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Hanni Münzer - Heimat ist ein Sehnsuchtsort

Heimat ist ein Sehnsuchtsort

4.8 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Verlag: Pendo

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 576

ISBN: 9783866124615

Termin: Oktober 2019

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  • 1928 Breslau/Schlesien. Laurenz Sadler verliebt sich schon bei ihrer ersten Begegnung Hals über Kopf in Annemarie und macht sie schon bald zu seiner Frau. Das junge Ehepaar zieht auf den familiären Sadlerhof, wo sie mit Laurenz‘ Eltern unter einem Dach leben sowie ein Knecht und eine Haushaltshilfe. Schon bald haben sie zwei kleine Mädchen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Kathi ist hochbegabt, interessiert sich für Physik und Technik, während ihre Schwester Franzi unter einer schweren chronischen Erkrankung leidet und viel Fürsorge benötigt. Während sich in der Welt außerhalb von Petersdorf langsam die Nazis ihre Fühler ausstrecken, wachsen die beiden Schwestern liebevoll umsorgt in einer friedlichen Umgebung auf. Dann gewinnt die 15-jährige Kathi einen Mathematikwettbewerb und rückt nicht nur sich selbst, sondern auch die Familie ins Licht der Öffentlichkeit, weil sich die Regierung in Berlin für sie interessiert. Das gefällt vor allem ihrer Mutter Annemarie gar nicht, die selbst streng ein Geheimnis hütet. Annemarie muss handeln, um ihre Kinder zu schützen…


    Hanni Münzer hat mit „Heimat ist ein Sehnsuchtsort“ den ersten Band ihrer Heimat-Reihe vorgelegt, der nicht nur mit einem sehr gut recherchierten Hintergrund punkten kann, sondern auch mit einer wunderbaren, spannend erzählten tiefgründigen Familiengeschichte begeistern kann, die sich an die der Autorin anlehnt. Der Schreibstil ist flüssig, einfühlsam, unverblümt und immer mit einer unterschwelligen Spannung versehen. Der Leser taucht schon mit dem Prolog in diese faszinierende Geschichte ein und erlebt im Kreise der Sadlers im idyllischen Petersdorf an der deutsch-polnischen Grenze das Schicksal der Familie von 1928 bis ins Jahr 1946. Sehr authentisch und bildhaft schildert Münzer nicht nur den Zusammenhalt der Ortsbewohner, sondern auch die Veränderungen der politischen Szenerie und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung, das Schüren von Ängsten und die ansteigende Gefahr, die auch von jemandem ausgehen kann, den man schon lange kennt. Auch die Ausstattung des Buches lässt keine Wünsche offen, so findet der Leser nicht nur Landkarten und eine Personenliste, es gibt auch ein aussagekräftiges Nachwort, eine Zeittafel und ein Glossar, die bei der Lektüre gute Dienste leisten.


    Die Charaktere sind voller Leben und mit viel Sinn fürs Detail skizziert. Mit ihren individuellen Eigenschaften wirken sie nicht nur authentisch und der Realität entsprungen, sie erobern auch das Herz des Lesers im Sturm. Laurenz ist ein Mann, der seinen Traum aufgibt und sich um den elterlichen Hof kümmert. Er ist ein liebevoller Ehemann und Vater, der seine Lieben um jeden Preis beschützen will. Annemarie ist eine Frau, die Rätsel aufgibt. Sie lebt für ihre Familie, während sie insgeheim etwas aus ihrer Vergangenheit vor ihnen verbirgt. Laurenz‘ Mutter Charlotte ist ein richtiger Drachen, doch in der Not kann man sich auf sie verlassen. Köchin Dorata ist fürsorglich und der gute Geist im Sadlerhaus, sie kann aber auch Dinge sehen, die andere nicht einmal erahnen. Kathi ist ein fröhliches Kind, das neugierig auf die Welt ist und mit Freund Anton alles erkunden muss. Franzis Schicksal geht ans Herz, denn sie kann sich nur durch Laute verständigen, lebt in ihrer eigenen Welt und wird von allen beschützt. Elsbeth Lettich ist Antons Mutter und ein wahres Biest. Als Frau des Bürgermeisters meint sie, ihre Nase in alle Angelegenheiten stecken zu dürfen. Sie ist eine Schlange in Menschengestalt, vor der man sich hüten sollte. Aber auch die anderen Nebendarsteller geben der Handlung zusätzliche Impulse und tragen dazu bei, dass die Geschichte rundum fesselnd und spannend bleibt.


    Mit „Heimat ist ein Sehnsuchtsort“ ist Hanni Münzer ein umwerfender Pageturner als Auftakt für ihre Familien-Saga gelungen. Eine faszinierende Geschichte über Liebe, Glück, Intrigen, Krieg und Geheimnisse. So packend und überzeugend erzählt, dass man als Leser gar nicht Abschied nehmen mag von den Sadlers. Alles richtig gemacht –Chapeau! Besser geht es nicht!


    Absolut fesselnde :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    Lese gerade: Das Lied der Störche, Ulrike Renk


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2018: 326/ 128525 Seiten

  • Aus dem Klappentext


    Schlesien, 1928: Als der Komponist Laurenz Annemarie begegnet, ist es vom ersten Augenblick an Liebe. Von ihrem gefährlichen Geheimnis ahnt er nichts. Eine familiäre Katastrophe zwingt Laurenz, den elterlichen Hof zu übernehmen. Er, der nie Bauer sein wollte, findet sein Glück mit Annemarie und zwei außergewöhnlichen Töchtern: der hochbegabten Kati und der chronisch kranken Franzi. Zwar stehen die Zeichen der Politik auf Sturm, doch in der Grenzregion ist noch alles friedlich. Als Kati einen landesweiten Schülerwettbewerb gewinnt, zieht sie die Aufmerksamkeit auf die Familie...


    Das Leben läuft selten so, wie man es sich erträumt...

    Man versucht zu schützen, was man liebt...


    Was hat diese Familie alles erlebt und erleben müssen und trotzdem bleibt ihnen die Liebe und Ihr starker Zusammenhalt.


    Das Buch ist der Auftakt einer Familiensaga.

    Es versetzt den Leser in die Anfangsjahren und die Zeit der dunkelsten Geschichte Deutschlands.


    Die Autorin hat ein Werk geschaffen, dass mich sofort in seinen Bann gezogen hat.

    Ihre guten Recherchen, die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere der Hauptprotagonisten haben zusammen mit der bildlichen Beschreibungen dazu beigetragen, dass man mit der Familie gelebt, geliebt und gelitten hat.

    Man sah vor seinem inneren Auge die kleine Gemeinde , den Hof der Sadlers, die Landschaft der heute verlorenen Heimat.

    Sie hat es verstanden, jedem Protagonisten Leben einzuhauchen.

    Hervorhebend möchte ich hier Kathi. Dieses liebenswerte, mutige Kind ist mir ans Herz gewachsen.


    Gerade in der heutigen Zeit und nach Halle ist dieses Buch wichtiger denn je.

    Es darf nicht vergessen werden. Niemals darf es wieder zu solchen Gräueltaten kommen.


    Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen.

    Es regte zum Nachdenken an und machte mich oft sehr betroffen.


    Ich hoffe, die Autorin kann im 2. Teil an dieses Buch anknüpfen und nimmt uns wieder in das bewegte Leben der Familie Sadler mit.

    5 Sterne für diese Lesefreude.


  • schöne Familiengeschichte


    Zwischen den beiden Weltkriegen startet die Erzählung dieser Familiengeschichte. Das Leben der Familie Sadler verändert sich in dieser Zeit und sie haben mit vielen Schicksalsschlägen zu kämpfen. Eine Geschichte mit viel Tiefgang über die Zeit des Krieges und seine Auswirkungen.

    Das Buch ist sehr detailliert und flüssig geschrieben - man bekommt als Leser somit einen guten Einblick in die Menschen, Gefühle und politischen Ereignisse dieser Zeit. Gut gefallen haben mir die Karte vorne in Buch zu „Schlesien in den Grenzen von 1914" sowie eine Übersicht der Personen - das hat mir sehr geholfen, schnell einen Überblick der Personen zu gewinnen.

    Gleich nach der ersten Seite war ich mitten drin in diesem Buch - der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und konnte mich wirklich überzeugen.


    Von meiner Seite gibt es eine Empfehlung für diese Geschichte - jeder der an den Zeiten des Weltkrieges interessiert ist, sowie gerne Familiengeschichten liest , wird hier eine tolle Unterhaltung geboten.

  • SCHLESISCHE FAMILIENGESCHICHTE


    „Heimat ist ein Sehnsuchtsort" erzählt eine dramatische, schicksalhafte Geschichte, die 1928 in einem kleinen schlesischen Örtchen in der Nähe von Gleiwitz, ihren Anfang nimmt. Die Chronik des Vorkriegs- und Kriegsgeschehens erfolgt insbesondere anhand der Personen, die mit der Bauernfamilie Sadler zu tun haben.


    Laurenz Sadler lernt seine Annemarie durch einen unachtsamen Zusammenstoß auf der Straße kennen. Der verträumte Musikstudent verliebt sich Knall auf Fall. Allerdings verhindern mehrere Tragödien auf dem elterlichen Bauernhof seine Komponistenkarriere. Laurenz muss den Hof tatkräftig und in voller Verantwortung übernehmen. In großem Abstand bekommen sie zwei außergewöhnliche Töchter. Die erstgeborene Katharina ist hoch begabt, vielseitig talentiert. Franziska leidet unter einer seltenen Erkrankung, die sie zu einer hochsensiblen, empfindsamen Seele macht. Die Gemeinschaft auf dem Sadlerhof ist geprägt von einem harmonischen Zusammenspiel in den Verantwortlichkeiten für Mensch und Tier, von gegenseitigem Respekt, Fürsorglichkeit, Liebe und Verständnis. Bevor die braune Gefolgschaft Hitlers von der dörflichen Idylle Besitz ergreift, sorgt eine Bewohnerin mit ihrem abgrundtief schlechten Charakter, ihrem Haß und Neid für ständigen Unfrieden. Auf die Familie Sadler hat sie es im besonderen Maße abgesehen und ihre giftigen Attacken finden einen guten Nährboden bei den Nazis. Das Unheil nimmt seinen Lauf...


    Ich fand es sehr beeindruckend, wie die Autorin Hanni Münzer ihre Protagonisten durch die Handlung führt und mit den relevanten, geschichtlichen Ereignissen in Verbindung bringt. Da wären der Überfall auf Polen, die geheimen Forschungen an der V2-Rakete, die polnische Widerstandsbewegung, Agententätigkeit u.v.mehr. Daraus entstand ein unglaublich lebendig wirkender Ablauf, in dem sich alle Personen bewegen. Bis in die kleinste Nebenrolle erfahren die Akteure eine detailreiche Zeichnung ihrer Charaktere. Auch die Handlungsabläufe sind sorgfältig erdacht. Nichts scheint mir dem Zufall überlassen. An einigen Stellen ist es mir etwas zu viel des Guten (z. B. die Umstände, um Kathi als Hochbegabte nach Berlin zu holen oder die Wandlung des Fräulein Liebig, die Verhörmethoden im Hause Sadler...). Die tragischen Momente überwiegen und doch gibt es immer wieder Hoffnung, kleine Lichtblicke im immer trister werdenden Alltag. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Dieser Humor und der Zusammenhalt läßt die Menschen vieles ertragen und immer wieder nach Auswegen in dieser trostlosen, vom Werteverfall, Tod und Verderben gekennzeichneten Zeit suchen.


    Fazit:

    Es ist trotz der angesprochenen Kritikpunkte ein lesenswertes, bewegendes Buch mit starken Charakteren, das mich neugierig macht auf die Fortsetzung. Ich möchte gern verfolgen, wie es im zweiten Band der epischen Saga mit der Familie Sadler weitergeht.

    Erwähnenswert ist die Karte von Schlesien in den Grenzen von 1914 vorn im Buch. Eine ausführliche „Dramatis Personae" gibt Auskunft über die Personen.


    Ich bewerte diesen Roman mit fünf von fünf Sternen und empfehle ihn für alle Leser, die es lieben, historische Fakten fantasiereich verpackt zu erleben. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Schlesien im Jahr 1928: Als Laurenz Sadler in Breslau der jungen und scheuen Annemarie begegnet, ist es für ihn Liebe auf den ersten Blick. Die beiden heiraten, vom gefährlichen Geheimnis Annemaries ahnt er nichts. Doch eine familiäre Katastrophe zwingt Laurenz, Breslau zu verlassen und den elterlichen Hof zu übernehmen. Der jüngste Sohn des Landwirts wollte selbst nie Bauer werden, sondern als Komponist und Dirigent arbeiten. Dennoch findet er mit Annemarie und zwei außergewöhnlichen Töchtern sein Glück: der hochbegabten Kathi und der chronisch kranken Franzi. Als Kathi mit 15 Jahren einen landesweiten Schülerwettbewerb gewinnt, zieht sie die Aufmerksamkeit Berlins auf die Familie. Ihre Mutter handelt, um ihre Kinder zu schützen – und tritt damit eine Lawine tödlicher Ereignisse los…


    „Heimat ist ein Sehnsuchtsort“ ist der erste Band der neuen Heimat-Saga von Hanni Münzer.


    Meine Meinung:

    Der Roman besteht aus zwei Teilen („Frieden“ und „Krieg“). Sie sind in insgesamt 64 Kapitel mit einer angenehmen Länge untergliedert sind, denen jeweils Zitate fiktiver oder realer Persönlichkeiten vorangestellt sind. Die zwei Teile des Romans werden von einem Prolog und einem Epilog umrahmt. Die Handlung umfasst die Zeit von 1928 bis 1946. Der Aufbau funktioniert gut.


    Der Schreibstil ist anschaulich und atmosphärisch. Die Geschichte nimmt nur langsam Fahrt auf, wird aber zunehmend spannender. Der Einstieg fiel mir nicht schwer.


    Die Hauptcharaktere sind sehr interessant. Sie werden authentisch dargestellt. Die Entwicklung der Protagonisten lässt sich gut nachverfolgen. Bei der Vielzahl an Personen ist die Übersicht über alle genannten Charaktere, die am Anfang des Romans steht, jedoch sehr hilfreich.


    Der Inhalt des Romans ist von der Familiengeschichte der Autorin inspiriert. Immer wieder wird deutlich, dass die Geschichte nicht nur auf Erzählungen, sondern auch auf fundierter Recherche der Schriftstellerin fußt. Da ich bereits viel Literatur zu den zwei großen Weltkriegen und den Jahren dazwischen kenne, war nicht alles gänzlich neu für mich. Vor allem für Leser, die weniger historisch bewandert sind, ist das Zusatzmaterial allerdings ein großes Plus. Es gibt eine Zeittafel mit den wichtigsten politischen Ereignissen jener Jahre, ein Glossar, Landkarten und weitere Extras. Gerne gelesen habe ich auch die Nachbemerkung der Autorin, die unter anderem erklärt, was auf Fakten und was auf Fiktion basiert. Interessant finde ich außerdem, dass man durch den Roman einiges über die seltene Krankheit Sklerodermie erfährt, die mir bis dato unbekannt war.


    Trotz der fast 600 Seiten ist die Lektüre kurzweilig und abwechslungsreich. Weniger gut gefallen hat mir jedoch, dass der Band in sich nicht abgeschlossen ist und einige lose Enden übrig bleiben.


    Das optisch ansprechende Cover trifft meinen Geschmack. Der Titel klingt ein wenig schwülstig, passt inhaltlich aber gut.


    Mein Fazit:

    „Heimat ist ein Sehnsuchtsort“ ist trotz kleinerer Schwächen alles in allem ein gelungener Auftaktband der neuen Heimat-Saga von Hanni Münzer.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Was mir an "Heimat ist ein Sehnsuchtsort" besonders gut gefallen hat, ist die Lebendigkeit der Charaktere. Jede Figur hat von Anfang an ihre ganz eindeutigen und individuellen Stärken und Schwächen, ihre ganz eigenen Fähigkeiten und Eigenschaften, die sie ausmachen. Dadurch baut man von der ersten Seite an eine Nähe und Verbundenheit zu ihnen auf und kann umso leichter mit ihnen mitfiebern. Dazu ist der Erzählstil von Hanni Münzer so wunderbar lebendig und stellenweise mit einem feinen Humor gespickt, dass sich die vielen hundert Seiten wie in einem Rutsch lesen lassen. Etwas Schwierigkeiten haben mir die historischen Zusammenhänge bereitet. Die fand ich stellenweise etwas schwer nachvollziehbar erzählt. Aber das Leben auf dem Hof hat mich dafür umso mehr in seinen Bann gezogen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond

  • Inhalt:


    Oberschlesien, 1928: Die Familie Sadler lebt seit mehreren Generationen auf dem Sadlerhof in Oberschlesien, nahe der polnischen Grenze. Laurenz, der jüngste Sohn der Familie hat den großen Wunsch, Musiker zu werden und studiert in Breslau. Dort trifft er auch seine große Liebe Annemarie, die ein großes Geheimnis umgibt.

    Nachdem der ältere Bruder bei einem Unfall auf dem Hof ums Leben kommt, ein weiterer Bruder war bereits im 1. Weltkrieg gefallen, muss Laurenz seine Musikerpläne aufgeben und kehrt zusammen mit Annemarie zurück auf den Sadlerhof. Laurenz, der nie Bauer werden wollte, findet ich in sein neues Leben ein, bekommt mit Annemarie 2 Kinder und schein mit seinem Leben zufrieden zu sein. Dann beginnt der 2. Weltkrieg.


    Meine Meinung:


    Das Buch beginnt sehr ruhig, und ich habe mich schon gefragt, wohin die Geschichte wohl führt. Aber mit Beginn des 2. Weltkriegs nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Aber auch schon vorher haben mir die Beschreibungen gut gefallen, wie die Politik ihre Schatten voraus wirft. Mit der Machtübernahme der Nazis kommen auch die ersten Auswirkungen auf den kleinen Ort zu, zu der Sadlerhof gehört. Die ersten Menschen beginnen die Ideologie zu leben und ihre Mitmenschen zu schikanieren. Auch auf die Familie Sadler kommt da einiges zu, denn die jüngere Tochter ist behindert und die Familie muß darum fürchten, die Tochter in ein Heim geben zu müssen.

    Mit Beginn des 2. Weltkriegs verschlimmert sich die Lage, die Versorgung wird schlechter und Laurenz wird eingezogen, um an der Front zu kämpfen. Aber auch im Familienleben kommt es zu einigen schlimmen Ereignissen.

    Besonders gut haben mir die Beschreibungen des Lebens in dem kleine Ort gefallen. Der menschliche Pfarrer, die tyrannische Frau des Bürgermeisters sind da als zentrale Personen zu nennen, die die Handlung doch sehr prägen.


    Es handelt sich bei diesem Buch um eine schöne Familiengeschichte in einer bewegten Zeit. Die Handlung spielt einerseits in einer ruhigen, ländlichen Gegend, aber ihr im Grenzgebiet waren die Auswirkungen schon schnell deutlich zu merken.

    Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen, schön flüssig und angenehm zu lesen. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und es macht einfach Spaß, sich auf diesen Roman einzulassen.

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