Riley Sager - Verschließ jede Tür / Lock Every Door

  • Kurzmeinung

    novelista
    Gute Beschreibung der Umgebung, was hier wichtig ist. Dennoch kam kaum Spannung auf und viel Potenzial wird verschenkt.
  • Kurzmeinung

    Emili
    Eine sehr gute subtile Gruselgeschichte mit einer ausgefallenen Idee.

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  • Das Buch beginnt mit einem kurzen Kapitel, in dem man eine zunächst unbekannte Frau kennenlernt, die von einem Auto angefahren wurde und schwer verletzt im Krankenhaus erwacht. Sie kann sich an den Unfall selber nicht erinnern, ist noch ganz unklar im Kopf, aber froh dass sie dem Barts entkommen ist.


    Dann springt die Geschichte fünf Tage in die Vergangenheit. Man erfährt, dass das Barts das historische Gebäude Bartholomew von 1919 ist und in der Nähe vom Central Park liegt.


    Hier leben nur die Reichen und Schönen. Jules hat sich als Apartmentsitterin beworben. Es handelt sich um die Wohnung einer verstorbenen Dame. Die Erben streiten sich noch um den Besitz und benötigen solange jemanden, der die Wohnung hütet. Sie soll für die drei Monate unglaubliche 12000 Dollar bekommen. Das ist alles, was sie braucht, um ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Sie glaubt selber nicht, dass sie in ihrer jetzige Situation den Job bekommen wird. Jules hat wegen einer Umstrukturierung vor zwei Wochen ihren Job als Assistentin verloren und als sie durch die Kündigung zu früh nach Hause kommt, erwischt sie zudem noch ihren Freund mit einer Anderen. Durch die Interviewfragen während des Vorstellungsgespräches lässt uns die Autorin gleichzeitig geschickt mehr über Jules erfahren. Sie hat nach dem Verschwinden ihrer Schwester Jane vor vielen Jahren und dem späteren Tod ihrer Eltern keine Familie mehr. Zur Zeit übernachtet sie bei ihrer einzigen Freundin Chloe. Völlig unerwartet wird sie doch ausgewählt. Jules freut sich über die Chance ihres Lebens. Chloe ist skeptischer und vorsichtiger, vermutet einen Haken. Sie hat Gerüchte gehört, das Gebäude soll verflucht sein, der Erbauer soll sich selber vom Dach gestürzt haben.


    Nach dem Anfang ist man schon sehr gespannt, wie die Geschichte sich entwickeln wird. Man hat schon einige Gegebenheiten im Verdacht, dass sie später eine Rolle spielen könnten. Dann werden Jules bei ihrem Einzug am nächsten Tag unerwartet strenge und seltsame Regeln mitgeteilt. Sie darf keine Besucher empfangen, die anderen Bewohner nicht ansprechen und ihren Aufenthalt dort nicht auf Social Media erwähnen. Die erste Zahlung von 1000 Dollar soll sie nach der ersten Woche in bar erhalten.


    Man kann sich sehr gut in Jules hinein versetzen. Die Autorin führt eine ganze Reihe weiterer, interessanter Figuren ein. Die Zeitlinie springt zwischen kurzen Kapiteln in der Gegenwart, in denen Jules im Krankenhaus sehr langsam wieder mehr Herr ihrer Lage wird und den Tagen vor dem Unfall, in denen die Handlung unaufhaltsam dem Unfall entgegenstrebt. Das Buch ist sehr atmosphärisch und leicht gruselig. Das Gebäude wird fast zur eigenen Figur. Man rätselt mit und folgt Jules neugierigem Vorgehen gespannt. Zum letzten Drittel kommt es zu einem vorgezogenen Höhepunkt, der dem Titel des Buches gerecht wird. Der Roman lässt sich flüssig lesen, aber das Motiv, das mit einem heftigen, überraschenden Twist entblößt wird, ist mir für Thriller schon etwas zu oft benutzt worden und konnte mich nicht ganz überzeugen.

  • basco09

    Hat den Titel des Themas von „Riley Sager -“ zu „Riley Sager - Lock Every Door“ geändert.
  • Autor: Riley Sager

    Titel: Verschließ jeder Tür

    Original: Lock every Door

    Seiten: 400

    Verlag: dtv

    Ausgaben: Taschenbuch, e-book, Hörbuch

    Erschienen: 24. April 2020

    ISBN: 9783423,219334


    Klappentext von Amazon

    Ein Haus zum Träumen. Und zum Sterben.

    Jules hat einen Wahnsinns-Job an Land gezogen: Sie soll im Bartholomew, einem prachtvollen alten Hochhaus am Central Park, auf eine Luxuswohnung aufpassen. Und dafür 1000 Dollar die Woche kassieren! Einige seltsame Bedingungen gibt es allerdings: Sie muss jede Nacht im Apartment schlafen und darf niemanden in die Wohnung lassen. Kaum ist Jules eingezogen, häufen sich unheimliche Vorkommnisse. Von Ingrid, ebenfalls »Apartmentsitterin«, erfährt sie, dass das Bartholomew ein dunkles Geheimnis hat. Als Ingrid verschwindet, versucht Jules, das Geheimnis zu lüften – und gerät dabei selbst in größte Gefahr.


    Zum Inhalt

    Jules ist Pleite, wurde gerade von ihrem Freund betrogen und hat sich von ihm getrennt, und ist bei ihm ausgezogen, und ihren Job hat sie auch verloren. Sie steht also mittellos auf der Straße vor dem Nichts. Da liest sie in der Zeitung dieses unglaubliche Angebot, dass man als Wohnungssitter im Bartholomew in 3 Monaten 12 Tausend Dollar bekommt, nur für das Hüten einer Wohnung. Jules kann gar nicht anders, als sich zu bewerben. Das Vorstellungsgespräch läuft prima und man lässt sie auch nicht warten und gibt ihr den Job. Ach was Job. Man überlässt ihr die Wohnung, in der sie einfach 3 Monate wohnen darf und dafür ein kleines Vermögen bekommt.

    Doch ihre Freundin Chloe lässt sie schweren Herzens ziehen und gibt ihr einige Warnungen über das Bartholomew mit auf den Weg, die Jules belächelnd abtut. Doch schon in der ersten Nacht hört sie Geräusche. In der zweiten Nacht einen Schrei. Aber niemand will etwas gehört haben. Die Regeln zu befolgen fällt Jules schwer, doch die Aussicht auf das viele Geld lässt sie so einige Warnzeichen "hinnehmen".

    Als Ingrid verschwindet, schrillen bei Jules jedoch die Alarmglocken, doch da ist es schon zu spät.


    Meine Meinung

    Die Spannung steigt bei diesem Thriller langsam, aber kontinuierlich. Infos kommen spärlich, aber ebenfalls kontinuierlich. Alles bleibt deshalb lange rätselhaft, undurchsichtig und nimmt im Laufe der Seiten an Spannung zu, bis es schließlich zu brodeln anfängt. Sehr gut gelöst vom Autor, nicht sofort das Pulver zu verschießen und den Leser trotzdem bei der Stange zu halten.

    Jules ist eine junge Frau, aufgeweckt, nicht wirklich nativ, aber etwas leichtgläubig. Und trotzdem ist sie ein starker Charakter, sehr glaubhaft. Ihre Geschichte ist traurig und wühlt einen auf. Jules ist die Hauptperson und man fühlt sich den ganzen Roman über mit ihr verbunden.

    Es werden einige wichtige Personen eingeführt, die man mag oder nicht mag, seltsam findet oder komisch. Aber man weiß nie, wer wirklich was zu verbergen hat. Auch weiß man nie, worum es überhaupt geht, was im Bartholomew vor sich geht. Was eigentlich dort passiert und warum? Jules "Ermittlungen" geben immer mehr preis, ohne jedoch eine Lösung zu Tage zu fördern und trotzdem passiert immer mehr, spitzt sich das ganze zu, verschwindet Ingrid, sind Jules und Dylan in Gefahr.

    Riley Sager schafft es, den Leser auf eine falsche Fährte zu führen, ohne, dass dieser es merkt. Erst ganz am Schluss erfährt man, was da vor sich geht und damit rechnet man dann gar nicht. Gut gemacht.

    An dieser Stelle muss ich einfach aufhören, sonst verrate ich zuviel.


    Fazit

    Langsam steigernde Spannung. Verwirrung und Rätselraten. Falsche Fährten. Ein guter Thriller. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Liebe Grüße von Tanni


    2021 gelesen: 153

    Januar = 20, Februar = 23, März = 20, April = 19

    Mai = 23, Juni = 23, Juli = 25

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Riley Sager - Lock Every Door“ zu „Riley Sager - Verschließ jede Tür / Lock Every Door“ geändert.
  • Huhu Squirrel

    Da habe ich mal eine Frage. Ich hatte das Buch aufgerufen und gesehen, dass es dazu keine Rezi gab, weil das Schleifchen oder wie ich es beschreiben soll weiß blieb und nicht dunkel. Wenn eine Rezi vorhanden ist, ist es dunkel und man kann es anklicken und gelangt direkt zur Rezi. Das war aber bei mir nicht der Fall. Es war also keine Rezi aufzurufen. Wie kommt es dann, dass es zu doch eine Rezi gab, sie mir aber bei dem Buch nicht angezeigt wird? Dann kann ich solche Posts in Zukunft vermeiden.

    Liebe Grüße von Tanni


    2021 gelesen: 153

    Januar = 20, Februar = 23, März = 20, April = 19

    Mai = 23, Juni = 23, Juli = 25

  • Hallo Tanni,

    Wie kommt es dann, dass es zu doch eine Rezi gab, sie mir aber bei dem Buch nicht angezeigt wird? Dann kann ich solche Posts in Zukunft vermeiden.

    das kommt daher, dass die erste Rezension sich auf das englischsprachige Original bezieht - so wurde für die deutsche Ausgabe die Rezension nicht angezeigt. Du hast also schon alles richtig gemacht :wink:

  • Mein Lese-Eindruck:


    Guter, flüssiger Schreibstil, Hauptprota wurde sehr gut rübergebracht.

    Sehr nahe ging mir das Schicksal ihrer Familie, das sie Jemandem gegenüber erzählte.


    Meine Ahnung, was hinter alldem steckte, hat sich zwar bewahrheitet, aber das Ausmaß hat mich dann doch erschreckt.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Irrlicht und Hexe (7. Hexenregel: Unterschätze nie die Kraft des Wortes - es hat eine besondere Kraft, es kann befreien, anstoßen und verändern, aber auch verletzen und zerstören)

  • Dieses Buch würde ich gerne an die Liebhaber des subtilen Horrors empfehlen. :thumleft: Ich habe es auf jeden Fall als eine Gruselgeschichte erlebt. :pale: Ausgezeichnete Idee zu dem Roman. Keine gewöhnliche. Da hat sich der Autor was einfallen lassen. Sehr ruhig erzählt, ohne Blutvergießen, ohne gewohnten Actionelementen, dennoch äußerst wirksam. Mich hat es richtig gegruselt. Der Autor hat sich mit diesem Roman in meine Gedankenwelt eingenistet, und ich konnte an nichts anderes mehr denken, und wollte es zu Ende lesen. Die Auflösung kam überraschend, ganz anders, als man aufgrund der Geschichte vermutet hätte. Ruhig erzählt, und dennoch sehr eindringlich. Würde ich gerne weiterempfehlen. :thumleft:

    2021: Bücher: 134/Seiten: 60 557
    2020: Bücher: 139/Seiten: 60 837
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:
    Castillo, Linda - Teuflisches Spiel

  • Leider habe ich mich überhaupt nicht gegruselt. Spannend war es für mich auch nicht.

    Da bleibt bei einem "Thriller" ansonsten nicht viel zu loben.

    Gut gelungen sind die Beschreibungen des Gebäudes. Ich konnte mir die Wohnungen, das Treppenhaus und den Keller gut vorstellen. Auch die Charaktere sind einprägsam.

    Aber es wurde so viel Potenzial verschenkt, es hätte wirklich viele Möglichkeiten gegeben, mehr Spannung reinzubringen und den Gruselfaktor sehr stark hochzutreiben.

    Aber nein, noch nicht mal nachts war es gruselig in der Wohnung der Protagonistin. Als einzigen teuflischen Aspekt gab es

    und noch nicht mal der gibt in dieser Richtung viel her, weil zu harmlos.


    Da auf der Klappe erwähnt wird, dass dies ein Ablöser zu "Rosemarys Baby" sein soll, hatte ich enorme Zwielichtigkeit und gelungene Gänsehaut-Szenen erwartet. Und wurde enttäuscht.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

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