Alan Bradley - Todeskuss mit Zuckerguss / The Golden Tresses of the Dead

  • Buchdetails

    Titel: Flavia de Luce 10. Todeskuss mit Zuckerg...


    Band 10 der

    Verlag: Penhaligon Verlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 320

    ISBN: 9783764531157

    Termin: Neuerscheinung Juni 2019

  • Bewertung

    4.3 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

    85% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Flavia de Luce 10. Todeskuss mit Zuckerg..."

    Ein Mord in aller Tortenstille ... Die zwölfjährige Chemikerin und Spürnase Flavia de Luce hat gemeinsam mit Dogger, dem treuen Diener der Familie, ein Detektivbüro gegründet. Doch rechnen die beiden nicht damit, dass ihr erster Fall ausgerechnet auf der Hochzeit von Flavias Schwester Feely auf sie wartet. Nach einer turbulenten Zeremonie mit einem vermissten Trauzeugen soll das Anschneiden der riesigen, wunderschön verzierten Torte einer der Höhepunkte der Feier werden. Doch kaum hat die Braut das Messer angesetzt, erklingt ein markerschütternder Schrei – denn aus dem ersten Tortenstück ragt ein abgetrennter Finger …
    Weiterlesen
  • Aktion

  • Bestellen

  • Kurzmeinung

    PotatoPeelPie
    Flavia ist einfach nicht zu toppen :-) ... und bildet mit Dogger ein perfektes Detektivik-Duo!

Anzeige

  • Ein Mord in aller Tortenstille ...

    Die zwölfjährige Chemikerin und Spürnase Flavia de Luce hat gemeinsam mit Dogger, dem treuen Diener der Familie, ein Detektivbüro gegründet. Doch rechnen die beiden nicht damit, dass ihr erster Fall ausgerechnet auf der Hochzeit von Flavias Schwester Feely auf sie wartet. Nach einer turbulenten Zeremonie mit einem vermissten Trauzeugen soll das Anschneiden der riesigen, wunderschön verzierten Torte einer der Höhepunkte der Feier werden. Doch kaum hat die Braut das Messer angesetzt, erklingt ein markerschütternder Schrei – denn aus dem ersten Tortenstück ragt ein abgetrennter Finger …


    Meine Meinung


    Nachdem mich Band 9 nicht ganz so begeistern konnte, schließt Band 10 wieder an die vorherige Begeisterung an, die mich mit der Flavia Reihe verbindet. Mittlerweile kennt man die junge Chemikerin mit dem Hang zum Morbiden schon recht gut und obwohl sie erst 12 Jahre alt ist, ist sie mit ihrem altklugem Charme und ihrer pfiffigen Schläue ein liebenswerter Charakter, den man einfach gern haben muss :)


    Ihre Faszination alles in chemische Bestandteile zu entschlüsseln und für den Tod haben viele Hintergründe, die in der Familiengeschichte zugrunde liegen und Flavia ist immer noch nicht wirklich bereit, ihre Gefühle offen zu zeigen. Das kennt sie auch nicht anders, hält es für äußerst britisch, immer die Fassung zu bewahren und konnte es sich wegen ihrer böswilligen Schwestern auch nie leisten, ihre Maske fallen zu lassen.

    Selbst jetzt, da ihre große Schwester Feely heiratet und ausziehen wird aus dem Anwesen Buckshaw, traut sie sich kaum, eine Träne zu verdrücken.

    Schnell und gerne lässt sie sich ablenken von einem überraschenden Ereignis auf der Hochzeit, das sofort ihre Neugier und ihren Spürsinn weckt.


    Zusammen mit Dogger macht sie sich an die Aufklärung und der Fall ist wieder mal höchst verzwickt. Der Autor lässt ja gerne in jedem Band einige chemische Fachbegriffe fallen, wodurch man einige unnütze, aber auch einige nützliche Details in dem Bezug kennenlernt - dieses Mal hat er aber auch noch das Thema Homöopathie mit einfließen lassen, die ja zur damaligen Zeit noch viele unterschiedlichen Auffassungen unterlegen war. Eigentlich wie heute :) Jedenfalls hat es mich gefreut auch mal zu diesem Thema einiges Wissenswertes zu erfahren.

    Dogger ist ja das "Mädchen für alles" auf Buckshaw und war bisher eine Nebenfigur und ein recht eigenbrötlerischer Charakter, weil er immer noch mit seiner posttraumatischen Störung aus dem Krieg zu kämpfen hat. Mit Flavia hat ihn aber schon immer ein besonders herzliches Verhältnis verbunden und die Detektei, die die beiden jetzt zusammen betreiben, funktioniert fabelhaft!

    Er ist endlich jemand, der Flavia ernst nimmt und sie in ihren Bemühungen unterstützt und kann natürlich zusätzlich mit seiner Erfahrung und seinem reichen Wissensschaft noch einiges mehr beisteuern. Trotzdem lässt er ihr den Raum, die Entdeckungen selber zu machen und sieht sie als gleichwertige Partnerin.


    Der Schreibstil ist gewohnt super unterhaltsam, denn Flavia erzählt aus ihrer Sicht in ihrer typisch trockenen Art, die aber durch geistvolle, ironische oder amüsante Wortspielereien aufgelockert wird. Vor allem ihr Umgang mit dem Tod und ihr völliges Fehlen von Ekel oder Angst, gemischt mit Neugier und dem Drang, sich zu beweisen, ist jedes Mal wieder faszinierend und absolut unterhaltsam zu lesen. Der Band hat mir sehr viel Spaß gemacht :)


    Fazit: 4.5 Sterne


    Weltenwanderer

  • Großer Bahnhof in Bishop's Lacey: Flavias älteste Schwester heiratet ihren Dieter, und das halbe Dorf ist auf den Beinen. Beim Hochzeitsempfang wird die Freude über die Vermählung jedoch empfindlich gestört, als in der Hochzeitstorte ein höchst unappetitliches Fundstück auftaucht - ein abgetrennter Finger.


    Während Feely, der Hysterie nahe, mit ihrem Bräutigam überstürzt die Hochzeitsreise antritt, freut sich Flavia geradezu über den ekligen Fremdkörper. Endlich wieder was zum Untersuchen!


    Doch der Finger bleibt nicht lange im Fokus der Aufmerksamkeit, denn die frisch gegründete Detektei Arthur W. Dogger & Associates (wobei sich unter den Associates natürlich keine Geringere verbirgt als unsere kleine Hobbychemikerin und Ermittlerin) erhält ihren ersten Auftrag. Eine gewisse Mrs. Prill gibt an, man habe ihr vertrauliche Briefe gestohlen, und verwickelt sich dabei in Widersprüche. Als Flavia und Dogger ihre Klientin zu Hause aufsuchen wollen, ist diese jedoch nicht mehr in der Lage, Aussagen zu machen. Also ist Flavias Spürsinn gefragt, unterstützt durch Doggers Menschen- und Medizinkenntnisse.


    Im Dörfchen Bishop's Lacey ist diesmal einiges los: neben dem Großereignis von Feelys Hochzeit ist im Pfarrhaus eine ganze Horde junger Priesterseminaristen einquartiert, zwei etwas merkwürdige Missionarinnen, frisch aus Afrika zurückgekehrt, beziehen die Gästezimmer auf Buckshaw, und Flavias nervtötende Cousine Undine treibt ebenfalls immer noch ihr Unwesen. Somit ist auch ganz abgesehen von Flavias Fällen für einiges an Abwechslung, Chaos und Schmunzelmomenten gesorgt, was spaßig zu lesen ist und mir viel besser gefallen hat als der übertriebene Geheimniskram um Flavias Eltern in manchen Vorgängerbänden.


    Auch wenn die Ermittlungen wie immer vergnüglich und spannend zu lesen sind, fand ich den Kriminalfall selbst isgesamt ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Allerdings bringt er einige schräge und gleichzeitig hochinteressante Fakten mit sich wie die Londoner Friedhofsbahnlinie, die es wirklich gegeben hat, einschließlich Extrawaggons zum Transport von Verstorbenen in ihren Särgen. Etwas makaber, aber durchaus Stoff zum Weiterrecherchieren.


    Und, was soll ich sagen, ich mag die Figuren und die Schauplätze mit all ihren Skurrilitäten und nicht zuletzt Bradleys unschlagbaren staubtrockenen Humor so gerne, dass die Serie ganz einfach immer einen kleinen Extrabonus bei mir gut hat. Also gibt's auch diesmal wohlwollende 4 Sterne für nicht immer gänzlich realistische, aber witzige und charmante Unterhaltung.

Anzeige