Edyta Zaborowska - Entdeckung der Dominanz

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  • Entdeckung der Dominanz


    von Edyta Zaborowska

    Inhalt: Der Ehe von Vera und Bernd fehlt es nach zwanzig ereignislosen Jahren an Schwung, an Fantasie und vor allem an Liebe. Getrennt suchen sie außerhalb nach Erfüllung, zunächst auf der Ebene von Tagträumen, dann aber auf ganz konkrete Art und Weise: sie, indem sie ihrem Idol aus der Klatschpresse - Baronesse Hanna - nacheifert; er, Gymnasiallehrer, weiter durch erotische Tagträume, deren Mittelpunkt seine frühreife Schülerin Miley ist. Der Versuch einer Aussprache endet in einem entsetzlichen Ehekrach. Danach fühlen sich beide vollends im Recht, eigene Wege zu gehen…


    Vera gelingt es nach einer Odyssee durch die nächtliche Großstadt tatsächlich bei Baronesse Hanna Anschluss zu finden. Diese steht gerade im Begriff, ihren Landsitz Black Swan Manor zu einem exklusiven Urlaubsdomizil für zahlungskräftige sado-masochistische Kundschaft auszubauen. Sie nimmt Vera - nicht ohne sich vorher von ihrer Eignung zu überzeugen - in ihrem Team auf. Die intensiven Gespräche und neuartigen Erfahrungen in diesem Kreis dominanter Damen wirken sich zusehends positiv auf Veras Denkweise aus. Frühere Schüchternheit und Unsicherheit legt sie bald ab. Hannas Ermunterung fördert eine ganz frische Tendenz zutage, nämlich ihre Bereitschaft, gegenüber Männern selbstbewusst und dominant aufzutreten. Darin bekräftigt sie auch ihr (homosexuell orientierter) Vater, den sie wiederholt im Altersheim aufsucht. Denn während ihrer Gespräche wird deutlich, dass einst auch ihm ein an bürgerliche Konventionen angepasstes Verhalten auferlegt worden ist, aus dem er sich während seiner Ehe mit Veras Mutter nie befreien konnte.


    Meinung: Insofern schöpft die Geschichte aus einem üppigen Reservoir von Ideen und Handlungssträngen und erreicht eine Dynamik, die den Leser bis in heftige Situationen mit sich reißt. Die Plausibilität bleibt gewahrt, wie auch durchweg zu bescheinigen ist, dass die Erzählung, bei aller Direktheit der anschaulich dargestellten SM-Szenen, auf eine vulgäre Sprache verzichtet. Die Hauptgeschichte dreht sich freilich darum, wie sich Vera, ausgehend von traumhaften Vorstellungen, zielbewusst zu einer kräftig zulangenden Domina emanzipiert. Ausgestattet mit einem neuen Selbstbewusstsein, verzichtet die Hauptfigur keineswegs darauf, immer bizarrere Erfahrungen zu sammeln: knackiger SM, Latex und Leder, sexuelle Erfahrungen mit Männern, Frauen oder Transsexuellen. Das alles geschieht unter dem symbolischen Schatten des 'Schwarzen Schwans', der für Veras ernsthafte Suche nach dem Sinn des Lebens steht: Weibliche Dominanz als Schlüssel für ein glückliches Leben? Die Autorin setzt dieses Fabelwesen in ihren Erzählungen in kluger Dosierung ein.


    Trotz der Tatsache, dass Vera und Nick als Gegenspieler auftreten, sind sie so sympathisch und glaubhaft dargestellt, dass man bei beiden auf ihrer getrennten Suche nach dem persönlichen Glück mitfiebern kann. Sie sind – ebenso wie eine ganze Reihe interessanter Nebenfiguren – glaubhaft dargestellt und verfügen über eine entsprechende Tiefe.


    Fazit: „Entdeckung der Dominanz“ mag verschiedene Leserkreise ansprechen; vor allem befriedigt er nicht nur die Lust nach anregender SM-Literatur. Wie auch die vorhergehenden Romane der Autorin berücksichtigt er mystische Interessen ebenso wie das Bedürfnis an einer bis zum Schluss anhaltenden Spannung und stellt die Frage, wie sich das tatsächliche Ausleben von erotischen Träumen positiv auf ein Individuum auswirken kann. Arthur Schnitzlers berühmte, im Jahr 1925 verfasste Traumnovelle lässt bei „Entdeckung der Dominanz“ schön grüßen

    Das Amt des Dichters ist nicht das Zeigen der Wege, sondern vor allem das Wecken der Sehnsucht.



    H.H.

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Entdeckung der Dominanz“ zu „Edyta Zaborowska - Entdeckung der Dominanz“ geändert.
  • TAGTRÄUMEREI WERDEN WAHR ODER WIE WIRD MAN ALS LIEBESPAAR AUSGEFÜLLT VON BEGIERDE UND VERLANGEN?


    Klappentext: Nach zwanzig Ehejahren, Kindererziehung und einem ereignislosen Leben in einer eintönigen Vorstadtsiedlung scheint die Ehe von Vera und Nick am Ende. Die einzige Zuflucht aus diesem Dilemma sind erotische Tagträume, in die sich beide Partner verlieren und darin untreu werden. Während Nick sich immer mehr in seiner Traumwelt verliert, verschlägt es Vera nach einem Ehekrach nach »Black Swan Manor«, wo Domina Baronesse Hanna und ihr Team eine faszinierende Parallelwelt aus weiblicher Dominanz geschaffen haben. In dem als Dominastudio eingerichteten Keller des exklusiven Herrenhauses lernt sie ihre Träume an männlichen Sklaven auszuleben und gewinnt dadurch Kraft und Selbstbewusstsein. Wird Vera auch Nick dominieren, und kann Nick diese »neue Vera« lieben?


    Fazit: Der Erotik-SM-Roman "Entdeckung der Dominanz" von Edyta Zaborowska lässt in eine 'kaputte' Ehe eines englichen Paares blicken, welche durch die purer Lust der Erotik durch die herrschende weibliche Hand wieder ins Lot gebracht wird.


    In diesen knapp 240 Seiten spricht die Autorin mit den zwei Hauptcharkteren und einer Reihe von Nebenchrakteren eine leidenschaftliche und tiefgründige Beziehungsproblematik der meisten Ehen der (westlichen) Gesellschaft an, die durch beruflichen Alltag (des Mannes) und der Haushaltsaufgaben (der Frau) bestimmt und das Liebesleben verebbt oder/bzw. versickert ist. Mit einer leichtfüßigen und schnell fließenden Schreib- und Erzählstil fesselt die Story den Leser mit einer unter die Haut gehender Packheit an Emonationalität, Aufklärung im SM-Milliuo und detailierten Lustauflebungen zwischen Mann und Frau sowie die männlichen wie weiblichen Neigung(en) zur sadistlicher Erotik.


    Edyta Zaborowska zeigt mit ihren fünften SM-Roman, die fantasisch-schöne, gierig-anziehende und unersättlich-glückliche wie geheimnisvoll-elektrierende wie tabulos-reizende und hemmungslos-leidende Erotik für ihn und Sie ist oder sein kann...4,25 Sterne

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