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Hermann Hesse - Eine Stunde hinter Mitternacht

Eine Stunde hinter Mitternacht

2.5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Diederichs

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 112

ISBN: 9783424350975

Termin: Juli 2019

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  • Der Autor: Hermann Hesse
    Titel: Eine Stunde hinter Mitternacht, erschien erstmals 1899
    Seiten: 112 Seiten, neun «Prosa-Skizzen» incl Geleitwort zur Ausgabe von 1941
    Verlag: Diederichs
    ISBN: 9783424350975


    Der Autor: (Hermann-Hesse-Homepage)
    Hermann Hesse war Zeit seines Lebens ein Suchender. Nicht nur sein großes dichterisches Werk, das ihm 1946 den Nobelpreis einbrachte, auch sein Lebenslauf legt Zeugnis davon ab. In seiner Geburtsstadt Calw, wo er am 2. Juli 1877 zur Welt kam, verbrachte Hesse im Kreise der Familie seine Jugendjahre, die prägend blieben und an vielen Stellen Eingang in seine Bücher gefunden haben. Maulbronn, Tübingen und Basel waren weitere Lebensstationen. 1904 zog er in ein altes Bauernhaus in Gaienhofen am Bodensee, um fortan als freier Schriftsteller zu leben. 1911 unternahm er eine Indienreise und übersiedelte kurz darauf in die Schweiz, zunächst nach Bern und 1919 schließlich nach Montagnola (Tessin), wo seine reichste Schaffensperiode einsetzte und er 1962 starb. Die Bewältigung von persönlichen Krisen ist einer der Brennpunkte in Hesses Werk, in dem es aber auch um Fragen der Religion und der Politik geht.


    Inhalt und Meinung:
    Der Band enthält neun «Prosastudien», denen es nicht an «ästhetenhaften Zügen» fehlt, so Hermann Hesse im Geleitwort von 1941. Er hat sich mit diesen Texten einen Raum erschaffen, "ein Traumland seiner dichterischen Stunden und Tage, welches irgendwo zwischen Zeit und Raum liegt."
    Die Texte sind in ihrem Umfang recht unterschiedlich, «Der Inseltraum» umfasst 30 Seiten, das «Albumblatt für Elise» ist gerade mal eineinhalb Seiten lang. Inhaltlich sind sie aber alle sehr schwärmerisch, stellen traumhafte Szenarien dar, etwas geheimnisvoll-magisch. Im ersten, längsten Text «Inseltraum» landet ein erschöpfter Dichter in einer Art Märchenland, wo er von Musen (?) und der zauberhaften Natur wieder aufgepäppelt wird. Vermutlich sehr beispielhaft für die Neuromantik, die zu dieser Zeit populär war. Auch die übrigen kürzeren Texte changieren zwischen Wirklichkeit und Traum, stets der Schönheit huldigend und sehnsüchtig.
    Persönlich waren mir die Texte doch etwas zu schwärmerisch, zu verspielt und schwülstig. Wer aber vor Fiebermusen nicht zurückschreckt, von Frühlingsbekränzten, von dunklen Weihern und leuchtenden Ährenfeldern angetan ist, der mag an den altertümlich anmutenden Texten gefallen finden. Für mich war es eher eine Ergänzung meiner Hesse-Sammlung; seine späteren Werke gefallen mir deutlich besser!

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