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Wiglaf Droste - Sieger sehen anders aus

Sieger sehen anders aus

3.5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Edition Nautilus

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 128

ISBN: 9783894012328

Termin: 2000

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  • Der Autor: Wiglaf Droste
    Titel: Sieger sehen anders aus, erschien erstmals 1994
    Seiten: 128 Seiten, 47 Texte
    Verlag: Edition Nautilus
    ISBN: 9783894012328


    Der Autor:
    Wiglaf Droste, geboren 27. Juni 1961 in Herford und am 15. Mai 2019 in Pottenstein gestorben, war ein deutscher Autor und Satiriker. Er war von 1989 bis 1991 Redakteur beim Satiremagazin «Titanic», schrieb Beiträge u.a. in der Berliner taz, Berliner Tagesspiegel und Junge Welt. Er wurde u.a. 2005 für «seine sprachlichen Kabinettstückchen von hohem literarischem Rang» mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis ausgezeichnet.


    Inhalt und Meinung:
    Der Sammelband enthält 47 Texte von Wiglaf Droste, teilweise nur eine halbe Seite lang, ein paar längere Beiträge umfassen jeweils 4-5 Seiten. Die Essays, Glossen, Gedichte, Lieder stammen aus den späten 1980er / frühen 1990er Jahren (logisch, wenn die Sammlung 1994 erschien). Daher sind die Themen nicht mehr topaktuell und es macht vermutlich mehr Spaß, wenn man noch ungefähr weiß, wer Manfred Kanther war, oder Arno «Dagobert» Funke oder Birgit Hogefeld oder Ralph Giordano... Ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern und fand daher die entsprechenden Texte klasse.
    Aus seinem vielseitigen Repertoire gefielen mir in diesem Band am besten die politischen Texte und Abrechnungen mit der Gesellschaft (also fast alles), die absurden Gedichte mit Wortspielen brauchte ich nicht.
    Positiv erwähnen möchte ich hier bspw «Als Schokoladenonkel unterwegs», in dem er in einem Park von einem Mädchen um Schokolade gebeten wird, und nun befürchtet von Presse und Co als Kinderschänder entlarvt zu werden. Oder der Gerichtsreport «Das machen die Kollegen alle», wo der uneinsichtige, xenophobe Berliner Busfahrer über seine Erfahrungen berichtet. Und schließlich «Was Helge Schneider und Rainer Eppelmann vereint», wo Droste in die Sendung «Wetten, dass...» reinschaltet und über den Auftritt der beiden Showgäste grübelt.
    Insgesamt nicht unbedingt etwas zum hintereinander weg lesen, sondern immer mal wieder einen Beitrag lesen – sicherlich eher empfehlenswert für Jene, die Wiglaf Droste mochten und nun seine Beiträge vermissen.

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