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Beatrice Jacoby - Die Mottenkönigin

Die Mottenkönigin

4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Papierverzierer Verlag

Bindung: E-Book

Seitenzahl: 282

eISBN: 9783959629331

Termin: Dezember 2018

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  • Klarabell und ihre Cousinen haben es mit ihren Eltern nicht gerade einfach. Die drei besitzen Fähigkeiten und auf ihrem Internat in Köln ist das nicht so besonders, denn dort haben alle Gaben. Je nach Gabe, gibt es noch gewisse Regeln, denn auch die „normalen“ Menschen merken recht schnell, ob jemand vor ihnen steht, der eine Gabe besitzt. Die Geschichte spielt in unserer Welt, ist aber dennoch anders. Denn die besonderen Menschen, reden nicht mit den „Normalos“, denn das könnte für sie zu fatalen Folgen führen. Was, wenn man sich einen Fluch einfängt? Die bekommt man nämlich sehr schlecht wieder weg! Und dann gibt es da dieses Ritual, in dem eine Wahrsagerin einem sagt, wie es mit einem weitergeht. Für Klarabell eine nicht so sonderlich tolle Geschichte, denn sie bekommt gesagt, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Ihr 18 Geburtstag rückt immer näher und dann soll es passieren. Mir stellte sich immer wieder die Frage, was ich machen würde, wenn ich solch eine Information bekomme. Würde ich mich weinend zusammenrollen? Würde ich alle Regeln brechen und einfach nur noch machen, was ich bisher nicht getan habe und unbedingt noch erleben möchte? Auch Dinge, die gefährlich sind, da es mir ja eigentlich egal sein kann, nicht mehr lange und ich schlafe für immer? Aber dann ist es in Klarabells Leben noch etwas anders, denn sie könnte kämpfen. Sie könnte Wege betreten, die es bei uns so vielleicht nicht gibt, aber was ist sie bereit dafür zu zahlen? Wenn man dann ewig leben könnte, würde man sich dann eine Last aufbürden, die einem vielleicht für immer im Nacken sitzt und an sich selbst zweifeln lässt? Oder genießt man dann doch einfach, was einem gegeben ist und nutzt die letzten Wochen nochmal aus? Aber vor allem: wem erzählt man davon? Den Eltern, die selbst nicht begabt sind und einen nur nutzen um sich selbst zu profilieren? Oder den Cousinen, die dann vielleicht zu tiefst traurig sind, einen in Watte packen und dann vielleicht noch vor allem schützen wollen, was einem passieren könnte, wenn man auf die Straße geht?


    Diese und noch viele weitere Fragen beantwortet Beatrice Jacoby in ihrem Buch auf eine sehr angenehme Weise. Wir werden in diese Welt eingeführt, bekommen einen Eindruck, wie es mit den Regeln und auch Vorzügen aussieht, die solche in Leben haben kann, aber eben auch welche Probleme und Nachteile man hat, wenn man eine Gabe hat. Gerade diese Nachteile fand ich hier sehr deutlich dargestellt, denn es war nicht dieses: Boah, diese Gabe möchte ich auch haben, die ist ja total toll, damit kann man dies das und jenes machen, sondern man ist auch mit den Nachteilen einer solchen Gabe in Berührung gekommen und das fand ich sehr überzeugend und teilweise auch erschreckend dargestellt.

    Vielleicht kann man das auch auf unser Leben übertragen, denn es ist nicht immer toll, wenn man etwas ganz besonders kann. Man trägt eine hohe Verantwortung und hat vielleicht so viele Einschränkungen, die wir gar nicht sehen.

    Zudem spielt die Autorin mit den Charakteren, lässt sie sich entwickeln und nutzt Kleinigkeiten um ihren Schützlingen etwas mit auf den Weg zu geben, was ihnen helfen könnte, was aber auch wieder Steine in den Weg werfen könnte. Entscheidungen zu treffen und mit ihren Folgen zu leben, das ist auch eines dieser Themen, die hier beleuchtet werden.

    Gern würde ich weiter in dieser Geschichte lesen, ob ein zweiter Teil kommen wird, kann ich nicht sagen, nach dem Ende weiß ich aber auch gar nicht, ob es sich anbieten würde. Ich halte die Augen offen!

  • Mario

    Hat den Titel des Themas von „Beatrice Jacoby - die Mottenkönigin“ zu „Beatrice Jacoby - Die Mottenkönigin“ geändert.

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