GEO-Epoche - Deutschland um 1700

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    Glanz und Elend des Barock: Im frühen 18.Jahrhundert leben viele deutsche Fürsten in Prunk und Verschwendung. Doch es ist die einfache Bevölkerung des Landes, die den Preis für den Luxus der Herrscher zahlen muss – geplagt von Abgaben, Krieg, Hunger und verheerenden Seuchen. August dem Starken genügt es nicht, Kurfürst von Sachsen zu sein, in

    Prunkschlössern Feste zu feiern und alle paar Jahre eine neue Schönheit zur Geliebten zu nehmen: Ein König will er werden! Die meisten Menschen aber plagen andere Sorgen. Sie sind Bauern und hoffen daher auf gute Ernten. Sie wünschen sich die Senkung der Steuern (mit denen sie die Prachtentfaltung ihrer Herrscher finanzieren) und fürchten, dass in einem neuen Krieg wieder Armeen die Lande verheeren – oder Gott als Sündenstrafe eine Seuche schickt.


    Eigene Beurteilung:


    In Anlehnung an die Pracht des französischen Königshofs und insbesondere Versailles setzte sich in den deutschen Ländern um 1700 immer mehr die Idee durch, das ein Herrscher durch Prachtentfaltung nicht nur gegenüber seiner Konkurrenz auftrumpfen konnte, sondern außerdem durch die dadurch erreichte Bändigung der Natur und der Landschaft demonstrieren konnte, dass sein Herrschaftsanspruch von Gott gestützt wird, der ihm solche gottgleichen Wandlungsmöglichkeiten verliehen hat. Und so entstanden in dieser Zeit viele prunkvolle Kirchen Schlösser, Schlossanlagen, Parks und sogar zum Teil ganz Stadtteile und Städte zur Huldigung ihrer Herrschaft.


    Dieses GEO-Epoche ist eine Darstellung solcher Bauprojekte und ihrer Hintergründe – aber auch eine Darstellung der unerträglichen Last an Steuern und Fronarbeit, die diese Bauprojekte für die Untertanen der jeweiligen Fürsten mit sich gebracht haben und deren Elend nur allzu oft bei der Besichtigung solcher historischer Bauten eher keine Erwähnung finden.


    Nach der einleitenden Bilderreihe zu Deutschland in der Zeit des Barocks, in der auch das Elend der Bevölkerung mit gezeigt wird und einer Darstellung des Gebiets der deutschen Länder im 17. Jahrhundert erfahren wir über August den Starken, Esther Liebmann, Christina Wilhelmina von Grävenitz, Friedrich Wilhelm I, Johann Christian Günther, Gottfried Wilhelm Leibnitz und Johann Sebastian Bach, was uns neben den Fürsten auch Finanziers, Wissenschaftler, Literaten und Musiker vorstellt. Als Orte werden Dresden, Frankfurt am Main, Großfriedrichsburg und Wien besonders vorgestellt, während die Architektur, die Pest und der Bauernaufstand jeweils auch mit einem Artikel gewürdigt werden.


    Wie gewohnt gibt es wieder eine ausgiebig kommentierte Zeitleiste und viele überaus schöne und/oder erläuternde Illustrationen und Bilder.