifft man auch hier wieder das Gute und das Böse, historisch belegte Tatsachen und fiktive Ausschmückungen. Und um die Geschichte rund werden zu lassen darf etwas Mystik nicht fehlen. Der Autor hat seinen Stil beibehalten und lebendig, farbenprächtig und bildhaft die Geschichte erzählt. Vor allem habe ich mit den ans Herz gewachsenen Personen gelitten, sei es Dr. Faustus, Greta oder auch Kleiner Satan.


    Auch mit diesem Band hat mich der Autor voll überzeugt, ich habe die 800 Seiten innerhalb kürzester Zeit gelesen und ich empfehle das Buch sehr gerne weiter!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Klappentext:

    Der goldene Herbst 1518 neigt sich dem Ende. Sechs Jahre sind vergangen, seitdem der berühmte Magier Johann Georg Faustus aus Nürnberg geflohen ist. Sein Ruhm ist gewachsen, selbst an den Höfen von Herzögen, Grafen und Bischöfen sucht man seinen Rat. So als würde der Herrgott – oder sein böser Gegenspieler? – eine schützende Hand über ihn halten. Gemeinsam mit seinem neuen Gefährten Karl Wagner und der jungen Gauklerin Greta, seiner Ziehtochter, reist er als Quacksalber und Astrologe durch die Lande. Doch Johann spürt, dass dies nur die Ruhe vor dem Sturm ist. Sein Erzfeind Tonio ist noch nicht besiegt. Tief im Inneren weiß Johann, dass das Böse zurückkehren und erneut seine Hand nach ihm ausstrecken wird …


    Autor:

    Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, arbeitete nach dem Studium zunächst als Journalist und Filmautor beim Bayerischen Rundfunk. Heute lebt er als Autor mit seiner Familie in München. Seine historischen Romane haben ihn weit über die Grenzen Deutschlands bekannt gemacht: Die Bände der "Henkerstochter"-Serie sind internationale Bestseller und wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. (Quelle: Verlagswebsite)


    Allgemeines:

    Erscheinungsdatum: 25. Oktober 2019

    Seitenanzahl: 800

    Verlag: List


    Eigene Meinung:

    Zunächst einmal: NEIN, ich kenne Faust nicht :P

    Ich wollte/musste es nie lesen, daher war ich gespannt, wie die Reihe von Plötzsch mir gefallen würde. Tatsächlich hat mir der zweite Band um Einiges besser gefallen, als der erste.

    Der erste Band war für mich sehr gewöhnungsbedürftig, da diese ganzen mystischen Situationen und Umstände für mich eher schwer zu akzeptieren waren, was mich im Lesefluss natürlich dann etwas behinderte. Doch der Band hatte mich gut unterhalten und im zweiten Band wusste ich ja auf was ich mich einlasse, so dass mir dieser um einiges flüssiger von der Hand ging. Er konnte mich sogar richtig fesseln.

    Oliver Plötzsch hat einen sehr tollen, bildhaften, aber unkomplizierten Schreibstil, der mich für sich eingenommen hat. Es hat mich gefesselt, wie er seine Charaktere weiterentwickelt hat oder eben nicht und man konnte mitfiebern. Auch das Geschehen selber fand ich spannender als im Vorgänger.

    Ich würde nur empfehlen Band eins auf jeden Fall zuerst zu lesen, da nur angedeutet Bezug auf die vorherigen Geschehnisse genommen wird.


    Fazit: Für mich besser zu lesen als der erste Teil. Eine Geschichte die mich insgesamt gut unterhalten hat, aber ob ich den Original Faust lesen werde , weiß ich immer noch nicht :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    :study: Die Flammen der Dämmerung (Dämonen-Zyklus 3) - Peter V. Brett

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    :musik: Gelöscht - Teri Terry

  • ... ob ich den Original Faust lesen werde , weiß ich immer noch nicht :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Mach es ruhig. Kann ich nur empfehlen. :)

    :study: Brandon Sanderson - Elantris

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  • Ich mag ja die Henkerstochter Reihe von Oliver Pötzsch total gerne und auch mit Der Spielmann, dem ersten Band um Johann Georg Faustus, konnte mich der Autor sehr begeistern - an meine Erwartungen kam er aber jetzt mit "Der Lehrmeister"nicht mehr ganz heran.


    Insgesamt wirkten viele Szenen und Entwicklungen zu konstruiert und ich hatte auch desöfteren das Gefühl, dass die Handlungen bzw. Entscheidungen mancher Figuren mir nicht so ganz ins Bild gepasst haben. Das hat mich immer wieder etwas irritiert und fand ich echt schade, kann aber auch einfach nur mit meinem Empfinden zusammenhängen.


    Erzählt wird die Geschichte ja durch die auktoriale Sicht, aber man hatte immer wieder Perspektivenwechsel durch die drei Hauptakteure Dr. Faustus, seinem Adlatus Karl Wagner und seiner Tochter Greta. Wie der Autor hier immer wieder auch auf ihre persönliche Sicht eingangen ist, fand ich sehr gut, um ihre Beweggründe besser zu verstehen.


    Das zweite, was ich nicht so mochte, waren die Wiederholungen von Gedanken und Ereignissen. Vielleicht ist das nützlich für Leser, die länger an so ein dickes Buch hinlesen, um sich bestimmte Situationen nochmal ins Gedächtnis zu rufen. Für mich, die ich einfach viel lese und so einen Schinken in einigen Tagen durch habe, waren es einfach zu viel an auffrischenden Details, die die Handlung gebremst und zu sehr in die Länge gezogen haben.


    Dafür muss aber wirklich sehr lobend erwähnt werden, dass Oliver Pötzsch mit den geschichtlichen Details nicht gespart hat und dadurch die Schauplätze und die Figuren lebendig und authentisch geworden sind. Viele Namen oder auch Orte sind einem bekannt, wie Agrippa von Nettesheim, Leonardo da Vinci und Martin Luther natürlich, aber auch viele andere historische Begebenheiten, selbst wenn sie nur am Rande vorkamen, haben das Bild aus dieser Zeit perfekt abgerundet. So auch das griechische Feuer, eine gefürchtete Waffe aus den Seekriegen, das Wissen über dessen Herstellung jedoch verloren ging - soweit die Überlieferung.


    Wie schon erwähnt, war ich nicht mit allen Entwicklungen und Entscheidungen nicht so glücklich, aber insgesamt gestaltet sich die Handlung definitiv sehr abwechslungsreich, mit einigen Überraschungen und Wendungen und ist von Anfang bis Ende gut durchdacht. Zwischen den mir etwas zu langgezogenen Phasen gibt es sehr spannende Momente und bis zum Schluss hab ich gerätselt, wie Faustus den Pakt mit dem Teufel wohl "besiegeln" wird. Ob er ihm tatsächlich noch ein Schnippchen schlagen kann, ob er überleben wird, welche Opfer er wohl noch bringen muss, um sich aus den Klauen des Teufels zu befreien ... das alles hat der Autor mit eingeflochten und beantwortet und einen stimmigen Abschluss geschafft.


    Es hat mich also nicht so ganz mitreißen können wie der erste Band, trotzdem hat der Autor mit diesem groß angelegten Werk meinen vollen Respekt, denn er hat die Sage um den allseits bekannten Dr. Faust wieder aufleben lassen.


    Hinten im Buch gibt es wieder einige interessante Infos zu den Bezügen realer Personen und Überlieferungen, sowie einen Reiseführer auf Fausts Spuren. Außerdem findet man vorne eine Karte aus damaliger Zeit von Frankreich und Deutschland, sowie hinten eine Karte zur Übersicht von Rom.


    Mein Fazit: 3.5 Sterne

  • Mittelalter Mystik vom Feinsten - 5/5 Pfoten von Miaslesezeilen!


    "Aber bei Gott, du kannst dem Teufel ein Schnäppchen schlagen!" Doch würde das Gelingen? Ist der Teufel ein wahrer Teufel? Dies und vieles weiteres gilt es im "Lehrmeister", der grandiosen Fortsetzung des "Spielmanns", zu enthüllen. Wir begleiten den berühmten Dr. Faustus, geplagt von einem stets vortschreitenden Leiden, seine kecke Ziehtochter Greta, die sich zur jungen Frau gemausert hat, den schönen Gelehrten Karl und (er wuchs mir besonders ans Herz) den schwarzen Hund Kleiner Satan auf ihrer Reise, stets begleitet vom Schatten ihres dunklen "Verfolgers", mit dem Faust einst einen geheimnisvollen Pakt schloss. Sie alle fallen jeweils für sich auf in der Geschichte, jeder hat seinen Anteil und ihre Charaktere sind herrlich detailreich ausgearbeitet. Ebenso authentisch hält es der Autor mit der Umgebung, mit nur wenigen Worten versetzt er uns in die grausigen Katakomben, misstrauischen Dörfer und prunküberspitzten Adelshäuser des Mittelalters. Dabei leitet uns ein roter Faden durch die Geschichte, der, je weiter er verfolgt wird, immer weitere Nebenarme bietet. Ich fand es schön, dies Alles als Hörbuch zu hören, denn sie wurde einfach ganz toll gelesen! Man konnte durch die Stimme jedes Vibrieren wahrnehmen und auch die Charaktere einzeln an der originellen Art, wie sie gesprochen wurden, gut erkennen.

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