Anne Barns - Apfelträume am Meer

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Apfelträume am Meer

4.7|3)

Verlag: Mira Taschenbuch

Bindung: E-Book

eISBN: 9783745751048

Termin: August 2019

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  • "Liebe ist nicht vom ersten Tag an da. Sie wächst mit jedem Kuss, jeder Berührung, mit jedem Streit und mit jeder Versöhnung." (visualstatements)
    Eigentlich hätte es der ganz normale Wahnsinn für Merle Krüger werden sollen, hätte sie nicht am Abend zuvor Streit mit ihrem Freund Jannes gehabt. Nun wartet Merle schon seit Stunden sehnsüchtig auf eine Nachricht von ihm, doch nichts kommt. Kurz muss sie an ihren damaligen Abend denken, als sie beiden schwer verliebt im Meer schwammen. Damals waren sie so glücklich gewesen und nun hat sie vielleicht aus lauter Eifersucht alles kaputt gemacht. Nur gut das sie ihre Großmutter und die Freundinnen Conny, Agata und ihre Arbeit in der Backstube im eigenen Café von den Sorgen ablenkt. Als sich dann Jannes am Abend beim Schwimmen und dem unheimlichen Meeresleuchten entschuldigt scheint alles wieder in bester Ordnung zu sein. Doch dann erwacht Merle am nächsten Morgen und schon wieder ist Jannes spurlos verschwunden. Lediglich eine kleines Kistchen aus Holz und ein Brief auf seinem Kopfkissen, erinnert sie das er gestern Abend neben ihr lag.

    Meine Meinung:
    Das wunderschöne Cover wie ich es von Anne Barns Büchern bisher kenne, macht mich total neugierig, was sich hinter dieser Geschichte verbirgt. Der Schreibstil ist flüssig, locker, unterhaltsam und ehe ich zu lesen angefangen habe, bin ich schon wieder mit der Story durch. Dabei geht es diesmal wieder um Konflikte, Streit, Versöhnung, Freundschaft, Meeresleuchten, Inselfeeling und natürlich um Liebe. Dabei werde ich schon von Beginn an in dieses einmalige Inselflair hineinmanövriert. Sofort habe ich Bilder von Strand, Meer, Möwen, Kutschen, Fahrräder, Kutter vor meinen Augen und den Salzgeschmack des Meeres in der Nase. Dabei hilft mir besonders Anne Barns herrliche bildhafte Schreibweise, die spontan Träume von Urlaub in mir entfachen. Dazu kommen noch die sympathischen Protagonisten, mit denen ich gleich warm wurde und über die ich sehr gerne noch viel mehr erfahren hätte. Besonders begeistert war ich von Merles warmherziger und fürsorglichen Großmutter, die ihre Enkelin betüdelt, aber auch gerne in Merles Backstube zu Hilfe eilt. Merle ist ebenfalls eine sympathische junge Frau, der es lediglich ein bisschen an mehr Selbstwertgefühl fehlt. Deshalb wirkt sie ab und zu ein wenig verunsichert auf mich. Und so zweifelt sie des Öfteren, ob ihre Beziehung zu Jannes wirklich noch so ist wie zu Beginn. Derweil ist Jannes ein wirklich ehrlicher, netter Mann, der nur gutes mit Merle im Sinn hat, die beiden sind in der Tat ein tolles Paar. Ihre Freundin Conny dagegen ist da eher geradeheraus und viel offener. Sie ist mit Jannes Bruder Ole zusammen und sofort hab ich bei den beiden das Gefühl, das sie zu jeder Schandtat bereit sind. Bei Polin Agata dagegen bleibt kaum ein Auge trocken. Mit all den Sprüchen, die sie allein über ihren Freund Adam aufwartet, konnte ich kaum mehr innehalten vor Lachen. Die mitunter etwas derben, trockenen Sprüche kommen immer auf den Punkt genau und brachten dem ganzen die nötige Prise Humor. Das am Ende dann noch eine Überraschung für Merle und für die Leser in Form von zwei Rezepten aufwartet, macht diese Geschichte perfekt. Natürlich kann man bei nicht mal 70 Seiten keine tiefgreifende Geschichte erwarten, wie man sie sonst von der Autorin kennt. Doch es war genau das richtige zum Unterhalten und neugierig machen auf ihr Herbstbuch. Außerdem hat sie mich nun erst recht auf das Buch "Apfelkuchen am Meer" neugierig gemacht, das ich immer noch nicht gelesen habe und das von den Protagonisten handelt. Am liebsten würde ich nach diesem Buch meine Koffer packen und ab auf die Insel Juist reisen. Deshalb von mir 5 von 5 Sterne für diese Short Story. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::applause::thumleft:

  • Die Hauptsaison auf der Insel Juist ist voll im Gange und Merles Café brummt, das hätte sie sich nicht träumen lassen. Allerdings weiß sie vor Arbeit auch kaum noch, was es heißt, mal die Seele baumeln zu lassen. Und auch die Beziehung zu Freund Jannes leidet darunter, denn die beiden sehen sich kaum noch. Der Streit am Vorabend liegt Merle noch richtig im Magen, und Jannes antwortet auch nicht auf ihre Nachrichten. Sie hat ihn seitdem nicht mehr gesehen und muss nun erfahren, dass er die Insel kurzfristig verlassen hat. Da kommt Oma Enna gerade zum rechten Zeitpunkt, um Merle daran zu erinnern, das der Mensch auch schöne Momente im Leben braucht, sei es ein Bad im Meer oder auch das gemeinsame Backen von Köstlichkeiten mit lieben Freunden, die einen vom Kummer ablenken. Als Jannes mit seinen Freunden abends beim Schwimmen im leuchtenden Meer wieder auftaucht, ist der Streit zwischen ihm und Merle schnell vergessen. Der Himmel hängt voller Geigen, bis Merle morgens erwacht und Jannes schon wieder verschwunden ist. Hat sie das alles nur geträumt?


    Anne Barns hat mit „Apfelträume am Meer“ eine zauberhafte Kurzgeschichte vorgelegt, die dem Leser mit einfühlsamem, locker-flockigem Erzählstil wieder Einlass in die Clique von Oma Enna und Merle aus „Apfelkuchen am Meer“ gewährt und eine wunderbare kleine Auszeit beschert. Nicht nur die Beschreibung der Örtlichkeiten lassen den Leser von einem baldigen Urlaub auf Juist mit Sandstrand und Meeresluft träumen, sondern man möchte auch die warmherzigen Protagonisten, die schon seit längerem zu guten Freunden wurden, unbedingt wiederlesen, um zu erfahren, was sich in ihrem Leben inzwischen getan hat, wer mit wem und was passiert ist und auch den Inselklatsch in sich aufsaugen. Schnell fühlt der Leser sich wieder heimisch, steht mit den Freundinnen in der Caféküche, um neue Kuchenkreationen zu zaubern und dabei das eine oder andere intime Detail unter Frauen auszutauschen. Dabei bekommt man nicht nur Hunger auf all diese Köstlichkeiten, sondern auch die Lachmuskeln werden strapaziert, denn Frauengespräche können wirklich ausufern!


    Die Charaktere sind sehr liebevoll mit Leben versehen und bestechen durch Glaubwürdigkeit und Authentizität. Sie wirken wie Menschen, die man schon lange gut kennt und sich gerade deshalb mit ihnen nicht nur wohl fühlt, sondern an ihrem Leben regen Anteil nimmt. Oma Enna ist die heimliche Heldin der Geschichte, mit ihrer warmherzigen und liebevollen Art nimmt sie jeden für sich ein. Ihre Tipps aufgrund jahrelanger Erfahrung sind Gold wert und ihr Herz ist groß genug für alle. Merle ist eine Frau, die sich ihren Traum von einem eigenen Café erfüllt hat und alles dafür tut, damit dieses weiterhin erfolgreich bleibt. Sie ist aufgeschlossen, offen und ehrlich, aber manchmal zeigt sie auch ihre unsichere Seite. Jannes ist ein kerniger Typ, der anpacken kann und für seine Freunde alles tut. Agata und Conny sind Merles beste Freundinnen, sie vertrauen einander an und helfen sich gegenseitig. Ole und Adam sind Jannes Freunde, die ebenfalls ein Kleeblatt bilden und zu allen Schandtaten bereit sind.


    „Apfelträume am Meer“ ist eine rundum gelungene warmherzige Kurzgeschichte, die nicht nur einen kleine Urlaub auf Juist beschert, sondern auch das Wiedertreffen mit alten lieben Freunden ermöglicht, die man bereits aus „Apfelkuchen am Meer“ kennt. Wunderschön erzählt mit der richtigen Prise Witz und Romantik. Sehr schöne Auszeit mit verdienter Leseempfehlung!


    Verdiente :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    Lese gerade: Das Lied der Störche, Ulrike Renk


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2018: 326/ 128525 Seiten

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