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C. J. Tudor - Lieblingskind / The Taking of Annie Thorne

Lieblingskind

3 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: der Hörverlag

Bindung: Audible Hörbuch

Laufzeit: 00:11:05h

ASIN: B07TNSM4L9

Termin: Juli 2019

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  • Inhalt

    Joe Thorne hat seinen Heimatort Arnhill nach tragischen Ereignissen schon als Jugendlicher verlassen. Nach 25 Jahren kehrt er aufgrund einer anonymen E-Mail als Lehrer an seine alte Schule zurück, da sich das Geschehen von einst zu wiederholen scheint. Doch Joe wird nicht nur mit der Vergangenheit konfrontiert, er hat auch hohe Spielschulden, die vehement eingefordert werden. Gegenwärtiges und Vergangenes verknüpfen sich in Arnhill zu einem tödlichen Spiel.


    Klappentext von Amazon

    Eines Nachts verschwand seine geliebte Annie. Aus ihrem eigenen Bett. Das ganze Dorf hat sie gesucht, überall. Alle haben das Schlimmste befürchtet. Und dann, wie durch ein Wunder, kehrte sie vierundzwanzig Stunden später zurück. Aber sie konnte - oder wollte - nicht sagen, was ihr zugestoßen war. Und auch er konnte es sich nicht erklären. Er wusste nur, dass sie nicht mehr dieselbe war. Nicht mehr seine Annie. Und er bekam Angst - mörderische Angst vor seiner eigenen kleinen Schwester ...


    Meine Meinung

    Die Verlagsinformation zum Buch hat zwar ganz andere Erwartungen in mir erweckt, und doch hat mich die spannende Handlung von Anfang an ihren Bann gezogen. Die Autorin erzählt ihren Roman aus Joes gegenwärtiger Perspektive und in Rückblenden, aus der Zeit vor 25 Jahren als seine heile Welt zerbrach.

    Die Protagonisten sind meiner Meinung nach charakterlich leider sehr einseitig ausgefallen. Joe ist trotz seiner Laster der einzige Sympathieträger, alle anderen Figuren werden sehr klischeehaft dargestellt, und haben bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

    Dennoch ist die Geschichte so aufgebaut, dass man unbedingt wissen will, was mit Annie passierte, warum sie sich charakterlich so sehr veränderte, dass Joe sogar Angst vor seiner geliebten Schwester bekam. Dieser Handlungsstrang bleibt jedoch genauso vage wie alle anderen auch. Statt tiefgründiger Einblicke in die menschliche Seele, wird der Hörer mit Anklängen an Horrorgeschichten und unerklärlichen mystischen Elementen abgespeist.

    Für meinen Geschmack hat die Autorin überhaupt zu viele Probleme in ihrer Geschichte verpackt, und keines davon besonders intensiv ausgearbeitet. Andeutungen führen seitens des Hörers zu Vermutungen, doch wird die Thematik oft nicht weiterverfolgt, und man wartet vergebens auf eine schlüssige Aufklärung. In dieser Hinsicht weist der Roman etliche Schwachstellen auf, doch beherrscht die Autorin die Kunst, den Spannungsbogen sehr hoch und den Hörer dadurch bei Laune zu halten.

    Stilistisch hat mir das Buch gut gefallen, die Geschichte wird flüssig erzählt, keine Längen sind zu überbrücken.

    Der Sprecher Stephan Benson wird mir durch seine angenehme Vortragsweise und gekonnte Intonierung ebenfalls in guter Erinnerung bleiben.

    Liebe Grüße von der Wintersonne :flower:


    "Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält." (William Somerset Maugham)

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