Olga Tokarczuk - Ur und andere Zeiten (ab 06.12.2019)

  • denn auf eine Leserunde mit dir habe ich mich besonders gefreut.

    Das ging mir ähnlich; ich habe deine klugen Gedanken und die Italienisch-Übersetzungen bei der letzten Leserunde sehr geschätzt!

    Da auch ich im Dezember sehr wenig Zeit habe

    Das würde ich auch als Verlust ansehen, wenn Du nicht mitmachst.


    Dann warten wir mal ab, wie sich die Runde entscheidet.

    :musik: Agatha Christie, Hercule Poirot. Das Haus an der Düne. Gelesen von Wolf Frass.

    :musik: Imre Kertész, Der Spurensucher. Gelesen von Walter Kreye.

    :study: Daniela Arnold, Düsterwald. Ein Finnland-Thriller.

  • Dann schlage ich vor, dass wir uns einfach Anfang Januar hier wieder einfinden. :winken:

    Vielleicht hat auch Rouge dann wieder mehr Zeit und den Kopf frei?

    Da serjena und ich schon "richtige" Beiträge geschrieben haben, werde ich das Datum der MLR nicht noch einmal ändern lassen.


    Habt alle eine schöne Advents- und Weihnachtszeit! :rendeer: :santa:

  • Dann schlage ich vor, dass wir uns einfach Anfang Januar hier wieder einfinden

    Gut!

    Mein Buch ist gestern am Nachmittag gekommen.

    :musik: Agatha Christie, Hercule Poirot. Das Haus an der Düne. Gelesen von Wolf Frass.

    :musik: Imre Kertész, Der Spurensucher. Gelesen von Walter Kreye.

    :study: Daniela Arnold, Düsterwald. Ein Finnland-Thriller.

  • Dann schlage ich vor, dass wir uns einfach Anfang Januar hier wieder einfinden. :winken:

    Vielleicht hat auch Rouge dann wieder mehr Zeit und den Kopf frei?

    Da serjena und ich schon "richtige" Beiträge geschrieben haben, werde ich das Datum der MLR nicht noch einmal ändern lassen.


    Habt alle eine schöne Advents- und Weihnachtszeit! :rendeer: :santa:

    Ich kann noch nicht genau sagen, ob ich im Januar genug Zeit finde, aber ich werde das Buch erst mal behalten und dann im Januar weitersehen.

    Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
    (Jorge Luis Borges)

  • Es tut mir total leid, dass ich mich so lange nicht mehr hier gemeldet habe.:-? Ich hatte leider nicht so viel Zeit, und irgendwie auch keinen Kopf um hier etwas zu schreiben. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen.

    Ich habe mir aber inzwischen, das ebook auf meinen Tolino geladen und werde versuchen ab Januar hier mitzulesen, wenn das okay für Euch ist.

    Ich habe leider wegen meinem Job und meinem Privatleben nicht immer Zeit, jeden Tag zu lesen oder mich hier zu melden. Und ich mag mir wegen einer Leserunde auch nicht noch zusätzlichen Stress machen.


    Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass man immer einen Abschnitt innerhalb einer Woche lesen soll? Ich kenne das mit diesen Zeitvorgaben bisher gar nicht. Aber ich denke das sollte ich dann zeitlich schon hinbekommen.

    Wann genau habt ihr dann vor zu starten? Oder bis wann sollte ich den ersten Abschnitt gelesen haben?

    Tut mir leid, wenn ich hier so viel frage, aber es ist meine erste Leserunde hier in dem Forum.:winken:

  • Huhu Rouge ! :winken: Schön, dass du ab Januar mitlesen möchtest! Ich habe hier auch noch nicht viel Leserundenerfahrung. Leider werden bei Minileserunden keine Unterthreads für die Abschnitte angelegt, daher muss man immer in die Betreffzeile bzw. über den Beitrag schreiben, auf welchen Abschnitt man sich bezieht, und die Tendenz ging außerdem Richtung Wochenpensum, damit wir alle ungefähr gleichauf bleiben. Die Abschnitte sind aber nicht sehr lang, und da ich den ersten schon weitestgehend gelesen hatte, bevor wir die LR noch einmal verschoben haben, kann ich sagen, dass das Buch sich bisher gut liest. Also keine Sorge, das ist gut schaffbar. :D


    Ein genauer Januartermin wurde bisher auch nicht vereinbart. @alle Was haltet ihr davon, an Stelle des Nikolausis :santa: die Heiligen Drei Könige als nächsten Starttermin zu nehmen? :queen::queen::queen:

  • :huhu:


    Ich bin für morgen startklar, ihr auch? Freue mich auf den Neustart der LR. :D



    Hier nochmal die Abschnitte:


    Abschnitt 1: bis einschl. Seite 62 "Die Zeit Elis"

    Abschnitt 2: Seite 63 "Die Zeit Florentynkas" bis einschl. Seite 126 "Die Zeit der Papuga"

    Abschnitt 3: Seite 127 "Die Zeit von Misias Engel" bis einschl. Seite 188 "Die Zeit Michałs"

    Abschnitt 4: Seite 189 "Die Zeit des Wassermanns Pluszcz" bis einschl. Seite 252 "Die Zeit Lilas und Majas"

    Abschnitt 5: Seite 252 "Die Zeit der Linden" bis zum Ende

  • Da es nun erst richtig losgeht, krame ich serjenas...


  • ... und meinen ersten inhaltsbezogenen Beitrag nochmal aus der Versenkung bzw. den Terminabsprachen hervor.


  • Ich bin auch bereit und werde jetzt gleich mit dem Lesen beginnen:winken:

    Ich lese das ebook. Da stimmen die Seitenzahlen auf jeden Fall nicht mit der Einteilung überein. Aber ich denke mit den Kapiteln werde ich schon zurecht kommen. Ich freue mich schon auf das Lesen mit Euch.:)

  • Rouge Du kannst das Ende des ersten LR-Abschnitts eigentlich kaum verpassen, denn Florentynka (das erste Kapitel des zweiten LR-Abschnitts) taucht genau dort zum ersten Mal überhaupt auf, man stolpert also direkt über den neuen Namen.


    Viel Freude beim Lesen; mir gefällt das Buch bisher sehr gut! :winken:

  • serjena, danke für den Hinweis, das war erhellend für mich.

    Eine gute Idee der Übersetzerin, das Wort "Ur" zu nehmen, das verschiedene Assoziationen zulässt!


    Und der Name des Dorfes passt damit wunderbar zum (heute weitgehend vergessenen) Erzengel Uriel.

    Zitat

    Prawiek (polnisch) italienisch „tempi remoti“ „entfernte Zeiten“


    Darf ich noch bisschen beim 1. Kapitel bleiben?


    Mich haben verschiedene Dinge sehr beeindruckt.

    Zuerst die Art und Weise, wie der Erzähler (offenbar ein allwissender) mit den Konstituenten Raum und Zeit umgeht. "Ur" lässt einen sowohl an eine zeitliche Dimension (Urzeiten eben), aber auch an das mesopotamische Ur, also einen Ort, denken. Der erste Satz des Buches lässt alle Assoziationen in der Schwebe: Ur ist ein Ort - aber mitten im Weltall.

    Also doch kein Ort?

    Ist das ganze Buch eher ein Gleichnis, eine Parabel?



    Dann die Sprache: holzschnittartig, sie wirkt archaisierend und passt daher sehr gut zum dem magisch-mystischen Gehalt, finde ich. Allein schon diese getragenen Überschriften "Die Zeit von …", auf die Sarange schon hinwies!


    Am meisten aber das Bild, das hier entworfen wird: eine Siedlung, durchflossen von zwei "menschlichen" Strömen und von mächtigen Engeln beschützt vor den Gefahren, die von den Nachbarsiedlungen ausgehen. Diese Gefahren sind so etwas wie die Todsünden: die Unrast, die Gier, der Hochmut und die Dummheit.

    Ich bin also gespannt darauf, ob und wie diese Gefahren in das Dorf eindringen und dort anrichten werden. Engel sind ja auch nicht immer auf Zack, wie wir lesen.

    Die Jahreszahl gibt schon Hinweise...


    Zum 3. Kapitel "Die Zeit von Misias Engel" habe ich eine Frage.

    Da heißt es am Ende des 3. Absatzes, S. 13: "Dann trafen sich der Blick des Engels und der Blick des Menschen zum ersten Mal, und der Engel erschauderte."

    Wieso erschaudert hier der Engel und nicht der Mensch? Wie habt Ihr das gelesen?

    Ist es eine Vorahnung, die den Engel erschaudern lässt?

    Der letzte Satz würde in diese Richtung weisen: "[…], denn wie bei den anderen Menschen und Tieren ist auch sie (Misias Welt) dunkel und voller Leiden, wie ein trüber, ganz von Wasserlinsen überzogener See" (S. 15).

    :musik: Agatha Christie, Hercule Poirot. Das Haus an der Düne. Gelesen von Wolf Frass.

    :musik: Imre Kertész, Der Spurensucher. Gelesen von Walter Kreye.

    :study: Daniela Arnold, Düsterwald. Ein Finnland-Thriller.

  • Zum ersten LR-Abschnitt



    Zum 3. Kapitel "Die Zeit von Misias Engel" habe ich eine Frage.

    Da heißt es am Ende des 3. Absatzes, S. 13: "Dann trafen sich der Blick des Engels und der Blick des Menschen zum ersten Mal, und der Engel erschauderte."

    Wieso erschaudert hier der Engel und nicht der Mensch? Wie habt Ihr das gelesen?

    Ist es eine Vorahnung, die den Engel erschaudern lässt?

    Der letzte Satz würde in diese Richtung weisen: "[…], denn wie bei den anderen Menschen und Tieren ist auch sie (Misias Welt) dunkel und voller Leiden, wie ein trüber, ganz von Wasserlinsen überzogener See" (S. 15).


    So ähnlich habe ich das auch verstanden, denn das Leben der Engel ist ja von Gleichmäßigkeit und Gleichmut geprägt, sie haben alles schon einmal gesehen, wogegen die Menschen einen Wechsel von schönen und schweren Lebensphasen durchlaufen, mal mehr das eine, mal mehr das andere, und es ihnen zum ersten Mal widerfährt und ihr einziges Leben bleibt. Dennoch frage ich mich, warum das den Engel dann anscheinend doch ausreichend berührt, um zu erschaudern. Also zeigt er doch mehr Emotionen? :-k

    Ich fand das Engel-Kapitel auf jeden Fall toll. :D


    Überhaupt mag ich Tokarczuks Art und Weise, wie sie Religiöses und Magischen Realismus in ihre Texte einwebt.


    Und ich bin von Herzen erleichtert, dass hier die Kapitel ineinandergreifen und nicht wie in "Taghaus, Nachthaus" zerstückelt und ohne Zusammenhang aneinandergereiht sind. Die ständigen Perspektivwechsel machen mir Spaß, weil ein Kapitel immer etwas aufgreift, was im vorherigen schon angedeutet wurde, oder bei einer Person ansetzt, die vorher Nebenfigur war. Dadurch sind die durch die Perspektivwechsel entstehenden Sprünge nicht so abrupt und das gefällt mir ausgesprochen gut.