Christina Unger - Frau Zwanziger muss sterben

  • Kurzmeinung

    claudi-1963
    Eine gelungene Kurzgeschichte, die leider keine Spannung beinhaltet, jedoch sehr unterhaltsam war.

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  • "Das Erste, Nächste, Verbreitetste, Unausweichliche, womit man zu tun hat, ist die menschliche Gemeinheit." (Richard von Schaukal) Rosi Bauer hatte nie ein einfaches Leben, schon als Kind bekam sie viel auferlegt. Unter ärmlichen Verhältnissen wuchs sie auf und musste schon früh helfen ihre Familie zu unterstützen. Das auch nach dem Selbstmord von Ehemann Heinz am Heiligabend nicht besser wurde. Den als Bürgin sollte sie nun auch noch diese Schulden abbezahlen. Da sie nie was Anständiges gelernt hatte, blieb ihr nichts anderes übrig als mehrere Stellen als Putzfrau anzunehmen. Doch das ihr ausgerechnet eine von den drei Chefinnen, das Leben zur Hölle machen würde, ahnte Rosi bis dahin nicht. Dabei ließ sich Rosi sehr viel von Frau Zwanziger gefallen, jedoch eines Tages war es selbst für Rosi zu viel und sie schlug zurück.


    Meine Meinung:
    Das Cover mit dem Treppenhaus hat mich nicht unbedingt neugierig auf diese Geschichte gemacht, eher da ich schon Bücher von der Autorin zuvor gelesen hatte. Der Schreibstil ist flüssig, locker, unterhaltsam und auf den Punkt gebracht, wie es bei einer Short Story sein sollte. Dabei erzählt Frau Rosi in Ich-Form aus ihrem Leben, das mir von Anfang an hart und sehr traurig vorkommt. Erst danach erfolgt die eigentliche Geschichte, bei der es um den Kriminalfall geht. Wobei ich dieses Buch jetzt nur indirekt als spannend bezeichnen kann. Für mich hat diese Kurzgeschichte eher was Dramatisches, als etwas Spannendes. Das Rosi nicht nur ein hartes Leben in ihrer Kindheit hatte, sondern zudem auch noch in ihrem späteren Leben ist mehr als tragisch. Dass sie dabei ausgerechnet ihre Chefin Frau Zwanziger am meisten drangsaliert, schikaniert und ausbeutet, ist schon heftig. Frau Zwanziger scheint wirklich alle Gemeinheiten zu kennen um nicht nur ihren Ehemann, sondern auch die Bediensteten zu drangsalieren. Ich konnte mich da gut in Rosi hineinversetzen, jedoch nicht nachvollziehen, warum sie diese Schikanen so lange hat mit sich machen lassen. Zwar hat manches was Rosi dort erlebt, sicher Bezug zur heutigen Zeit, doch so drastisch denke ich, wird man es wohl selten erleben. Ein wenig hatte mich das ganze an die Geschichte " Fähner " von Ferdinand von Schirach erinnert, wo ein Ehemann jahrelang unter den Schikanen seiner Ehefrau leiden musste, ehe er zuschlägt. Das dann am Ende Rosi doch noch irgendwie ihr Glück fand, empfand ich als eine schöne Idee und hat diese ganze Story abgerundet. Für mich war es eine gelungene Geschichte die teils mit Humor, Drama, jedoch ohne Spannung auskam und der ich gerne 4 von 5 Sterne gebe. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::thumleft::applause:

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