Jean-Yves Loude & Viviane Lièvre - Fêtes himalayennes : Les derniers Kalash

  • Kurzmeinung

    tom leo
    Tolle graphic novel über ein verschwindendes Volk, den Kalash, im Nordwesten Pakistans, und seinen Gebräuchen!
  • "graphic novel"


    Original: Französisch, 2019


    INHALT :

    1978. Das Kalasha-Volk im Himalaya bleiben geheimnisvoll und recht unbekannt. Sie bewohnen drei enge Täler im Norden Pakistans, in der Nähe der afghanischen Grenze. Sie sind polytheistisch, kultivieren und trinken Wein, feiern im Einklang mit den Jahreszeiten bei jedem Wechsel besondere von ihren Schamanen geführte Riten.


    Zwei Ethnologen, Jean-Yves Loude und Viviane Lièvre, als auch ein Photograph, Hervé Nègre, wollen jenen begegnen. Sie möchten gerne mit ihnen leben, ihre Sprache lernen, ihre Feiern teilen und verstehen, wie dieses Volk bis heute fortbesteht.


    BEMERKUNGEN :

    … und dieses Abenteuer und Unternehmen geht eigentlich bis heute weiter. Was im April 1978 begann zieht sich nunmehr über vierzehn Jahre bei acht verschieden langen Aufenthalten. Es resultierten in der französischsprachigen Welt drei Bücher daraus, ein Dutzend von Publikationen in Zeitschriften und führte die beiden Ethnologen zum Doktortitel. Noch bis zum Dezember 2019 gibt es eine enorme Ausstellung mit dem zu Verfügung gestelltem Gesamtmaterial im « Musée des confluences » in Lyon (siehe auch : http://www.museedesconfluences.fr/fr/evenements/f%C3%AAtes-himalayennes-les-derniers-kalash


    Im Jahre 2018 verbleiben noch circa 3000 Mitglieder dieses Stammes im Nordosten Pakistans. Es ist ein bedrohtes Volk : durch die Islamisation (auch durch die Talibanbedrohung im nahen Afghanistan), durch den Bevölkerungsschwund, durch eine manchmal sehr kritische Sicht auf ihre so andere, alte, schamanistische und polytheistische Kultur, die sie in den Augen vieler als « Heiden » ohne heiliges Buch und ohne Erziehung erscheinen lassen. Siehe auch : https://de.wikipedia.org/wiki/Kalasha_%28Chitral%29 Bis in die 70iger Jahre hineinexistierte quasi keinerlei Dokumentation über sie, von einem Hinweis bei Rudyard Kipling abgesehen.


    Diese « graphic novel » präsentiert sich wie ein Sachbuch der besonderen Art : einerseits distanziert und objektiv von den Gebräuchen, der Nahrung, der Religion, den Festen, den Einführungsriten beim Kalasha-Volk sprechend. Dabei dienen Loude und Lièvre (im Leben ebenfalls Partner…) als Ethnologen, die beschreiben und erklären können. Hubert Maury trägt die Illustrationen bei. Diese wechseln einander ab, oder werden ergänzt, durch Photographien von Hervé Nègre.


    Manchmal werden Loude, Lièvre oder Nègre auch subjektivere Erzähler, wenn sie zB über eine Seite lang von einer besonderen Begegnung sprechen oder Lièvre als Frau über die Rolle der Frau in diesem Volk, das noch sehr mit Kategorien von ritueller Reinheit denkt. Diese Drei aber werden wahrhaftig Glieder der tribalen Gemeinschaft, als solche akzeptiert, in all den Jahren, in denen sie immer wiederkommen werden und in Ehrfurcht und Respekt sich den Bräuchen beugen.


    Eine faszinierende Welt, die sich dem Leser hier öffnet. Die Autoren tragen dazu bei, dieses Volk nicht zu vergessen. Jedoch schmerzt die Ahnung, dass diese Welt in dieser Form wohl nicht ewig weiterbestehen wird. Und so liegt ein Wehmut für den Leser dabei.


    AUTOREN :

    Jean-Yves Loude wurde 1950 in Lyon geboren und ist ein französischer Ethnologe, Dichter, Journalist, Kinoszenarist und Kinderbuchschriftsteller. Hier sein Blog mit seiner Gefährtin Viviane Lièvre : http://loude-lievre.org/team/jean-yves-loude


    Viviane Lièvre wurde 1950 in Lyon geboren. Sie wurde Ethnologin und versöhnte so den Geschmack an Reisen und die Begegnung mit Angehörigen anderer Kultren. Sie ist dabei meist mit ihrem Gefährten Jean-Yves Loude unterwegs. Zusammen brachten sie mehrere Bücher heraus. Besonders richtet sie ihr Augenmerk auf die Stellung der Frau in den Gesellschaften und Völker, die sie besucht.


    ILLUSTRATIONEN:

    Hubert Maury absolvierte eine militärische und diplomatische Karriere bevor er sich ganz dem Zeichnen widmete.


    PHOTOGRAPH:

    Hervé Nègre wurde 1948 geboren und ist ein Photoreporter. Er durchstreift die Welt, von Pakistan über Indien, den Osterinseln, Afrika, Thailand, Vietnam, Kasachstan, Kenia, Marokko… Dabei geht es ihm immer wieder zuerst um den Menschen. Er lebt in Mâcon/Burgund.



    Album: 96 pages

    Editeur : La boîte à bulles (2 janvier 2019)

    Collection : BB.CONTRE-COEUR

    Langue : Français

    ISBN-10: 2849533203

    ISBN-13: 978-2849533208

    1. (Ø)

      Verlag: Coédition Musée des Confluences


  • Mario

    Hat den Titel des Themas von „Jean-Yves Loude, Viviane Lièvre, Hervé Nègre, Hubert Maury - Fêtes himalayennes : Les derniers Kalash“ zu „Jean-Yves Loude & Viviane Lièvre - Fêtes himalayennes : Les derniers Kalash“ geändert.