Delia Owens – Der Gesang der Flusskrebse / Where the Crawdads sing

  • Buchdetails

    Titel: Der Gesang der Flusskrebse


    Verlag: hanserblau

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 464

    ISBN: 9783446264199

    Termin: Neuerscheinung Juli 2019

  • Bewertung

    4.6 von 5 Sternen bei 37 Bewertungen

    92,4% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Der Gesang der Flusskrebse"

    “Ein schmerzlich schönes Debüt, das eine Kriminalgeschichte mit der Erzählung eines Erwachsenwerdens verbindet und die Natur feiert.” The New York Times Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.
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  • Verlagstext

    Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.


    Die Autorin

    Delia Owens, geboren 1949 in Georgia, ist vor Kurzem nach North Carolina gezogen. Über zwanzig Jahre erforschte die Zoologin in verschiedenen afrikanischen Ländern Elefanten, Löwen und Hyänen. Als Kind verlebte Owens die Sommerurlaube mit ihren Eltern in North Carolina, wo auch ihr Romandebüt spielt. Sie ist Verfasserin von "Der Ruf der Kalahari", "Das Auge des Elefanten" und "Secrets of the Savanna".


    Inhalt

    Die Leiche von Chase Andrews wäre auf Nimmerwiedersehen in der Salzmarsch an der Küste North Carolinas verschwunden, wenn nicht zwei Jungen eine Jacke in der Nähe eines Beobachtungsturms gegen Waldbrände entdeckt hätten. Dass auf dem Turm und um ihn herum keinerlei Spuren gefunden werden, macht den Fall noch sonderbarer. Im folgenden Jahr 1970 steht Catherine Clark (Kya) vor Gericht, weil sie eine Beziehung zu Chase gehabt haben soll.


    Ein weiterer Handlungsfaden führt in die 50er Jahre zurück, als Kyas Mutter ihren gewalttätigen nichtsnutzigen Ehemann Jake endgültig satt hat und ihn und ihre Kinder in einer einfachen Hütte in der Marsch zurücklässt. Sie leben dort wie in den 20ern ohne Elektrizität und ohne fließendes Wasser. Bisher hat die Familie von Jakes Kriegsversehrtenrente aus dem Zweiten Weltkrieg gelebt und die Folgen seines Kriegstraumas hingenommen. Kya ist damals noch klein, ihr Bruder Jodie 13 Jahre alt. Das Marschgebiet, weit entfernt, „wo die Flusskrebse singen“, galt seit Jahrhunderten traditionell als Revier von Meuterern, Deserteuren, Schnapsbrennern und entflohenen Sklaven. Hier gibt es keinen abgesteckten Grundbesitz, man besetzt sein Territorium, jagt und fischt nach Nahrung und sieht zu, dass die Marsch weiterhin die Geheimnisse ihrer Bewohner bewahrt. Die Instinkte dafür werden von Generation zu Generation vererbt. Wer hier lebt, muss einen Bootsmotor von innen kennen, sich im Dschungel überwucherter Kanäle orientieren und mit einer Waffe umgehen können. Einziger Ort weit und breit ist Barkley Cove mit einem Laden und einer kleinen Tankstelle, das durch die Marsch vom Rest der Welt getrennt wird.


    Als Jodie als letzter der Geschwister vor dem cholerischen Vater flieht, hat er Kya alles beigebracht, was er über die Marsch weiß, vor allem, dem Vater aus dem Weg zu gehen und die eigenen Spuren im Revier vor ihm zu verbergen. Auch Jake verschwindet; zurück bleibt ein 10-jähriges Kind, das außer seinem Vater nur drei andere Menschen kennt. Bereits in der ersten Schulwoche scheitert Kya an der Ablehnung des „Sumpfgesindels“ durch die Dorfbewohner. Es ist die Zeit der Rassentrennung, als Schwarze und Weiße getrennte Kirchen hatten und ein Schwarzer Weißen auf dem Fußweg gefälligst Platz zu machen hat. Dass ein Kind hier nicht nur unentdeckt überlebt, sondern sich jahrelang selbst versorgt, ist nur schwer zu glauben.


    Fortan lebt Kya allein in der Hütte im Sumpf, verheimlicht sorgsam, dass ihr Vater verschwunden ist, und baut eine kluge Geschäftsbeziehung zu dem Schwarzen Jumpin‘ von der Tankstelle auf. Zu Tate Walker, dem Sohn eines Krabbenfischers, entspinnt sich allmählich eine zarte Freundschaft. Auch Tate kann nicht ohne die Marschlandschaft leben und nur er kann die scheue Kya wie ein Seelenverwandter „lesen“. Wie sensibel und fürsorglich Tate Kya die Natur und das Leben lehrt, das ist mit Abstand die berührendste Geschichte, die ich je gelesen habe. Kya liest fortan Bücher, liest und liest, immer auf der Suche danach, warum eine Mutter ihre Kinder verlässt. Als Tate fortgeht, um Biologie zu studieren, scheint ein gemeinsames Leben der beiden Naturliebhaber undenkbar zu sein. Und nun also der Prozess gegen Kya wegen des ungeklärten Todes von Chase Andrews, dem so mancher in der Marsch den Tod gewünscht hat. Um den Fall lösen zu können, muss man die Marsch wie seine Hosentasche kennen …


    Fazit

    „Die“ Delia Owens, Autorin populärer Bücher über Afrika, hat in ihrem ersten fiktiven Buch ein Ökosystem ihrer amerikanischen Heimat mitsamt seinen besonderen Bewohnern porträtiert. Mit wechselndem Focus auf Kyas Mutter, ihrem Bruder Jodie, dem tot aufgefundenen Chase, Tate Walker und dem herzensguten Jumpin' entfaltet die Autorin auf zwei Zweitebenen (beginnend 1952 und 1969) die berührende wie märchenhafte Geschichte einer Einzelgängerin, für die es außerhalb ihrer Hütte im Marschland keinen Lebensraum zu geben scheint.


    Delia Owens Verbindung aus Entwicklungsgeschichte, Naturgeschichte und Krimihandlung ist ein berührender, unvergesslicher Roman.

    :study: -- Mantel - Brüder

    :study: -- Calonego - Eisiger Kerker

    :musik: -- Dabos - Die Spiegelreisende 4.

    "The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.!" E. L. Doctorow

    --------------

    Reihen: dt. Titel später ergänzt:

    Kate Penrose
    Ben Kitto
    03. Kalt flüstern die Wellen (2019=Ersch.jahr d. Originals) Burnt Island--978-3596700011


  • Das Original

    :study: -- Mantel - Brüder

    :study: -- Calonego - Eisiger Kerker

    :musik: -- Dabos - Die Spiegelreisende 4.

    "The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.!" E. L. Doctorow

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    Reihen: dt. Titel später ergänzt:

    Kate Penrose
    Ben Kitto
    03. Kalt flüstern die Wellen (2019=Ersch.jahr d. Originals) Burnt Island--978-3596700011


  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Delia Owens – Der Gesang der Flusskrebse / Where the Crawdeads sing“ zu „Delia Owens – Der Gesang der Flusskrebse / Where the Crawdads sing“ geändert.
  • Kurzbeschreibung (Quelle: amazon)

    Ein schmerzlich schönes Debüt, das eine Kriminalgeschichte mit der Erzählung eines Erwachsenwerdens verbindet und die Natur feiert.” The New York Times

    Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.

    Autor (Quelle: amazon)

    Delia Owens, geboren in Georgia, ist vor Kurzem nach North Carolina gezogen. Über zwanzig Jahre erforschte die Zoologin in verschiedenen afrikanischen Ländern Elefanten, Löwen und Hyänen. Als Kind verlebte Owens die Sommerurlaube mit ihren Eltern in North Carolina, wo auch ihr Romandebüt spielt.

    Inhalt

    s. Kurzbeschreibung

    Daten zum Buch

    Verlag: hanserblau

    ISBN: 3446264191

    Preis Buch: 22,00 Euro
    Preis Kindle: 16,99 Euro


    Beurteilung

    Begeistert hat mich das Cover. Nach Lesen des Buches passt es genau zur Geschichte. Stimmungsvoll und beeindruckend. Auch die Karte der Marsch am Beginn des Buches zeigt den Ort der Handlung. Toll.

    Der Gesang der Flusskrebse ist kein einfach zu lesendes Buch. Dies liegt nicht am Schreibstil der Autorin, der flüssig und klar ist. Es liegt vielmehr an der eindringlichen Erzählweise der Autorin.

    Die Geschichte spielt in verschiedenen Zeitzonen. Es beginnt damit, dass im Jahre 1952 Kyras Mutter das Haus und sie verlässt und spielt dann im Jahr 1969, in dem Chase tot aufgefunden wird. Es zeigt eindringlich das harte Leben Kyras und ihr Weg einer immer stärker werdenden Frau.

    Es handelt sich um ein wunderschönes Buch, das vor allem zum Nachdenken anregte. Selten hat mich eine Geschichte so berührt wie diese.  Selbst der überraschende Schluss (oder war es doch nicht überraschend) hat mich betroffen zurück gelassen.

    Fazit

    Ich möchte dieses Buch unbedingt weiterempfehlen und vergebe :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Die kleine Kya lebt nicht wie andere Kinder ihres Alters in einem schmucken Haus mit liebevollen Eltern und einem großen Puppenhaus für sich allein. Sie lebt fernab der Stadt in der Marsch in einer kargen und baufälligen Hütte gemeinsam mit Vater, Mutter und Geschwistern. Als ihre Mutter eines Tages jedoch samt Koffer und bester Kleidung davonmarschiert, ahnt das kleine Mädchen noch nicht, dass dies der Beginn einer großen Einsamkeit für sie werden wird. Als sich die Geschwister kurz danach auch aufmachen und sie bei ihrem trunksüchtigen und teilweise sehr aggressiven Vater zurücklassen, muss sie sich fortan um den Haushalt und sich selbst kümmern, denn auch auf ihren Vater ist kein Verlass. Ist dieser mal zuhause, liegt den oft betrunken in seinem Zimmer und schläft dort seinen Rausch aus. Als auch er sie eines Tages verlässt, muss Kya sich alleine durchschlagen. Zur Schule geht sie nicht und auch das Geld ist ihr ausgegangen. Freunde in der Stadt hat sie keine, weil sie dort als Sumpfgesindel verschrien sind. Als sie eines Tages bei einem ihrer Ausflüge in die Marsch jedoch auf den jungen Tate trifft, ahnt sie noch nicht, dass dieser bald zum wichtigsten Menschen ihres Lebens werden soll und er schon bald mehr für sie ist, als nur ein Freund. Jahre später finden Jungs beim Spielen in der Marsch die Leiche von Chase Andrews, beliebter Footballspieler und zugleich Frauenheld der angrenzenden Stadt Barkley Cove. Doch so perfekt wie Chase nach außen hin dargestellt wurde, war er nicht, denn auch er hatte Geheimnisse. Gerüchte über ihn und das Marschmädchen machen die Runde und kurz darauf sitzt Kya in einer kleinen Gefängniszelle, angeklagt wegen Mordes an Chase Andrews...Was ist geschehen und wie konnte es überhaupt so weit kommen? Ist Kya wirklich eine Mörderin?


    Delia Owens ist mit ihrem Debütroman "Der Gesang der Flusskrebse" eine großartige und zugleich tief berührende Geschichte gelungen, deren Handlung ich zu keinem Zeitpunkt erahnen konnte. Wortgewaltig und zugleich voller Gefühl erzählt sie von Kyas Leben, dessen stetiger Begleiter nicht nur die Natur sondern auch die Einsamkeit ist. Aufgewachsen in ärmlichen Umständen macht Kya hierbei eine enorme Entwicklung durch, die mich zutiefst beeindrucken konnte. Auch die eingewobene Kriminalgeschichte, welche kapitelweise neben Kyas Geschichte erzählt wird, verlieh dem Buch zusätzlich Spannung und ließ mich immer wieder mitfiebern oder gar den Kopf schütteln. Wer denkt, man könne dieses Buch und dessen Inhalt bereits vorausahnen, der irrt sich gewaltig. Spannend bis zum Schluss entführt Delia Owens ihre Leser immer tiefer in die geheimnisvolle Welt der Marsch. Da bietet auch die kleine Karte, welche gleich zu Beginn des Buches zu finden ist, keine Rettung. Ist der Leser einmal in die Handlung des Buches eingetaucht, ist es nur noch schwer möglich, selbige wieder aus der Hand zu legen. Der Schreibstil war nicht nur ausdrucksstark sondern überzeugte zugleich auch durch seine angenehme Lesbarkeit, die den Leser direkt ins Geschehen zieht. Die Buchbindung und auch die Qualität der Buchseiten wirkte auf mich ebenso wie der zugehörige Umschlag sehr hochwertig, weshalb dieses Buch auch während des Lesens gut in der Hand liegt. Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir auch die Ausstattung mit einem Lesebändchen, welches lästiges Suchen nach einem Lesezeichen oder einen Ersatz für selbiges unnötig macht. Die Covergestaltung wirkt auf mich ebenfalls sehr stimmig zum Inhalt des Buches und vermittelt bereits beim ersten Blick einen kleinen Eindruck von der Marsch und deren beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt. Insgesamt kann ich "Der Gesang der Flusskrebse" absolut empfehlen, da es mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann ziehen konnte und mich zudem die Wendungen der Handlung immer wieder aufs Neue fasziniert haben.


  • sehr ergreifender Roman

    Der Gesang der Flusskrebse ist kein einfaches Buch - sondern ein Buch das unter die Haut geht und die volle Aufmerksamkeit des Lesers fordert.

    Die Protagonisten sind alle sehr realistisch - Kya ist einer dieser Charaktere der etwas ganz Besonderes ist und mich für sich eingenommen hat.

    Erzählt wird in zwei Perspektiven, nämlich wie Kya heranwächst (Vergangenheit) und in der Gegenwart, in der eine Leiche im Marsch gefunden wird.

    Der verständliche und leicht poetische Schreibstil macht das Buch zu einem wunderbaren und berührenden Leseabenteuer.

  • Darum geht es:
    Kya Clark wuchs in einem abgeschiedenen Haus mitten in den Sümpfen Südamerikas auf. Früh von der Mutter und den Geschwistern verlassen bleiben bald nur sie und ihr Vater zurück, und irgendwann ist Kya dann ganz alleine. Lesen und schreiben hat sie nie gelernt, dafür weiß sie wie man in den Sümpfen überlebt, wie man Fische fängt und wo es die besten Muscheln gibt. Sofern möglich meidet sie den Kontakt zu anderen Menschen, auch Berührungspunkte mit den Einwohnern des nächstgelegenen Ortes hat sie nur selten. Als Chase Andrews tot aufgefunden wird dauert es nicht lange, bis Kya unter Verdacht steht, das Sumpf Mädchen ist den Menschen des Ortes ohnehin unheimlich.

    Die Geschichte wird vor allem aus Kyas Perspektive erzählt. Abwechselnd erfährt der Leser mehr über ihre Kindheit und über die Gegenwart. Einzelne Kapitel sind aus der Sicht des Polizeiermittlers geschrieben, der den Tod von Chase Andrews untersucht.

    Meine Meinung:
    Der Gesang der Flusskrebse ist kein einfaches Buch, nichts das man nebenbei und mit halber Aufmerksamkeit liest. Es ist eines dieser Bücher, die es nicht verzeihen wenn nebenbei der Fernseher läuft oder die Kinder um einen herumspringen. Es fordert den Leser heraus, belohnt ihn aber dafür mit einer berührenden Geschichte, die mit einem wunderbaren Gespür für Worte und Sprache geschrieben ist.

    Obwohl Delia Owens immer wieder lange und verschachtelte Sätze verwendet liest sich die Geschichte sehr flüssig. Das liegt vor allem an der bildgewaltigen Erzählweise, die Autorin schafft es den Leser mitten in die Geschichte zu versetzen und Bilder im Kopf zu erschaffen. Die eindringliche Erzählung ist abwechselnd fröhlich, bedrückend und berührend. Dazwischen ist es eine Hommage an die Natur, die auch in einem unwirtlichen Sumpfgebiet wunderbares erschaffen hat. Viel Action darf man nicht erwarten, das Buch beginnt mitreißend, zur Mitte hin nimmt das Tempo ab, um zum Ende des Buches wieder Fahrt aufzunehmen. Ich habe das Lesen sehr genossen.

    Fazit:
    Ein wunderbares Buch. Man muss aber ganz klar sagen: den Stil von Owens mag nicht jeder, wer damit nicht zurecht kommt wird das Buch ab der Mitte weglegen. Vor einem Kauf sollte man auf jeden Fall die Leseprobe lesen.


    5/5 - Eine wunderbare Geschichte

    "Die klimatischen Bedingungen in der Hölle sind sicher unerfreulich, aber die Gesellschaft dort wäre von Interesse." (Oscar Wilde)

  • Oktober 1969. Im Marschland entdecken zwei Jungen die Leiche von Chase Andrews, einem der beliebtesten Söhne der Stadt, ehemals Starquarterback und Frauenheld. Schnell fällt der Verdacht auf diejenige, auf die schon immer herabgeschaut und die schon immer verspottet wurde: das Marschmädchen.


    August 1952. An einem heißen Morgen verlässt Kyas Mutter mit einem großen Koffer in der Hand ihre Kinder und den prügelnden Ehemann. Während die sechsjährige Catherine, genannt Kya, fest an ihre Rückkehr glaubt, verlassen die älteren Geschwister nach und nach die ärmliche Hütte in den Marschen. Kya bleibt allein mit dem Alkoholikervater zurück. An guten Tagen gehen sie gemeinsam angeln und er bringt ihr alles über die Marschen bei, was er weiß. An schlechten Tagen muss Kya vor den brutalen Überraschungsattacken ihres Vaters fliehen und verkriecht sich tief in den Marschen.


    Gekonnt verwebt Delia Owens in "Der Gesang der Flusskrebse" zwei Handlungsebenen miteinander: zum einen Kyas Kindheit und Erwachsenwerden seit dem Fortgang der Mutter, zum anderen den Erzählstrang, der mit dem Leichenfund beginnt und den ganzen Kriminalfall bis zum Gerichtsurteil verfolgt. Am Ende werden beide Stränge sich treffen und für den Leser ein stimmiges, wenn auch verstörendes Bild abgeben. Die Sprache der Autorin ist dabei zart und poetisch, vor allem dann, wenn sie Kyas geliebtes Marschland beschreibt. Vor den Augen des Lesers wird dieser Rückzugsort des jungen Mädchens lebendig. Immer wieder sind auch Gedichte in den Text eingebettet.


    Überhaupt ist dieses Buch eine Geschichte der leisen Töne - abgesehen von dem Tod vom Chase Andrews sind es nur viele kleine Dinge, die die Handlung vorantreiben. Schon von Kindesbeinen an wird Kya mit der Abneigung der Menschen von Barkley Cove konfrontiert. Obwohl die Eltern aus durchaus angesehenen Familien stammen, landen sie mit ihren Kindern im Marschland und sind von nun an nur noch "das Sumpfpack". Mütter ziehen ihre Kinder von Kya fort, wenn sie ihr auf der Straße begegnen und so bricht sie auch nach einem einzigen Tag die Schule ab, weil sie die Hänseleien der anderen Kinder nicht ertragen kann.


    Einzige Vertraute in diesem einsamen Leben sind der schwarze Ladenbesitzer Jumpin' und seine Frau Mabel, die allein aufgrund ihrer Hautfarbe in der Kleinstadt schon zu den Außenseitern gehören. Sie ermöglichen der kleinen Kya das Überleben, indem sie ihr Lebensmittel, Kleidung und Benzin für ihr geliebtes Boot eintauschen. Und dann ist da noch Tate, ein Freund von Kyas Bruder Jodie. Er besucht sie immer wieder in den Marschen, schenkt ihr die schönsten Federn, die er finden kann und bringt ihr außerdem das Lesen bei. Doch dann entscheidet er sich, aufs College zu gehen und Kya bleibt ein weiteres Mal allein zurück - eine Situation, die Chase Andresw für sich zu nutzen weiß.


    Die Kriminalhandlung in "Der Gesang der Flusskrebse" spielt nur eine untergeordnete Rolle. In seinem Kern ist der Roman ein Buch über die Macht der Vorurteile und der Ausgrenzung. Was der Mensch nicht kennt, was er nicht versteht, das fürchtet er und so wird Kya schon lange vor dem Leichenfund in den Augen ihrer Mitmenschen zur Täterin. Was geschieht mit einem Kind, das in solcher Einsamkeit aufwächst? Und was wird aus einem Menschen, dem immer nur grundlos mit Ablehnung begegnet wird? Das sind Fragen, die Delia Owens in ihrer grandiosen Geschichte zu ergründen sucht. Denn Kya Clark ist nicht dumm oder schmutzig, nicht zurückgeblieben oder gefährlich - sie ist einfach nur ein wenig anders als die anderen. Ein Mädchen, das immer nur von allen verlassen wurde. Ob sie darüber hinaus auch noch zu einer Mörderin geworden ist, das muss der Lauf der Geschichte zeigen.


    Fazit: "Der Gesang der Flusskrebse" ist definitiv kein einfaches, kein bequemes Buch, aber das muss Literatur ja auch gar nicht sein, oder? :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::love:

    :study:  Im Sturm der Echos / Christelle Dabos
    :musik:Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten / Alice Hasters

  • Mit „Der Gesang der Flusskrebse“ ist Delia Owens ein beeindruckendes Debüt gelungen. Die Autorin schafft es auf eine unaufdringliche Art und Weise eine Geschichte zu erzählen, die sich zutiefst eindringlich auf den Leser auswirkt. Mit leisen Tönen erzählt Frau Owens die außergewöhnliche Geschichte von Kya und baut somit eine intensive Verbindung auf, die schlussendlich in einem lauten Knall endet, die den Leser schon fast bestürzt zurück lässt.


    Kyas Geschichte ging mir wirklich unter die Haut. Ihre Lebensumstände, wie sie diese bewältigte und welcher Mensch aus ihr schlußendlich wird, war ein eindringliches und intensives Leseerlebnis. Es war teilweise schwer nachzuvollziehen, wie ein kleines Kind, überhaupt in solch einer Einsamkeit überleben konnte. Ihre Verbundenheit zum Marschland und Owens Schilderungen, haben mich selbst diese innige Liebe, die Kyas verspürte, nachempfinden lassen.


    „Der Gesang der Flusskrebse“ wird in zwei Ebenen erzählt, in der Vergangenheit und der Gegenwart. Erst nach und nach kristallisiert sich ein Bild heraus und man leidet und fiebert mit Kya mit, weil man eine solch Ungerechtigkeit kaum ertragen kann. Auch wenn die Autorin eher die leisen und sanften Töne anschlägt, klingen ihre Worte dennoch laut und deutlich nach. Und das Ende ist ein solch lauter Knall, dass es den Leser regelrecht durchschüttelt. Und fast schon fassungslos zurück lässt. Fassungslos und mit sich selbst hadernd.


    „Der Gesang der Flusskrebse“ ist eine Geschichte, die eindeutig noch sehr lange nachklingen wird. Delia Owens ist wahrlich ein beeindruckendes Debüt gelungen und ich erwarte gespannt, die weiteren Werke von ihr. Absolute Leseempfehlung!


    5/5

  • Herzzerreißend

    Kya ist sechs, als ihre Mutter die Familie verlässt. Die älteren Geschwister suchen ebenfalls kurz danach das Weite, weg von dem ärmlichen Leben in der Hütte im Marschland und dem gewalttätigen Vater. Nur der ältere Bruder Jodie bleibt mit ihr zurück, aber nicht für lange, dann ist sie völlig allein mit einem Vater, der oft tagelang weg bleibt. Das kleine Mädchen ist zäh: um nicht zu verhungern, bringt sie sich selbst mehr schlecht als recht das Kochen bei. Ihre Zeit verbringt sie mit den Möwen und in der Natur. Im Dorf bekommt sie den Namen „Marschmädchen“, die Leute schauen auf sie herab und betrachten sie mit Argwohn.

    Als dann der Vater eines Tages nicht wiederkommt, ist Kya völlig auf sich allein gestellt. Zum Glück hat der Vater das Boot nicht mitgenommen, so kann das Mädchen Muscheln ausgraben und diese verkaufen. Das schwarze Ehepaar Jumpin’ und Mabel sind die einzigen, die Kyas Lage erkennen und ihr gebrauchte Kleidung und andere Hilfe zukommen lassen.

    Eines Tages verirrt sich Kya auf einem Ausflug durch die Marsch. Tate, ein Freund ihres Bruders Jodie, hilft ihr den Heimweg zu finden. Kya mag ihn auf Anhieb, doch sie ist schüchtern und versteckt sich lange Zeit vor ihm, bis er anfängt, ihr kleine Geschenke zu bringen. Da Kya nie eine Schule besucht hat, kann sie weder lesen noch schreiben. Tate bietet ihr an, sie zu unterrichten, ein Wendepunkt in Kyas Leben. Er bringt ihr Bücher über die Natur, wodurch Kya ihre gesammelten Federn und andere Funde aus der Natur bald katalogisieren kann.

    Mit den Jahren hat Kya sich gut in ihrem Leben mitten in der Marsch eingerichtet und zwischen ihr und Tate entsteht mehr als nur Freundschaft. Doch dann geht Tate weg aufs College...

    Als Kya Chase Andrews kennenlernt, den Sunnyboy und Mädchenschwarm des nahegelegenen Dorfs, glaubt sie, ihr Glück gefunden zu haben, doch Chase spielt nicht mit offenen Karten. Obwohl sich Kya und Chase nur in der Abgeschiedenheit der Marsch treffen, entstehen im Dorf bald Gerüchte über die beiden. Dann wird Chase tot aufgefunden, möglicherweise ermordet, und für die Leute im Dorf ist klar, dass nur Kya als Mörderin in Frage kommen kann. Trotz äußerst dünner Indizienlage kommt Kya in Untersuchungshaft. Falls sie für schuldig befunden wird, droht ihr die Todesstrafe...

    „Der Gesang der Flusskrebse“ ist ein wunderschönes und sehr poetisches Buch. Die Beschreibungen der Natur, Kyas Naturverbundenheit und ihre Beobachtungen der Pflanzen- und Tierwelt haben mich sehr angesprochen, und die Widrigkeiten, mit denen Kya ihr Leben lang zu kämpfen hat, sind herzzerreißend. Der Mordprozess ist spannend, denn bis zum Schluss weiß man nicht, wer Chase Andrews in den Tod gestürzt hat, beziehungsweise ob es sich möglicherweise doch um einen Unfall handelt. Für mich ist „Der Gesang der Flusskrebse“ ein faszinierendes Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Kia, das einsame Marschmädchen


    Der Gesang der Flusskrebse, Romandebüt von Delia Owens, 464 Seiten erschienen im Hanser Verlag.


    Ein Roman über das harte, einsame Leben des Marschmädchens Kya.


    Die Leiche des angesehenen Bewohners von Barkley Cove, Chase Andrews wurde unterhalb eines Feuerwachturms im Sumpf gefunden. War es ein Unfall, oder könnte jemand nachgeholfen haben? Die Bewohner des Küstenstädtchens sind sich einig. Schuld kann nur Kya, die wilde Bewohnerin des Marschlandes sein. Ihre Geschichte und was wirklich geschah, wird in diesem Buch auf wundervolle Weise erzählt.


    Dieses Buch könnte mein Lesehighlight 2019 werden, was für ein starkes Debüt!

    Die Handlung setzt ein als Kyas Mutter die Familie und den brutalen Vater, einen Trinker verlässt. Schon ab dem ersten Kapitel bin ich in dieser bildmalerischen Geschichte voller Poesie versunken. Die Autorin bediente sich der auktorialen Erzählweise, so gelang es mir jederzeit den Überblick über das Geschehen zu behalten, ganz nah dran an den verschiedenen Personen. Zwei Zeitebenen, in den 50er Jahren und in der Gegenwart, wobei letztere die Ermittlungen um den Todesfall und die Verhandlung beinhalten, erhöhen das Lesetempo und die Spannung. Der Kriminalfall ist so undurchsichtig, dass ich bei der Gerichtsverhandlung, die Seiten so schnell wie möglich gelesen habe. Immer wieder war ich erstaunt, wie viele Seiten weiter ich schon wieder gekommen bin. Ungerne habe ich das Buch aus der Hand gelegt und wenn, dann habe ich über den Roman nachgedacht. Die Karte vorne im Buch und die bildgewaltigen Beschreibungen der Tier und Pflanzenwelt, haben das Marschgebiet von North Carolina vor meinem inneren Auge erstehen lassen. Man merkt dem Geschriebenen unbedingt an, dass es sich bei der Autorin um eine Biologin, die schon dort gelebt hat, handelt. Fauna und Flora des Marschlandes waren perfekt beschrieben. Z. B. das Aussehen und Verhalten der Vögel sind toll geschildert, Delia Owens weiß, wovon sie schreibt. Lebhafte Dialoge in der Sprache der einfachen Leute machten die Erzählung lebendig. Dieses Buch strahlt unglaublich Atmosphäre aus. Die Charaktere handelten nachvollziehbar und authentisch. Wären Jumpin und seine Frau Mabel nicht gewesen, hätte Kya wohl nicht überleben können, sie gehören zu meinen Lieblingsfiguren. Dass Tate während seiner Studienzeit mit Kya gebrochen hat, konnte ich ihm allerdings nicht verzeihen. Unglaublich traurig machte mich die Einsamkeit Kyas, ihr kurzer Schulbesuch, die Beschreibung des Familienlebens und der Verrat derer Menschen, denen sie ihr Herz geschenkt hat. Sogar den Übergang vom Mädchen zur Frau musste sie ganz alleine meistern. Ihre innersten Gedanken z.B. in der Gefängniszelle haben mich ganz tief berührt.

    Mir hat besonders gut gefallen, dass ich nie das Gefühl hatte, so eine Geschichte schon einmal gelesen zu haben. Stete Wendungen und ein überwältigendes Ende, haben mich überrascht. Die eingefügten Gedichte passen gut zum Geschehen und ergeben eine Melodie – den Gesang der Flusskrebse.
    Ich kann dieses Buch nur von ganzem Herzen empfehlen und vergebe dafür fünf Sterne :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • "Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens ist eins meiner persönlichen Buchhighlights in diesem Jahr!



    Ich habe lange überlegt, wie ich die Rezension so schreiben kann, dass sie diesem besonderen Werk gerecht wird. Fünf Punkte erscheinen mir hier nicht genug, ich hätte gern mehr vergeben. Klare Leseempfehlung schon an dieser Stelle!


    Delia Owens hat einen Roman voller wunderschöner - fast schon poetischer - Sprachbilder geschaffen, dem trotzdem eine gewisse Spannung anhaftet und das Lesen zu einem besonderen Ereignis macht. Die Autorin versteht es wirklich mit Sprache umzugehen und prägt wunderschöne Sätze. Auch die beiden Übersetzer, die diesen Roman aus dem amerikanischen Englischen übersetzt haben, scheinen sehr gute Arbeit geleistet zu haben.


    "Irrationales Verhalten, um eine Leere zu füllen, bringt keine wirkliche Erfüllung. Wie viel gibst du auf, nur um nicht einsam zu sein?"

    Vor dieser Frage sieht sich, Kya - das Marschmädchen - immer wieder. Mit sechs Jahren wird sie von ihrer Mutter bei ihrem gewalttätigen, alkoholkranken Vater zurückgelassen. Nachdem auch er eines Tages nicht mehr zurück kommt, ist Kya in den Weiten des Marschlandes ganz auf sich allein gestellt. Kann sie anderen Menschen vertrauen? Nähe zulassen? Gar jemanden lieben? Es ist wunderschön, emotional und bewegend Kya aufwachsen zu sehen und dieses besondere, starke und intelligente Mädchen dabei zu begleiten, wie sie versucht ihren Platz in der Welt zu finden. Dabei werden die Tiere und die Pflanzen des Marschlandes sehr detailliert und intensiv beschrieben. Es ist leicht, sich selbst darin wiederzufinden und mit Kya durch diese Wildnis zu streifen. Besonders ist auch, wie Kya Parallelen aus dem Verhalten der Tiere für sich ableitet und von diesen lernt, wie sie sich verhalten sollte. Sie entwickelt eine berührende, beeindruckende Nähe zu den Tieren in ihrer Umgebung, sorgt sich rührend um sie und bekommt von diesen dafür viel zurück.


    Während der Leser in den detaillierten Bildern abtaucht und Kya immer besser kennenlernt, wird gleichzeitig von Beginn an ein zweiter Handlungsstrang entwickelt. Chase Andrews wird von zwei kleinen Jungen Tod in der Marsch aufgefunden. Kya gerät schnell in den Fokus des Dorfgetratsches. Voller Spannung wartet man beim Lesen darauf, wie diese beiden Geschichten zusammenhängen und ob Kya wirklich etwas damit zu tun hat.


    Einige der Nebenfiguren sind ebenfalls toll beschrieben und charakterisiert. Auf eine unaufdringliche, zurückhaltende Art unterstützen sie Kya beim Erwachsenwerden und stehen auch später zu ihr, als viele sie für eine Mörderin halten. Es hat mich sehr berührt, wie sie leise für das Gute einstehen und das, ohne sich selbst in den Vordergrund zu rücken. Sie machen großen Mut und helfen den Glaube an Mitmenschlichkeit und Selbstlosigkeit zu bewahren.


    Dieses Buch ist ein schillerndes, facettenreiches Buchjuwel, das berührt und die Natur feiert. Wunderschön und für jeden zu empfehlen.

  • Ich möchte dieses Buch unbedingt weiterempfehlen und vergebe

    Bei so vielen positiven Rückmeldungen muss ich einfach das Buch lesen. Und ich habe es auch schon angefangen. :study: Bis jetzt absolut stimmig, sowohl die Sprache als auch die Beschreibung der Charaktere, wie auch die emotionale Ebene. Mich hat es gefühlsmäßig angesprochen und ich bin nun gespannt drauf wie es weiter geht. Ich glaube, es ist ein ganz wunderbares Buch. :drunken:

    2020: Bücher: 83/Seiten: 37 777
    2019: Bücher: 164/Seiten: 66 856
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Fletcher, C.A. - Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt

    Crichton, Michael - Nippon-Connection

    Fitzek, Sebastian - Das Paket

  • Ich habe das Buch gestern Abend beendet und kann mich den positiven Rückmeldungen nur anschließen.


    Gestört haben mich lediglich einige Besonderheiten in der Erzählweise. Ich mag es, wenn Bücher personal erzählt werden, also ganz nah an einer Figur und ihrer Wahrnehmung dran bleiben. Das ist hier über viele Kapitel der Fall.


    Der Schluss


    Die Idee der Geschichte selbst und die Einblicke in die Natur des Marschlandes fand ich grandios.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Wie ich vermutet habe, ein ausgesprochen gutes Buch, das ich unglaublich gerne gelesen habe,:applause: obwohl es mich emotional äußerst stark mitnahm.

    Ich hatte seit langem nicht mehr so einen Roman, der mich dermaßen gefühlsmäßig beansprucht hat, gelesen. Es war nicht leicht für mich die Geschichte von dem Marschmädchen zu verfolgen, denn die Ängste und Sorgen um das Mädchen waren manchmal kaum auszuhalten.

    Wie gesagt, mich hat die Geschichte sehr mitgenommen. :cry:


    Ich wusste auch bis zuletzt nicht, wie die Autorin die Geschichte beenden wird. Ich habe mir zwar ein Ende herbei gewünscht, war aber nicht sicher, ob die Autorin auf "meine Wünsche eingehen wird". :wink: Und sie hat es tatsächlich geschafft, auch hier mich noch mal zu überraschen. Eigentlich war ich im Laufe des ganzen Romans von der Entwicklungen überrascht, denn die Autorin hat es hervorragend geschafft für die Spannung zu sorgen.


    Auch vom Erzählstil war ich begeistert, denn die Sprache war voller Gefühle, manchmal poetisch und auf jeden Fall sehr lebendig. Die Charaktere wurden ausgezeichnet dargestellt, wobei ich anmerken muss, dass auch die Nebencharaktere ausgesprochen gut beschrieben worden sind.

    Alles wirkte so lebendig und bildreich.


    Ein berührender, faszinierender und unvergesslicher Roman. Große Klasse!:thumleft: Der gerät nicht so schnell in Vergessenheit!

    Von mir gibt es volle :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:Sterne

    2020: Bücher: 83/Seiten: 37 777
    2019: Bücher: 164/Seiten: 66 856
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Fletcher, C.A. - Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt

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    Fitzek, Sebastian - Das Paket

  • Das Buch habe ich vor drei Wochen gelesen; es hat mir gut gefallen, nicht mehr und nicht weniger.

    Vielleicht waren meine Erwartungen durch die Rezensionen hier und auf anderen Seiten und seine Wahl zum Lieblingsbuch 2019 der unabhängigen Buchhändler einfach zu hoch. Denn in die empathische Begeisterung und den lauten Applaus stimme ich eher verhalten ein.


    Zum einen: Selten habe ich so grandiose Naturschilderungen gelesen, immer verknüpft mit dem, was Kya gerade vorhat, erlebt oder durchmacht. Sie ist eine besondere Protagonistin, und es ist ergreifend, spannend und beeindruckend, ihrem Weg zu folgen, wie sie als allein gelassenes Kind das Überleben lernt, stark wird und Selbstbewusstsein entwickelt.


    Was mir „too much“ ist: Zum einen die Liebesgeschichte:

    Dass Kya eine

    scheint mir wie aufgepfropft. Wie hat man sich die Hintergründe dazu vorzustellen? Oder musste irgendeine Konstruktion gefunden werden, um die äußere Unbesorgtheit zu erklären, in der Kya existieren kann?


    Ich habe kein Problem, das Buch zu empfehlen; es ist lesenswert, hat erstklassige Passagen und lässt lebendige Bilder im Kopf entstehen. Nur euphorischer Jubel stellt sich bei mir nicht ein.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • LEBEN IM EINKLANG MIT DER NATUR


    “Ein schmerzlich schönes Debüt, das eine Kriminalgeschichte mit der Erzählung eines Erwachsenwerdens verbindet und die Natur feiert.” The New York Times


    Dieser Aussage möchte ich mich anschließen. Delia Owens erzählt in ihrem Debüt eine berührende, eindrucksvolle Geschichte vom besonderen Schicksal des "Marschmädchens“.

    Catherine Danielle Clark, genannt Kya, das Marschmädchen, lebt im Marschland (daher auch der Name) an der Küste von North Carolina. Ihr Lebensraum ist voller seltener Tier- und Pflanzenarten, die sie ein Leben lang begleiten und beschäftigen werden.

    Bereits mit 6 Jahren wird sie nach und nach von allen verlassen, von der Mutter und ihren vier älteren Geschwistern. Nur der gewalttätige, heruntergekommene Vater bleibt zurück, der allerdings ein verwahrlostes Alkoholikerleben führt. So ist die Kleine auf sich allein gestellt, mit 10 Jahren vollkommen nach dem endgültigen Verschwinden des Vaters.


    Vom ersten Moment an war ich von der unglaublichen Persönlichkeit Kyas in den Bann gezogen. Es ist erstaunlich wie weit es dieses naturverbundene Mädchen gänzlich ohne Schulbildung bringt, wie sie sich ihre Welt erobert, zum Teil der sie umgebenden Natur wird.

    Sie liebt diese Marschlandschaft mit ganzer Kraft und, nachdem sie von ihrem Kindheitsfreund Tate lesen und schreiben gelernt hatte, auch Gedichte. Kya lebt ihr Leben in Einsamkeit, sie meidet den Kontakt mit den Bewohnern von Barkley Cove, nachdem sie unliebsame Erlebnisse erdulden musste. Ihre einzigen Verbündeten sind Jumpin und Mabel, die selbst am Rande der Gesellschaft, in der Schwarzensiedlung, leben.

    Kya wird enttäuscht von Menschen, denen sie sich geöffnet hatte, wird verspottet, diskriminiert, in ihren intimsten Gefühlen verletzt, verraten und betrogen. Sie zieht sich im Laufe der Jahre immer mehr zurück. In eine sehr prekäre Lage gerät Kya, als die Leiche eines jungen Mannes in der Marsch gefunden wird. Die junge Frau kommt vor Gericht und der Prozeß vor einem voreingenommenen Publikum beginnt. Wie Delia Owens die Geschichte um Kya weitererzählt, war für mich ergreifend zu lesen. Die Auflösung gefiel mir sehr. Die Beschreibung der Handlung erfolgt in zwei Zeitebenen, 1952 und 1969. Die beiden Handlungsstränge fügen sich fabelhaft und gut nachvollziehbar ineinander.


    Fazit:

    Ich habe „Der Gesang der Flusskrebse" als ebook gelesen.


    Die Hauptperson Kya ist eine starke, ungewöhnliche Figur in extremer Einsamkeit, die die Natur als Ersatz für menschliche Bindungen erfährt. Sie hat ihre eigene Lebensrealität fernab von einer snobistischen, kaltherzigen Gesellschaft in der kleinen Stadt, die das Mädchen verachten. Ich empfand ihre Lage nie als zu traurig, beileibe nicht als zu melancholisch, obwohl sie sehr oft allein ist. Das alles hat Delia Owens zusammen mit wunderbaren Naturbeschreibungen in einen sprachlich gewandten Kontext gebracht. Sie fügte mehreres (Krimi, Liebesgeschichte, Gerichtsschauspiel) zu einem glaubhaften, wenn auch manchmal etwas zu idealisiertem Ganzen zusammen.

    Ich fühlte mich sehr gut unterhalten, vermute allerdings, dass dieses Buch eher die weibliche Leserschaft begeistern wird.


    Das mich emotional stark berührende Werk bereitete mir viel Freude und spannende Lesestunden.

    Es war für mich ein Lesehighlight 2019!


    Deshalb bewerte ich mit fünf von fünf Sternen und gebe gern die Lese- und Kaufempfehlung. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: