Gaard Sveen - Die stille Tochter / Bjørnen

  • Buchdetails

    Titel: Die stille Tochter


    Band 4 der

    Verlag: List Hardcover

    Bindung: Broschiert

    Seitenzahl: 368

    ISBN: 9783471360026

    Termin: Mai 2019

  • Bewertung

    3.8 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Die stille Tochter"

    Wer ist Freund und wer ist Feind? Oslo, 1982: An einem eiskalten Dezembertag verschwindet die ehemalige DDR-Bürgerin und KGB-Agentin Christel Heinze. Hat ihre große Liebe Arvid Storholt, ein berühmt berüchtigter Doppelagent, damit zu tun? War es wirklich wahre Liebe oder nur eine Gelegenheit zum Verrat? Oslo, 2016: In einem See werden die Überreste einer Frauenleiche gefunden. Kurz darauf wird Arvid Storholt ermordet. Tommy Bergmann, selbstzerstörerischer Ex-Polizist, ermittelt für den norwegischen Geheimdienst. Gibt es eine Verbindung zwischen der toten Unbekannten und dem ermordeten Sowjetagenten? Tommy Bergmann stößt auf einen alten Skandal, der auch ihm selbst gefährlich werden kann. 'Hochspannung aus Norwegen, meisterhaft geschrieben. Sehr lesenswert.' Ruhr Nachrichten
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    Wer ist Freund und wer ist Feind?Oslo, 1982: An einem eiskalten Dezembertag verschwindet die ehemalige DDR-Bürgerin und KGB-Agentin Christel Heinze. Hat ihre große Liebe Arvid Storholt, ein berühmt berüchtigter Doppelagent, damit zu tun? War es wirklich wahre Liebe oder nur eine Gelegenheit zum Verrat? Oslo, 2016: In einem See werden die Überreste einer Frauenleiche gefunden. Kurz darauf wird Arvid Storholt ermordet. Tommy Bergmann, selbstzerstörerischer Ex-Polizist, ermittelt für den norwegischen Geheimdienst. Gibt es eine Verbindung zwischen der toten Unbekannten und dem ermordeten Sowjetagenten? Tommy Bergmann stößt auf einen alten Skandal, der auch ihm selbst gefährlich werden kann.


    Autor

    2005 schrieb Gard Sveen eine misslungene Kopie von Bret Easton Ellis‘ Debütroman „Unter Null“. Das Buch wurde nie veröffentlicht. Auch ein weiteres Manuskript schaffte es nicht durchs Verlagsnadelöhr, bis er schließlich mit „Der letzte Pilger“ seinen Durchbruch hatte. Der Kriminalroman wurde von Kritikern und Lesern gelobt und gewann gleich mehrere Preise: den Riverton Preis, den Maurits Hansen Preis und den Glass Key Award für den besten Krimi Skandinaviens.
    Gard Sveen kam in Hamar, etwa 100 Kilometer nördlich von Oslo, zur Welt. Nach seinem Studium der Wirtschafts- und Politikwissenschaften arbeitete er in verschiedenen norwegischen Ministerien. Momentan ist er Senior-Berater im Verteidigungsministerium. Er lebt in Enebakk, ein Stück außerhalb von Oslo, ist geschieden und hat drei Kinder. In seiner Freizeit trainiert er ein Fußballteam und schreibt an seinem nächsten Buch über Tommy Bergmann.


    Meine Meinung

    Das Buch ist der vierte Band um den Ermittler Tommy Bergmann. Dieses Buch ist in sich abgeschlossen und kann problemlos ohne Kenntnis der Vorgänger gelesen werden.

    Der Klappentext verrät schon einen Großteil der Handlung. Das Buch spielt in zwei Zeitebenen. In der Gegenwart wird eine verweste Frauenleiche gefunden und ein Doppelagent ermordet. Die Frauenleiche stellt sich als Christel Heinze heraus. Tommy Bergmann wird zu den Ermittlungen hinzugezogen. Er ist zwar inzwischen solide geworden, aber trotzdem macht er einige Alleingänge und kommt dadurch den Tätern gefährlich nahe.

    Im zweiten Handlungsstrang wird die Geschichte von Christel Heinze erzählt. Sie hat sich in den Geheimdiensten verstrickt und ist später spurlos verschwunden. Die Suche nach einen Spion, der Bär genannt wird, zieht sich als roter Faden durch das Buch.

    Die Kapitel wurden immer mit dem Ort und der Zeit überschrieben. Trotzdem war es durch den ständigen Wechsel der Handlungsstränge etwas verwirrend.

    Mir hat es gut gefallen, langsam hinter die Verbindungen der einzelnen Personen zu kommen. Mit diesen Buch taucht man in den kalten Krieg ein und die Nachwirkungen spürt man noch in der Gegenwart.

    Sub: 5476:twisted: (Start 2022: 5455)

    gelesen 2022: 26

    gelesen 2021: 94 / 1 abgebrochen / 35469 Seiten

    gelesen 2020: 92 / 2 abgebrochen / 42592 Seiten

    gelesen 2019: 90 / 1 abgebrochen / 36631 Seiten


    :montag: Delphine de Vegan - Kinder sind Könige

    :study: Mohlin & Nyström - Die andere Schwester


    Lesen... das geht 1 bis 2 Jahre gut, aber dann ist man süchtig danach.

  • Oslo-Berlin-Moskau: ein tödliches Dreieck


    Dieser Thriller ist Tommy Bergmanns vierter Fall, der für mich bisher “ruhigste”, wenn man das bei Bergmann sagen kann. Ich tendiere sogar dazu, ihn eher als Krimi zu bezeichnen, was nichts Schlechtes sein muss.


    Gard Sveen widmet sich dieses Mal Norwegens Geschichte während der 1970er Jahre. Es war die Blütezeit der DDR, die Mauer wackelte nicht, Amerika misstraute Russland, Europa misstraute der DDR und Russland misstraute sowieso jedem. Überall wimmelte es von Agenten und Oslo bildete da keine Ausnahme. Tommy Bergmann war damals noch jung. Als er zu einem Leichenfund gerufen wird, ahnt er nicht, wie tief in den Kalten Krieg ihn dieser Fall noch führen wird.


    Die Stimmung in den Episoden, die in der Vergangenheit spielen, und sich mit den aktuellen abwechseln, ist gut eingefangen. Gut ist auch, dass darauf verzichtet wurde, Zitate der russischen Agenten mit Akzent niederzuschreiben. Dies kann bei wenigen Malen authentisch wirken, aber bei längeren Texten wie so einem Buch doch auf Dauer sehr anstrengend zu lesen sein.


    “Die stille Tochter” (auch wenn man Ende vermuten kann, worauf sich der Titel bezieht, der originale ist meiner Meinung nach treffender) ist ein durchwegs spannender skandinavischer Pageturner, der mich persönlich in zwei Aspekten ein wenig überrascht hat. In einem positiv, im anderen negativ.


    Positiv: Wir erleben Tommy Bergmann hier öfter ratlos, über lange Strecken von anderen Ermittlern, von ihren Geschichten und Hinweisen zur damaligen Zeit, abhängig. Er hat wenige seiner sonst so prägnanten “Amokläufe”, verrückte Alleingänge, Geistesblitze, die vielleicht nicht immer ganz nachvollziehbar sind. Im Gegenteil - er wirkt geerdeter, liebt die Tochter seiner Lebensgefährtin mehr als er zugibt, recherchiert ganz klassisch und lässt sich überdurchschnittlich viel auf die Sprünge helfen.


    Und hier sind wir auch schon beim negativen Aspekt. Ohne zu viel über die Auflösung zu verraten, sie ist zwar eine gute Wendung, aber kommt meiner Meinung nach am Ende etwas zu plötzlich daher. In dieser Form hätte es das einfach schon viel früher geben müssen, was natürlich zur Folge gehabt hätte, dass das Buch dann nur halb so dick geworden wäre.


    Wie gesagt, der Twist und der Weg dahin sind durchaus spannend und ein Tommy Bergmann ohne “Superkräfte” oder viel Action ist ganz sympathisch, aber auf den letzten rund 20 Seiten geht es dann ein wenig schnell, als ob die Luft raus wäre.


    Wer einen klassischen Skandinavien-Thriller-Einstieg ins Buch mag und das Abtasten und die Fallstricke zwischen den Protagonisten auf beiden Zeitebenen genießt, der wird aber dennoch an diesem Spionage-Krimi seine Freude haben.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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