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Florian Valerius, Mareike Fallwickl - Leseglück, 99 Bücher, die gute Laune machen

Leseglück: 99 Bücher, die gute Laune mac...

4 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Verlag: arsEdition

Bindung: Flexibler Einband

Seitenzahl: 144

ISBN: 9783845831879

Termin: August 2019

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  • Leseglück


    ... das verspricht dieses Buch und das hält es auch. Es ist ein kompaktes kleines Büchlein, das sogar ein Lesebändchen hat. Der Innenteil besticht mit Illustrationen von Franziska Misselwitz. Immer wieder finden sich Zitate oder sonstige Sprüche, die das Buch etwas auflockern.


    Aber das wichtigste sind natürlich die 99 Buchempfehlungen. Diese sind in verschiedene Kategorien eingeteilt. Z.B. Kinderbücher, Tierbücher, Bücher über das Lesen, Krimis, Liebesromane und viele mehr.

    Die Vorstellung der Bücher ist kurz und knapp. Meiner Meinung nach reicht das auch vollkommen. Denn wenn man sich von dem kurzen Text angesprochen fühlt, kann man ja weiter recherchieren und das Buch dann ev gleich bestellen.


    Eine kleine Warnung: Die Wunschliste und womöglich auch der SUB (Stapel ungelesener Bücher) könnten wesentlich länger bzw größer werden!


    Außerdem hat man mit diesem Büchlein auch die Möglichkeit einen anderen Buchliebhaber glücklich zu machen. Eine gute Geschenkidee, wenn man nicht weiß, welches Buch man schenken könnte.


    Fazit:


    Ein Büchlein, das sich auszahlt und das man immer wieder durchblättern wird, um andere Bücher zu entdecken.

  • Nett, aber ungefährlich


    Der Verlag ArsEdition hat einen Hang zu feinen, kleinen Büchern. Erst neuerdings hatte mir „Nervenkitzel“ sehr gut gefallen – im Untertitel „99 Krimis, die unter die Haut gehen“. Daher wollte ich mir das „Leseglück“ auch gerne anschauen. Es fällt offensichtlich in die gleiche Kategorie, die vom Verlag geplant ist – im Untertitel „99 Bücher, die gute Laune machen“. Ähnlicher Titel, ähnliche Ausstattung, ähnliches Konzept. Doch leider gefällt mir das „Leseglück“ nicht ganz so gut wie sein Pendant aus dem Krimi-Bereich.


    An den beiden Autoren liegt es ganz sicher nicht. Beide sind mir aus dem Netz verschiedentlich bekannt. Insbesondere Florian Valerius hat ja in den letzten Jahren als Instagrammer eine gewisse Notorietät erlangt – auch ich folge ihm als „#literarischernerd“ gerne. Mareike Fallwickl ist sogar selbst als recht erfolgreiche Autorin in jüngster Zeit in Erscheinung getreten. Ihr Roman „Dunkelgrün, fast Schwarz“ wurde für diverse Preise nominiert.


    Es liegt vermutlich an den Begrenzungen des Konzeptes selber, sowie an einigen Eigenheiten. Vorab: als Geschenkbuch ist das Büchlein wohl wunderbar zu gebrauchen! Es ist durchweg liebevoll gestaltet; vor allem die Illustrationen von Franziska Misselwitz sind als herausragend zu bezeichnen. Leider kann ich das nur begrenzt beurteilen, da ich ein elektronisches Rezensionsexemplar bekam. Aber das „Original“ soll sogar ein Lesebändchen haben, handlich und hochwertig aufgemacht sein.


    Vermutlich ist es auch unglücklich, dass ich nun wirklich Vielleserin bin – und das noch dazu auch im Bereich „Bücher über Bücher“. Nun, das „Leseglück“ musste aufgrund der Vorgabe von 99 Titeln sehr individuell und überblicksartig sein. Es kann daher nicht sehr viel mehr bieten als Appetithäppchen, und ist auf keinen Fall zu vergleichen mit Kompendien wie Dietrich Schwanitz‘ „Bildung“ oder dem allseits bekannten „Buch der 1000 Bücher“. Für mich war es letztlich vor allem als Abgleich interessant – ob ich dieselbe Auswahl getroffen hätte, oder nicht. Neues geboten hat es für mich wenig.


    Die Kategorien waren durchweg interessant gewählt! Da gab es so Originelles wie „Schwarzer Humor“, „Bücher mit Tieren als Helden“ oder „Bücher über Freundschaft“. Leider haben sich die Kategorien teilweise für mich unverständlich überschnitten – warum dann noch eine Kategorie „Witz in Europa“, wenn es zeitgleich um „Schwarzen Humor“ geht…? Nur als Beispiel. Auch hätte ich dann lieber weniger ausgefuchste Kategorien, und dann mehr Text zu den einzelnen Büchern gehabt. Spannungsliteratur fehlte allerdings ganz – und auch die macht meiner Meinung nach glücklich…


    Sehr nett war insgesamt das „Drumherum“. Es ist ein Buch zum „Mitmachen“, mit Raum für eigene Eintragungen. Auch bietet es allerlei Zitate, „fun facts“ zu Büchern der Weltliteratur, sowie humorig gestaltete Einleitungstexte zu den einzelnen Kategorien. Auch erfreulich: es geht eben auch um Sachbücher, nicht nur um Belletristik.


    Aber! Ein paar Eigenheiten haben für mich das Gesamtbild gestört, das sonst leicht zu 5 Sternen hätte führen können. Erstens: zumindest in meiner elektronischen Version hat das Inhaltsverzeichnis keine Seitenzahlen! Bei einem Buch über Bücher eigentlich ein Unding. Zweitens: die einzelnen Texte sind teilweise nun wirklich zu kurz. Über eine Sybille Berg gerade mal vier (!) Zeilen? Wo man doch weiß, dass sie eher „schwierig“ ist…? Drittens. Die Bücher sind alle in Deutschland erhältlich. Warum dann manche Zitate in englischer Sprache? Viertens. Die Auflistung von berühmten „Songs über Freundschaft“ fand ich deplatziert. Fünftens. Die Bibliographie am Ende ist – zumindest in der elektronischen Version – nicht zu gebrauchen. Im Fließtext, ohne Verlagsangaben und Seitenzahlen (!) in minimalster Schrift geschrieben. Ich möchte in einer Anthologie eine saubere Bibliographie in Listenform, mit (!) Verlagsangabe und vor allem mit Seitenanzahl. Schließlich will ich wissen, wieviel Zeit ich für ein zukünftiges mögliches Lieblingsbuch veranschlagen sollte.


    So, jetzt habe ich wohl ein wenig sprichwörtlichen Dampf abgelassen. Ich möchte wiederholen, dass ich nur ein elektronisches Exemplar hatte, und dass sich vermutlich manches im Original anders darstellt. Auch darf man eben das Verlagskonzept nicht vergessen. Ich lande am Ende bei drei sehr wohlwollenden Sternen mit Tendenz zur Aufrundung.

    "Ein Mensch, der Ideale hat/
    Der hüte sich, sie zu erreichen!/
    Sonst wird er eines Tags anstatt/
    Sich selber andern Menschen gleichen."
    (Erich Kästner) :):)

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